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Preise für Wiederholungen bei Trados
Thread poster: Helena Diaz del Real

Helena Diaz del Real  Identity Verified
Germany
Local time: 06:27
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Sep 27, 2008

Hallo prozianerInnen! ;o))

Jeder von uns hat einen bestimmten festgelegten Preis, für den er übersetzt. Und viele von uns arbeiten mit Trados (ich mit Freelance 7).

Bei dieser häufig vorkommenden Kombination passiert oft, daß der Kunde nicht der Preis wissen will, sondern die Preisnachlässe, die man ihn gewährt. So z.B. Übersetzer A will 0,09 EUR pro Wort. Und dann kommt die Agentur und sagt: "Und welchen Rabatt machen Sie bei 20% Wiederholungen? Und bei 40 und 100%?" Das ist gut, legitim und alles, aber A will vermutlich weiterhin auf den o.g. Preis im durchschnitt kommen. Und durch diese Nachlässe, am Schluß tatsächlich für die Hälfte arbeiten! (Uff! Ich weiß nicht ob es klar ist was ich meine...)

Jedenfalls habe ich gehört, daß es Excel-Tabellen gibt, die diesen Preis automatisch berechnet und zwar passt sich an die Wortzahl der jeweligen Text und die jeweiligen Wiederholungen an, um eben an den gewünschten Wortpreis zu kommen.

Also, in etwa:

Zahl der 20% Wiederholungen: 256
Zahl der 60% Wiederholungen: 128
Zahl der 100% Wiederholungen: 580

Dann gebe ich meinen pauschal Preis (z.B. eben 0,09 EUR/Wort) an und mit einem Klick zeigt mir Excel wieviel ich für die jeweiligen Wiederholungen verlangen muß, um auf diesen Preis zu kommen.

Wie komme ich an solche Tabellen? Gibt es jemand die welche hat? Und ggbflls, für welchen "Pro-Wort"-Preis?

Vielen Dank für Eure Antworten und Mühe,
Helena

[Subject edited by staff or moderator 2008-09-28 16:58]


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Vito Smolej
Germany
Local time: 06:27
Member (2004)
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Meine Erfahrung Sep 27, 2008

Ich verstehe diese Welt wie folgt: wenn man einen Preis nennt (zB 0,09/Wort) wird es darunter immer der Preis für die no-matches verstanden (dh 100%, "ohne-Nachlass" Preis).

Also was sich dann im normalen Fall ändert, ist nicht der Preis/pro Wort, sondern die effektive Zahl der Wörter: im Sinne, wären alle no-matches, wieviele wären's dann?

Beispiel:

Match Types Segments Words weight Equiv. W
Context TM 0 0 15 0
Repetitions 386 2,266 15 339,9
100% 999 4,324 15 648,6
95% - 99% 50 354 30 106,2
85% - 94% 82 748 60 448,8
75% - 84% 60 406 60 243.6
50% - 74% 18 129 100 129,0
No Match 693 4,372 100 4372
Total 2,288 12,599 100 6288,1

es handelt sich insgesamt um 12,599, es sind aber effektiv nur 6288 Wörter. Weil in diesem Preis-schema zB eine Repetition nur 15% von No-Match mich und dann den Kunden kostet.

Man muß als erstes entscheiden, wieviel pro Stunde verdient wird. Dazu kommt als nächstes die Frage, wieviele (no-match, 100%, Referenz-) Wörter man pro Stunde schafft. Daraus ergibt sich dann der Preis pro Wort: zB 50E pro Stunde und 500 Wörter pro Stunde ergeben 10c pro Wort (Achtung, Modelrechnung!)

Die Preisgestaltung (zB "wieviel braucht man für Repetitions") ist in dem Zusammenhang zweiträngig. In manchen Fällen kann man zB 0% für die Repetitions verlangen, weil TM ganz iO ist. Und manchmal müsste es 200% sein (seufz) weil TM grottenschlecht ist.



