Problem mit schlechter √úbersetzung f√ľr Probetext
Thread poster: Charlotte Blank
Charlotte Blank  Identity Verified
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Czech to German
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Nov 11, 2003

Hallo,

ich habe ein Problem mit einer Probe√ľbersetzung aus dem Englischen. Sie ist aus einer anderen Sprache ins Englische √ľbersetzt und zwar derart schlecht, dass der Sinn - wenn √ľberhaupt - teilweise nur auf Umwegen erschlossen werden kann. Da ich gern mit dem Auftraggeber (es ist mein erster Kontakt zu ihm und er wird im BlueBoard sehr gut bewertet) weiter in gutem Einvernehmen bleiben m√∂chte, kann ich die deutsche √úbersetzung nicht gut einfach genauso "schlurren lassen", m√∂chte ihn aber auch nicht durch allzu deutliche Hinweise auf die schlechte englische √úbersetzung ver√§rgern.
Habt Ihr auch schon in einer solchen Situation gesteckt?

Danke f√ľr jede moralische Aufmunterung!

Charlotte


PS F√ľr den Kollegen, der mir letzte Woche eine mail geschickt hat: Bitte nochmal, ich habe sie aus Versehen gel√∂scht!


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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
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English to German
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Problem deutlich machen Nov 11, 2003

Hallo Charlotte,
wenn dein Auftraggeber professionell arbeitet, wird er berechtigte Kritik ernst nehmen - falsch verstandene Diplomatie bringt da √ľberhaupt nichts.

Zur Sicherheit k√∂nntest du den Text vielleicht vorher einem englischen Muttersprachler zum Gegenlesen geben? W√§re nat√ľrlich peinlich, wenn der Text in Ordnung w√§re, halt nur komplex...

Gruß Ralf


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Klaus Herrmann  Identity Verified
Germany
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Member (2002)
English to German
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Originalsprache oder Gerät anfordern Nov 11, 2003

Ich schlage mich oft genug mit derartigen Kunstwerken europ√§ischer und fern√∂stlicher Provenienzen herum, leider muss man auch bei den Folgeauftr√§gen gr√ľnlich arbeiten.

Bei euro√§ischen Texten ist es oft m√∂glich, die Originalversion zu Rate zu ziehen. Wenn du die Originalsprache sprichts, w√§re das der sinnvollste Ansatz. Zweite M√∂glichkeit, wenn's nicht gerade um die Queen Elizabeth II geht, fragen ob man ein Ger√§t bekommen kann. Damit lassen sich die meisten Fragen kl√§ren. Ist es doch die QE II, Dinglichkeit eines Vorort-Termins f√ľr die Dauer der √úbersetzung klar machen (und hinterfragen, wieso das Englisch so schlecht war).

Dritte Möglichkeit: Kunden bei unklaren Textstellen fragen.

Vierte M√∂glichkeit: u.U. muss man den Text als nicht √ľbersetzbar ablehnen. Bedauerlich, aber f√ľr alle Beteiligten die beste M√∂glichkeit, wenn die anderen drei Alternativen nicht greifen.


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Sandra Milosavljevic-Rothe  Identity Verified
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German to Serbian
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kann auch Absicht sein Nov 11, 2003

Ein Insider hat mir mal vor einiger Zeit verraten, dass √úbersetzungsfirmen ihre Probetexte manchmal absichtlich mit Fehler bespicken, einfach um zu sehen, wie die √úbersetzer darauf reagieren. Nicht selten kommt es in der Praxis vor, dass selbst Originaltexte (also keine √úbersetzungen), die in Gro√üfirmen von ausgebildeten technischen Redakteuren verfasst wurden, derart fehlerbehaftet sind - Tippfehler, Satzbaufehler..., dass man sich die Haare rauft. Mit einem solchen Auftraggeber habe ich selbst √ľbrigens seit mehreren Monaten das "Vergn√ľgen".

Deshalb macht es auch Sinn zu wissen, wie ein √úbersetzer auf so etwas reagiert. Stellt er Fragen dazu? F√ľgt er seiner √úbersetzung eventuell eine Liste mit Anmerkungen hinzu? √úbersetzt er alles genauso wie es in der Vorlage steht, ohne mit der Wimper zu zucken?

