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Heute schon gekugelt?
Thread poster: Aniello Scognamiglio

Aniello Scognamiglio  Identity Verified
Germany
Local time: 11:13
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+ ...
Apr 17, 2009

Das Unternehmen Google
Der allwissende Gigant
[...]
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/google122.html

Den Absatz "Nicht selten benutzen zum Beispiel Medien die Anzahl der Google-Treffer zu einem Begriff als Indiz für dessen Popularität. "Google bietet ein verzerrtes Bild der medialen Welt. Diese Zerrbild wirkt wiederum auf die Medien zurück", sagt der Fachjournalist Jochen Wegner. Im Extremfall gilt andersherum manchmal bereits: Was Google nicht findet, existiert nicht."

habe ich wie folgt umgewandelt:

Nicht selten benutzen zum Beispiel Übersetzer die Anzahl der Google-Treffer zu einem Begriff als Indiz für dessen Korrektheit. "Google bietet ein verzerrtes Bild der Übersetzerwelt. Dieses Zerrbild wirkt wiederum auf die Übersetzerbranche zurück", sagt der Fachübersetzer Aniello Scognamiglio. Im Extremfall gilt andersherum manchmal bereits: Was Google nicht findet, existiert nicht.

Spaß muss sein.


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Kay Barbara
United Kingdom
Local time: 10:13
Member (2008)
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Wie wahr... Apr 17, 2009

Der Fachübersetzer Aniello Scognamiglio spricht mir (und sicher auch vielen anderen Übersetzern) aus der Seele.

Ich habe auch schon in den Kudoz erlebt, dass mit stumpfen "Ghits" andere, m. E. bessere/passendere/schönere Alternativen erschlagen wurden. Wenn man bedenkt, dass viele Treffer aus diversen Foren o. Ä. stammen sollten bei jedem Übersetzer die Alarmglocken läuten. Ich votiere für gesundes Google-Misstrauen und mehr übersetzerisches Selbstbewusstsein

Zurück ins Studio...


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Sylvie Eschkotte
Germany
Local time: 11:13
Member (2006)
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Traurig aber wahr Apr 17, 2009

italengger wrote:

habe ich wie folgt umgewandelt:

Nicht selten benutzen zum Beispiel Übersetzer die Anzahl der Google-Treffer zu einem Begriff als Indiz für dessen Korrektheit. "Google bietet ein verzerrtes Bild der Übersetzerwelt. Dieses Zerrbild wirkt wiederum auf die Übersetzerbranche zurück", sagt der Fachübersetzer Aniello Scognamiglio. Im Extremfall gilt andersherum manchmal bereits: Was Google nicht findet, existiert nicht.


Sehr schön !


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Laurent KRAULAND  Identity Verified
France
Local time: 11:13
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Prüfen! und nicht Kugeln... Apr 17, 2009

italengger wrote:

Nicht selten benutzen zum Beispiel Übersetzer die Anzahl der Google-Treffer zu einem Begriff als Indiz für dessen Korrektheit. "Google bietet ein verzerrtes Bild der Übersetzerwelt. Dieses Zerrbild wirkt wiederum auf die Übersetzerbranche zurück", sagt der Fachübersetzer Aniello Scognamiglio. Im Extremfall gilt andersherum manchmal bereits: Was Google nicht findet, existiert nicht.

Spaß muss sein.


Allerdings, darum empfiehlt sich Prüfen und nochmals Prüfen, da einige Kollegen G-Hits bereits ganz ohne Bezug auf Kontext als Antworten anbieten (hier und da und dort, es wird allmählich zu einer Berufskrankheit!)...

Laurent K.

PS: "gekugelt" bezieht sich doch auf eine Lotterieziehung, oder verstehe ich es falsch?

[Edited at 2009-04-17 10:13 GMT]


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xxxhazmatgerman
Local time: 11:13
English to German
Allwissen Apr 17, 2009

Ich sehe ein noch tieferliegenderes Problem (als das der Quellenbewertung) darin, daß ein nicht kleiner Teil der Netznutzer nur diese eine Suchmaschine nutzt (auch in Schulen wird kaum besseres gelehrt) und darum in seinem Netz-Informationskonsum auf der Ebene des Hörers allein einer Rundfunkstation oder einer Tageszeitung verbleibt aber in dem Glauben ist, alles relevante gefunden zu haben. Auf der gleichen Ebene liegt die Problematik des tiefen Netzes, welches sich m.W. nur über Fachkenntnisse (nicht notwendigerweise IT-Kenntnisse) im jeweiligen Gebiet hinreichend erschließen läßt. Und schließlich wird durch die Masse der Treffer die alte Akademikerweisheit, das Literaturstudium erst dann beendet zu haben wenn man bei neuen Zitaten die bereits bekannten Quellen findet, verdrängt. Damit endet dann das wissenschaftliche Herangehen und es bleibt beim Hörensagen.
Gruß und danke für das Thema an italengger von hazmatgerman.


