Handgeschriebene Texte mit Aufpreis berechnen?
Thread poster: Sarah Downing

Sarah Downing  Identity Verified
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Feb 9, 2004

Ich arbeite für viele Agenturen und bei denen hat man erfahrungsgemäß weniger Flexibilität mit dem Preis als man mit Direktkunden hat.

Es wäre natürlich schön, wenn man für "Sonderleistungen" (z.B. pdf-Formatierung, Faxen, u.s.w.) mehr Geld bekäme, aber so weit ich weiss, berechnen viele Agenturen diese Leistungen eben nicht mit Aufpreis und darum beisse ich mir meist die Zähne zusammen und nehme die Extraarbeit auf mich, vor allem wenn das gute Stammkunden von mir sind, die mir ansonsten viel Arbeit zukommen lassen - dann macht mir so etwas nicht so viel aus.

Mir ist jedoch folgendes passiert: Ich habe eine Anfrage für die Übersetzung eines handgeschriebenen Textes bekommen und den Auftrag folglich abgelehnt, weil mir der "sonstige" Zeilenpreis für den Extraaufwand zu niedrig erschien. Die Mitarbeiterin schien das auch nicht so recht nachzuvollziehen, warum ich für diesen Auftrag einen Aufpreis anrechnen wollte. Ich bin der Meinung, dass ich richtig gehandelt habe, weil solche handgeschriebene Text erst einmal entziffert werden müssen und das ist schon eine Sonderleistung.

Was meinen Sie?

Viele Grüße,

Sarah


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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
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Aber sicher... Feb 9, 2004

Hallo Sarah,
als Unternehmerin musst du sicherstellen, dass der berechnete Preis eine angemessene Gegenleistung für deinen Aufwand darstellt - Preisaufschläge für Sonderformate bzw. erhöhten Aufwand sind da keine Ausnahme.

PowerPoint-Folien sind ein gutes Beispiel: bedingt durch den deutlich höheren Formatierungsaufwand lehne ich es in der Regel ab, zum normalen Zeilen- oder Wortpreis abzurechnen.

HTH - Gruß Ralf


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xxxMarc P  Identity Verified
Local time: 16:47
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Warum nicht? Feb 9, 2004

Sarah Downing wrote:

Ich arbeite für viele Agenturen und bei denen hat man erfahrungsgemäß weniger Flexibilität mit dem Preis als man mit Direktkunden hat.


Du hast genausoviel Flexibilität, wie Du Dir zutraust. Selbständigkeit heißt das. Erfahrungsgemäß.

Es wäre natürlich schön, wenn man für "Sonderleistungen" (z.B. pdf-Formatierung, Faxen, u.s.w.) mehr Geld bekäme


Um mehr zu bekommen, muss man auch mehr verlangen. Auf dem Hintern sitzen und auf Almosen von Kunden warten, bringt nichts.

Die Mitarbeiterin schien das auch nicht so recht nachzuvollziehen, warum ich für diesen Auftrag einen Aufpreis anrechnen wollte.


Das ist doch ihr Problem, oder? Du brauchst es auch nicht zu rechtfertigen (zumindest nicht, bevor Du den Auftrag annimmst; hinterher wird's schwieriger).

Marc


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Sarah Downing  Identity Verified
Local time: 10:47
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Um Aufpreise bitten ... Feb 9, 2004

Danke für eure Kommentare, Ralf und Marc.

Marc: Mir ist auch völlig klar, dass man um Aufpreise bitten muss und das tue ich bei manchen Kunden auch. Bei Agenturen ist es aber erfahrungsgemäß trotzdem meist anders als bei Direktkunden - und nein, ich sitze nicht auf dem Arsch und warte auf Almosen von den Kunden, um Deine schöne Analogie zu benutzen.

