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Off topic: "Gedenke auch, wenn du die deutsche Sprache sprichst, daß du ein Deutscher bist!"
Thread poster: Charlotte Blank
Charlotte Blank  Identity Verified
Local time: 09:35
Czech to German
+ ...
Mar 19, 2004

http://www.etymologie.info
... ist eine sehr informative, leider leicht chaotische website (eine gewisse "Einarbeitungszeit" ist unumg√§nglich!) mit fast unendlich vielen Beispielen und Verweisen aus dem Deutschen, Englischen und Franz√∂sischen, aber auch Lexikalischem √ľber aller Herren L√§nder und Hinweisen auf Aufs√§tze (besonders lesenswert: Der Artikel √ľber den Deutschen Sprachverein!). Allerdings ist das Ganze noch lange nicht fertig und hat noch einige L√ľcken - aber das Vorhandene reicht auch schon f√ľr viele Stunden...

[Edited at 2004-03-19 21:18]

[Edited at 2004-03-19 21:19]


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ingo_h
Germany
Local time: 09:35
English to German
Etymologie Mar 19, 2004

danke f√ľr den Hinweis.
Sieht vielversprechend aus, aber die Navigation ist sehr gew√∂hnungsbed√ľrftig.
Ich bin damit nicht klargekommen.


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Harry Bornemann  Identity Verified
Mexico
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+ ...
Ist schon interessant.. Mar 20, 2004

.. aber laut meinem Sprachgef√ľhl (best√§tigt durch den Duden) wird gedenken mit Genetiv verwendet.

Zitat von philosophenlexikon.de


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Christian Flury
Austria
Local time: 09:35
Latin to German
+ ...
Ungl√ľcklicher Titel Mar 20, 2004

Ich teile Ihre Begeisterung f√ľr Etymologie und danke f√ľr den Link! Was den Titel des Threads betrifft, st√∂rt mich allerdings die eigenartige Verwendung von "gedenken" ("bedenken" w√ľrde hier grammatikalisch besser passen) noch am wenigsten.

Als Auslandschweizer und √Ėsterreicher muss ich n√§mlich zugeben, dass ich mich, nur weil ich die deutsche Sprache spreche, keineswegs als Deutschen betrachte. Der Titel, den Sie sicher nicht mit b√∂ser Absicht gew√§hlt haben, ist nicht gerade dazu angetan, die in den Nachbarl√§ndern in Bezug auf die Deutschen bestehenden Clich√©s zu entkr√§ften. Er wirkt zudem angesichts der deutschen Zeitgeschichte reichlich problematisch und taktlos.

Nichts f√ľr ungut

Christian


[Edited at 2004-03-20 14:17]


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Charlotte Blank  Identity Verified
Local time: 09:35
Czech to German
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TOPIC STARTER
Wirklich keine böse, Mar 20, 2004

Christian Flury wrote:
Der Titel, den Sie sicher nicht mit böser Absicht gewählt haben, ist nicht gerade dazu angetan, die in den Nachbarländern in Bezug auf die Deutschen bestehenden Clichés zu entkräften. Er wirkt zudem angesichts der deutschen Zeitgeschichte reichlich problematisch und taktlos.
[Edited at 2004-03-20 14:17]


...sondern wirkliche Absicht: Der Satz stammt aus dem zitierten Artikel und ich habe ihn eher gew√§hlt, weil er mir die ganze Problematik der vor allem in der Nazizeit gef√∂rderten "Sprachpflege", einschlie√ülich der Erforschung der Etymologie "deutscher" W√∂rter, zu umreissen scheint. Er ist der Leitsatz des 1885 von Hermann Riegel gegr√ľndeten Allgemeinen Deutschen Sprachvereins, der sich besonders f√ľr den Ersatz von Fremdw√∂rtern durch "deutsche" W√∂rter einsetzte und in der Nazizeit gro√üen Zulauf hatte.
Sie haben aber vollkommen Recht mit Ihrer Feststellung, dass nicht alle, deren Muttersprache Deutsch ist, auch deutsche Staatsb√ľrger sind und sich daher mit diesem Satz identifizieren k√∂nnen - abgesehen davon, dass auch die Mehrzahl der heutigen Deutschen damit (hoffentlich!) nicht viel wird anfangen k√∂nnen...


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Hans G. Liepert  Identity Verified
Switzerland
Local time: 09:35
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der Genitiv und der Duden Mar 20, 2004

Harry_B wrote:

.. aber laut meinem Sprachgef√ľhl (best√§tigt durch den Duden) wird gedenken mit Genetiv verwendet.



Das Zitat "Gedenke, da√ü Du ein Teutscher bist" stammt aus der Zeit des Gro√üen Kurf√ľrsten, genauer aus den 1658 ver√∂ffentlichten Akten √ľber eine brandenburgisch-schwedische Staatsaffaire. Warum sollten die nach Duden zitieren?

[Edited at 2004-03-20 18:05]


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Hans G. Liepert  Identity Verified
Switzerland
Local time: 09:35
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Deutsch und Deutsche Mar 20, 2004

Christian Flury wrote:

Der Titel, den Sie sicher nicht mit böser Absicht gewählt haben, ist nicht gerade dazu angetan, die in den Nachbarländern in Bezug auf die Deutschen bestehenden Clichés zu entkräften. Er wirkt zudem angesichts der deutschen Zeitgeschichte reichlich problematisch und taktlos.

