Mobile menu

Off topic: M√§nner sind eigentlich √ľberfl√ľssig
Thread poster: Geneviève von Levetzow

Genevi√®ve von Levetzow  Identity Verified
Local time: 15:22
Member (2002)
French to German
+ ...
Nov 7, 2003

http://www.wissenschaft-online.de/abo/ticker/692031

Verzichten Organismen auf Zeit verschwendenden Sex, dann können sie sich wesentlich schneller vermehren und ihre Umwelt erobern. Also wozu das Ganze?

Die geschlechtliche Vermehrung bietet - bei all ihren Nachteilen - durchaus auch Vorz√ľge. Schlie√ülich wird das Erbgut so neu durchmischt, sodass die nachfolgende Generation mit neuen Genkombinationen vielleicht besser in der Welt zurechtkommen wird. Selbst Bakterien, die sich ja lediglich durch Teilung vermehren, wollen nicht ganz auf den evolution√§ren Vorteil von Sex verzichten und tauschen gelegentlich Teile ihres Erbguts untereinander aus.

Schwierig beim Sex ist jedoch die zeitaufwändige Partnersuche - insbesondere, wenn man als winziger Wurm von nur einem Millimeter Länge in der großen weiten Welt eines Erdbodens lebt. Kein Wunder also, dass der Nematode Caenorhabditis elegans - von Genetikern wie auch Entwicklungsbiologen heiß geliebt - es vorzieht, sein Leben als Zwitter zu verbringen. Er verzichtet zwar im weitesten Sinne nicht auf Sex, beschränkt sich dabei jedoch auf sich selbst: C. elegans kann sich durch Selbstbefruchtung vermehren - und das durchaus effektiv.

Erstaunlicherweise sind jedoch nicht alle Exemplare der Art Zwitter. Ein winziger Bruchteil von 0,1 Prozent der Population besteht aus Männchen. Da die Vermehrung durch Selbstbefruchtung viel schneller geht, sollten die wenigen männlichen Exemplare längst ausgestorben sein. Weshalb bewahrt sich die Art den männlichen Luxus?

Genau diese Frage stellte sich auch Veena Prahlad. Zusammen mit Dave Pilgrim und Elizabeth Goodwin z√ľchtete die Biologin von der University of Wisconsin C.-elegans-Populationen und verfolgte die Entwicklung sowie das Geschlechtsleben der W√ľrmer unter verschiedenen Bedingungen. Und dabei kam √úberraschendes zu Tage.

Wie bereits bekannt, entsprangen aus den zwittrigen W√ľrmern, die sich nur √ľber Selbstbefruchtung vermehren konnten, ebenfalls nur Zwitter. Konnten die Zwitter sich mit M√§nnchen einlassen, dann sollte die nachfolgende Generation eigentlich zur H√§lfte aus Zwittern und zur anderen H√§lfte aus M√§nnchen bestehen. Doch dem war nicht so. Je nach F√ľtterungsbedingungen der sich entwickelnden Larven stieg der Anteil der M√§nnchen an.

Als die drei Forscher der Sache auf den Grund gingen, entdeckten sie, dass die noch nicht geschlechtsreifen Jungtiere, die aus einem Tête-à-Tête hervorgegangen waren, ihr Geschlecht verändern können: Nehmen sie bestimmte bakterielle Substanzen war, die auf gute Futterbedingungen hinweisen, dann verlieren manche Zwitter eines ihrer beiden X-Chromosomen - und verwandeln sich so in Männchen.

Die W√ľrmer w√§hlen also ihr Geschlecht je nach Umweltbedingungen: Gibt es viel zu fressen - und wird das voraussichtlich auch in Zukunft so bleiben - dann g√∂nnen sie sich den Luxus des m√§nnlichen Geschlechts. Schlie√ülich werden sich bei der Futterquelle immer gen√ľgend Sexualpartner f√ľr die M√§nnchen finden, und der Genaustausch kann stattfinden.

Bei schlechter Versorgungslage wird die Populationsdichte jedoch entsprechend abnehmen, und damit steigt auch das Risiko, als Männchen allein zu bleiben. Dann ist es besser, auf Selbstbefruchtung zu setzen und sein Leben als Zwitter fortzusetzen.

"Sie brauchen keine M√§nnchen", fasst Elizabeth Goodwin die Ergebnisse √ľber das Liebesleben der W√ľrmer zusammen. "Aber wir sehen, dass Sex gut ist. Der Vorteil von Jungs ist eine erh√∂hte Flexibilit√§t bei der Entwicklung und der Genexpression. Das ist wahrscheinlich nicht der einzige Grund, aber es k√∂nnte einer der Gr√ľnde sein, warum C. elegans auf Jungs nicht verzichtet."

Andreas Jahn
© wissenschaft-online
Quellen

Science 302: 1046-1049 (2003)


Direct link Reply with quote
 
Steffen Pollex  Identity Verified
Local time: 15:22
English to German
+ ...
Na klar doch! :-) Nov 7, 2003

Geneviève von Levetzow wrote:

M√§nner sind eigentlich √ľberfl√ľssig



Überhaupt sollten wir auf derartige Zeitverschwendung verzichten.

Wie sagt man in Russland: "Nebensache, aber trotzdem schön!"


Direct link Reply with quote
 
TonyTK
German to English
+ ...
And "Remember, Nov 7, 2003

Ginger Rogers did everything Fred Astaire did, but she did it backwards and in high heels." (Faith Whittlesey)

Direct link Reply with quote
 
Michael Hesselnberg  Identity Verified
Local time: 15:22
French to German
+ ...
Aber sicher doch,besonders wenn es von Dir kommt>:-)) Nov 7, 2003

Das istja schon interessant,wie von der Biologie aus extrapoliert wird!!!Aber es bleiben biologische Hypothesen!√úBRIGENS:
DAS GANZE STAND SCHON VOR 6 WOCHEN IM SPIEGEL!
Bien le bonjour chez toi,une fois!


Direct link Reply with quote
 


There is no moderator assigned specifically to this forum.
To report site rules violations or get help, please contact site staff »


M√§nner sind eigentlich √ľberfl√ľssig

Advanced search






Anycount & Translation Office 3000
Translation Office 3000

Translation Office 3000 is an advanced accounting tool for freelance translators and small agencies. TO3000 easily and seamlessly integrates with the business life of professional freelance translators.

More info »
TM-Town
Manage your TMs and Terms ... and boost your translation business

Are you ready for something fresh in the industry? TM-Town is a unique new site for you -- the freelance translator -- to store, manage and share translation memories (TMs) and glossaries...and potentially meet new clients on the basis of your prior work.

More info »



All of ProZ.com
  • All of ProZ.com
  • Term search
  • Jobs