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Zeichen der Krise?
Thread poster: Andrej

Andrej  Identity Verified
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Nov 18, 2008

Hallo liebe Kollegen,

hat jemand den Einfluss der Krise bereits gefuehlt? Ich meine eben in unseren Arbeit, nicht allgemein. Ich hatte bisher nur ein Zeichen: Vor einem Monat oder so hat einer meiner Kunden seinen Auftrag storniert und zwar mit dem Hinweis, dass man wegen der Krise etwas sparen moechte. Ist eigentlich kein Problem, ich habe bereits vergessen, wann ich in den letzten 2 bis 3 Monaten gut ausschlafen konnte. Man erwartet aber, dass sich die Krise erst im Fruhling und Sommer in voller Kraft fuellen laesst, man prophezeit finstere Zeiten, sogar in serioesen wirtschaflichen Fachzeitschriften... Was haltet ihr davon und habt ihr was schon gefuehlt/erlebt/gemerkt in die Richting? Ich freue mich auf eure Antworten!

[Edited at 2008-11-18 11:00 GMT]


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Ralf Lemster  Identity Verified
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Deutliche Anzeichen Nov 18, 2008

...noch mehr Arbeit.


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Steffen Walter  Identity Verified
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Null Auswirkungen Nov 18, 2008

Hallo Andrej,

bei mir herrscht "business as usual", und zwar auf stetig höchstem Auslastungsniveau. Ansonsten liegt sicher selbst in der gegenwärtigen Krise eine Chance - es gibt auch Branchen, die profitieren. Man denke nur an Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und Steuerberater, die aufgrund von Umstrukturierungen, Abwicklungen und Fusionen wohl noch mehr als sonst zu tun haben (werden).

Steffen


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Mohammed Abdelhady  Identity Verified
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bei mir nur ein Fall Nov 18, 2008

Hallo zusammen,

bei mir bemerke ich das auch nicht so. Oder sagen wir mal: noch nicht so.
Es gab bei mir nur einen Fall. Ich habe einen Teil übersetzt und der Kunde muss prüfen, ob sie den Gesamtauftrag vergeben sollen oder etwas warten.
ich rechne aber nicht mit Katastrophen oder so. Ich bin der Meinung, dass die Firmen eher mehr exportieren wollen, was uns nur gut tun könnte.

Ich hoffe, dass es nicht zu schlimm sein wird.

Viele Grüße und Glück wünsche ich uns allen

Mohammed Abdelhady
www.verso-text.com


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Aniello Scognamiglio  Identity Verified
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Man sollte zwischen Panikmache und Realität unterscheiden Nov 18, 2008

Hallo allerseits,

es ist zu früh, ein Urteil zu wagen, und vor allem ist alles relativ.
Ob jemand die Auswirkungen der Finanz- bzw. Wirtschaftskrise zu spüren bekommt, hängt von einer Reihe von Faktoren ab (Sprachkombination, Fachgebiet, Kundenstruktur, Preisniveau usw.).

Vielleicht ist alles nur Panikmache. Vielleicht wächst die ganze Sache zu einer anhaltenden Rezession oder Depression aus. Wir wissen es nicht, und selbst die Experten oder Zeitgenossen, die sich für solche halten, wissen es auch nicht. Niemand weiß was die Zukunft bringt (Zwischeneinschub für S. W.: Das sind übrigens "gute Zeiten" für Esoteriker, Kartenleger, Wahrsager usw.). Im Zweifelsfall entscheide ich mich für Optimismus. Ich weigere mich darüber nachzudenken, wie schlecht wir es in einem Jahr haben könnten. Sicherlich gibt es Unternehmen, die Projekte vorübergehend stoppen oder nicht freigeben (habe ich gerade erst gestern erlebt), aber das bedeutet auch, dass Projekte "on hold" irgendwann doch realisiert werden müssen. Im schlimmsten Fall gilt es also eine Durststrecke zu überstehen, bevor der Auftragsstau abgebaut werden muss.

Hüten sollten sich alle Kolleginnen und Kollegen vor Panikmache, die viele, vor allem unseriöse Unternehmen, zum Anlass nehmen werden, um Preisdruck auf Übersetzer auszuüben. Ich spiele da nicht mit! Ihr hoffentlich auch nicht!

Optimistische Grüße!
Aniello


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Dr. Derk von Moock
Greece
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Standhaft bleiben Nov 18, 2008

Ein Kunde hat mit Hinweis auf die Krise eine deutliche Absenkung meiner Preise verlangt. Ich habe das mit dem Hinweis auf die nicht sinkende Qualität der Übersetzung abgelehnt und ihn darauf hingewiesen, dass er wenn es seine Mittel nicht erlauben, ja (vorläufig) auch auf das Projekt (Waren übrigens längst von Behörden genehmigte Gelder) verzichten könne. Selbstverständlich ist es doch zum ursprünglich geplanten Abschluss gekommen. War ein Versuch von ihm und ich denke wir sollten uns da nicht ins Bockshorn jagen lassen und so die Gewinnmarge der "Zwischenhändler" erhöhen.

