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Skonto bei prompter Zahlung?
Thread poster: Mondolingua

Mondolingua  Identity Verified
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Nov 29, 2003

Unser Kunde hat angekündigt, dass er normalerweise bei fristgerechter Zahlung (wenn uns seine Buchhaltung binnen 1-2 Wochen ab Rechnungsdatum das Geld überweist) ein Skonto abzieht...
Da es um grösseren Summen geht - verschiedene Aufträge werden gleichzeitig bezahlt-, möchte ich Euch fragen, ob ihr Erfahrung mit Skonten u.ä. habt.
Ist es bei euch üblich? Und wenn, Wie viel und bei welcher Frist? Danke im Voraus


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Marion Schimmelpfennig  Identity Verified
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Skonto muss "eingeräumt" werden Nov 30, 2003

Skonto darf kein Kunde einfach so abziehen - Skonto muss der Rechnungssteller auf der Rechnung einräumen. Ich finde es reichlich unverschämt, einfach Skonto abziehen zu wollen und würde dem Kunden schlicht sagen, dass es bei dir/euch ein Skonto gibt...

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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
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Richtig Nov 30, 2003

Hallo Marion,
...und würde dem Kunden schlicht sagen, dass es bei dir/euch ein Skonto gibt...


Ich denke, du wolltest "kein Skonto" schreiben, oder?

Unsere Rechnungen sind zahlbar bei Erhalt, netto Kasse - damit erledigt sich jegliche Diskussion.

Aber wie so oft ist das natürlich eine wirtschaftliche Abwägung und Entscheidung - ist die Kundenbeziehung interessant genug und stellt der schnelle Rechnungsausgleich einen hinreichend großen Anreiz dar, dann kann es durchaus Sinn machen, Skonti zu gewähren. Aber wie Marion richtig sagte: das kann der Abnehmer der Leistung nicht einseitig einräumen, sondern das ist Verhandlungssache.

Ich kenne aus anderen Branchen Skontoregelungen, die einen Abzug von 3% bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen (ab Rechnungsdatum) vorsehen.

Gruß Ralf


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Steffen Pollex  Identity Verified
Local time: 08:58
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Das ist ja wohl der Hammer Nov 30, 2003

Also im Klartext:

Ihr vereinbart eine Leistung zu dem und dem Termin zu dem und dem Preis. Und weil der Kunde ja so nett ist pünktlich zu zahlen (das ist ja heute nicht mehr immer üblich, auch wenn es so sein sollte), ist dieser der Meinung, dass er Dir damit einen Gefallen tut, nicht etwa eine vorher eingegangene Verpflichtung erfüllt. Und dafür darf er sich aussuchen, wieviel er Dir bezahlt. Klasse...

Das wäre ja genau so, als wenn ich ins Geschäft gehe, sehe das Preisschild, zeige dem Verkäufer mein Portmone und sage:

"OK, die Ware soll 100 kosten. Hier habe ich einen Hunderter. Ich könnte also 100 bezahlen, das siehst Du ja. Und deshalb bezahle ich nur 80."

Sowas klingt doch fatal nach Till Eulenspiegel oder den Schildbürgern. Dummenfang wird eben immer wieder versucht.

Bloß nicht drauf einlassen. Wenn sich sowas rumspricht, bist Du erstens bald selbst pleite, und mit der Zeit werden wir alle am Ende den Kunden was dafür bezahlen müssen, dass sie uns für sich arbeiten lassen, nicht umgekehrt (wenn man's mal überspitzt zu Ende denkt).

Noch mal deutlich: ein Skonto wird "gewährt" vom Zahlungsempfänger und kann nicht vom Zahlungspflichtigen einfach vorausgesetzt oder gefordert werden.

liquida wrote:

Unser Kunde hat angekündigt, dass er normalerweise bei fristgerechter Zahlung (wenn uns seine Buchhaltung binnen 1-2 Wochen ab Rechnungsdatum das Geld überweist) ein Skonto abzieht...



[Edited at 2003-11-30 10:02]


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Sandra Milosavljevic-Rothe  Identity Verified
Germany
Local time: 08:58
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Ich kenne so etwas mit vorheriger schriftlicher Vereinbarung Nov 30, 2003

Eine Agentur, mit der ich ab und zu zu tun habe, hat mir zu Beginn unserer Zusammenarbeit einen Erklärungsvordruck geschickt mit der Bitte, mich zu entscheiden:
entweder beträgt die Zahlungsfrist 1 Woche und ich verzichte auf einen Teil des Honorars oder ich erhalte den gesammten Betrag innerhalb von 4 Wochen. So etwas finde ich fair.


