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Der Ruf der Deutschen
Thread poster: antje.s
antje.s  Identity Verified
Local time: 21:42
French to German
+ ...
Apr 22, 2003

Liebe Kolleginnen und Kollegen!



Jetzt bin ich schon seit ein paar Monaten Proz-Mitglied und möchte nun mal dieses Forum nützen, um etwas los zu werden, was mir schon seit einiger Zeit auf der Seele liegt.

Ich muss voraus stellen: ich bin Freelancerin de-fr, lebe in Frankreich und arbeite hauptsächlich mit französischen Agenturen.

Letzten Freitag, gerade vor Ostern, ist mir zum x-ten Male das gleiche passiert: ein Anruf einer Agentur für eine Übersetzung, die in mehrere Sprachen geht (ich mache den dt-Teil), mit dem Kommentar: \"passen Sie aber auf, die Deutschen sind so penibel\". Ich habe es satt!!! Zur Erklärung: Die Deutschen haben den Ruf, Haarspalter und Erbsenzähler zu sein, und das Schlimme ist, es stimmt auch noch!

Wie oft ist es mir passiert, das Übersetzungen mit absolut haarsträubenden Kommentaren zurück kommen, die völlig ungerechtfertigt und unkonstruktiv sind.



Dabei geht es nicht nur um mich. Selbige Agenturen schicken mir Übersetzungen anderer mit dem Kommentar \"schauen Sie das doch mal an, der deutsche Kunde war empört\" und alles was ich sagen kann, ist, das kann ich auch nicht besser.



Ich habe echt oft den Eindruck, die Deutschen müssen an allem rumkritteln. Unter einer Mindestanzahl von Rot-Strichen haben sie das Gefühl, nicht gearbeitet zu haben.



Natürlich gibt es schlechte Übersetzungen und jeder einigermassen normale Fachmann weiss, dass nichts leichter zu kritisieren ist, als eine Übersetzung. Aber: muss ich den Ruf eines Kollegen gefährden, nur weil ich meinen Senf dazutun will????



Ich habe es satt, ständig bei meinen Agentur-Kunden, den Ruf der Deutschen verteidigen zu müssen. Vielleicht ein dummes Nationalgefühl, aber schliesslich bin ich ja auch Deutsche.



Natürlich habe auch ich beim Gegenlesen der Übersetzungen anderer oft den Gedanken, ja das hätte ich anders formuliert. Wenn jedoch die Übersetzung stimmt und es gut klingt, dann werde ich das doch nicht kommentieren.



Ein Beispiel:



franz. Satz: \"Pour que vos messages sautent aux yeux... (es geht um eine Art post-it)



die mir vorgelegte Übersetzung: \"damit Ihre Notizen auch bestimmt jedem ins Auge fallen...\"



Kommentar des Korrektors \"damit Ihre Notizen auch bestimmt jedem ins Auge springen...\"



Also ehrlich! Da konnte ich dem Kunden auch nichts anderes sagen, als dass dieser Proofreader (oder Endkunde) wohl ein ziemlich eingebildeter Depp war.



Und das ist nur ein Beispiel. Ich frage mich nun, ist das eine Eigenheit der Deutschen? Gehört das zu den deutsch-französchen Verhältnissen, die oftmals auch von einer gewissen gegenseiten Herablassung geprägt sind, oder haben andere ¨\'Auslandsdeutsche\' in anderen Ländern die gleiche Erfahrung?



Ich will niemend ärgern, mit Sicherheit nicht die Proofreaders, die ungeschätzte Arbeit leisten. Ich frage mich nur manchmal, ob ich die Einzige bin, der solche Sachen passieren. Sind die Deutschen wirklich so \"pénibles\"??



Herzliche Grüsse

Antje





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Horst2  Identity Verified
Local time: 21:43
English to German
+ ...
Massstab und Massstab Apr 22, 2003

Hallo Antje,

ich glaube es ist auch z. T: ein psychologisches Problem: ist man zur Kontrolle ingesetzt dann macht man das eben mit der Motivation dass es \"positiv\" im Sinne der Aufgabe ist etwas daran auszusetzten.

