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Kontaktprobleme mit Verlag
Thread poster: Karin Maack

Karin Maack  Identity Verified
Germany
Local time: 02:29
English to German
Mar 6, 2009

Liebe Kollegen,

vor etwa einem Monat habe ich Kontakt zu einem Verlag aufgenommen und ihn auf ein Buch hingewiesen, das in sein Programm passen könnte. Ich hatte das Buch (über Musikpädagogik im weitesten Sinn) gelesen und war begeistert. Die Übersetzungsrechte sind verfügbar.

Der Programmverantwortliche zeigte sich interessiert und erhielt von mir übersetzte Buchauszüge, die ich sozusagen zu meinem eigenen Vergnügen gemacht hatte (ziemlich viel - ungefähr 4500 Wörter). Er besorgte sich das Buch, teilte mir mit, dass er sich um die Übersetzungsrechte bemühen wolle und erkundigte sich nach meinen Honorarvorstellungen. Ich nannte ihm ein Seitenhonorar, das ich von anderen Verlagen schon erhalten habe ohne dafür verhandeln zu müssen. Seitdem sind ungefähr fünf Wochen vergangen und ich habe nichts mehr gehört. Vor ein paar Tagen habe ich noch einmal per E-mail nachgefragt - keine Antwort.

Mir ist klar, dass er nicht verpflichtet ist, sich bei mir zu melden, nicht mal, mich das Buch übersetzen zu lassen. Aber dieses Verhalten ärgert mich schon. Ein anderer Verlag, den ich zuvor angeschrieben hatte und der zuerst auch interessiert war, um mir dann mitzuteilen, dass das Buch für das eigene Programm "zu amerikanisch" sei, konnte mir das in höflicher Form mitteilen und die von mir erhaltenen Dateien löschen.

Habt ihr eine Idee, wie ich mich jetzt verhalten könnte?


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buble  Identity Verified
Local time: 02:29
Spanish to German
+ ...
noch etwas Zeit lassen Mar 6, 2009

Hallo,

hier meine Meinung:
Ich kann gut nachvollziehen, dass man schnell "hibbelig" wird, wenn man schon einmal viel Vorarbeit und Begeisterung in ein Projekt gesteckt hat.

Vorab: Ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass er, wenn er schon einen Übersetzer hat, der gut passt, vielleicht Preise vergleicht, sich aber eher an diesen Übersetzer hält als sich zu viel weitere Mühe aufzuladen. Zumal jemand, der im Thema ist, auch halbwegs eine gute Übersetzung verspricht.

Für wahrscheinlicher als dass er abspringen will, würde ich halten, dass ihn zeitlich etwas aufhält, das noch nicht geklärt ist:
- er z.B. noch auf eine Budgetfreigabe vom Zuständigen warten muss
- er parallel noch ein anderes Projekt hat, dass drängt und mit dem er sich hauptsächlich beschäftigt, bzw. ist so im Tagesgeschäft, dass er nicht immer gleich dazu kommt, an diesem Projekt weiterzudenken
- er noch auf die Bestätigung oder Ausarbeitung der genauen Lizenz-Vereinbarung vom Erstverlag wartet, bis er weitere Schritte in Angriff nimmt oder weiß, ob ein Lizenzkauf überhaupt interessant/machbar ist.
- oder ganz banal: er liegt seit einer Woche mit Grippe im Bett

Meist hängt an so einem Projekt noch einiges mehr als man manchmal von einer Seite aus sieht.
Ich würde einfach "noch einpaar Male" versuchen, ihn zu erreichen.
Obwohl ich nicht weiß, wie genau die Gespräche und der Gesprächstenor in diesem Fall war(en), würde ich davon ausgehen, dass NOCH alles im Rahmen ist (5 Wochen bei Verlagen ist sicher noch o.k.) und auf jeden Fall persönlich anrufen und nach einem Zwischenstand fragen und nach einer zeitlichen Einschätzung. Vielleicht ist ja auch einer der Kollegen in der gleichen Abteilung "eingeweiht".

Es kann natürlich auch sein, dass ich falsch liege. Aber letztendlich gewinnt ein Verlag nichts damit, dass er ein "nein" hinauszögert, wenn es eindeutig ist. Insofern einfach ein Bisschen Geduld beweisen.


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Friderike Butler  Identity Verified
United States
Local time: 20:29
German to English
+ ...
Was willst du erreichen? Mar 6, 2009

Hut ab vor deiner Motivation und Eigeninitiative! Du hast mit viel Mühe und Arbeitseinsatz zwei Verlagen die Möglichkeit gegeben ein deiner Meinung nach interessantes Buch herauszugeben und mit dir als engagierten freiberuflichen Übersetzerin zusammenzuarbeiten. Ein Verlag hat dankend abgelehnt und ein anderer hüllt sich in Schweigen. Alles Fakten. Erste Phase im Cold Calling Verkauf.