[Edited at 2004-03-20 14:17]


Christian, das Originalzitat "Gedenke, dass Du ein Teutscher bist" ist gut 350 Jahre alt,
es ist entstanden, als es Deutschland noch gar nicht gab, um die Zeit etwa, als Z√ľrich und Schwyz gegen Bern Krieg f√ľhrten, lange vor Adolf, auch lange vor √§hnlichen Parolen z.B. des Rassemblement jurassien. Man sollte vor allem nicht ganze V√∂lker ("die Deutschen") f√ľr Gebrauch oder Missbrauch von Parolen verurteilen. Ob die Zeitgeschichte der Nachbarl√§nder Deutschlands so ganz unproblematisch ist, will ich als Auslandsdeutscher in der Schweiz gar nicht erst antippen. F√ľr meine Generation (ich bin nach dem Krieg geboren und fast 60) w√§re doch wichtiger, die (Sprach-)Probleme der eigenen Zeit zu l√∂sen, es wenigstens zu versuchen.


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Christian Flury
Austria
Local time: 09:35
Latin to German
+ ...
Nehme alles zur√ľck Mar 20, 2004

...und entschuldige mich, da hätte mir ein wenig mehr Allgemeinbildung wohl gut getan bzw. hätte ich den Artikel vorher lesen sollen.

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit solcher Sprachpflege ist √ľbrigens in meinen Augen sehr interessant. Besonders stelle ich fest, wie selbstverst√§ndlich und ohne Zwang etwa in den letzten Jahren deutsche W√∂rter f√ľr den EDV-Bereich gepr√§gt wurden und sich unmerklich eingeb√ľrgert haben: Im Informatikunterricht in der Schule gab es bei uns noch Files, Directories, Folder... usw. und heute sagt so gut wie jeder "Datei, Verzeichnis, Ordner...".

Jedenfalls danke f√ľr den informativen Link und sch√∂nen Abend

Christian


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Christian Flury
Austria
Local time: 09:35
Latin to German
+ ...
Klarstellung Mar 20, 2004

Hans Liepert wrote:

Christian Flury wrote:

Der Titel, den Sie sicher nicht mit böser Absicht gewählt haben, ist nicht gerade dazu angetan, die in den Nachbarländern in Bezug auf die Deutschen bestehenden Clichés zu entkräften. Er wirkt zudem angesichts der deutschen Zeitgeschichte reichlich problematisch und taktlos.

[Edited at 2004-03-20 14:17]


Christian, das Originalzitat "Gedenke, dass Du ein Teutscher bist" ist gut 350 Jahre alt,
es ist entstanden, als es Deutschland noch gar nicht gab, um die Zeit etwa, als Z√ľrich und Schwyz gegen Bern Krieg f√ľhrten, lange vor Adolf, auch lange vor √§hnlichen Parolen z.B. des Rassemblement jurassien. Man sollte vor allem nicht ganze V√∂lker ("die Deutschen") f√ľr Gebrauch oder Missbrauch von Parolen verurteilen. Ob die Zeitgeschichte der Nachbarl√§nder Deutschlands so ganz unproblematisch ist, will ich als Auslandsdeutscher in der Schweiz gar nicht erst antippen. F√ľr meine Generation (ich bin nach dem Krieg geboren und fast 60) w√§re doch wichtiger, die (Sprach-)Probleme der eigenen Zeit zu l√∂sen, es wenigstens zu versuchen.


Zun√§chst einmal m√∂chte ich mich nochmals daf√ľr entschuldigen, dass ich leider nicht gleich gesehen habe, dass es sich bei dem Titel um ein Zitat handelte und es auch nur deshalb in die falsche Kehle bekommen habe, weil ich erst unl√§ngst mit einer Deutschen diskutierte, die die Meinung vertrat, √Ėsterreicher und Deutschschweizer seien "eigentlich" Deutsche, die halt "adminstrativ" von Deutschland getrennt seien und "irgendwie komisch reden".

Gleichzeitig scheint aber Hans seinerseits meinen Beitrag in die falsche Kehle bekommen zu haben: Es liegt mir fern, hier eine politische Diskussion √ľber die Zeitgeschichte loszutreten, geschweige denn, mich in einseitigen Schuldzuweisungen zu ergehen, die, wie wir alle wissen, immer an der historischen Wahrheit vorbeigehen. Au√üerdem m√∂chte ich betonen, dass ich nicht "die Deutschen" kollektiv angegriffen habe, sondern nur von "Clich√©s gegen√ľber den Deutschen" geschrieben habe, wobei Clich√©s nun mal per definitionem Verallgemeinerungen sind.

In diesem Sinne hoffe ich, dass sich die Wogen gegl√§ttet haben, ich freue mich, etwas Sprachgeschichtliches dazugelernt zu haben und w√ľnsche allerseits einen sch√∂nen Samstagabend

Christian


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Christian Flury
Austria
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Latin to German
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Der Genitiv und dass-Sätze Mar 20, 2004

Kleiner Nachtrag: "Ich bin mir einer Sache bewusst" - "Ich bin mir bewusst, dass..." "Ich bin einer Sache eingedenk" - "Ich bin eingedenk, dass..." Warum also nicht auch "Gedenke, dass..."?

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