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Künstlersozialkasse
Thread poster: Harry Bornemann

Harry Bornemann  Identity Verified
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Apr 23, 2003

Hallo Kollegen,



falls es jemand noch nicht weiß:



Als freiberuflicher Übersetzer kann man die Hälfte der Kranken- und Rentenversicherung von der Künstlersozialkasse bezahlen lassen



http://www.kuenstlersozialkasse.de



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Annette Scheler  Identity Verified
Germany
Local time: 15:40
Member (2008)
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Ach wirklich? Apr 23, 2003

Mir wurde gesagt, das gelte nur für Übersetzer, die künstlerisch im Bereich Wort tätig sind, also Literaturübersetzer, Übersetzer von Filmuntertiteln etc. Kann man jetzt auch als Übersetzer von juristischen und wirtschaftlichen Texten in die KSK? Das wäre ja toll...

Hat das jemand von euch geschafft und kann mir eine Strategie empfehlen, eine künstlerische Tätigkeit zu belegen? Und gilt das auch, wenn man sich mit anderen Übersetzern in einer Gesellschaft zusammengeschlossen hat?



Nette


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Sonja Tomaskovic  Identity Verified
Germany
Local time: 15:40
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Beitrag zur KSV Apr 23, 2003

Hallo Harry,



da Du Dich mit dem Thema ja scheinbar auskennst, kannst Du mir sagen, wie hoch der Mitgliedsbeitrag ist, den man zusätzlich entrichten muss?



Die KSV spricht hier nur von einem Beitrag, der den Einnahmen angepasst wird, gibt aber keinen Anhaltspunkt dafür, wie hoch der ist.



Gruß,



Sonja


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Harry Bornemann  Identity Verified
Mexico
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TOPIC STARTER
weitere Einzelheiten Apr 23, 2003

Nette:

Es richtet sich nicht danach, welche Inhalte man übersetzt (siehe Bestimmungen).

Und es macht auch nichts, wenn man sich in einer Gesellschaft (welcher Art auch immer) zusammengeschlossen hat. Entscheidend ist, dass man keinen Vertrag haben darf, der dem Arbeitsrecht unterliegt. Und dass man seine freiberufliche Übersetzertätigkeit z.B. mit Hilfe von bezahlten Ausgangsrechnungen nachweisen kann. (In den ersten 3 Jahren braucht man nur sehr wenig zu verdienen, um anerkannt zu werden.)



Sonja:

Für die KSK zahlt man keinen zusätzlichen Beitrag, da sie eine staatliche Leistung darstellt. Es ist nur formell so geregelt, dass man die Beiträge, die man sonst an Kranken- und Rentenkasse überweist, stattdessen ungefähr in halber Höhe an die KSK überweist.



Ungefähre Werte der Beitragshöhe bei Versicherungen:

Krankenversicherung EUR 3000/Jahr

Rentenversicherung 2000-4000/Jahr (19,5% vom Einkommen)

(Also insgesamt ca. 3000/Jahr wenn die KSK die Hälfte übernimmt.)



Noch ein Hinweis: obwohl man Freiberufler bleibt, sollte man wie ein Arbeitnehmer bei einer gesetzlichen Kasse versichert sein, um den maximalen Zuschuss zu bekommen. Wie dieses Paradox zu lösen ist, steht in den Info-Seiten bei der KSK. (Dazu gehört das Paradox der \"Mitgliedsbescheinigung für Nicht-Versicherte\".)



Und hier kommt der einzige Haken: wenn man sich nicht versichert und die Ärzte direkt bezahlt, kann man als \"Mittelgesunder\" mit 300 EUR/Jahr für Krankheiten davonkommen. (Bei mir war es bisher noch viel weniger.)



Aber je älter man wird, desto häufiger und teurer werden Krankheiten. Und auch als junger Mensch müsste man wenigstens für einen gelegentlichen Beinbruch sparen. (Den schätze ich auf 10000 EUR.)



Falls jemand genauere Krankheitskosten kennt, wäre ich für einen Hinweis dankbar.



