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Zusammenfassende Meldung in Saarlouis
Thread poster: Pee Eff
Pee Eff
Germany
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Jul 16, 2004

Hallo allerseits!
Nachdem ich im letzten Herbst meine USt-ID bekommen habe, hatte ich damit gerechnet auch vierteljährlich die zusammenfassenden Meldungen ausfüllen zu müssen. Im Januar hatte ich sie auch schon fertig, habe dann aber irgendwo in diesem Forum gelesen, dass man als Übersetzer und damit als Anbieter so genannter "sonstiger Leistungen" keine zusammenfassende Meldungen abgeben müsse, da diese nur für Warenlieferungen notwendig sei. Damit ist das bereits ausgefüllte Formular direkt in meinen Reißwolf gewandert und ich habe mir darum keine Gedanken mehr gemacht...

Gut, vor einigen Wochen hat mir das Bundesamt für Finanzen nun freundlicherweise einen ganzen Stapel an Formularen für diese Zusammenfassende Meldung zugeschickt, mit der Bitte, diese auch einzureichen. Keine Reaktion meinerseits.

Heute habe ich nun wieder einen Brief von denen bekommen, in dem sie mich auffordern, die Meldung für das erste Quartal 04 nun endlich abzugeben. Dabei beziehen sie sich auf die Umsatzsteuervoranmeldung bei meinem Finanzamt, aus der sie wissen, dass ich tatsächlich innergemeinschaftliche Lieferungen hatte. Das ist ja auch richtig, nur wird auf dem Formular für die USt-VA ja nicht zwischen Lieferungen und sonstigen Leistungen unterschieden sondern dort werden die entsprechenden Beträge unter "Lieferungen an innergemeinschaftliche Unternehmer mit USt-ID-Nummer" eingetragen.

Nun zu meiner Frage: Wie haltet Ihr es? Gebt Ihr die Zusammenfassende Meldung ab? Wenn ja, erwachsen daraus irgendwelche Zahlungsverpflichtungen (wohl nicht, oder??)? Wenn Ihr sie nicht abgebt, wie habt Ihr das dem Bundesamt f. Finanzen klar gemacht? Was kann ich denen schreiben, auf welchen Paragraphen kann ich mich beziehen, damit die verstehen, dass ich hier keine Waren verkaufe, sondern nur "sonstige Leistungen", und mich dann in Ruhe lassen?

Danke und schöne Grüße!
Patrick

[Edited at 2004-07-16 10:20]


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Andy Lemminger  Identity Verified
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Lieferungen Jul 16, 2004

Schneller Schuss aus der Hüfte, ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt, aber wenn du in der USt-Erklärungen "Lieferungen" deklariert hast, macht es schon Sinn, dass sie jetzt nachfragen. Lieferungen sind ja keine Leistungen und daher könnte der Fehler in der USt-Erklärung liegen. Vielleicht hättest du das Feld lieber frei lassen sollen, denn Lieferungen gab es ja nicht?

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Pee Eff
Germany
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Ja, aber... Jul 16, 2004

Andy Lemminger wrote:

Schneller Schuss aus der Hüfte, ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt, aber wenn du in der USt-Erklärungen \"Lieferungen\" deklariert hast, macht es schon Sinn, dass sie jetzt nachfragen. Lieferungen sind ja keine Leistungen und daher könnte der Fehler in der USt-Erklärung liegen. Vielleicht hättest du das Feld lieber frei lassen sollen, denn Lieferungen gab es ja nicht?


Daran habe ich auch gerade gedacht, als ich das hier geschrieben habe, aber wo gebe ich dann die meine innergemeinschaftlichen Leistungen auf der USt-VA an? Oder werden die dann gar nicht angegeben?


