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Honorare für Übersetzungen von Romanen
Thread poster: Martina Keskintepe

Martina Keskintepe  Identity Verified
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Oct 15, 2003

Wieviel kann man in Deutschland (bei einem deutschen Verlag) für die Übersetzung eines ca. 350 Seiten langen historischen Romans verlangen? Die Übersetzung wird in die deutsche Sprache sein.
Ich bin für jede Auskunft dankbar, da ich auf diesem Gebiet noch keine Erfahrung habe. Der übliche Preis pro Ausgangswort oder Zeile trifft hier wohl nicht zu, oder?

Vielen Dank für Eure Beiträge,
Martina


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Claire Bourneton-Gerlach  Identity Verified
Germany
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Der Verlag bestimmt den Preis... Oct 15, 2003

und das war's! Du bekommst die Printausgabe (die du sogar nach getaner Arbeit zurückgeben musst) und ein Angebot (xxx pro Normseite, es gilt eine besondere Zeilenanzahl pro Seite mit so und soviel Zeichen)und du darfst entscheiden, ob es OK ist oder nicht. Eine andere Chance hast du m.E. nicht, es sei denn, du bist schon weltberühmt...
Viel Glück
Claire


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Sabine Nay  Identity Verified
Germany
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VDÜ-Website Oct 15, 2003

Abgerechnet wird m.E. immer noch nach Standardseite (30 Zeilen à 60 Anschläge), Zielsprache.

Der VDÜ gibt in seinen Honorarempfehlungen zwischen 22 und 34 Euro an.

Schau dir doch mal die Website des VDÜ als Einführung in die Materie an:
http://www.literaturuebersetzer.de/pages/navig/f_serv.htm

[Edited at 2003-10-15 18:42]


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Martina Keskintepe  Identity Verified
Malta
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TOPIC STARTER
Weltberühmt bin ich leider nicht... Oct 15, 2003

Claire, du hörst dich so an, als ob du schon deine Erfahrungen mit Verlägen gemacht hast und dem Ton nach zu urteilen, nicht besonders gute? Stimmst du mit "jeudecisif" überein was die Preisvorstellung angeht, also 22-35 Euro pro Seite?

"Jeudecisif" (leider kann ich dich mit keinem anderen Namen anreden ) vielen Dank für die Website. Ich habe mir gerade den Vertrag durchgelesen - sehr hilfreich!

Wie lange hat man denn normalerweise Zeit einen Roman zu übersetzen? Ich kann mir vorstellen, dass das zwischen Verlag und Übersetzer ausgehandelt wird, aber gibt es hierfür irgendwelche Anhaltspunkte?


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Narasimhan Raghavan  Identity Verified
Local time: 09:49
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Ein Beispiel Oct 15, 2003

"Harry Potter and the Order of the Phoenix" erschien am 21.06.03. An diesem Tag erhielt der französiche Übersetzer das gedruckte Buch zum Übersetzen. Die Übersetzung erscheint voraussichlich im Dezember 2003. Dieses Buch hat 776 Seiten. Und die deutsche Fassung soll im November dieses Jahres erscheinen. Ich weiß nicht wann dieser Übersetzer die englische Fassung bekam.
Gruß,
Narasimhan Raghavan

Melek wrote:

Claire, du hörst dich so an, als ob du schon deine Erfahrungen mit Verlägen gemacht hast und dem Ton nach zu urteilen, nicht besonders gute? Stimmst du mit "jeudecisif" überein was die Preisvorstellung angeht, also 22-35 Euro pro Seite?

"Jeudecisif" (leider kann ich dich mit keinem anderen Namen anreden ) vielen Dank für die Website. Ich habe mir gerade den Vertrag durchgelesen - sehr hilfreich!

Wie lange hat man denn normalerweise Zeit einen Roman zu übersetzen? Ich kann mir vorstellen, dass das zwischen Verlag und Übersetzer ausgehandelt wird, aber gibt es hierfür irgendwelche Anhaltspunkte?


[Edited at 2003-10-16 04:48]


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Antje Schadebrodt  Identity Verified
Local time: 05:19
French to German
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Empfehlung des VDÜ in DM nicht in Euro Oct 16, 2003

jeudecisif wrote:

Der VDÜ gibt in seinen Honorarempfehlungen zwischen 22 und 34 Euro an.

Schau dir doch mal die Website des VDÜ als Einführung in die Materie an:
http://www.literaturuebersetzer.de/pages/navig/f_serv.htm

[Edited at 2003-10-15 18:42]


Hallo,

da ich da ganz andere Honorarempfehlungen in Erinnerung hatte, habe ich gerade noch einmal nachgeschaut. Die Empfehlungen des VDÜ sind in DM!!!!! und nicht in Euro. Hier der entsprechende Auszug:


Prosa, Honorarzone 1

Texte, für die ein sehr geringer Rechercheaufwand in der Ausgangssprache notwendig ist

und/oder

nur ein sehr geringer Anspruch an die sprachlich-literarische Nachgestaltung im Deutschen gestellt wird (z. B. leichte Texte zur Publikation in Genrereihen wie Science-fiction, Fantasy, Krimi, Erotik usw.).