Ich glaube es wäre keinen Deut besser wenn Übersetzer und Proofreader ihre Rollen tauschten, für den Fall dass sie die jeweilige Qualifikation hätten.

Gruß

Horst2


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Andy Lemminger  Identity Verified
Canada
Local time: 13:43
Member (2002)
English to German
Ja, so sind sie Apr 22, 2003

(manchmal, leider!).



Vor knapp zwei Wochen hatte ich ein ähnliches Erlebnis:



Eine deutsche Angestellte in einem großen englischen Investmenthaus bekam die Aufgabe, einen meiner Texte durchzuschauen. Ich habe schon X Übersetzungen für dieses Investmenthaus angefertigt, jedoch immer über eine andere Agentur. Bisher waren sie immer sehr zufrieden gewesen und es hatte niemals Beanstandungen gegeben. Nun dachten sie jedoch, ich wäre ein neuer Übersetzer (da neue Agentur) und setzten daher zum Test die deutsche Angestellte auf mich an. Als Deutsche war sie bereits ausreichend qualifiziert für diese Aufgabe, Fach- und/oder Sprachkenntnisse sind ja nicht weiter wichtig und waren in der Tat auch nicht (ausreichend) vorhanden, wie ich später feststellen musste.



Anstatt bei diesen Voraussetzungen die Aufgabe abzulehnen oder wenigstens still und brav die Übersetzung abzuzeichnen, verfiel sie in eine Streichorgie: Jeder Satz wurde ohne Veränderung der Bedeutung oder wenigstens des Stils umformuliert. Da sie es nicht lassen konnte, auch einige Fachbegriffe (falsch) zu ersetzen, stellte sich heraus, dass sie vom Thema eigentlich keine Ahnung hatte.



Anscheinend war dies jedoch eine Gelegenheit zur Profilierung, sodass sie ihrer Vorgesetzten die Ohren vollheulte, wie schlecht die Übersetzung gewesen wäre. Von dieser bekam ich dann über die Agentur zu hören, dass das alles sehr confusing gewesen sei und wörtlich: \"The impression is that a non-native german speaker translated the document -i n short, a german person would not use this sentence construction.\"



Ich verstehe solche Leute auch nicht, aber sei beruhigt, denn das passiert nicht nur dir. In solchen Fällen pflücke ich dann im Gegenzug die Korrektoren Wort für Wort auseinander, was sehr zeitaufwändig, aber wohl notwendig ist. Dass dabei am Ende immer ein schaler Beigeschmack bleibt, ist bitter aber nicht zu ändern.



Und leider muss ich auch bestätigen: Nur bei Arbeiten für deutsche Auftraggeber oder entsprechenden Kontakten zu Deutschen bei dem Auftraggeber hatte ich bisher derartige Erlebnisse, so ganz zufällig scheint es also nicht zu sein...


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langnet  Identity Verified
Italy
Local time: 21:43
Member (2002)
Italian to German
+ ...
Penibel oder nicht penibel... Apr 22, 2003

Hallo Antje!



Als \"Auslandsdeutsche\" in Italien kann ich Deine Erfahrung nicht bestätigen, ich muß sogar zum Teil sagen: leider. Hier habe ich das - persönliche - Gefühl, daß es eigentlich genau anders herum ist: die Qualität der Übersetzung interessiert keinen Menschen, Hauptsache, es sieht deutsch aus und ist billig... Was auch nicht schön ist, und teilweise auch ein echtes Trauerspiel, wenn man - so wie ich - hauptsächlich im technischen Bereich arbeitet und \"Fehler\" nicht nur eine Stilfrage sind. Darüber hinaus haben viele \"Konsumenten\" dieser Texte auch nicht unbedingt ein Sprachgefühl für guten oder weniger guten Stil, aber das ist ein anderes Thema .