Dazu noch eine kleine Geschichte aus der Praxis: Mit einem Werbetext werden die touristischen Vorteile eines europ√§ischen Landes hochgepriesen, dass geografisch s√ľdlich von Deutschland liegt. Ihr Hauptwerbespruch lautet in etwa "Ab in den S√ľden". Der Text soll aus dem Deutschen ins Kroatische √ľbersetzt werden. Nun liegt Kroatien ja noch s√ľdlicher als das besagte Land, also macht der obige Werbespruch √ľberhaupt keinen Sinn mehr. Der Auftraggeber war sehr dankbar, dass ich ihn auf diese "Kleinigkeit" hingewiesen habe))


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Genevi√®ve von Levetzow  Identity Verified
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Member (2002)
French to German
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Immer fragen Nov 11, 2003

Charlotte,

prinzipiell ist es doch kein Unterschied, ob es sich um eine normale oder eine Probe√ľbersetzung handelt.

Und Du musst es auch so sehen, Dein Auftraggeber testet Dich, Du testest aber auch ihn. D.h., ein professioneller Auftraggeber wird Dich mit Dokumentation versorgen ‚Äď ohne dass Du fragst.

Ich habe sehr h√§ufig die originalenglische Datei f√ľr √úbersetzungen ins Deutsche oder Franz√∂sische erhalten, und es war doch eine gro√üe Hilfe.

F√ľr die Sendung des Ger√§ts oder f√ľr einen Vor-Ort-Termin (hervorragende Idee, Klaus) ist die Zeit meist zu knapp ‚Äď oder meine Auftraggeber sind zu weit entfernt (obwohl... in den Staaten war ich noch nie, interessante Perspektiven).

Ich frage aber immer ‚Äď wenn es noch nicht vorliegt ‚Äď nach Zeichnungen oder Fotos.

Und wenn ich etwas in der Ausgangssprache nicht verstehe oder wenn ich einen inhaltlichen Fehler entdecke, frage ich den Auftraggeber.

Und wenn der zu √ľbersetzende Text miserabel geschrieben war (passiert nicht nur bei √úbersetzungen... Seufz), sage ich es auch. Ich lasse auch immer eine Rechtschreibepr√ľfung vor dem √úbersetzungsvorgang laufen und schicke in ganz schlimmen F√§llen die korrigierte Version zur√ľck.

In Deinem Falle, einfach die Situation schildern und mit dem Auftraggeber entscheiden, wie es weiter geht.

Geneviève


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Uwe Kirmse  Identity Verified
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Polish to German
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Versuch's doch mal bläulich :-) Nov 12, 2003

Klaus Herrmann wrote: ... leider muss man auch bei den Folgeauftr√§gen gr√ľnlich arbeiten. ...




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Charlotte Blank  Identity Verified
Local time: 03:01
Czech to German
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TOPIC STARTER
Dank, mit Goethe Nov 13, 2003

Erst mal vielen Dank f√ľr Eure ausf√ľhrlichen Ratschl√§ge! Ich habe den Text inzwischen einer englischen Muttersprachlerin vorgelegt, die einige Grammatikfehler entdeckt und den Stil als "TOOO formal" bezeichnet hat. Meine √úbersetzung werde ich jetzt mit den entsprechenden Hinweisen abliefern - leider bin ich der Ausgangssprache nicht m√§chtig genug, um den Originaltext zu Hilfe nehmen zu k√∂nnen.

Zum Dank noch ein kleiner Spruch, den ich neulich zufällig in einem Goethe-Band entdeckte (und nicht ahnte, dass er sich so schnell als wahr erweisen sollte):

"Uebersetzer sind als gesch√§ftige Kuppler anzusehen, die uns eine halbverschleierte Sch√∂ne als h√∂chst liebensw√ľrdig anpreisen; sie erregen eine unwiderstehliche Neigung nach dem Original."

Dem ist nichts hinzuzuf√ľgen...


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