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├ťbersetzung als Original beglaubigen, wenn nur eine Kopie vorliegt?
Thread poster: Patricia Gifford

Patricia Gifford  Identity Verified
Local time: 09:07
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Jan 8, 2004

Hallo und ein frohes, neues Jahr allerseits!

Ich bekam heute von einer ├ťbersetzungsagentur, mit der ich noch nicht zusammengearbeitet hatte, einen Auftrag zugefaxt. Ich sollte eine standesamtliche Urkunde (die mitgefaxt wurde) ├╝bersetzen und als Original beglaubigen, weil das Original lt. der Inhaberin im ├ťbersetzungsb├╝ro vorliegen w├╝rde. Das B├╝ro wollte das Originaldokument nicht per Post (und Einschreiben) schicken, weil das zu lange dauern und zu viel kosten w├╝rde etc. Die Dame sagte mir, dass es generell Usus sei, dass ihre ├ťbersetzer ihre Faxe als Original beglaubigen, wenn sie ihnen sagt, dass sie das Original bei sich hat. Das B├╝ro macht von seinem Internetauftritt und auch der Auftragserteilung her einen seri├Âsen Eindruck, aber da ich noch nicht mit diesem B├╝ro zusammengearbeitet hatte und es auch nicht (von anderen Kollegen her) kannte, war mir das doch ein wenig zu heikel, denn wenn ich das Dokument beglaubige, bin ich ja auch f├╝r die rechtlichen Konsequenzen verantwortlich. Zudem ist das B├╝ro so 200 km von mir entfernt, so dass ich nicht mal schnell hinfahren und die Kopie anhand des Originals ├╝berpr├╝fen kann. Die Inhaberin sagte dann, dass sie ihre Vorgehensweise nicht ├Ąndern m├Âchte und aufgrund dessen nicht mit mir zusammenarbeiten kann, was ja auch ihr gutes Recht ist. Schade zwar, aber ich kann es von ihrer Seite auch nachvollziehen. Wenn andere ├ťbersetzer das machen, wieso soll sie sich dann mit mir rum├Ąrgern.

Ich habe mich zwischenzeitlich beim BD├ť erkundigt. In unserem LV empfehlen sie auch meine Vorgehensweise bzw. die Dame vom BD├ť sagte mir, ich solle mich auf gar keinen Fall dazu ├╝berreden lassen, eine Kopie als Original zu beglaubigen, weil der Schuss nach hinten losgehen kann.

Wie w├Ąrt ihr an meiner Stelle vorgegangen?
War ich zu kleinlich und h├Ątte diesem B├╝ro einfach vertrauen sollen (es hat ja auch keinen Grund gegeben, ihnen nicht zu vertrauen, aber man wei├č ja nie)? Oder war meine Vorgehensweise ok?
Wie macht ihr das, wenn ihr die Auftraggeber kennt? Vertraut ihr ihnen und beglaubigt eine Kopie als Original oder lasst ihr euch immer das Original zeigen?

Viele Gr├╝├če und schon mal danke f├╝r eure Beitr├Ąge dazu,
Patricia


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RWSTranslation
Germany
Local time: 09:07
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Zusammenheften Jan 8, 2004

Hallo,

wir bekommen ab nd an auch solche Auftr├Ąge und heften dann das Fax und die ├ťbersetzung zusammen, und lassen dann Fax und ├ťbersetzung so stempeln, dass man Sie nicht mehr einfach trennen (gef├Ącherte Umknickung abstempeln).

Versichert wird dann, dass die ├ťbersetzung mit dem angehefteten Fax ├╝bereinstimmt.

Viele Gr├╝├če

Hans


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Alison Schwitzgebel
France
Local time: 09:07
Member (2002)
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Genau so.... Jan 8, 2004

Patricia Gifford wrote:

Ich habe mich zwischenzeitlich beim BD├ť erkundigt. In unserem LV empfehlen sie auch meine Vorgehensweise bzw. die Dame vom BD├ť sagte mir, ich solle mich auf gar keinen Fall dazu ├╝berreden lassen, eine Kopie als Original zu beglaubigen, weil der Schuss nach hinten losgehen kann.
Patricia


Wenn dir nur eine Kopie vorliegt, dann kannst du das nur mit "von einer Kopie gefertigt" beglaubigen. Du kannst auch "von einem Telefax gefertigt" schreiben, wenn die Urkunde dir zugefaxt wurde. Aber "vom Original" darfst Du nur schreiben, wenn du tats├Ąchlich das Original gesehen hast...

Ich h├Ątte den Auftrag abgelehnt bzw. verlangt, das Original in die H├Ąnde zu bekommen. Oder aber vorl├Ąufig eine "vom Telefax" Version anzufertigen, bis ich das Original per Post gesehen h├Ątte....