Es kommt, denke ich, sehr auf die Textart an, die man übersetzt. In Deinem Fall meine ich herauszulesen, daß diese wohl stark im Bereich Marketing, Werbung usw. liegen, weshalb Du wahrscheinlich besonders extrem mit diesen \"sinnlosen Herumkritteleien\" konfrontiert bist. Bei Texten dieser Art passiert es häufig, daß der Endkunde selbst lektoriert, und da vergessen so einige teilweise, daß wir übersetzen und nicht den Text neu erfinden. Das ginge auch einfach viel zu weit über unsere Kompetenz hinaus.

Jeder Kunde hat leider seine eigenen sprachlichen Vorlieben und Abneigungen, die man nun einmal Übersetzer nicht alle kennen kann. Hier gilt einfach der alte Spruch \"de gustibus non est disputandum\". In dem konkret von Dir zitierten Fall gefällt mir persönlich z.B. auch das \"ins Auge springen\" nicht besonders, aber das ist eben reine Geschmackssache und bedeutet nicht, daß es sich um einen Fehler handelt. Außerdem kann ich als Übersetzer gar nicht entscheiden, wie frei es denn sein darf, nachher riskiert man nur, angeblafft zu werden, daß man sich nicht an den Wortlaut gehalten hat usw. Das Risiko ist einfach viel zu groß.

Andererseit gibt es auch Fälle, wo \"Gutes\" in \"Schlechtes\" umkorrigiert wird, weil der Kunde nun mal intern einen Terminus benutzt, der eigentlich ungeläufig ist und eher seltsam klingt.

Ich würde mich an Deiner Stelle also gar nicht so fürchterlich über diese \"Korrekturen\" aufregen, die eigentlich gar keine Korrekturen sind, sondern nur die persönlichen Vorlieben eines Lektors, die firmeninternen Sprachgebräuche eines Kunden usw. widerspiegeln, über die man teilweise auch sehr geteilter Ansicht sein kann.

Versuch doch das nächste Mal einfach, Dich sachlich mit Deinem Auftraggeber auseinanderzusetzen und deutlich zu machen, daß es sich nicht um Korrekturen von \"Fehlern\", sondern individuelle \"Geschmacksansichten\" handelt. Außerdem sollte dem Endkunden deutlich gemacht werden, daß Du Übersetzerin und keine Werbetexterin bist und daher nicht frei von der Leber darauflosschreiben kannst, insoweit der Kunde Dir diese \"textgestalterische\" Freiheit nicht ausdrücklich einräumt. Ich denke, Du solltest einmal ausdrücklich klarstellen, was Deine Aufgabe eigentlich ist und was eben nicht.

Kopf hoch und nicht verzagen!



Claudia


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ETC LTD  Identity Verified
United Kingdom
Local time: 20:43
Member (2004)
German to English
+ ...
Dem kann ich nur zustimmen Apr 22, 2003

Das gleiche Problem haben wir dauernd. Auch als Agentur. Da kommen Bemerkungen und Rotstriche, da kann man nur lachen. Auch wir leben in Frankreich und haben uns vielleicht etwas die \"deutsche Gruendlichkeit\" abgewoehnt.



Joachim


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Klaus Herrmann  Identity Verified
Germany
Local time: 21:43
Member (2002)
English to German
+ ...
Das kann man so aber nicht sagen * Apr 22, 2003

* Kleiner Witz am Rande.



Ja, Antje. Es stimmt, den Deutschen eilt der Ruf nach (oder voraus), übergenau zu sein. Wobei es auch stark auf das Land ankommt - in Holland gelten wir eher als dick denn als übergenau. (Vielleicht möchte ein holländischer Kollege diese schöne Gelegenheit nutzen, meine Behauptung hier \"ungestraft zu bestätigen?). Und während (meiner bescheidenen Erfahrung nach) in Frankreich diese Eigenschaft eher als lästig (= gegen das eigene Laissez-faire gerichtet) betrachtet wird, nimmt man in den USA diese Eigenschaft mit einem lachenden und einem erfreuten Auge wahr. Es gibt dort den Witz, dass man einen Deutschen zwar nicht unbedingt als Schwiegersohn haben möchte (wg. kein Humor - da kann ich nicht drüber lachen), aber dafür umso lieber als Mechaniker für seinen Benz. Deswegen stimme ich dir im Prinzip zu, ja, ein gewisser Hang zur Genauigkeit ist etwas typisch deutsches.