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Jutta Deichselberger  Identity Verified
Local time: 12:47
Member (2004)
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Sind sonstige Leistungen Jul 16, 2004

Hi,

laut meinem Steuerberater sind das keine Lieferungen, sondern sonstige Leistungen und ich muss die Übersetzungen o.ä., die ich für andere EU-Länder mache, unterjährig überhaupt nirgends angeben, das erfolgt erst am Jahresende im Rahmen der Einkommenssteuererklärung / Jahresumsatzsteuererklärung!

Mich hat Saarlouis bislang in Ruhe gelassen. Die haben mir einen Packen Formulare für die zusammenfassende Meldung geschickt, ich habe nie was ausgefüllt, und das war's auch schon...


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Patricia Gifford  Identity Verified
Local time: 12:47
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Sie werden nicht angegeben Jul 16, 2004

Patrick Füldner wrote:

Daran habe ich auch gerade gedacht, als ich das hier geschrieben habe, aber wo gebe ich dann die meine innergemeinschaftlichen Leistungen auf der USt-VA an? Oder werden die dann gar nicht angegeben?


Hallo Patrick,

diesen Fehler habe ich auch am Anfang gemacht. Ich habe dann bei dem Herrn in Saarlouis angerufen, der mir die Mahnung zur Abgabe dieser Formulare geschickt hat, und er hat mir Folgendes erklärt:

Du trägst in die Ust-VA tatsächlich nur die Leistungen ein, auf die du auch Mwst berechnet hast, und zwar in Zeile 28 (51), Umsatzsteuerpflichtige Umsätze zum Steuersatz von 16%.
Die Übersetzungen, die du ins Ausland (egal ob EU oder Drittstaaten) lieferst, schreibst du NICHT auf die Ust-VA, denn du lieferst keine Waren, sondern sonstige Leistungen. (Ich wette, du hattest sie in Zeile 21 (41) geschrieben, richtig? - Damit hast du sie als Warenlieferungen deklariert)
Der Erlös aus den Übersetzungen, die ins Ausland gehen, wird erst bei der Einkommenssteuer angegeben. Für die Umsatzsteuer-Voranmeldung sind diese Einkünfte irrelevant.

Soweit ich mich erinnern kann, musste ich das offiziell erklären und mich verpflichten, die UST-VA in einem bestimmten Zeitraum zu berichtigen, aber da fragst du am den Ansprechpartner auf deiner Mahnung.

Viel Glück,
Patricia


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Steffen Pollex  Identity Verified
Local time: 12:47
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Patricia hat recht Jul 16, 2004

Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Ich habe das auch am Anfang falsch gemacht und einen Heidenärger deswegen gehabt, bin auch noch von diesen Pfeifen in Saarlouis telefonisch vollgepöbelt worden. Obwohl die mir die falsche Auskunft gegeben hatten. Habe mich postwendend beim Leiter der Dienststelle beschwert, dann ging's auf einmal ruhiger zu.

Die bereits abgegebenen USt-VA musst Du berichtigen (Auslandsumsätze weglassen)und noch mal beim FA einreichen.

Damit düfte das erledigt sein.


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Pee Eff
Germany
Local time: 12:47
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TOPIC STARTER
Danke! Jul 16, 2004

Vielen Dank für eure Auskünfte!

Also war der Verdacht, den ich auf dem zweiten Blick hatte, dann doch richtig...

Gut, also dann muss ich die VA sowohl für's erste als auch für's zweite Quartal korrigieren. Das hat man davon, wenn man sich auf ein Buchhaltungsprogramm verlässt, das angeblich alles vollautomatisch erledigt. Tut es ja auch, aber halt nur für die massenfähigen Standardfälle...