HDH

Alison


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Jutta Deichselberger  Identity Verified
Local time: 09:07
Member (2004)
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H├Ątte ich auch so gemacht! Jan 8, 2004

Wenn ich das B├╝ro kenne, dann beglaubige ich schon mal ein Original, obwohl ich nur ein Fax in den H├Ąnden halte. Wenn ich das B├╝ro nicht kenne, dann beglaubige ich es als "Telefaxkopie"!

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Uwe Kirmse  Identity Verified
Local time: 09:07
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Das geht ja noch. Jan 8, 2004

Das beste Angebot, das ich bis jetzt bekommen habe (von einer internationalen Rechtsanwaltskanzlei) bestand darin, dass sie mir die Dateien mit der von ihrem Billig├╝bersetzer gefertigten ├ťbersetzung zum Ausdrucken und Beglaubigen ├╝bersenden. Ich sollte nicht einmal eine Kopie zu sehen bekommen.


Ich brauche eigentlich nicht zu sagen, dass ich so etwas nicht einmal f├╝r gute Bekannte mache. Wenn man dagegen mit jemandem zusammenarbeitet, der f├╝r eine andere Sprache beeidigt ist, den man sehr gut kennt und mit dem man sich manchmal austauscht, k├Ânnte man sich dagegen ├╝berlegen, ob es reicht, wenn man das Fax mit der schriftlichen Zusicherung bekommt, dass das Original bei ihm vorliegt. Bei einem Erstauftrag von Fremden zeugt ein solches Angebot aber nicht gerade von der Seriosit├Ąt dieser Agentur, auch wenn der Internetauftritt noch so gut aussieht.

[Edited at 2004-01-08 15:17]


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Patricia Gifford  Identity Verified
Local time: 09:07
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TOPIC STARTER
Vielen Dank bisher Jan 8, 2004

DSC wrote:
... und heften dann das Fax und die ├ťbersetzung zusammen, und lassen dann Fax und ├ťbersetzung so stempeln, dass man Sie nicht mehr einfach trennen (gef├Ącherte Umknickung abstempeln).
Versichert wird dann, dass die ├ťbersetzung mit dem angehefteten Fax ├╝bereinstimmt...


Ja, diese L├Âsung hatte ich der Dame auch angeboten, aber das wollte sie nicht.

Alison Riddell-Kachur wrote:
Wenn dir nur eine Kopie vorliegt, dann kannst du das nur mit "von einer Kopie gefertigt" beglaubigen... Aber "vom Original" darfst Du nur schreiben, wenn du tats├Ąchlich das Original gesehen hast...
Alison


Genau, so habe ich das bis jetzt ja auch immer gehandhabt. Ich hatte n├Ąmlich ein Mal den Fall, dass ich das Original zugefaxt bekam und meine ├ťbersetzung "vom Original" beglaubigt habe, weil ich sie sowieso pers├Ânlich abliefern wollte, um vorsichtshalber noch mal Original und Faxkopie zu vergleichen. Und tats├Ąchlich: Es stimmte nicht ├╝berein! Zwischenzeitlich war ein neueres, aktuelles Original aufgetaucht. Ich habe meine ├ťbersetzung dann auf der Stelle vor ihren (erstaunten) Augen zerrissen, mir das Original geschnappt und meine ├ťbersetzung entsprechend aktualisiert. Dem Kunden war das damals gar nicht so bewusst, dass beides ├╝bereinstimmen muss. Sie dachten einfach, das sei schon ok so.

Was mich bei der ganzen Sache heute Morgen so stutzig machte, war dass dieses B├╝ro gesagt hatte, dass diese Vorgehensweise normal w├Ąre und andere ├ťbersetzer das auch so machen. Von daher hast du Recht, Uwe, dass es bei einem Erstauftrag sicherlich keine gute Entscheidung gewesen w├Ąre, darauf einzugehen, auch wenn das Auftreten des Unternehmens noch so professionell erscheint.

Ich bin froh, dass ihr das auch so seht und werde mich weiterhin wie bisher an die aktuellen "Richtlinien f├╝r die Anfertigung von Urkunden├╝bersetzungen" halten, dann kann nichts schiefgehen.

Vielen Dank und viele Gr├╝├če,
Patricia


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Lydia Molea  Identity Verified
Germany
Local time: 09:07
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Du hast vollkommen richtig gehandelt. Jan 9, 2004

Ich beglaubige auch nur als Original, wenn ich selbiges gesehen habe. Es gibt nur eine Agentur, bei der ich eine Ausnahme machen w├╝rde, da ich die PM pers├Ânlich kenne.

Vor allem bei Neukunden w├Ąre ich sehr vorsichtig, egal wie toll die Website ist. Wenn sie "als Kopie/Fax/Abschrift vorgelegt" nicht wollen, haben sie eben Pech gehabt. Schlie├člich steht DEIN Name darunter.

Liebe Gr├╝├če und frohes Schaffen
Lydia


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