Wie das dann gewertet wird, ist eine andere Frage. Gerade mit französischen Firmen habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich dort nicht vorstellen kann, wie kritisch die Leserschaft sein kann und dass im industriellen Umfeld die (vom Leser empfundene) Qualität der Dokumentation eine so wichtige Rolle spielt. Augenscheinlich wird mangels eigenem Erleben nicht verstanden, dass das Bestehen auf anständiger Dokumentation kein Selbstzweck, sondern aus dem Markt begründet ist. Von daher finde ich, dass man diese Wertung mit dem \"Vorsicht, die sind penibel\" relativieren muss.



Das hat aber m. E. wenig mit unsinnigen Korrekturen tun. Als (typisch) Deutscher finde ich, dass ein Text richtig sein muss. Punkt. Allerdings halte ich es für ein Zeichen mangelnder Souveränität, wenn man seine Daseinsberechtigung als Lektor daran misst, wieviele Änderungen man vorgenommen hat, nicht ob der Text objektiv verbessert wurde. Der Beitrag von Andy belegt das ganz gut - die als Lektor eingesetzte Dame musste vermutlich unbedingt zeigen, dass sie mindestens genauso gut ist wie ein professioneller Übersetzer. Ist sie nicht, und daher das Rot. Das liegt dann aber nicht an der Nationalität, sondern an mangelnder Professionalität des Korrektors. Die drückt sich bei Deutschen vielleicht eher in zuviel Rot als Daseinsberechtigung aus, während in anderen Ländern bei der unprofessionellen Korrektur lediglich jedes vierte Wort (in jeder zweiten Zeile) gelesen wird...



So, jetzt habe ich hinreichend das Vorurteil etabliert, dass nur wir Deutschen fleißig sind - natürlich meine ich das nicht ernsthaft.



Diesen \"inneren Drang\", eine Verteidungshaltung einnehmen zu müssen, kann ich gut nachvollziehen. Allerdings ist es (für beide Seiten) sehr wohltuend, wenn man sich auch mal etwas von sich selbst distanziert (letztlich verteidigt man sich ja auch selbst, wenn man so gegen Vorurteile ankämpft). Ach, fast so ein unendliches Thema wie das der Preise... Und Recht haben wir meistens auch. (Meistens? Quatsch. Eigentlich immer...).



Einen schönen Abend noch (für alle, die die gleiche Ortszeit mit mir teilen - für den Rest einen schönen guten Morgen oder Nacht .)

Klaus


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kbamert  Identity Verified
Local time: 21:43
French to German
+ ...
eingebildeter Depp Apr 22, 2003




Quote:


Ein Beispiel:



franz. Satz: \"Pour que vos messages sautent aux yeux... (es geht um eine Art post-it)



die mir vorgelegte Übersetzung: \"damit Ihre Notizen auch bestimmt jedem ins Auge fallen...\"



Kommentar des Korrektors \"damit Ihre Notizen auch bestimmt jedem ins Auge springen...\"



Also ehrlich! Da konnte ich dem Kunden auch nichts anderes sagen, als dass dieser Proofreader (oder Endkunde) wohl ein ziemlich eingebildeter Depp war.




Zitat Duden: etw. fällt/springt [jemdm.] ins Auge/in die Augen (etw. fällt auf)



Ich hätte die gleiche Korrektur auch machen wollen, hätte sie aber nach dem Nachschlagen im Duden (siehe oben) wohl unterlassen...





Gruss



Kurt



PS. Aus welchem Land (Deutschland, Österreich oder Schweiz) kam der Korrektor bzw. Endkunde?


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Harry Bornemann  Identity Verified
Mexico
English to German
+ ...
"Seid Ihr Übersetzer eigentlich alle Künstler?" Apr 22, 2003

Das wurde ich von einem Schweizer gefragt, dem meine Sorgfalt zu aufwändig erschien (einem Schweizer!)