Viele Grüße,

Sarah


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Befanetta81
Italy
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Ich versteh da was nicht so recht Feb 9, 2004

Hallo Sarah,

Ich bin etwas verwirrt...also, falls ich richtig verstanden habe, hättest Du einen Text übersetzen sollen der handgeschrieben ist. Warum verlangst Du dafür mehr Geld? Ist die Schrift so schlimm, dass man kaum was versteht? Also ich mache auch manchmal sochle Übersetzungen, hab aber nie mehr verlangt.
Bekomme bitte nichts in den falschen Hals, ich möchte gerne die Differenz zwischen einen digitalen und einen handgeschriebenen Text erfahren.
Tschüß


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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
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Höherer Aufwand Feb 9, 2004

Hallo Befanetta,

ich möchte gerne die Differenz zwischen einen digitalen und einen handgeschriebenen Text erfahren.


Aus meiner eigenen Erfahrung: einen in Form einer bearbeitungsfähigen Textdatei vorliegenden Text kannst du z.B. mit Hilfe von CAT-Programmen bearbeiten. Außerdem kannst du meist die vorhandene Dokumentformatierung verwenden und musst diese nicht selbst erstellen.

HTH, Ralf


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Befanetta81
Italy
Member (2007)
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Ah.... Feb 9, 2004

Hi Ralf,

Jetzt hab ich verstanden. Falls es sich jedoch um eine kurzen Text handelt, denke ich, dass es nicht ein so großer Aufwand ist eine neue Datei zu erstellen. Du, ich hätte da eine Frage. Ich bin erst 22 Jahre alt,und arbeite erst seit dem Jahr 2001 als free-lance translator. Ich hab mit CAT-tools noch nichts zu tun, z,B hab ich schon oft von Trados gehört, hab aber nicht so recht verstanden was dieses Software so macht. Könntest Du es mir erklären? Ist es schwierig zu erlernen? Eine Agentur hat mir Angeboten von zu Hause aus mit Trados zu arbeiten, hab nicht so verstanden...kann mich an deren Server anschließen und so Trados benutzen. Ich hab dankend abgelehnt, weil ich nicht weis wie es funktioniert:-(


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Sarah Downing  Identity Verified
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Ich schließe mich dem Ralf an Feb 9, 2004

Hallo Befanetta,

keine Sorge - ich kriege nicht so schnell, etwas im falschen Hals!

Bei einem handgeschriebenen Text ist es doppeltviel Aufwand - zum einen weil man das eben selbst eintippen muss (wie bei einem Fax - man kann es, wie der Ralf sagt, schlecht mit CAT-Tools bearbeiten); zum anderen weil ein handgeschriebener Text meist schwer zu lesen ist - es ist noch mehr als die manchmal auftretende schlechte Qualität bei Faxkopien - manche Kunden haben unter dem Strich einfach eine Saukralle!

Viele Grüße,

Sarah


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xxxMarc P  Identity Verified
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Um Aufpreise bitten Feb 9, 2004

Hallo Sarah,

verzeih mir bitte die etwas derbe Analogie (uhps), mein Kommentar war aber durchaus als Ermutigung gemeint - Dich brüskieren wollte ich nicht. (Bin kein Bayer, hab also keine Ausrede. )

Viele Büros machen es sich anscheinend zu leicht: Erst mit dem Endkunden Endpreis aushandeln, dann den selbständigen Übersetzer vor vollendete Tatsachen stellen.

Wer in der Wirtschaft sonst so handelt, hat es nur verdient, Konkurs zu machen, und wird es wohl auch tun. Übersetzungsbüros auch, um so mehr, wenn sie sich blöd anstellen. Artenschutz genießen sie m.E. nicht.

Ehrlich gesagt ist meine Erfahrung genau das Gegenteil von Deiner. Meine Endkunden verstehen die Argumente eher weniger (oder anders gesagt: es erfordert mehr Aufklärungsarbeit), weil sie nicht vom Fach sind. Sie wollen es auch nicht unbedingt erklärt bekommen. Ich muss meinen Preis nicht rechtfertigen, sie rechtfertigen auch nicht eine eventuelle Absage. Einfach Termin ja/nein, Preis ja/nein. Zwar nicht immer. Aber öfter als bei Büros.