Derk


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Victor Dewsbery  Identity Verified
Germany
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Antizyklisch Nov 18, 2008

Zumindest in meiner Sprachrichtung (DE-ENG) verhält sich die Nachfrage nach Übersetzungen wenigstens zum Teil antizyklisch (je schechter es der Wirtschaft geht, um so internationaler denken die Firmen). Wie schon Ralf angemerkt hat.

Hinzu kommt bei mir Weiterbildung in meinem Hauptfachgebiet und zielgerichtete Werbung bei Direktkunden. Ich erwarte, dass mein Durchschnittshonorar in den nächsten Monaten etwas anziehen wird (wie auch schon in den vergangenen Monaten und Jahren). Mails mit der Bitte um ein "best price" kommen bei mir eh' schon lange sofort in "Ablage P".


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KSL Berlin  Identity Verified
Portugal
Local time: 00:36
Member (2003)
German to English
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Mit Vollgas weiter.... Nov 18, 2008

Bei uns läuft es wie bei Ralf, Steffen und Victor. Vielleicht ändert sich die Art oder Themendistribution der Aufträge ein bißchen (mehr Insolvenzdokumentation, Bekanntgaben für Entlassungen, usw. anstatt Anstellungsverträge und RFPs), aber das Gesamtvolumen lässt gar nicht nach.

Mit Ausnahme der Software-Industrie scheint Victors Aussage zum antizyklischen Verhalten des Firmenbedarfs in Deutschland für Übersetzungen zu stimmen. In der DMS/CMS/ERP/usw.-Branche ist man während der letzten Wirtschaftsflaute sehr oft aus dem internationalen Geschäft zurückgezogen; ich bin gespannt zu sehen, ob der Markt sich diesmal auch so verhalten wird. Wenn ja, ist's für mich nicht tragisch - es gibt andere schöne Themen.


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Sergio Paris  Identity Verified
Italy
Local time: 01:36
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...nach wie vor... Nov 18, 2008

Hallo zusammen,

Die Finanzmarktkrise hat bei mir im Moment eigentlich keine Spuren hinterlassen; und so ist bis zum Jahresende. Mal sehen, wie sich das kommende Jahr 2009 darstellt.

Frohes Schaffen !!!

Sergio


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Kaiya J. Diannen  Identity Verified
Australia
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Doch was zu merken, aber... Nov 18, 2008

Ich habe doch im letzten Monat weniger Aufträge zum Angebot bekommen, und zwei meiner besten Agenturen-Kunden sagen auch, dass es bei ihnen "sehr ruhig" ist.

Ich habe aber bisher "genug" Arbeit (mal sehen, wie es im November weiter geht), und ob diese Rückgang möglicher Aufträge echt im direkten Zusammenhang mit der Krise steht, kann ich wirklich nicht sagen.

Es gibt für mich mit der Arbeitsmenge im Allgemeinen so oft solche "ups and downs", dass ich seit ewig sage, ich sitze einfach in einer Achterbahn!


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Textklick  Identity Verified
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Plus ça change... Nov 18, 2008

Kevin Lossner wrote:

Bei uns läuft es wie bei Ralf, Steffen und Victor.


Die Thematik wurde auch schon Anfang Okotober im Rahmen eines 'Quick Polls' diskutiert.

http://www.proz.com/forum/poll_discussion/117077-poll:_is_your_business_being_negatively_affected_by_the_current_financial_crisis-page2.html

Bei mir hat sich auch nichts verändert. Ich bin nach wie vor der Meinung daß das Verhältnis Nachfrage vs. Angebot gesund ist.

Dr. Derk von Moock wrote:

Ein Kunde hat mit Hinweis auf die Krise eine deutliche Absenkung meiner Preise verlangt... War ein Versuch von ihm und ich denke wir sollten uns da nicht ins Bockshorn jagen lassen und so die Gewinnmarge der "Zwischenhändler" erhöhen.


Absolut richtig.

Chris

P.S. Hinzu noch diese Meldung von gestern (in EN) über den Standpunkt der größeren LSPs:
http://www.globalwatchtower.com/2008/11/18/lsps-ask-what-crisis/


[Edited at 2008-11-19 08:23 GMT]


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Susana Sancho  Identity Verified
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eine echte Achterbahn Nov 20, 2008

Janet Rubin wrote:

Bei mir sieht es auch so aus. Ich habe auch weniger Aufträge zum Angebot bekommen, und meine Agenturkd. gestehen auch, dass es bei ihnen "sehr ruhig" ist.