Die Frage ist nun wie du weiter vorgehen möchtest und was du für dich selbst erreichen möchtest.

Würdest du das Buch immer noch gern übersetzen und kannst du dir vorstellen mit einem Verlag zusammenzuarbeiten, dessen Verhalten vielleicht oder vielleicht auch nicht widerspiegelt wie man dort grundsätzlich mit freiberuflichen Mitarbeitern kommuniziert und umgeht? Dann holt tief Luft, greift zum Hörer, fragt nach ob der Buchauszug angekommen ist, ob das Thema in das Sortiment des Verlages passt und ob man sich vorstellen kann, mit dir zusammenzuarbeiten. Kurzum, wenn du eine klare Antwort haben möchtest, hole sie dir ein.

Ärgerst du dich über den Verlag und dass man dort deine Arbeit anscheinend nicht zu schätzen weiß und glaubst du, dass das Verhalten dieses Vertrages "falsch" ist? Verständlich, nachvollziehbar, aber unproduktiv. Mach dir eine Tasse Kaffee oder Tee, iss eine halbe Tafel Schokolade und schicke deine Arbeit an den nächsten Vertrag.

Viel Glück und nicht aufgeben, vorallem wo Du schon gute Vorarbeit geleistet hast.

[Edited at 2009-03-06 18:05 GMT]

[Edited at 2009-03-06 18:36 GMT]


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Katrin Hollberg  Identity Verified
Germany
Local time: 02:29
Japanese to German
+ ...
Das gute alte Telefon! Mar 6, 2009

Genau! - Wie Friderike schon sagt, wenn es Dich so wurmt, würde ich wirklich mal zum Hörer greifen. Oft klären sich Missverständnisse, Probleme in Sekunden - und beide Seiten sind zufrieden. Ist die andere Seite genervt (was nach so langer Nichtreaktion eigentlich nicht sein kann), wirst Du das schnell am Tonfall merken...Dann hat es sich tatsächlich erledigt...
ABER, es kann auch alles Mögliche bedeuten, wenn Du so lange nichts hörst...Trauerfall in der Familie, Operation, Unfall, chronische Überarbeitung...etc. - Ehrlich gesagt bin ich auch oft genervt, wenn Leute von mir eine schnelle Reaktion auf alles Mögliche einfordern, was für mich gerade nicht relevant ist. (Ich rede jetzt nicht von konkreten Anfragen/Absagen/Terminzusagen, die ja oft zügig geklärt sein wollen)

Wenn es bei mir nicht dringend ist, nur im weitesten Sinne mit dem Job zu tun hat, beantworte ich auch nicht mehr alles sofort, sondern leg es erstmal "beiseite" und nehme es erst wieder auf, wenn ICH Zeit dazu habe. Immerhin willst DU hier ja erstmal was von der anderen Person. Der andere ist also streng genommen nicht so sehr im Zugzwang, wie Du es gerne hättest, weil Dir das Projekt am Herzen liegt.

Ansonsten hört sich das doch alles ganz erfolgreich und vielversprechend an. Ein Grund mehr, jetzt einfach mal den Hörer in die Hand zu nehmen und zu hören, wo es denn nun hakt.


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Bentext  Identity Verified
Germany
Local time: 02:29
Member (2003)
English to German
+ ...
4500 Wörter Probeübersetzung... Mar 6, 2009

...wenn das mal kein Fall fürs Guiness-Buch ist. Ist das bei Literaturübersetzungen so üblich?

Du hast Dir den Auftrag damit auf jeden Fall verdient - ich wünsche viel Erfolg.


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Karin Maack  Identity Verified
Germany
Local time: 02:29
English to German
TOPIC STARTER
Danke schon mal... Mar 6, 2009

...für eure ermutigenden Antworten. Ich werde wohl noch ein bisschen warten und dann mal anrufen.

Bentext: Nein, so eine riesige Probeübersetzung ist wohl nicht üblich. Die Verlage, mit denen ich bisher zu tun hatte, wollten gar keine, die sind einfach mal das Risiko eingegangen, mir den Auftrag so zu geben (und waren nachher zufrieden).

Als Probeübersetzung würde ich sowas auch nicht machen, ich wollte ihm einfach einen Überblick über das Buch verschaffen, damit er sich dafür interessiert.


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Karin Maack  Identity Verified
Germany
Local time: 02:29
English to German
TOPIC STARTER
Nach einem Telefonat... Mar 11, 2009

... hat sich herausgestellt, dass der Verlag einfach mit seiner Entscheidung noch nicht so weit ist und sie noch nicht wissen, ob eine Übersetzung für sie wirtschaftlich sinnvoll wäre und sie das Buch wirklich machen wollen. Da muss ich halt noch ein bisschen warten.

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