Danke nochmals und schönen Gruß aus dem endlich sommerlichen Mannheim!
Patrick


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Claudia Digel  Identity Verified
Germany
Local time: 12:47
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hm... Jul 16, 2004

Patricia Gifford wrote:

Du trägst in die Ust-VA tatsächlich nur die Leistungen ein, auf die du auch Mwst berechnet hast, und zwar in Zeile 28 (51), Umsatzsteuerpflichtige Umsätze zum Steuersatz von 16%.
Die Übersetzungen, die du ins Ausland (egal ob EU oder Drittstaaten) lieferst, schreibst du NICHT auf die Ust-VA, denn du lieferst keine Waren, sondern sonstige Leistungen. (Ich wette, du hattest sie in Zeile 21 (41) geschrieben, richtig? - Damit hast du sie als Warenlieferungen deklariert)
Der Erlös aus den Übersetzungen, die ins Ausland gehen, wird erst bei der Einkommenssteuer angegeben. Für die Umsatzsteuer-Voranmeldung sind diese Einkünfte irrelevant.



Interessant - mir hat mein Steuerberater gesagt, Einnahmen für Übersetzungen ins Ausland müsste ich in Zeile 24 (43) eintragen, was ich bisher auch brav gemacht habe.
Hab mir gerade das UStG näher angeschaut und bin zu der Überzeugung gekommen, dass das nicht richtig sein kann. Da werd ich wohl auch einiges korrigieren müssen

Claudia


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Harry Bornemann  Identity Verified
Mexico
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Umso besser.. Jul 16, 2004

..also die betroffenen Voranmeldungen korrigieren,
und dann haben wir mit Saarlouis nichts mehr zu tun.


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Jalapeno
Local time: 12:47
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Willkommen im Club... Apr 10, 2005

Sodala, nun gehöre ich auch zu denen, die sich mit der Umsatzsteuervoranmeldung herumschlagen dürfen. Ich bin gerade dabei, das erste Mal in meinem Leben ein solches Formular auszufüllen. Habe dazu ein paar kleine Fragen, die ihr mir vielleicht beantworten könnt.

a) Ich habe bisher nur Kunden in Deutschland. Die Mwst., die ich diesen Kunden in Rechnung stelle, addiere ich und schreibe sie in Zeile 27 (51) "Steuerpflichtige Umsätze zum Steuersatz von 16 v.H.", richtig?

b) In Zeile 55 (66) "Vorsteuerbeträge aus Rechnungen von anderen Unternehmern" schreibe ich die Summe der Mwst., die mir andere Unternehmen berechnet haben, richtig? Also die 76 Cent Mwst. für das Druckerpapier, 8 € Mwst. für den neuen DVD-Brenner...

c) Das Ganze dient wie der Name schon sagt nur der "Voranmeldung", d.h. ich muss noch nichts zahlen, sondern es wird erst am Jahresende in der Steuererklärung abgerechnet, richtig?

d) Hätte ich Kunden im Ausland (EU oder nicht), würde ich bei der Umsatzsteuervoranmeldung nichts davon erwähnen, sondern erst bei der Einkommenssteuererklärung am Ende des Jahres die Einnahmen deklarieren, richtig?

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Ich habe zwar eine Steuerberaterin (meine Taufpatin), aber die ist gerade ein paar Tage im Urlaub. Außerdem würde ich das Zeug gerne auch selbst zumindest annähernd verstehen.


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Marian Pyritz  Identity Verified
Germany
Local time: 12:47
Member (2004)
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Zahlung der überschüssigen Steuer Apr 10, 2005

Jalapeno wrote:
a) ... Die Mwst., die ich diesen Kunden in Rechnung stelle, addiere ich und schreibe sie in Zeile 27 (51) "Steuerpflichtige Umsätze zum Steuersatz von 16 v.H."?


Richtig, also die von Dir vereinnahmte Mehrwertsteuer.

b) In Zeile 55 (66) "Vorsteuerbeträge aus Rechnungen von anderen Unternehmern" schreibe ich die Summe der Mwst., die mir andere Unternehmen berechnet haben?


Richtig, also die von Dir gezahlte Mehrwertsteuer.

c) Das Ganze dient wie der Name schon sagt nur der "Voranmeldung", d.h. ich muss noch nichts zahlen, sondern es wird erst am Jahresende in der Steuererklärung abgerechnet, richtig?