Aber wie bei Janet bin ich ja die "ups and downs" gewohnt, aber an die Achterbahn werde ich mich wohl nie gewöhnen. Hauptsächlich wenn ich dann plötzlich 3 Aufträge auf einmal bekommen, und die dann aus Kapazitätisgründen nicht alle übernehmen kann.

Hoffen wir mal das Beste
S.


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KSL Berlin  Identity Verified
Portugal
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Achterbahn? Nov 20, 2008

Susana Sancho wrote:
Aber wie bei Janet bin ich ja die "ups and downs" gewohnt, aber an die Achterbahn werde ich mich wohl nie gewöhnen. Hauptsächlich wenn ich dann plötzlich 3 Aufträge auf einmal bekommen, und die dann aus Kapazitätisgründen nicht alle übernehmen kann.


Diese "Achterbahn" hat wohl wenig mit der wirtschaftlichen Lage allgemein zu tun, eher mit schlechter Verteilung der geschäftlichen Risiken. Das hat z.B. meine Ex-Frau nie begriffen: eine sehr begabte Übersetzerin, die meistens nur die beste Leistung in zwei Sprachrichtungen gebracht hat, die aber gelegentlich auch zu "Boom-Zeiten" in Panik geraten ist, weil die Aufträge manchmal knapp wurden. Ihr Fehler war, dass sie sich auf einen beschränkten Kundenstamm verlassen hat, und dieser Stamm, z.T. auch aus Direktkunden bestehend, war diversen Geschäftzyklen unterworfen, die auch kaum in ihre Planung einbezogen wurden. Mit einem großen, breiten Kundenstamm, am besten international, ist man besser geschützt. Nicht nur die Zahl der Kunden, sondern auch die Verteilung auf Branchen soll berücksichtigt werden. Das habe ich mit der Dot-Com-Flaute vor einigen Jahren schnell gelernt. Während ich keine Handbücher mehr zum Übersetzen bekam, kamen reichlich Anfragen für Übersetzungen von Zeugnissen und Bewerbungen fürs Ausland oder Abfindungsvereinbarungen, Übernahmen, Insolvenzverfahren, usw.

Es ist gar keine schlechte Sache, wegen mangelnder Kapazität "nein" sagen zu müssen. Wichtig ist, dass man es so oft wie möglich tut, am Besten mehrmals am Tag. Wenn dann die schlechten Zeiten kommen und man nur zweimal am Tag ablehnen muß anstatt fünf oder zehnmal, ist das eher ein Segen und man ist trotzdem noch voll beschäftigt.


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Aniello Scognamiglio  Identity Verified
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Wunder gibt es immer wieder Nov 20, 2008

Textklick wrote:

P.S. Hinzu noch diese Meldung von gestern (in EN) über den Standpunkt der größeren LSPs:
http://www.globalwatchtower.com/2008/11/18/lsps-ask-what-crisis/


Klingt ja wirklich super, aber:
Ist es ein Wunder, dass in Krisenzeiten große LSPs von der Situation vieler Übersetzer profitieren (Stichwort "niedrige" Preise)? Das Thema ist viel zu heikel, als dass ich es in der breiten Öffentlichkeit diskutieren möchte. Ich sage auch konsequent "nein", wenn ein LSP meine Dienstleistungen zum Dumping-Preis haben möchte.

Gruß, Aniello


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Textklick  Identity Verified
Local time: 00:36
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Grundsätzliche wirtschaftliche Faktoren Nov 20, 2008

Aniello Scognamiglio wrote:

Textklick wrote:

P.S. Hinzu noch diese Meldung von gestern (in EN) über den Standpunkt der größeren LSPs:
http://www.globalwatchtower.com/2008/11/18/lsps-ask-what-crisis/


Klingt ja wirklich super, aber:
Ist es ein Wunder, dass in Krisenzeiten große LSPs von der Situation vieler Übersetzer profitieren (Stichwort "niedrige" Preise)? Das Thema ist viel zu heikel, als dass ich es in der breiten Öffentlichkeit diskutieren möchte. Ich sage auch konsequent "nein", wenn ein LSP meine Dienstleistungen zum Dumping-Preis haben möchte.

Gruß, Aniello


Ja lassen wir das 'heikle', sonst sehen wir hier kein Ende. Ich berufe mich auf meine Aussage im anderen Thread.

"O.K. - the 'credit squeeze', currency fluctuations and other aspects may affect our personal financial situation*, but not our business.

"Basic economics dictates that the tougher the situation gets, the harder companies have to work to sell their goods and services (I mean our clients - not us!). Ergo - demand from us will increase.

And should anyone dare to ask for reduced rates on the strength of all this, I shall be only too pleased to remind them of *above, and ask them how far back on line they want to stand."

Kevin Loessner wrote:

Diese "Achterbahn" hat wohl wenig mit der wirtschaftlichen Lage allgemein zu tun, eher mit schlechter Verteilung der geschäftlichen Risiken.


Da stimme ich absolut zu.

Gruss
Chris


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