[Edited at 2008-09-27 21:42]


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Heinrich Pesch  Identity Verified
Finland
Local time: 07:27
Member (2003)
Finnish to German
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Höherer Wortpreis Sep 28, 2008

Wenn Kunde A die Übersetzung von 1000 Wörtern zu 100 % (ohne Abzüge) bezahlt, kriegst du 90 Euro aufs Konto. Wenn Kunde B für den selben Text, der 20 % Wiederholungen enthält, nur 80 % bezahlen will, kriegst du beim gleichen Wortpreis nur 72 Euro aufs Konto. Um für deine Arbeit bei Kunde B das angemessene Einkommen zu erzielen, musst du als Wortpreis 90/800 = 0,1125 berechnen.
Leider musst du allerdings in den meisten Fällen für Kunden B einen festen Wortpreis vereinbaren. Je mehr Wiederholungen im Text sind, desto billiger wird dann deine Arbeit für Kunde B.
Wir sollten also bei Trados-Kunden von vornherein einen höheren Wortpreis fordern als für Kunden, die selbst dafür Sorge tragen, dass nur die wirklich neu zu übersetzenden Teile an den Übersetzer geliefert werden, indem bekannte Sätze und Wiederholungen extra gekennzeichnet sind.

Die Abzüge auf Basis der Trados-Analyse sind es, was diese Software bei Agenturen so beliebt gemacht hat, bestimmt nicht die Qualität der Software.

Gruß
Heinrich


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Helena Diaz del Real  Identity Verified
Germany
Local time: 06:27
Member (2005)
German to Spanish
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TOPIC STARTER
Ich bin ganz Eurer Meinung! Sep 28, 2008

Hallo!
Vito und Heinrich, erstmal Euch zwei vielen Dank für Eure sehr zutreffende Antworten!

Wie gesagt, ich finde Ihr beide habt vollkommen Recht und bei mir ist es genauso.

Nur in der Tat, wenn ich sage ich verlange 0,09 EUR pro Wort, gehen die Büros von den "No matches" aus. Die Wiederholungen werden entsprechend berücksichtigt und schlechter bezahlt. Das, wie Heinrich so toll sagte, ist das was den Büros die Software so beliebt macht. Denn, Wiederholungen hin oder her, am Schluß stehe ich 5 Std. vor einer Übersetzung und kriege ich im Durchschnitt 0,03 EUR pro Wort.

Wie jemand mir mal sehr treffend sagte (und der kommt ganz, ganz sicher nicht aus der Übersetzerbranche): "Es ist als ob einen Bauer, der erstmal nur mit seinen Händen und einen Spaten arbeitet, dafür bestraft wird, daß er sich einen Traktor kauft, denn jetzt wo er schneller und efizienter arbeiten kann, braucht er nicht so viel Kraft und Zeit und kann, demzufolge, günstiger auf seinen Feld" Toll!!

Also und um das zu umgehen, gib es im Umlauf Excel-Tabellen, die sagen: A will z.B. 0,09 EUR pro Wort. IM DURCHSCHNITT. Also für den 2386 No matches muß er XY verlangen; für die 755 20% Wiederholungen muß er YX bekommen; für 100% Wiederholungen, AB pro Wort verlangen. Genau diese Tabelle ist wonach ich suche.

Also nochmals Dankschön und einen lieben Gruß aus dem verkaufsoffenen und mal ausnahmsweise sonnigen Nürnberg,
Helena


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Niels Stephan  Identity Verified
Germany
Local time: 06:27
Member (2009)
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Tieferer Sinn? Sep 28, 2008

Hallo,


die Tabelle hab ich auch nicht, aber imo wird sie eh nix bringen. Normalerweise fragt der Kunde ja nach dem Wortpreis. Wenn der feststeht, kommt normalerweise die Frage nach dem Rabatt.
(So erleb ich das zumindest immer.)
Wenn man dann nach hinein den Wortpreis erhöhen will, wird der Kunde sicher streiken. Bzw. letzten Endes beißt sich ja die Kuh in den Schwanz:
Prinzipiell willst ja mit der Tabelle bewirken, dass du trotz Rabatten den alten Wortpreis erhältst. Ist es dann nicht einfacher, gleich zu sagen "9 Cent, keine Rabatte"?


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KSL Berlin  Identity Verified
Portugal
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"Zielpreisverteidigungstool" Sep 28, 2008

Um diese Frage der Preisanpassung zu beantworten, habe ich eine Excel-Tabelle zu diesem Zweck gestaltet, in der man

- die vorgeschlagene Trados-Staffelung der Agentur,
- den "Zielwortpreis" (ohne Berücksichtigung irgendwelcher Staffelungen),
- und eine alternative Staffelung zum Vergleich

angeben kann. Der neue Wortpreis für das gleiche Gesamtpreisergebnis wird automatisch berechnet.

Die Datei ist auf dem "How To" Reiter meines Profils bzw. hier erhältlich. Viel Spaß damit.