Also Hals- und Beinbruch,



Harry



Charlotte:

Ich weiß nicht mehr wo genau, aber ich habe bei der KSK gelesen, dass sie zwischen Übersetzern und Dolmetschern unterscheidet.

(Was man ja nicht von jedem Laien erwarten kann.)

[ This Message was edited by: Harry_B on 2003-04-23 23:53]


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Charlotte Blank  Identity Verified
Local time: 15:40
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KSK? Jein! Apr 23, 2003

Schön wär\'s ja, aber folgendes habe ich gerade auf der Homepage der KSK gelesen:



Selbständige Künstler und Publizisten werden nicht nach dem KSVG kranken- und pflegeversichert, wenn sie...



eine andere nichtkünstlerische oder nichtpublizistische Tätigkeit (z. B. als Rechtsanwalt, Arzt, Gastwirt, Tanzlehrer für Gesellschaftstanz, Dolmetscher), in mehr als geringfügigem Umfange (§ 8 SGB IV) erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausüben.



Gelten Übersetzer auch als Dolmetscher?



Und außerdem werden nur Personen aufgenommen, die \"überwiegend im Inland tätig sind\", damit scheiden alle aus, die zwar eine Adresse in Deutschland haben, aber nicht dort wohnen (so wie ich, in diesem Fall leider). Wobei das schwer nachzuprüfen sein dürfte...


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Sonja Tomaskovic  Identity Verified
Germany
Local time: 15:40
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Rentenversicherungspflicht Apr 24, 2003

Hallo,



ich habe mich da nochmal schlau gemacht und soweit ich das sehe, kommt man bei diesem Modell (im Normalfall) um die Rentenversicherung nicht rum.



Versichert man sich nicht über die KSV, kann man sich immer noch bei einer gesetzlichen Krankenkasse (natürlich auch privat) versichern, mit einem ermäßigten Beitragssatz von teilweise 11,2 %. (Bei privater KV ist u.U. auch weniger drin.) Allerdings hat man dann natürlich keinen Anspruch auf Krankengeld ab dem 43. Tag.



Andererseits spart man sich damit die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, die beim KSV-Modell um die 9 % liegen.



Gruß,



Sonja


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Egon
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Rentenversicherungspflicht Apr 24, 2003

Quote:


...

Andererseits spart man sich damit die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, die beim KSV-Modell um die 9 % liegen.

...




Vorsicht, wenn man sich krankenversichert, muss man auch Rentenbeiträge zahlen. Die Rentenkasse meldet sich dann Anfang nächsten Jahres und fordert die Beiträge rückwirkend.

Die Informationen bekommt sie von der Krankenkasse, die ja normalerweise auch für den Einzug der Rentenbeiträge zuständig ist.

(Das weiß ich von schwer getroffenen Kollegen; obwohl die Krankenkassen-Verkäuferin per E-Mail etwas anderes behauptet.)



Wenn man sich nicht krankenversichert, ist man theoretisch (nach Sozialgesetzbuch) ebenso rentenversicherungspflichtig, und wird nur aus verwaltungstechnischen Gründen nicht verfolgt..



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Alison Schwitzgebel
France
Local time: 15:40
Member (2002)
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Das kleingedrückte muß man auch lesen.... Apr 25, 2003

\"So ist beispielsweise der Übersetzer als Publizist genannt (z.B. von belletristischen Werken oder für Rundfunk- oder Fernsehtexte). Da Übersetzungen von Urkunden, Verträgen, Handelsbriefen etc. natürgemäß keine publizistischen Übersetzungen darstellen und damit keine Versicherungspflicht nach dem KSVG begründen, ist eine ausführliche Tatigkeitsbeschreibung hier erforderlich\".....





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Claudia Krysztofiak  Identity Verified
Germany
Local time: 15:40
English to German
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Publizisten Apr 25, 2003

Die KSK versichert diejenigen Übersetzer, deren Arbeit hauptsächlich im Übersetzen von für die breite Öffentlichkeit gedachten Texten, also Bücher, Zeitschriftenartikel in gängigen Zeitschriften etc. Soweit ich weiß, scheiden damit gerichtliche Texte, Inhouse-Unterlagen und Korrespondenz aus.