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Tal Anja Cohen  Identity Verified
Local time: 11:13
Member (2008)
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mühelos serviert / rasch verschlungen / unverdaut ausgespuckt Apr 17, 2009

Das Hauptproblem liegt meiner Meinung nach darin, dass die "ergoogelten" Informationen nicht kritisch genug hinterfragt werden. Was man derart mühelos serviert bekommt, wird oft ebenso rasch verschlungen und unverdaut wieder ausgespuckt.

Das Nicht-Hinterfragen von Informationen (Text und Bild) ist natürlich ein universelles und nicht ein Google-Problem. Aber es wird potenziert, wo eine Fülle von Informationen/Informationsquellen so einfach zugänglich ist, ohne dass die Menschen deswegen gelernt hätten, mit dieser Freiheit des Wissens - und Fragens! - umzugehen.
Da werden eine Unzahl von Türen mit einer Geschwindigkeit geöffnet, die vermutlich in den meisten Fällen kontraproduktiv ist (ach, wenn ich an meine Gymnasialzeit zurückdenke und an die vielen Stunden, die ich in der Unibibliothek zwischen staubigen Karteikästen und in schummrigen Lesesälen verbracht hab ... und an die dort entdeckten Geheimnisse!).

Der Umkehrschluss zu "Was Google nicht findet, existiert nicht" ist nicht zuletzt bei KudoZ leider allzu oft "es googelt, also ist es", womit in einer perfiden eigendynamischen Logik mehr und mehr (auch Sprachliches) in die Existenz gehoben wird, was man besser in Frieden dort unten hätte ruhen lassen...

[Edited at 2009-04-17 22:51 GMT]


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Thomas Pfann  Identity Verified
United Kingdom
Local time: 10:13
Member (2006)
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Google ist nicht das Problem, sondern der Nutzer Apr 17, 2009

Ein interessantes und, wie es scheint, ganz und gar nicht umstrittenes Thema. Auch ich kann dem bisher Gesagten im Grunde nur zustimmen. Gerade auch Anjas Aussage, dass „das Nicht-Hinterfragen von Informationen (Text und Bild) [...] natürlich ein universelles und nicht ein Google-Problem“ ist.

Gerade als Übersetzer sollten wir es gewohnt sein, Informationen zu hinterfragen. Wer ein Wort im Wörterbuch nachschlägt, wird auch nicht ohne Nachzudenken einfach die erstgenannte Übersetzung nehmen, sondern sich die verschiedenen Einträge ansehen und sich dann eine eigene Meinung bilden.

Im Prinzip sollte man Google als Übersetzer wohl genauso einsetzen wie Kudoz oder das Kudoz-Glossar: nicht als das Ergebnis der Recherche, sondern als deren Start und Ausgangspunkt. Eine Google-Suche kann uns auf die richtige Fährte bringen - sie ist der [oder 'ein'] Weg, nicht das Ziel. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sich die meisten Übersetzer dessen wohl bewusst sind und das auch so handhaben. Von daher halte ich es fast ein bisschen vermessen, zu sagen, Übersetzer nutzten die Anzahl der Google-Treffer eines Begriffs nicht selten als Indiz für dessen Korrektheit.

In diesem Sinne wünsche ich ein schöhnes Wochenende!*

*7.750 Google-Hits für „schöhnes Wochenende“


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Roland Nienerza  Identity Verified

Local time: 11:13
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nanu - Apr 18, 2009

hazmatgerman wrote:

Ich sehe ein noch *tieferliegend**er**es* Problem


wohl doch ein wenig zu tief liegend -


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Noe Tessmann  Identity Verified
Local time: 11:13
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Wer kann denn schon freiwillig auf Google und Co verzichten Apr 19, 2009

Hallo,

ja, aber wenn ein angeblich gebräuchlicher Fachbegriff keinen einzigen Treffer vorweist, muss man auch grübeln. Den Ernst und wie sie alle heißen, kann man auch nicht 100%ig beim Wort nehmen. Da hätte man als Fachübersetzer wissen müssen, dass dies oder das veraltet oder schlicht ungebräuchlich ist...