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Christel Zipfel  Identity Verified
Italy
Member (2004)
Italian to German
+ ...
Ein dreifaches Bravo, Kevin! Sep 28, 2008

Kevin Lossner wrote:


Um diese Frage der Preisanpassung zu beantworten, habe ich eine Excel-Tabelle zu diesem Zweck gestaltet, in der man

- die vorgeschlagene Trados-Staffelung der Agentur,
- den "Zielwortpreis" (ohne Berücksichtigung irgendwelcher Staffelungen),
- und eine alternative Staffelung zum Vergleich

angeben kann. Der neue Wortpreis für das gleiche Gesamtpreisergebnis wird automatisch berechnet.



Sowas habe ich auch schon lange gesucht! Zwar arbeite ich bis jetzt rigoros immer ohne Staffelungen (und werde auch nach Zieltextvolumen bezahlt, also deshalb keine Wortpreise) , aber ich hätte nicht gewußt, was ich als Preis angeben sollte, hätte eine Agentur doch mal auf irgendwelchen Staffelungen bestanden.

Was mich über alle Maßen erstaunt hat: unter Beibehaltung der vorgegebenen Wortzählung verdoppelt sich der Wortpreis mit Staffelung nahezu. Ich hätte so auf höchstens 30 - 40% getippt....
Oder, andersherum gesagt, mit Staffelungen ist der effektive Wortpreis nur etwa halb so hoch. Wahnsinn, wenn man bedenkt, wie viele Jobs auch hier zu 5 cent oder wenig mehr (oder auch noch weniger) samt Staffelungen gehandelt werden!


[Bearbeitet am 2008-09-28 17:36]


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KSL Berlin  Identity Verified
Portugal
Local time: 05:27
Member (2003)
German to English
+ ...
Das ist natürlich unterschiedlich Sep 28, 2008

Christel Zipfel wrote:
Was mich über alle Maßen erstaunt hat: unter Beibehaltung der vorgegebenen Wortzählung verdoppelt sich der Wortpreis mit Staffelung nahezu. Ich hätte so auf höchstens 30 - 40% getippt....
Oder, andersherum gesagt, mit Staffelungen ist der effektive Wortpreis nur etwa halb so hoch. Wahnsinn!


Das kommt wirklich auf den Einzelfall an, aber mit diesem Rechner kann man das eben prüfen.

In letzter Zeit neige ich dazu, so mit Staffelungen zu verfahren: ich habe nichts dagegen, für eigentliche Wiederholungen (keine Matches) einen Preisnachlass zu geben, berechne aber mindestens 30% des Basissatzes, weil ich ausgerechnet habe, dass es mit Zeitaufwand bei Korrekturlesen, usw. etwa so stimmt. Wer weniger zahlen will, kann seinen Auftrag in 'ner Pfeife rauchen. Bei der minderwertigen Qualität mancher TMs sehe ich auch nicht ein, Rabatte zu geben - höchstens für Material, das ich oder wenige andere vertraute Übersetzer erzeugt haben. Alles andere lohnt sich wirklich nicht.

Ich würde das Tool so benutzen: erstmal den "angepassten" Wortpreis bestimmen und eventuell danach darüber nachdenken, wie man mit einer alternativen Staffelung arbeiten will - z.B. 40% für Wiederholungen, keine sonstigen Rabatte, oder 30% für Wiederholungen + 50% für 100%-ige Matches, usw. und dann mit dem Wortpreis "fummeln" bis man auf eine eventuell erfolgreiche Nummer fürs Angebot kommt. Der Vergleich zu den beiden "Extremen" liegt dabei immer vor Augen.


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Vittorio Ferretti  Identity Verified
Local time: 06:27
English to German
+ ...
Festpreispolitik Sep 28, 2008

Ich empfehle zwei Alternativen:
A) einen "mittleren Wortpreis einschließlich Wiederholungen" anzubieten
oder
B) einen Pauschalpreis "für die ungefähre Anzahl der genannten Wortzahl plus minus 10 %" anzubieten.

Diese Erbsenzählerei mit Trados-Wiederholungswörtern kann uns kaputt machen. Wenn uns die ganzen Füllwörter abrechnet werden (der, die. das, die, die, ein, sie, es, sie, er .... hat, muss, soll, in, aus, über, durch, mit, aßer, sondern, jeder, jede, jedes, und. oder, mit, durch, jedoch, aber, ...---) werden wir weit unter Mindestlohn landen.

