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Frage an Kollegen in der Künstlersozialkasse
Thread poster: Sonja Kroll

Sonja Kroll  Identity Verified
Germany
Local time: 17:55
Member (2008)
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Nov 20, 2008

Hallo zusammen,

dies ist eine Frage an Kollegen, die über die Künstlersozialkasse versichert sind:

Nachdem ich lange dachte, es sei grundsätzlich bestimmt von Vorteil, sich von der KSK einen Positivbescheid einzuholen (als Spieleübersetzerin wollte ich die KSK einfach mal fragen, was sie davon hält), kamen mir in den letzten Tagen unvermutet Zweifel.
Sie wird ja von Unternehmen finanziert, die künstlerische Leistungen in Anspruch nehmen. Eigentlich hat jedes Unternehmen die Pflicht, entsprechende Prozentsätze der gezahlten Künstlerhonorare nochmals an die KSK abzuführen. Das ist unabhängig davon, ob die Künstler, die für das Unternehmen arbeiten, überhaupt über die KSK versichert sind. Insofern ist es für meinen Auftraggeber eigentlich einerlei, ob ich als Übersetzer denn nun tatsächlich bei der KSK bin oder nicht; er schuldet der KSK eben die Prozente der Künstlerhonorare, wenn er welche gezahlt hat (wer Künstler definiert... vermutlich die KSK).
Da der Bund offenbar die Zuschüsse von 20% gestrichen hat, soll die KSK nun recht offensiv geworden sein und vermehrt Unternehmen ansprechen, ob sie denn ihre Gebühren auch zahlen. Und wie man hört, treffen solche Kontaktaufnahmen besonders gerne die Kunden von Antragstellern (http://www.kskforum.de/).
Das will ich meinen Kunden nicht zumuten. Ich habe zwar nur wenige in Deutschland und gehe davon aus, dass die in anderen Ländern mit der KSK nun doch nichts zu tun haben, aber ich will den hiesigen keinen Ärger ins Haus tragen.
Ist man denn verpflichtet, der KSK gegenüber seine Kunden zu identifizieren? Ich hörte von eingeforderten Kontoauszug-Kopien, das ist ja praktisch dasselbe.
Ich kann keine Instanz gebrauchen, die mich gängelt. Dann bleibe ich lieber auf meinen Beiträgen hocken.

Ich wäre dankbar, wenn ihr mir eure Erfahrungen mitteilt; je aktueller, desto besser.

Schöne Hoffentlichbaldfeierabendgrüße
Sonja


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Elke Adams  Identity Verified
Germany
Local time: 17:55
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Kundennennung Nov 20, 2008

Liebe Sonja,
so weit ich weiß, macht der Kunde bei Zahlung an die KSK die Meldung, keineswegs Du! Und es sind doch auch nur Unternehmen verpflichtet, Prozente an die KSK abzuführen, die ihr auch angegliedert sind. Und das ist bei Übersetzungsagenturen in der Regel (zumindest meines Wissens) nicht der Fall.
Ich bin seit 13 Jahren in der KSK. Da ich im Medienbereich zurzeit nur noch für Unternehmen arbeite, die dort nicht MG sind, zahle ich brav zu Jahresende meinen Eigenanteil (bei mir 7 Prozent) des Einkommens dort ein - fertig. Und mache zu Jahresende für das nächste Jahr meine Einkommensschätzung. Das ist schon alles, niemand wird dadurch belästigt,

schöne Grüße,
Elke


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Elke Adams  Identity Verified
Germany
Local time: 17:55
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7 % ... Nov 20, 2008

... sind Unsinn, das habe ich jetzt mit der ARD-Pensionskasse durcheinandergeschmissen, sorry! Aber dennoch, ich zahle jedenfalls den Eigentanteil - und fertig,

schöne Grüße:-),
Elke


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Richard Schneider  Identity Verified
Germany
Local time: 17:55
Member (2007)
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KSK schlimmer als GEZ Nov 20, 2008

Der Streit um die Finanzierung der KSK eskaliert seit März 2007. Damals hatte der Deutsche Bundestag das "3. Gesetz zur Änderung des Künstlersozialversicherungsgesetzes" verabschiedet.