Und wenn in Wikipedia irrige aber allgemein anerkannte Informationen stehen, dann können die auch übernommen werden. Wir sind nun mal Übersetzer und nicht Journalisten, Wissenschaflter oder der Papst ...


Gruß

Noe


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Textklick  Identity Verified
Local time: 10:13
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Die Qual der Wahl Apr 19, 2009

Thomas Pfann wrote:

Gerade als Übersetzer sollten wir es gewohnt sein, Informationen zu hinterfragen. Wer ein Wort im Wörterbuch nachschlägt, wird auch nicht ohne Nachzudenken einfach die erstgenannte Übersetzung nehmen, sondern sich die verschiedenen Einträge ansehen und sich dann eine eigene Meinung bilden.



Absolut richtig. Lieber denken als senken. Google - und dessen 'Fuzzy-Inhalt' - wird (für uns) logischerweise immer schlimmer. So viel Müll im Net.

Oh Gott! Habe ich 'Fuzzy-Inhalt' geschrieben?

"Hi folks! Buy your fuzzy inhalt from...."

Gruss
Chris


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AnneMarieG  Identity Verified
France
Local time: 11:13
Member (2009)
German to French
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Hassliebe Apr 20, 2009

Ja, ja , aber was würden wir ohne Google tun?!


Wie Chris eben sagte: "Lieber denken als senken" - das Denken bleibt einem (Gott sei Dank) nicht erspart. Und das ist ja wohl das Spannendste am Übersetzen: die richtige Perle im Heuhaufen finden, ähh, ich meine, keine Nadel vor dem Kopf haben; nein! - na ja , Ihr versteht mich hoffentlich!

Somit guten Abend an alle!

Anne-Marie


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Textklick  Identity Verified
Local time: 10:13
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Zugegeben Apr 20, 2009

Anne-Marie hat natürlich recht. Ohne Google wäre das Leben manchmal komplizierter.

Was ich allerdings ätzend find ist die Argumentation bei Kudoz: "Mein Begriff bringt 2 Millionen 'Ghits'. Ende aus."

Eine ähnliche Diskussion läuft übrigens hier in EN: http://www.proz.com/forum/translation_theory_and_practice/133009-the_slot_wrench_translating_outside_the_comfort_zone.html#1106962

Schönen Abend
Chris

[Edited at 2009-04-20 20:00 GMT]


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Laurent KRAULAND  Identity Verified
France
Local time: 11:13
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Schon mal als Ergänzung zu G. versucht? Apr 21, 2009

Surf Canyon ist ein Add-On für Firefox und IE ab der Version 6.0: http://www.surfcanyon.com.

Laurent K.

[Modifié le 2009-04-21 15:43 GMT]


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eva maria bettin
Local time: 11:13
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PreInternet- und -Google- Oma Apr 27, 2009

Das bin ich.

Seit 6 Monaten in Pension, und seither meckere ich in Kudoz rum. Lese oft die Fragen - und Antworten von denen ich rein garnichts verstehe- aber man lernt immer was dazu- sehr nuetzlich fuer Kreuzwortraetsel.
ab und zu gebe ich auch Antworten ein- und werde prompt gebuegelt mit der Anzahl der gefundenen g-hits. Dabei antworte ich nur, wenn ich eben mit den angegebenen links NICHT einverstanden bin und eine Alternative anbieten will - (so nach dem Motto: auch ein blindes Huhn findet manchmal noch ein Korn) - aber das geht wohl nicht mehr.

Es wird schon sehr viel Mist angeboten, aber da muss man dann eben ausmisten...

habe einen Kommentar zu einer Antwort gefunden: "uebersetzt du noch- oder denkst du schon? Passt wunderschoen auch auf google.

Alles Gute
Eva Maria


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Aniello Scognamiglio  Identity Verified
Germany
Local time: 11:13
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TOPIC STARTER
Digitalisierung der Weltliteratur Apr 30, 2009

G. ist zurzeit das wertvollste Unternehmen der Welt:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/wertvollstemarken100.html

Wenn ein Übersetzer ohne Erlaubnis 5 Sätze und 2 Bilder im Internet "klaut", darf er saftige Abmahngebühren zahlen.

G. backt Extrawürste:
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video483430.html
Ich bin gespannt, wie das ausgeht...


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