\"Ja\" habe ich geantwortet, \"sonst laufen wir Gefahr, von den Lektoren in der Luft zerrissen zu werden.\"



Das war wohl etwas überspitzt, aber seit ich die Vorteile der Künstlersozialkasse genieße (50% weniger Sozialabgaben), sehe ich diese allgemeine Übersetzereigenschaft mit ganz neuen Augen..



(Das ändert aber nichts daran, dass die tatsächlichen Fähigkeiten einzelner \"Lektoren\" sich noch stärker unterscheiden, als die der Übersetzer. Das ist aber nichts Neues. Schon in Schule und Uni musste ich mich häufig damit abfinden, dass die Korrektoren (bzw. Lehrer und Profs) mir zu 10-50% ihre eigenen Fehler angestrichen haben.)



Wer\'s kann,

tut es,

wer\'s nicht kann,

lehrt es.







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RWSTranslation
Germany
Local time: 21:43
Member (2007)
German to English
+ ...
Ruf der Deutschen Apr 23, 2003

Hallo,





und ich dachte immer, dass gerade die Franzosen an jeder Übersetzung was rumzumäkeln haben, selbst wenn es die eigene ist. Bei uns sind gerade die geröteten Korrektumanuskripte aus Frankreich ein sprechendes Beispiel für inkonsistente und nicht nachvollziehbare Korrekturen. Ab und an wurden auch Übersetzungen nach Frankreich geschickt, die die jeweiligen Korrektoren vor längerer Zeit selbst angefertigt hatten. Die kamen dann genauso gerötet zurück, wie alle anderen Übersetzungen.



Wie heisst es doch: Ist der Ruf erst ruiniert, korrigiert es sich ganz ungeniert.



Viele Grüße

Hans


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antje.s  Identity Verified
Local time: 21:43
French to German
+ ...
TOPIC STARTER
Aufseuf! Apr 23, 2003

Danke für Euren Trost und Eure Anregungen.



Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine dasteht mit seinen Sorgen und Nörgeleien, dass es anderen genau so geht.



Es stimmt schon, dass ich in meinem Bereich (Werbung und Marketing) vielleicht mehr mit solchen kleinlichen Rumkriteleien zu tun habe, als jemand, der auf technische Dinge spezialisiert ist. Wenn halt nur die Übergenauigkeit der Deutschen ein Zeichen für bessere Qualität wäre, dann ginge das ja auch noch. Ich habe jedoch meist den Eindruck, das die sogenannte \"deutsche Wertarbeit\" ebenso ein Mythos ist, wie zum Beispiel das französische Savoir-Vivre, letztendlich ist das alles eine Sache der Person.



In wirklichen Problemfällen mit Kunden (den Vorwurf \"das war aber kein Muttersprachler\" kenne ich auch) rufe ich immer den Endkunden direkt an. Die Agenturen, mit denen ich arbeite, sind erleichtert, das nicht selbst lösen zu mussen und im Endeffekt endet die Diskussion dann mit dem Gestammel der jeweiligen Deutschen, jaja so war das alles ja nicht gemeint, es sollten ja nur Vorschläge sein und so weiter und so fort.



Gott sei Dank, bleiben zum Trost ja noch die zufriedenen Kunden!



So, und dann geh ich jetzt mal an die Arbeit!



Grüsse

Antje



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co.libri
France
Local time: 21:43
German to French
+ ...
Ja, aber manchmal... tut's gut, die eigene Wut auszulassen Apr 23, 2003


Klaus: ‎



Als (nicht so typisch) Französin auch!! ‎

Es ist immer schwierig, das richtige Gleichgewicht zu finden... (Ich übersetze vom Deutschen ‎und Italienischen ins Französische. Stellt euch die kulturellen Unterschiede und Vorurteile ‎vor! Ich hab\' alles Mögliche gehört)‎