Falsch!

Von der vereinnahmten Mehrwertsteuer wird die gezahlte Mehrwertsteuer abgezogen. Bei einem positiven Ergebnis hast Du dem Finanzamt bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldezeitraums sofort und bei Fristverlängerung einen Monat später die überschüssige Steuer zu bezahlen. Bei einem negativen Ergebnis zahlt Dir das Finanzamt die Steuer zurück.


[Edited at 2005-04-10 14:06]


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Ruta Peter  Identity Verified
Germany
Local time: 12:47
Member (2004)
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Noch anders Apr 10, 2005

Claudia Digel wrote:

Patricia Gifford wrote:

...
Die Übersetzungen, die du ins Ausland (egal ob EU oder Drittstaaten) lieferst, schreibst du NICHT auf die Ust-VA, denn du lieferst keine Waren, sondern sonstige Leistungen.


Interessant - mir hat mein Steuerberater gesagt, Einnahmen für Übersetzungen ins Ausland müsste ich in Zeile 24 (43) eintragen, was ich bisher auch brav gemacht habe.
Hab mir gerade das UStG näher angeschaut und bin zu der Überzeugung gekommen, dass das nicht richtig sein kann. Da werd ich wohl auch einiges korrigieren müssen

Claudia



Nein, beides falsch. Ich verweise hier noch mal auf den ADÜ Nord, ist zwar von 2003, aber in der Beziehung dürfte sich nichts geändert haben: http://www.adue-nord.de/archiv/umsatzsteuer.pdf
Übersetzungen für umsatzsteuerpflichtige Unternehmer gelten am Ort des Kunden ausgeführt und wären eigentlich dort umsatzsteuerpflichtig, da du aber dort nicht umsatzsteuerpflichtig bist, sind sie nicht steuerbar, ergo EDV-Feld 45. Das ist ebenso wie Feld 43 nur "informativ" für das Finanzamt, ändert also an der Vorauszahlung garnichts, aber ich weiß nicht, was wozu das Finanzamt imstande ist zu tun, wenn man sie nicht korrekt über Sachverhalte informiert, die die meisten Mitarbeiter dort selbst nicht verstehen. Ich verstehe auch nicht, weshalb man so einen Zirkus um ein Nullsummenspiel macht, aber das ist nun mal das Finanzamt.

Joachim Peter


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Jalapeno
Local time: 12:47
English to German
Saarlouis... Apr 11, 2005

So, das war auch gerade amüsant.

Ich habe im letzten Jahr noch neben dem Studium freiberuflich übersetzt und dabei die Kleinunternehmerregelung überschritten, d.h. auf diesem Jahr verlange ich Mwst. Habe deswegen eben mit Saarlouis telefoniert, um mir eine Umsatzsteueridentifikationsnummer geben zu lassen. Ging nicht, weil ich gerade erst eine neue Steuernummer von meinem Finanzamt zugewiesen bekommen habe, und die Daten noch nicht in Saarlouis angekommen sind. Das dauert anscheinend ca. 6 Wochen.

Auf die Frage, was ich denn nun auf die Rechnung schreiben soll, die ich gerne heute noch losschicken will, kam die Antwort:

"Auf eine Rechnung für einen Kunden in Deutschland brauchen Sie die Nummer ja sowieso nicht draufschreiben."

War mir zwar neu, aber wenn der Herr meint...

Auf die nächste Frage, was ich denn nun auf die Rechnung an einen ausländischen Kunden schreiben soll, die ich gerne heute noch losschicken will, kam die Antwort:

"Als Übersetzer brauchen Sie die Nummer ja sowieso nicht, weil die nämlich nur für Warenlieferungen gilt."

Jetzt bin ich baff. Hatte der Mann in Saarlouis keine Ahnung, oder habe ich keine Ahnung? Ich hatte eigentlich vor, meine Ust-Id auf *jeder* Rechnung anzugeben, weil ich dachte, das müsste ich.


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