Dass Füllwörter keinen Aufwand für den Übersetzer bedeuten, ist eine Milchmädchenrechnung (wie Kevin Lossner beriets sagte):
* man muss den Drucker genauso zweimal dafür verschleißen
* man muss die Bürokosten (einschließlich IT-Kosten), den Computer und die Betriebs-SW genau so damit bezahlen können
* man muss dafür genau so anteilig Trados-Software bezahlen
* man muss prüfen, ob es sich tatsächlich um eine Wiederholung handelt
* man muss sie genau so tippen oder auf einen Knopf dücken
* man muss auch Wiederholungswörter Korrektur lesen

Wenn uns nur noch die reine neue Terminologie bezahlt wird, müssen wir mehr als ein Zehnfaches (mehrere Euro pro Wort) verlangen, um auf 20 Euro / Stunde Brutto zu kommen.


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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
Local time: 06:27
English to German
+ ...
Der Vergleich hinkt Sep 28, 2008

Helena,
aus meiner Sicht fehlt ein wirklich relevanter Faktor in der ganzen Diskussion. Der erzielte Preis pro Wort - ob mit oder ohne Gewichtung - ist nur ein Maß; entscheidend ist der erzielte Ertrag pro Zeiteinheit (z.B. Euro pro Stunde).


Nur in der Tat, wenn ich sage ich verlange 0,09 EUR pro Wort, gehen die Büros von den "No matches" aus. Die Wiederholungen werden entsprechend berücksichtigt und schlechter bezahlt. Das, wie Heinrich so toll sagte, ist das was den Büros die Software so beliebt macht. Denn, Wiederholungen hin oder her, am Schluß stehe ich 5 Std. vor einer Übersetzung und kriege ich im Durchschnitt 0,03 EUR pro Wort.

Heißt das, dass Du für einen wiederholten Satz den gleichen Zeitaufwand hast wie für eine Neuübersetzung? Kann ich mir kaum vorstellen.

Wie jemand mir mal sehr treffend sagte (und der kommt ganz, ganz sicher nicht aus der Übersetzerbranche): "Es ist als ob einen Bauer, der erstmal nur mit seinen Händen und einen Spaten arbeitet, dafür bestraft wird, daß er sich einen Traktor kauft, denn jetzt wo er schneller und efizienter arbeiten kann, braucht er nicht so viel Kraft und Zeit und kann, demzufolge, günstiger auf seinen Feld" Toll!!

Völlig falsch verstanden.

Natürlich musst Du die Abschreibung der verwendeten Software in Deiner Preiskalkulation berücksichtigen (das gilt für CAT-Tools wie auch für Windows, Office, etc.) - das dürfte bei 9 Cent schon eng werden (Abschreibung für Hardware, sonstige Kosten, Altersvorsorge, etc. etc. kommt ja auch noch hinzu). Denn bei 400 Wörtern pro Stunde kommst Du mit 9 Cent auf gerade mal 36 Euro - da liegt mein Elektriker drüber.

Der Ansatz, prozentuale Gewichtungen als "Rabatt" aufzufassen, ist aus meiner Sicht ebenso falsch: Genau wie der Preis pro Wort ein Ansatz ist, den Aufwand messbar zu machen (letzten Endes müsste man ja pro Stunde abrechnen), sind auch Gewichtungen nach Analyse gegen ein Referenz-TM ein Ansatz, den für die Übersetzung erforderlichen Aufwand zu messen. Dabei unterstelle ich ein qualitätsgesichertes TM (was durchaus nicht bei allen Auftraggebern realistisch ist, ich weiß).

Über eine Gewichtung gibst Du einen Teil des Effizienzgewinns weiter - aber eben nicht alles. Insofern ist eine Nichtgewichtung (0 %) für Wiederholungen (oder sogar für 100 %-Matches) blanker Unsinn, denn auch die verursachen Aufwand. Aber eben weniger als 100 % (=Neuübersetzung) - wie viel weniger, musst Du Dir letzten Endes selbst beantworten. Wenn Du im Durchschnitt bei Wiederholungen die fünffache Wortzahl pro Stunde bearbeiten kannst (= 20 % Aufwand), aber eine Gewichtung von 30 % aushandelst, hast Du Deinen Ertrag optimiert:

2.000 Wörter x EUR 0,09 x 30 % = EUR 54

Wenn Du aber nur die 2 1/2-fache Wortzahl schaffst (z.B. weil die Qualität des gelieferten TM nicht stimmt), ist die Gewichtung von 30 % zu niedrig.