Seitdem versucht die KSK, die Zahl der Anspruchsberechtigten und damit ihre Ausgaben einzudämmen. Die Zahl der Versicherten hat sich seit Gründung der KSK im Jahr 1983 mehr als verzehnfacht - auf jetzt 160.000. Anträge auf Neuaufnahme werden nunmehr sehr restriktiv behandelt. Übersetzer haben praktisch nur noch dann eine Chance, sich über die KSK zu versichern, wenn sie tatsächlich überwiegend Bücher, in der Regel belletristische Literatur, übersetzen.

Gleichzeitig versucht die KSK, ihre Einnahmen zu erhöhen, indem die "Arbeitgeberbeiträge" erstmals systematisch eingetrieben werden. Die kleine KSK mit ihren 180 Mitarbeitern kann diese Arbeit nicht leisten. Deshalb wurden die 3.600 Prüfer der Deutschen Rentenversicherung mit dieser Aufgabe betraut.

Und die leisten ganze Arbeit: In eineinhalb Jahren wurden bereits 280.000 Betriebe aufgefordert, auf fünf Jahre rückwirkend zu ermitteln, ob sie Beiträge zu entrichten haben. Dadurch konnten bereits 13 Mio. Euro zusätzlich an die KSK abgeführt werden.

Die meisten Unternehmen erfahren dadurch zum ersten Mal von der Existenz der KSK. Die von den Unternehmen durchzuführende rückwirkende Prüfung, ob in den vergangenen fünf Jahren Künstler oder Publizisten beauftragt wurden, stellt eine enorme bürokratische, zeitliche und finanzielle Belastung dar, da alle Rechnungen der letzten fünf Jahre unter die Lupe genommen werden müssen. Anschließend ist auf die Honorare der Künstler eine zusätzliche Abgabe in Höhe von rund 5 Prozent des Honorars an die KSK zu zahlen. Ausgaben, mit denen kein Unternehmen gerechnet hat.

Betroffen ist fast jedes Unternehmen. Die Zahl der möglicherweise zahlungspflichtigen Betriebe wird auf 3,6 Mio. geschätzt. Denn nicht nur bildende Künstler und Musiker zählen zu den freiberuflichen Künstlern, sondern auch Webdesigner, Journalisten, Fotografen und Werbetexter. Überaus stark belastet sind dadurch Unternehmen, die praktisch ausschließlich freie Künstler beauftragen, wie etwa Konzertveranstalter.

Für die Zahlungspflicht der Künstlersozialabgabe ist es völlig unerheblich, ob der beauftragte Künstler Mitglied in der KSK ist. Die meisten sind es nicht. Die Unternehmen müssen die Abgabe selbst dann entrichten, wenn die beauftragten Künstler von der KSK zuvor abgelehnt wurden oder diese überhaupt nicht in Deutschland leben.

Es ist kaum vorstellbar, dass die gegenwärtige Praxis der Erhebung der Künstlersozialabgabe auf Dauer Bestand haben wird. Denn die Zahl der von der Beitragseintreibung bedrängten Unternehmen ist weit größer als die Zahl der in der KSK versicherten Künstler, die Macht der Unternehmen als Steuerzahler und Arbeitgeber weit größer als die Macht der 160.000 versicherten Künstler. Alle Verbände der Wirtschaft setzen sich seit 2007 vehement für eine Reform ein. Einige fordern die ersatzlose Abschaffung der KSK.

Hauptkritikpunkt ist nicht die von vielen als sinnvoll erachtete Künstlersozialkasse, sondern die Art und Weise ihrer Finanzierung. Die in der KSK Versicherten müssen nur die Hälfte des Beitrags entrichten. Die andere Hälfte tragen zu 60 Prozent die Auftraggeber und zu 40 Prozent der Bund, also die Steuerzahler.

Zurzeit werden Monat für Monat Tausende von meist kleinen Unternehmen von den Geldeintreibern der KSK abgezockt. Die Empörung darüber wird weiter eskalieren, denn die Prüfer haben erst von eineinhalb Jahren angefangen und wollen bis 2012 so weitermachen.

Die Wirtschaftsverbände haben bereits alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dem Treiben der KSK Einhalt zu gebieten. Ich schätze, dass sie damit nach der nächsten Bundestagswahl im September 2009 bei der dann regierenden CDU-FDP-Regierung auch Erfolg haben werden.

Einigermaßen sachlich werden die Argumente der KSK-Gegner unter www.kskontra.de dargestellt.


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