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Forschung als Richtschnur des Artenschutzes:

ALASKA WHALE FOUNDATION

For information in English, please visit the AWF website:
Alaska Whale Foundation


Laborforschung
Die Alaska Whale Foundation geht völlig neue Wege, um das Fressverhalten der Buckelwale zu studieren. So führte sie in der Bamfield Marine Station auf Vancouver Island Laborversuche mit einem eigens entwickelten „Kunstwal“ durch, um Fressstrategien gegenüber Schwarmfischen durch künstlich erzeugte Luftblasennetze, Fressvokalisationen und einen beweglichen Flipper in Originalgröße zu simulieren. Diese Studien wurden 1993 mit dem Fred Fairfield Award für innovative Meeressäugerforschung ausgezeichnet.

Genetische Forschung
Die meisten sozialen Säugetiere wie Löwen, Schwertwale und Elefanten leben in Gruppen, die sich aus Blutsverwandten zusammensetzen. Wenn sich allerdings Buckelwale in Alaska gemeinsam auf Nahrungssuche begeben, dann handelt es sich dabei größtenteils um nichtverwandte Tiere. Durch das Sammeln von Hautproben und deren anschließende genetische Untersuchung im Labor erfassen wir die Sozialstruktur dieser Interessengemeinschaften und vergleichen sie mit den Gruppierungsmustern, die wir bei unseren Feldstudien beobachten. Bei diesem Teil unserer Tätigkeit arbeiten wir mit dem Molekularökologischen Labor der University of Auckland in Neuseeland zusammen.

Artenschutz
Da der Buckelwal zu den gefährdeten Arten zählt, befassen sich viele unserer Studien direkt mit Schwerpunkten des US-Programms zur Sicherung des Buckelwalbestands. Darunter finden sich Forschungen zu Populationsgröße, Fortpflanzungsrate, Wanderrouten, Strandungen, genetischer Verwandtschaft und Ernährungsökologie. Außerdem untersuchen wir Konfliktpotentiale wie das Hängenbleiben in Fischernetzen, akustische Störungen, die Auswirkungen von Schifffahrt und Forstwirtschaft sowie die Konkurrenzsituation bei der Nutzung von Fischbeständen.

Virtual Whale Project
Wir versuchen in Zusammenarbeit mit dem Labor für Computergraphik an der kanadischen Simon Fraser University, durch dreidimensionale Computersimulationen zu einem besseren Verständnis der Nahrungssuche der Wale zu gelangen. Nachdem wir die auf See und im Labor gesammelten Daten in Computerumgebungen eingespiesen hatten, gelang es uns, ein kohärentes Bild der komplexen Interaktionen zwischen Buckelwalen, Fischschwärmen, Luftblasennetzen, Topographie des Meeresgrunds und Fressrufen nachzustellen. Unsere „virtuellen Wale“ eignen sich ebenso gut zum Testen von Theorien über das Fressverhalten unter Wasser wie zur Information und Aufklärung der Öffentlichkeit. 1995 gewann das Virtual Whale Project den Preis der Society of Marine Mammalogy für außerordentliche Leistungen in Wissenschaftskommunikation.

Aufklärung
Die Alaska Whale Foundation veranstaltet Präsentationen an Universitäten, bei Gemeindeorganisationen und an Bord von Wildtierbeobachtungsbooten. Wir arbeiten auch an einer Reihe von Filmprojekten mit, die Millionen Menschen über Wale und ihren Lebensraum informieren. Darüber hinaus produzieren wir auf der Basis des Virtual Whale Project interaktive Computerspiele, dank denen Kinder lernen können, wie Wale leben und dass es sich lohnt, zusammenzuarbeiten. AWF-Forschungsarbeiten und das Virtual Whale Project sind im Royal British Columbia Museum zu besichtigen.

Alaska Whale Foundation
Die Alaska Whale Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich durch ihre Forschungs- und Aufklärungstätigkeit für den Artenschutz bei Meeressäugern engagiert. Vor allem konzentriert sie sich auf die Buckelwale in Südost-Alaska und deren kooperatives Fressverhalten. Das Team der AWF führt seine Studien an Bord des stiftungseigenen 15 m-Bootes R/V Evolütion in der Chatham Strait und im Frederick Sound durch.

Das Leitprinzip der AWF ist der enge Zusammenhang zwischen Forschung und Artenschutz, denn die Buckelwale können nur überleben, wenn wir ihre komplexen biologischen und sozialen Verhaltensmuster verstehen. Letztlich werden unsere Studien dazu beitragen, dass sich diese immer noch rätselhafte Spezies im Nordpazifik wieder erholt und vermehrt.

Forschungsschwerpunkt
Die Buckelwale im östlichen Nordpazifik heben sich durch eine Reihe einzigartiger Fressverhaltensweisen von ihren Artgenossen ab. Dazu gehört u.a. das Erzeugen lauter, trompetenartiger Fressrufe, die Schwarmfische wie den pazifischen Hering offensichtlich erschrecken und so auf engstem Raum zusammentreiben. Die Wale demonstrieren auch eine Art Werkzeuggebrauch, indem sie große Netze aus Luftblasen um Fisch- oder Krillschwärme legen. Anschließend verschlingen sie die so gefangene Beute in einer spektakulären Gemeinschaftsaktion, bei der die beteiligten Buckelwale alle gleichzeitig mit geöffnetem Maul durch die Mitte des Luftblasennetzes nach oben schießen. Bis zu zwei Dutzend Tiere nehmen an diesen explosiven Mahlzeiten teil, die die Wasseroberfläche in einen brodelnden Kessel aus Luftblasen, fliehenden Fischen und zuklappenden Kiefern verwandeln.

Um dieses faszinierende Fressverhalten besser verstehen zu lernen, verfolgt die AWF zahlreiche Forschungsprojekte zu Ernährungsökologie, Sozialstruktur und Kommunikation der Buckelwale.









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