Nach meinem Eindruck ließe sich die Diskussion mit etwas kaufmännischer Mathematik erheblich versachlichen. Letzten Endes sind Wort- bzw. Zeilenpreise wie auch Gewichtungen Verhandlungssache - und vielen scheint schlicht der Mut zu fehlen, auch mal "nein" zu sagen.

Schönen Sonntag Abend noch!

LG Ralf


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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
Local time: 06:27
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Trados analysiert auf Satzebene Sep 28, 2008

Vittorio,

Diese Erbsenzählerei mit Trados-Wiederholungswörtern kann uns kaputt machen. Wenn uns die ganzen Füllwörter abrechnet werden (der, die. das, die, die, ein, sie, es, sie, er .... hat, muss, soll, in, aus, über, durch, mit, aßer, sondern, jeder, jede, jedes, und. oder, mit, durch, jedoch, aber, ...---) werden wir weit unter Mindestlohn landen.

Kann es sein, dass hier ein Denkfehler drin steckt? Eine Trados-Analyse läuft auf Segmentebene (und damit meistens auf Satzebene) - damit sind Füllwörter an sich irrelevant. Oder?

Dass Füllwörter keinen Aufwand für den Übersetzer bedeuten, ist eine Milchmädchenrechnung (wie Kevin Lossner beriets sagte):
* man muss den Drucker genauso zweimal dafür verschleißen
* man muss die Bürokosten (einschließlich IT-Kosten), den Computer und die Betriebs-SW genau so damit bezahlen können
* man muss dafür genau so anteilig Trados-Software bezahlen
* man muss prüfen, ob es sich tatsächlich um eine Wiederholung handelt
* man muss sie genau so tippen oder auf einen Knopf dücken
* man muss auch Wiederholungswörter Korrektur lesen

Ersetze "Füllwörter" mit "Segmentwiederholungen", und das passt.

Gruß Ralf


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KSL Berlin  Identity Verified
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kaufmännische Mathematik Sep 28, 2008

Ralf Lemster wrote:
aus meiner Sicht fehlt ein wirklich relevanter Faktor in der ganzen Diskussion... entscheidend ist der erzielte Ertrag pro Zeiteinheit (z.B. Euro pro Stunde).
... Wenn Du im Durchschnitt bei Wiederholungen die fünffache Wortzahl pro Stunde bearbeiten kannst (= 20 % Aufwand), aber eine Gewichtung von 30 % aushandelst, hast Du Deinen Ertrag optimiert... Wenn Du aber nur die 2 1/2-fache Wortzahl schaffst ... ist die Gewichtung von 30% zu niedrig.

Nach meinem Eindruck ließe sich die Diskussion mit etwas kaufmännischer Mathematik erheblich versachlichen. Letzten Endes sind Wort- bzw. Zeilenpreise wie auch Gewichtungen Verhandlungssache - und vielen scheint schlicht der Mut zu fehlen, auch mal "nein" zu sagen.



Absolut richtig - "nein" ist ein schönes Wort

Abgesehen von dem fehlenden Mut zur Verhandlung ist aber m.E. auch das Problem, dass manche Leute wirklich nicht wissen, wie (in)effizient sie arbeiten. Bis man das quantitativ im Griff hat, ist es sehr nützlich, die entsprechenden Daten zu Bearbeitungszeiten für Projekte zu kompilieren, damit man auch sicher solche Berechnungen wie in Deinem Beispiel machen kann. Ansonst ist das nur ein Ratespiel. Aber bei ständiger Kontrolle der Stundenverdienste (kann man z.B. mit meinem Vergleichsrechner für Wort-/Zeilen/Seitenpreise machen) kriegt man ziemlich schnell mit, ob die Staffelung womit man arbeitet auch sinnvoll ist, ohne dass man sehr genau die Effizienz bei jeder Fuzzy-Stufe berechnet.


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Textklick  Identity Verified
Local time: 05:27
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Danke! Sep 28, 2008

Ralf Lemster schrieb:

Nach meinem Eindruck ließe sich die Diskussion mit etwas kaufmännischer Mathematik erheblich versachlichen. Letzten Endes sind Wort- bzw. Zeilenpreise wie auch Gewichtungen Verhandlungssache - und vielen scheint schlicht der Mut zu fehlen, auch mal "nein" zu sagen.



Bravo Ralf!

Du hast mir das reintippen dieses Gedankens gespart!

Mein Einverständnis damit ist auch keineswegs bedingt, sondern ein '100%iger Mätsch'.