Für Texte dieser Kategorie sollte ein Grundhonorar von

DM 26,00 je Normseite

nicht unterschritten werden.

Diese Empfehlung gilt nicht für solche Texte der aufgeführten Genres, für die der Verlag selbst oder der Originalverlag, z. B. in seiner Werbung und Pressearbeit, literarischen Anspruch reklamiert. Dies kann sich z. B. durch Publikation im allgemeinen Hardcover-Programm des Verlages ausdrücken. Solche Texte sind dann in Honorarzone 2 einzustufen.


Prosa, Honorarzone 2

Literarischer Text oder Sachtext mit durchschnittlichen Anforderungen an die Nachgestaltung im Deutschen, das heißt:

• auf der hochsprachlichen Ebene angesiedelter Text
• nur gelegentliche Verwendung anderer Sprach- und Stilebenen
• Wortschatz ermittelbar im Umfang gängiger ein- und zweisprachiger Wörterbücher
• geringer Rechercheaufwand für spezielle Sachverhalte, Zitate usw.

Für Texte dieser Kategorie sollte ein Honorar von

DM 33,00 je Normseite

nicht unterschritten werden.


Prosa, Honorarzone 3

Literarischer Text oder Sachtext mit überdurchschnittlich hohem Über-setzungsaufwand, das heißt:

• besondere lexikalische Schwierigkeiten, z. B. häufiger Gebrauch von Slang, Argot, Dialekt, Berufs-, Sozial- und anderem Jargon oder anderen Sondersprachen
• bewusste Regelverletzungen in der Originalsprache
• Sprachspiele u. ä. Stilmittel
• syntaktische Besonderheiten
• häufige Zitate und Anspielungen
• Vorkommen spezieller kultureller, historischer, naturwissenschaftlicher und technischer Sachverhalte
• verschiedene Stilebenen
• gelegentliche Einschübe in gebundener Sprache (Reime, Lieder, Verse, Sprichwörter usw.)
• sonstige stilistische Eigenarten, die hohe Ansprüche an die sprachliche Gestaltung stellen.

Falls mindestens drei Punkte zutreffen, sollte ein Grundhonorar von

DM 38,00 je Normseite

nicht unterschritten werden.


Eine ganz wichtige Sache bei Literaturübersetzungen ist die ebenfalls in den VDÜ-Empfehlungen erwähnte erfolgsabhängige Vergütung, die in keinem Vertrag fehlen sollte.

Herzliche Grüße
Antje


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Sabine Nay  Identity Verified
Germany
Local time: 05:19
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Nö, Angaben sind in Euro Oct 16, 2003

Und hier der Pfad: Seite http://www.literaturuebersetzer.de/pages/navig/f_serv.htm
Service > Honorarempfehlung > gemeinsame Vergütungsregeln (orangefarbener Link) ruft ein PDF-Dokument auf

§3 "Honorar für Verlagsausgaben" enthält die Angaben in EURO und vieles mehr.

Gruß
Sabine

[quote]Antje Schadebrodt wrote:

jeudecisif wrote:

Der VDÜ gibt in seinen Honorarempfehlungen zwischen 22 und 34 Euro an.

Schau dir doch mal die Website des VDÜ als Einführung in die Materie an:
http://www.literaturuebersetzer.de/pages/navig/f_serv.htm

[Edited at 2003-10-15 18:42]


Hallo,

da ich da ganz andere Honorarempfehlungen in Erinnerung hatte, habe ich gerade noch einmal nachgeschaut. Die Empfehlungen des VDÜ sind in DM!!!!! und nicht in Euro. Hier der entsprechende Auszug:






[Edited at 2003-10-16 08:28]


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xxxMarc P  Identity Verified
Local time: 05:19
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Nö, Angaben sind in Euro Oct 16, 2003

Wo denn? Ich finde auch nur die von Antje angegebenen DM-Sätze. Auch über Service > Honorarempfehlung. Ein PDF-Dokument finde ich nicht.

Nachtrag:
Jeudecisif, Michaela, Charlotte: Danke - hat geklappt!

Marc

[Edited at 2003-10-17 07:15]


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Sabine Nay  Identity Verified
Germany
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Der Pfad stimmt Oct 16, 2003

MarcPrior wrote:

Wo denn? Ich finde auch nur die von Antje angegebenen DM-Sätze. Auch über Service > Honorarempfehlung. Ein PDF-Dokument finde ich nicht.

Marc


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Michaela Müller
Germany
Local time: 05:19
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Empfehlung für Vergütungsregeln Oct 16, 2003

Hallo Marc,

Du mußt genau dem orangefarbenem Link wie beschrieben folgen, dann kommst Du zu einem Vorschlag für Vergütungsregeln, der 2002 unterbreitet wurde.