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Mondolingua  Identity Verified
Local time: 08:58
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TOPIC STARTER
*DANKE* Nov 30, 2003

Danke für die vielen Sichtweisen an Sandra, Steffen und Ralf!
Also, es ist in unserem Fall wie von Ralf vermutet: es geht um einen GUTEN Kunden.
Gut im Sinne, dass wir eine kontinuierliche, "exklusive" Zusammenarbeit haben. Die Übersetzungen sind für den Aufwand zwar nicht besonders gut bezahlt, wir bekommen dafür aber häufig Aufträge. Und die Beziehung zum Kunden läuft auch sehr gut.
Ich werde es mir noch überlegen, wie wir vorgehen werden. Klar bleibt aber, dass wir kein 3% Skonto leisten können, da wir sonst gleich unter der Brücke wohnen können


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Hans G. Liepert  Identity Verified
Switzerland
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Fair? Nov 30, 2003

Sandra Milosavljevic-Rothe wrote:

...ich verzichte auf einen Teil des Honorars oder ich erhalte den gesammten Betrag innerhalb von 4 Wochen. So etwas finde ich fair.


Fair ist etwas ganz anderes! Warum will der Kunde die Übersetzung erst nach 4 Wochen zahlen? Er nutzt sie doch ab Erhalt! Er gibt Dir doch auch einen Fixtermin vor, ohne dass Du 4 Wochen später liefern könntest.
Ich glaube, Herrr Lemster hat Recht: Es ist eine Frage der wirtschaftlichen Beurteilung.

[Edited at 2003-11-30 12:30]


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Steffen Pollex  Identity Verified
Local time: 08:58
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Kann mich nur anschließen Nov 30, 2003

Hans Liepert wrote:

Fair ist etwas ganz anderes!


Wo ist denn der Unterschied, Sandra? Liquida schreibt, sie soll Preisnachlass gewähren, wenn Sie das Geld binnen zwei Wochen erhält, Du sagst, Dich will man dazu drängen, wenn Du nicht vier Wochen warten willst.

Na und? In beiden Fällen versucht der Kunde, Dich zu übertölpeln. Dummenfang, wie ich oben schon sagte.

Eine Rechnung ist im Prinzip fällig, wenn Du Deine Leistung gebracht hast und der Kunde die Rechnung erhält. Von daher sind jegliche "Zahlungsziele" (wenn auch inzwischen eingebürgert) von mehreren Wochen an sich unangebracht. Und alles was über einen Monat hinausgeht überhaupt eine Unverschämtheit, ebenso das unverfrorene Verlangen von Kunden nach Preisnachlass für pünktliche Zahlung.

Klar kann man das mal machen, muss man vielleicht sogar hin und wieder aus Fairness. Tue ich auch, aber nur, wenn ich sehe, dass der Kunde keine wirklich 100% der vereinbarten Leistung von mir bekommen hat (Nacharbeiten etc.), was mir der Kunde belegen kann.

Oder eben, wenn das ein guter Kunde ist, der mir viel Umsatz bringt. Dann gehe ich aber vor Aufnahme der Arbeit in meinem Preis runter, Abzüge vom einmal vereinbarten dürfen nicht die Regel werden. Kunden sind auch so reichlich undiszipliniert teilweise, das muss man nicht noch unterstützen, indem man sich auf solche Eiereien einlässt.

In jedem Fall kann das nur von Dir ausgehen und nicht der Kunde eigenmächtig einfach einen Teil der vereinbarten Bezahlung nicht leisten.

Und Du setzt die Zahlungsfrist, Du bist der Verkäufer. Ist das Beispiel vom Supermarkt wirklich so wenig einleuchtend? Versuch mal, an der Kasse vorbeizugehen und zu sagen "Geld bringe ich in vier Wochen, wenn ich's eher zusammenkratzen kann, bezahle ich weniger, OK?". Man wird Dich umgehend einlochen und vor den Kadi zerren, oder für verrückt erklären lassen mit lebenslang freier Kost und Logis auf Staatskosten.