Meine Bürokunden dagegen sind auch Profis, haben Erfahrung mit CAT-Werkzeuge, wissen, dass es einfacher ist, mit einer Datei zu arbeiten als vom Papier, verstehen dann auch meinen Zuschlag für letzteres (handgeschrieben oder nicht). Haben sich selbst schon mal mit Powerpoint-Dateien rumgequält usw.. Deshalb ermutige ich auch zu Aufklärungsarbeit bei Büros. Die Guten - die gibt es auch - sind dafür offen.

Marc


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Klaus Herrmann  Identity Verified
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Member (2002)
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Lernfrage Feb 9, 2004

Darf ich nochmal eine Trados-Lernfrage einflechten - mit DejaVu ist mir egal, ob ich eine Word- oder PowerPoint-Datei bearbeite. Ist das bei Trados anders?

Das Entziffern von Handschriften kann ausgesprochen zeitaufwändig (und fehlerträchtig) sein. Das muss sich zwangsläufig im Preis niederschlagen, sofern man nicht Kulanz-Rabatt einräumt.


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Ralf Lemster  Identity Verified
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Mal ganz kurz "off-topic"... Feb 9, 2004

Hallo...
Da die Ausgangsfrage eigentlich beantwortet wurde, schweife ich mal etwas ab:

Befanetta wrote:
Ich hab mit CAT-tools noch nichts zu tun, z,B hab ich schon oft von Trados gehört, hab aber nicht so recht verstanden was dieses Software so macht. Könntest Du es mir erklären? Ist es schwierig zu erlernen?

Auf die Schnelle erklären dürfte wenig Sinn machen - schau' dich mal im CAT Center um (unter Tools in der Hauptnavigation).
Auf www.translationzone.com kannst du dir Tutorials zu Trados herunterladen, die dir einen Eindruck von den Funktionen und Abläufen vermitteln.

Klaus Herrmann wrote:

Darf ich nochmal eine Trados-Lernfrage einflechten - mit DejaVu ist mir egal, ob ich eine Word- oder PowerPoint-Datei bearbeite. Ist das bei Trados anders?
.

Ja. Word-Dateien werden in Word bearbeitet (die Trados-Funktionen sind über eine Formatvorlage eingebunden), PowerPoint-Dateien kannst du ab Version 6.5 im TagEditor bearbeiten (Gleiches gilt für Excel). Vorher gab's so genannte "T-Windows" - der Prozess ist nach meinem Dafürhalten im TE einfacher. (Tipp: beim ersten Öffnen von .xls- oder .ppt-Dateien im TagEditor etwas Geduld mitbringen, da die Format- bzw. Zelleninfos erst in XML-Tags umgewandelt werden müssen. Ist aber nur einmal notwendig.).

HTH - Gruß Ralf


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Sarah Downing  Identity Verified
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TOPIC STARTER
Agenturen und Endkunden Feb 9, 2004

Hi Marc,

kein Problem mit Deinem "etwas derben Kommentar" - schwamm drüber. Ich wünsche mir, es wäre so leicht bei meinen Kunden. Ich kriege ehrlich gesagt recht wenige Faxübersetzungen (zum Glück!), aber die Agenturen von denen ich die meisten kriegen sind meistens leider auch diejenigen, mit denen ich sowieso längere Preisdiskussionen führen mußte, um den Preis irgendwie "hochzuzwingen", so dass es bei denen eh nichts nützen würde und ich auf tauben Ohren einreden mußte.

Am allerliebsten arbeite ich mit Kollegen zusammen - wie Du so richtig sagtest - sie sind eben vom Fach und verstehen daher den Aufwand.

Viele Grüße,

Sarah


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