[quote]MarcPrior wrote:
Wo denn? Ich finde auch nur die von Antje angegebenen DM-Sätze. Auch über Service > Honorarempfehlung. Ein PDF-Dokument finde ich nicht.
[quote]
Auf Mediafon gab es kürzlich das ERgebnis der Verhandlungen über den Vorschlag:

Gemeinsame Vergütungsregeln
Verhandlungen ÜbersetzerInnen/Verleger gescheitert
Die Verhandlungen über gemeinsame Vergütungsregeln zwischen dem Verband deutschsprachiger Übersetzer (VdÜ) und den Verlegervereinigungen Belletristik und Sachbuch sind heute in der dritten Runde gescheitert. Der im Verband deutscher Schriftsteller in ver.di organisierte VdÜ wird nunmehr das im neuen Urhebergesetz vorgesehene Schlichtungsverfahren einleiten.
Der VdÜ fordert nach dem neuen Urheberrechtsgesetz Vergütungsregeln, die der gesetzlich geforderten "angemessenen Vergütung“ gerecht werden. Die derzeit üblichen Übersetzungshonorare liegen - wie der Gesetzgeber bei Verabschiedung des neuen Gesetzes ausdrücklich feststellte - deutlich unter diesem Niveau. Nach VdÜ-Berechnungen verdient ein Literaturübersetzer monatlich nicht mehr als € 1.000 brutto. - Deutlich weniger als z.B. eine Volontärin bei Tageszeitungen im 1. Ausbildungsjahr.
Die Verlegervereinigungen, so der VdÜ hätten ein Modell für Vergütungsregeln angeboten, das "nicht geeignet ist, die Einkommenssituation der Übersetzer zu verbessern". So sei die von den Verlegern zuletzt vorgeschlagene Erlösbeteiligung in Höhe von einem Prozent des Nettoladenverkaufspreises niedriger als die Honorare, die in vergleichbaren Fällen gerichtlich zuerkannt wurden. Überdies würde die Erlösbeteiligung nur in den seltenen Fällen außerordentlich hoher Auflagen eine reale Einkommensverbesserung bewirken.


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Charlotte Blank  Identity Verified
Local time: 05:19
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auf "gemeinsame Vergütungsregeln" (im Text orange) klicken! Oct 16, 2003

MarcPrior wrote:

Wo denn? Ich finde auch nur die von Antje angegebenen DM-Sätze. Auch über Service > Honorarempfehlung. Ein PDF-Dokument finde ich nicht.

Marc


doch, der Pfad stimmt und die Euro stimmen auch. Allerdings ist die Empfehlung von 2002.

Es kommt aber noch besser:

"Der Übersetzer erhält zusätzlich für jedes verkaufte und bezahlte Exemplar mindestens
ein absatzbezogenes Honorar auf der Basis des um die darin enthaltene
Mehrwertsteuer verminderten Ladenverkaufspreises (Nettoladenverkaufspreis)
- von 3 %
ab dem ersten verkauften Exemplar."

Außerdem erhält der Übersetzer einen Anteil an den Erlösen aus Nebenrechten und sonst auch noch ein paar Kleinigkeiten - jedenfalls in der Theorie.

Gruß,

Charlotte


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Claire Bourneton-Gerlach  Identity Verified
Germany
Local time: 05:19
Member
German to French
+ ...
- Oct 16, 2003

Guten Abend Melek!

Meine \"Erfahrung\" beziehe ich von einer Kollegin und guten Freundin, die seit über 20 Jahren Literaturübersetzerin ist. Schlechte Erfahrungen sind es nicht, es ist nun mal so, dass es unüblich ist, dass ein Literaturübersetzer \"seinen\" Preis durchsetzen kann. Der Preis variiert übrigens je nach Verlag (manche zahlen grundsäztlich miserabel, sind aber unter Üb. bekannt wie ein bunter Hund!) und Sparte: Kinderliteratur (die ja einfacher ist) wird weniger bezahlt als Erw.-Literatur.
Zu den Standard-Formaten:
Seite = 30 Zeilen à 60 Anschl.
Seitenpreis = zwsischen 11 und 17 €.
22 & 34 sind DM-Preise, egal was unter den u.a. Links steht. Schön wär\'s, wenn schon die 22 stimmen würden!!

Weiterhin viel Glück und gute Nacht!
Claire


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Martina Keskintepe  Identity Verified
Malta
Local time: 05:19
Member (2002)
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TOPIC STARTER
Danke an alle! Oct 17, 2003

Vielen Dank für alle Beiträge. Es scheint hier ja wesentliche Unterschiede in den Preisvorschlägen zu geben! Sobald ich meine ersten Erfahrungen gemacht habe, werde ich euch daran teilhaben lassen

Grüße an alle,
Martina


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