Allerdings verlangt die KSK keine Ausschließlichkeit für die Tätigkeit sondern nur einen prozentual höheren Anteil (wie hoch weiß ich nicht). Das Gewicht soll \"deutlich\" auf der publizistischen Tätigkeit (nennt man das so?) liegen.

Das charmante daran ist, dass man nur die Hälfte seiner Beiträge selbst bezahlt,so dass auch die Rentenversicherung wieder interessant sein kann.

Eine generelle Sozialversicherungspflicht für Freiberufler ist mir neu, was aber stimmt, ist dass z.B. alle Freiberufler der Sparte Trainer/Dozenten in die Pflicht gezwungen wurden, egal ob sie kassenversichert sind oder nicht. Wie immer gilt: Fragen kostet nicht viel

Schaut einfach nach unter http://www.kuenstlersozialkasse.de



Beste Grüße und viel Erfolg

Claudia



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OlafK
United Kingdom
Local time: 14:40
English to German
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Wer bezahlt den Rest der Beiträge? Apr 25, 2003

20% der Beiträge werden ja von denen bezahlt, die die Dienste von Künstlern und Publizisten in Anspruch nehmen, z.B. von Verlagen und Werbeagenturen. Wenn immer mehr Übersetzer in die KSK strömen, werden wohl auch Übersetzungsbüros und Outsourcer zur Zahlung herangezogen werden. Oder passiert das vielleicht schon?

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Kimmo Kiimalainen
German to Finnish
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Und technische Übersetzer? Apr 29, 2003

Die KSK akzeptiert keine Übersetzer, die eine nichtkünstlerische Tätigkeit ausüben. Daher war diese Möglichkeit zumindest früher ausgeschlossen. Oder hat dies sich inzwischen verändert?



Gruß Kimmo





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urst  Identity Verified
Spain
Local time: 15:40
German to Spanish
+ ...
Zitat KSK May 7, 2003

Aus einem Schreiben der KSK (APril 2003): Wir weisen darauf hin, dass Übersetzer von Gutachten, Handelsbriefen, Bedienungsanleitungen, Korrespondenz und Urkunden nicht zu den publizistischen Tätigkeiten (sic), die eine Versicherungspflicht nach dem KSVG begründen, gehören.\"



Redaktionelle/publizistische Tätigkeit ist ein Muss, gewissermassen, um zu diesem erlauchten Kreis zu gehören.



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Sonja Tomaskovic  Identity Verified
Germany
Local time: 15:40
English to German
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Was man tun muss May 8, 2003

Hallo,



weil ich endlich mal eine gültige Aussage haben wollte bezügl. meines eigenen Status, habe ich die KSK direkt angeschrieben und heute folgende email erhalten:



\"..zu Ihrer Anfrage ist eine grundsätzliche Aussage leider nicht möglich, da

> gerade bei Übersetzern immer eine konkrete Tätigkeitsbeschreibung ( mit

> Verträgen der Auftraggebern / und Beschreibung der beauftragten Leistung )

> notwendig ist.

>

> Zur Info:

>

> Die Urteile des LSG Bayern vom 16.03.1995 (L 4 Kr 74/92) und des LSG

> Niedersachsen vom 24.05.1995 (L 4 Kr 93/93) haben einige grundlegende

> Maßstäbe für die Prüfung der Publizisteneigenschaft eines Übersetzers

> festgelegt. Danach sind für die versicherungsrechtliche Beurteilung einer

> solchen Tätigkeit immer die Einzelfallumstände maßgeblich, da es sich bei

> dem Beruf des Übersetzes um einen sogenannten \"Grenzberuf\" handelt, der

> nicht in den Kernbereich der Publizistik fällt.

>

>

> Die Beurteilung der Versicherungspflicht zum KSVG kann folglich erst nach

> Eingang des Fragebogens und der erforderlichen Unterlagen erfolgen. \"



Gruß,



Sonja


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