LG

Chris


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Christel Zipfel  Identity Verified
Italy
Member (2004)
Italian to German
+ ...
Klar pro Zeiteinheit Sep 28, 2008

Ralf Lemster wrote:

Helena,
aus meiner Sicht fehlt ein wirklich relevanter Faktor in der ganzen Diskussion. Der erzielte Preis pro Wort - ob mit oder ohne Gewichtung - ist nur ein Maß; entscheidend ist der erzielte Ertrag pro Zeiteinheit (z.B. Euro pro Stunde).



Ich glaube nicht, daß er fehlt, denn jeder weiß, wieviel Wörter/Zeilen/NS oder was auch immer er pro Stunde im Durchschnitt schafft. Wenn wir hier von Wörtern ausgehen, ist es doch nur, um einen gemeinsamen Nenner zu finden, und jeder kann dann für sich zu eigenen Schlußfolgerungen kommen. Die Umrechnung dürfte ja kein Problem darstellen.

Das Problem war eben, daß jemand, der einen Preis pro Wort/Zeile usw. ohne Staffelungen verlangt, gerne wissen möchte, wie er das gleiche Ergebnis mit Staffelungen erzielt. Daß das im Endeffekt pro Zeiteinzeit gilt, ist doch selbstverständlich. Oder verstehe ich hier was falsch?


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Jerzy Czopik  Identity Verified
Germany
Local time: 06:27
Member (2003)
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Fallbezogen Sep 28, 2008

Diese Diskussion hatten wir schon öfters, in dieser oder einer sehr ähnlichen Form, auch während der letzten deutschen ProZ-Konferenz in Dortmund.
Wie immer kommt es schließlich darauf an, was auf meinem Konto am Monatsende steht. Dabei spielt der Wortpreis und bedingt eine Rolle. Ich stimme Ralf uneingeschränkt zu - das ist die Frage der Basiskalkulation. Wie auch immer sie aufgestellt wird, muss sie dazu führen, dass ich am Monatsende auf meinem Konto die Summe erhalte, die mir mein Leben sicherstellt. Und zwar nicht nur auf der Kostenseite, sondern auch auf der Sonnenseite des Lebens. Und sei es der Maybach, den ich mir erträumt habe - wenn das mein Ziel ist, muss das Konto dementsprechend prall gefüllt werden, damit der Maybach auch noch locker zum nächsten Italiener für ein nettes Dinner zu Zweit (oder auch mehr) bewegt werden kann und auch für die CDs für die Unterhaltung während der Fahrt oder die Musical-Karten noch was übrig bleibt (natürlich vorausgesetzt, für alles andere wurde bereits gesorgt). Ich weiß, dass ist sehr vereinfachend gesagt, aber doch eigentlich zutreffend.
Beim Verkauf unserer Leistungen (denn nichts anderes tun wir) müssen wir uns genau so verhalten, wie Vodafone, die Telekom oder sonstige Firmen - ein Gewinn muss her. Und so gelten für uns Freelancer eigentlich dieselben Marktgesetze, die auch Telekom zu spüren hat.
Deswegen müssen wir so verkaufen, dass die Kunden in Scharen zu uns kommen und nicht weglaufen. Will also ein Kunde für Wiederholungen nichts bezahlen, muss ich meine Kalkulation so aufstellen, dass der "Rest" es ermöglicht, dem Wunsch des Kunden zu entsprechen. Wahrscheinlich wird es nicht immer möglich sein, aber ich sage grundsätzlich zu keiner Abrechnungsweise nein, bevor ich sie nicht überpüft habe. So kann es durchaus möglich sein, dass ich bei einem Auftrag mit "zero"-Bezahlung für Wiederholungen und 100%-Matches, aber Vollbezahlung für alles andere, besser verdiene, als bei einem gestaffelten Auftrag. Deswegen beurteile ich dies immer Fallbezogen.
Meistens jedoch verwende ich folgende Staffelung, die ich für sehr fair halte:
Wiederholungen, 100-95% match: 30% des Wortpreises
94-85% match: 60% des Wortpreises
84% match und darunter:100% des Wortpreises.
Wobei dies eigentlich immer darauf basiert, dass das TM von MIR stammt. Bei Fremd-TM würde ich diese Staffelung nur widerwillig anwenden. In solchem Falle wäre meine Antwort: Wiederholungen 30% des Wortpreises, Rest 100%, denn ein Fremd-TM ist einfach Lotterie.


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