‎___________________________________________________________________________‎

Claudia: ‎



Distanz ja, aber mir ist auch manchmal passiert (mit einer franz. Agentur), das, was Antje ‎beschreibt, mit dem Unterschied, dass ich von Anfang an erklärt hatte, dass ich keine ‎Fachkompetenz im Bereich Finanz hatte. So kam es, dass ich einen Widersinn machte wegen ‎einem einzigen Begriff aus dem Finanzbereich, der sich im Text (Zeitungsartikel, ganz ‎allgemeiner Wortschatz außer diesem Begriff) fünfmal wiederholte. Sonst hatte die (deutsche) ‎Korrektorin Änderungen gemacht, die (m.E. überflüssige) \"Verschönerungen\" waren. ‎

Ich bekam eine Nachricht, in der mir vorgeworfen wurde, dass die Korrektorin \"de ‎nombreuses erreurs\" (Zitat) korrigieren musste und dass man keine Zeit dazu hatte, \"certains ‎paragraphes\" (!) neu zu schreiben.‎

Dann gab ich zu, dass ich einen Fehler gemacht hatte, dass aber der Irrtum mit dem Begriff ‎eigentlich kein echter war (nach langwieriger Suche war ich auf den \"schweizerisch-‎französischen\" Begriff gestoßen (verdammt!!) ...und dass man vielleicht mit den \"nombreuses ‎corrections\" etwas relativieren konnte... Vor allem, weil sie mir öfters ausdrücklich gesagt ‎hatten, dass sie mit meiner Arbeit SEHR zufrieden waren. Also Ernüchterung, die berühmte ‎‎\"douche écossaise\"!!‎



Kurz und gut, seitdem alles passiert ist, habe ich keine Nachricht mehr... ‎



Abstand von solchen Sachen nehmen, OK, nur, manchmal tut\'s gut, sich auf einer Proz-Seite ‎abzureagieren!! ‎



Einen schönen Tag an alle! Und Entschuldigung mit den evtl. Fehlern in Deutsch (habe seit ‎einiger Zeit nicht mehr geübt).‎



Hélène.‎



[ This Message was edited by: heleneanne on 2003-04-25 07:26]


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Andras Szivak
Local time: 21:43
Member (2004)
English to Hungarian
+ ...
Deutsche Agenturen Apr 24, 2003

Ich arbeite oft für deutsche Agenturen und meine Erfahrungen können auch die hohe Anforderungen an Pünktlichkeit bestätigen. Aber im guten Sinne des Wortes! Ich muss sagen, das alle gegen meine Übersetzungen erhobene Einwände waren ausschliesslich begründet und berechtigt. Natürlich man kann böse sein, wenn nach 2-3 Wochen einen Anruf bekommt und gezwungen ist, die auktuelle Arbeit abzubrechen, um irgenwelche Korrekturen in einer schon lange vergessenen Übersetzung vorzunehmen. Aber die Qualität muss im Vordergrund stehen. Dank dieser Pünktlichkeitsmanie kann Deutschland eine führende Rolle in Europa spielen. Und das ist keine Banalität. Anderseits es ist erwähnenswert, dass der Umgangston mit diesen deutschen Agenturen weitaus besser ist im Vergleich zu unseren ungarischen Büros (Ehre den Ausnahmen), welche nur selten Einwände erheben, aber die Übersetzer nicht immer ehren, nach 60 oder 90 Tagen das Honorar bezahlen (oder können auf immer ohne Bezahlung verschwinden), können 25-Seitigen Probeübersetzungen verlangen (\"wir werden für die Probearbeit bezahlen, wenn der Auftrag erteilt wird\"), u.s.w. Viele Leiter von diesen ungarischen Büros sind echte Verbrecher, die nach dem Sturz des Sozialismus irgendwie und irgendwo etwas Geld unterschlagt und dadurch ein Übersetzungsbüro gegründet haben. Solche Leute haben nichts mit der Intelligenz zu tun und daher ist es sehr schwierig, den \"gemeinsamen Nenner\" zu finden. Also liebe Anje, alles hängt davon ab, von wo man die Sachen sieht. Es kommt often vor, dass ich - nach einem mit einem solchen ungarischen Verbrecher-Büroleiter geführten Telephongespräch - denke träumend an die Einwände der Deutschen.

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