Wieso sollte das hier anders sein? Du hast ja auch nicht 300 statt der vereinbarten 400 Seiten pünktlich abgeliefert. Wozu hätte man sonst vorher überhaupt Fristen und einen Preis aushandeln sollen?

[Edited at 2003-11-30 13:19]


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Sandra Milosavljevic-Rothe  Identity Verified
Germany
Local time: 08:58
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einerseits habt ihr recht... Nov 30, 2003

Theoretisch ist alles klar geregelt, aber die Praxis sieht manchmal ganz anders aus.

Außerdem hat wohl jeder so seine Maßstäbe. Ich habe beispielweise einen Auftraggeber, mit dem ich schon seit Jahren intensiv zusammen arbeite. Er zahlt sehr gut, aber oft erst nach 6-8 Monaten. Aber er zahlt trotzdem irgendwann. Und ich kann damit leben. Es kann schon Kollegen geben, die sich solche Verspätungen nicht leisten können und deswegen lieber weniger, aber sofort als mehr und etwas später bezahlt werden wollen. Man kann ja auch gleich sagen, dass man mit einem solchen Auftraggeber erst gar nicht zusammen arbeiten möchte, und dann hat man seine Ruhe, aber auch weniger Aufträge.

Es bleibt jedem von uns überlassen, sich für die jeweils passendste Vorgehensweise zu entscheiden.

Wichtig ist nur, dass man sich vorher mit dem Auftraggeber (möglichs schriflich) einigt, denn dann hat man im Falle eines Falles auch etwas worauf man sich berufen kann.


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Alison Schwitzgebel
France
Local time: 08:58
Member (2002)
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Kostenrechung.... Nov 30, 2003

Tja, als ich Kostenrechung studiert habe, haben wir gelernt, daß man bei Gewährung eines Skontos diesen Betrag mit in dem Preis einkalkulieren muß.

Im Klartext - wenn der Kunde unbedingt ein Skonto von 3% haben will, mußt Du Deine Preise ihm gegenüber um 3% erhöhen.

Diese 3% stellen für den Kunden mehr oder weniger den Zinssatz für deine Lieferantenkredit dar und sind natürlich auch für ihn ein Ansporn die Rechnung rechtzeitig zu bezahlen. Ich finde meine alte Kostenrechnungsunterlagen nicht mehr (und bin gerade zu müde um ein Beispiel auszurechnen) aber wenn mann diese Skontomöglichkeit als Kunde NICHT benutzt, ist der Zinssatz auf Jahresbasis für dieses Geld ENORM hoch.

HDH

Alison


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Agnieszka Hayward
Poland
Local time: 08:58
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Hier in Polen Nov 30, 2003

hab ich no nie mit so was zu tun gehabt. Ganz im Gegenteil. Normalerweise betraegt die Zahlungsfrist 2 Wochen. Irgendeine Verspaetung und der Kunde zahlt Zinsen...
Hm, klar und eindeutig andere Sitten.
Alles Gute
Agnieszka


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Mondolingua  Identity Verified
Local time: 08:58
Member
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TOPIC STARTER
Alison... ERHELLEND Nov 30, 2003

Ein besonderes DANKE an Alison...
...logisch und sauber. Ich speichere gleich Deine Antwort für die Zukunft. Sie ist einfach goldenswert
Danke auch an Tygru: Ich galube, es wäre besser so etwas einzuführen. Wenn der Kunde zu spät bezahlt, zahlt er drauf. Das wird bestimmt eins der nächsten Themen werden!


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RWSTranslation
Germany
Local time: 08:58
Member (2007)
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Vereinbarung Dec 1, 2003

Hallo,

wie immer regelt diese Frage der Markt. Ich persönlich halte Skonto für eine sinnvolle Möglichkeit den Auftraggeber zur zeitnahen Zahlung zu ermutigen. Allerdings wie immer. Es gilt das, was man vor einem Auftrag vereinbart hat. IM übrigen hat Allison natürlich recht. Skonto kalkuliert man vorab in den Preis ein. Eigentlich handelt es sich nicht um die Gewährung von Rabatt, sondern vielmehr um Zinsen, die jemand zahlt, wenn er halt erst später zahlen will/kann und die dann beim pünktlichen Zahler nicht anfallen.

Viele Grüße

Hans


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