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Notwendige Versicherungen
Thread poster: Jamili Aoun-Schuppe

Jamili Aoun-Schuppe  Identity Verified
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Mar 24, 2009

Hallo all,

ich bin dabei, mit einer Firma meinen ersten Übersetzungsauftrag zu unterschreiben. Bis jetzt habe ich nur mit Agenturen gearbeitet, i.e., nicht direkt mit den Kunden. Das heißt, ich habe wenig Ahnung von Aufträgen.
Natürlich hat die Firma mir einen Auftrag zum durchlesen geschickt. Eine ausreichende Unfallversicherung soll bestehen (so steht es im Vertrag).

Frage 1: Muß ich unbedingt diese Unfallversicherung abschließen? Müßte ich irgendeine andere Versicherung abschließen? In welcher Form wird sie gebraucht? Könnt ihr mir bitte mehr Auskunft (eure Erfahrungen) darüber geben?

Frage 2: für diejenigen, die mit Schweizer Kunden gearbeitet haben: braucht man eine Ust.IdNr?


Danke schön im Voraus und einen schönen Tag an alle.
Jamili


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Peter Bouillon  Identity Verified
Germany
Local time: 08:26
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+ ...
Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung Mar 24, 2009

Eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung würde ich abschließen. Sie sichert Dich zum Beispiel ab, wenn Du für einen Endkunden eine Hochglanzbroschüre übersetzt hast und in der Übersetzung ein unverzeihlicher Fehler enthalten ist, was aber erst nach dem Druck von 100.000 Exemplaren auffällt.

Große Übersetzerdachverbände haben entsprechende Versicherungen im Angebot. Wenn Du keinem solchen Verband angeschlossen bist, dann such auf dem Internet nach dem Stichwort „M.G. Denzer“, dort geht's auch ohne.

Denk daran, dass es bei Versicherungen vor allem darauf ankommt, gut versichert zu sein, d.h. gegen die gefährlichen Risiken, die im ausgeübten Beruf tatsächlich vorkommen. Erst nachrangig ist es vorteilhaft, günstig versichert zu sein. Wie sagen Monty Python so schon in einem ihrer Sketche? “You plucked for our 'Neverpay policy' which, uhh, which if you never claim is very worthwhile but you uh had to claim and there it is. …”

Schließ also nicht „irgendeine“ 08/15-Versicherung bei irgendeinem Anbieter ab, sondern überleg Dir, welche Schäden im Übersetzerberuf wahrscheinlich sind und ob Dein Anbieter dann zahlen würde oder nicht. Beispielsweise ist für Übersetzer, deren Agenturen/Kunden überwiegend im Ausland sitzen, ein Auslandsschutz unentbehrlich.

Was Übersetzer angeht, ist eine Unfallversicherung, naja, wenig sinnvoll. Als Dolmetscher mag das ja noch durchgehen. Aber wie willst Du vor Deinem Monitor an der Tastatur Deines Rechners eine Schwerbehinderung durch Unfall davon tragen? (Andere Risiken decken Unfallversicherungen nämlich kaum ab.)

Berufsunfähigkeits-Versicherungen sind m.W. wieder sinnvoll. Diese Versicherungen interessieren aber Deinen Auftraggeber wenig. Sie sind für Dich persönlich sinnvoll, ähnlich wie die Privathaftpflicht.

Peter

Disclaimer: Ich bin kein Versicherungsfachberater. Alle Angaben sind die eines Laien und sollten nicht ungeprüft umgesetzt werden.

[Edited at 2009-03-24 13:37 GMT]


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RWSTranslation
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Agenturen sind auch Kunden Mar 25, 2009

Jamili Aoun-Schuppe wrote:

Hallo all,

ich bin dabei, mit einer Firma meinen ersten Übersetzungsauftrag zu unterschreiben. Bis jetzt habe ich nur mit Agenturen gearbeitet, i.e., nicht direkt mit den Kunden. Das heißt, ich habe wenig Ahnung von Aufträgen.
.....

Danke schön im Voraus und einen schönen Tag an alle.
Jamili



Hallo,

warst Du bei den Agenturen angestellt? Ansonsten ist doch wohl eher anzunehmen, dass Du auch Aufträge von den Übersetzungsagenturen erhalten hast. Es gibt rein rechtlich keinen Unterschied zwischen einer Übersetzungsagentur und einem sonstigen Industrieunternehmen hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer.

Wenn es z.B. Mängel an Deinen Übersetzungen gibt die zu einem berechtigten Schadensersatzanspruch führt, würde der Endkunde sich zuerst an die Agentur halten und die dann bei Dir entsprechenden Schadensersatz einfordern. Auch die durchaus weit verbreitete Meinung, dass eine Agentur verpflichtet wäre Deine Übersetzung noch einmal zu prüfen ist so nicht wahr. Letztlich wird jedes Auftragsverhältnis einzelnen geprüft und Du stehst für Deine Arbeit in der Verantwortung.

Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass eine Agentur Versicherungen abschließt, die auch für die Arbeit der freiberuflichen Übersetzer eintritt. Dieses sollte man sich dann aber von der Agentur bestätigen lassen. Aber auch dann besteht immer noch die Möglichkeit, dass die Versicherung nicht leistet, weil die Agentur z.B. die Prämie nicht gezahlt hat.

Letztlich ist es sicher besser, man kümmert sich selbst um seine Versicherungen,.

Viele Grüße

Hans


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lisa23
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Versicherungen Mar 25, 2009

Hallo Jamili,

ich finde es äußerst seltsam, dass der Kunde (egal ob Direktkunde oder Agentur) vorschreibt, welche Versicherungen man abzuschließen hat (vor allem eine Unfallversicherung ist in diesem Zusammenhang ja völlig absurd). So etwas habe ich in meinen fast 18 Jahren Übersetzerdasein noch nicht gehört. In anderen Branchen (Bauwesen) mag das anders sein. Meines Wissens gibt es eine gesetzliche Unfallversicherung, die automatisch mit den Sozialversicherungsbeiträgen abgedeckt ist, wenn man versicherungspflichtig beschäftigt (fest angestellt) ist.

Nein, man ist als freiberuflicher Übersetzer (gehe jetzt mal von diesem Status aus, da du Auftrag schreibst) erst mal nicht "verpflichtet", irgendwelche Versicherungen abzuschließen. Aber es gibt schon einige, die man vernünftigerweise haben sollte, wie allgemeine Haftpflicht, Krankenversicherung, Altersvorsorge und evtl. die bereits angesprochene Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung.

Letztendlich entscheidet natürlich der Kunde, an wen er Aufträge vergibt, und wenn dieser meint, ein Übersetzer braucht eine Unfallversicherung, hmm. Sollte es sich um einen lukrativen, längerfristigen Auftrag handeln, den du gerne haben möchtest, kannst du es ja in Erwägung ziehen (eine Unfallversicherung gibt es schon um die 100 Euro/Jahr). Ich würde beim Auftraggeber noch einmal genau nachfragen, was gemeint ist.

Herzlichen Gruß
Elisabeth


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RWSTranslation
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Risikoabschätzung Mar 25, 2009

Peter Bouillon wrote:

....

Was Übersetzer angeht, ist eine Unfallversicherung, naja, wenig sinnvoll. Als Dolmetscher mag das ja noch durchgehen. Aber wie willst Du vor Deinem Monitor an der Tastatur Deines Rechners eine Schwerbehinderung durch Unfall davon tragen? (Andere Risiken decken Unfallversicherungen nämlich kaum ab.)

....


Hallo Peter,

vielleicht ist das Leben ja doch gefährlicher als man gemeinhin annimmt.
Hier: http://anwaltsblatt.de/archiv/besondere_beitrag_2006/bb_0206_vertrauenistgut.pdf gibt es eine Quelle, die behauptet, dass die meisten Unfälle am Schreibtisch passieren. Vielleicht war ja eine Versicherung gegen solche "Unfälle" gemeint.

Viele Grüße

Hans


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