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Ist nur mein Marketing zerschossen oder...
Thread poster: LegalTrans D

LegalTrans D  Identity Verified
Turkey
Member (2003)
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Mar 17, 2005

ist etwas Anderes schuld, dass ich seit letztem Jahr immer öfter Zeiten habe, in denen ich Däumchen drehe?

Eine Blitzumfrage bei meinen "Lieblingsagenturen" ergab überall das gleiche Bild: Alle schwören, sie würden sich melden, wenn sie etwas hätten, aber die Spachrichtung Englisch>Deutsch habe stark nachgelassen...

Ist das auch eure Erfahrung - oder muss ich nur an meinem Marketing arbeiten (und "meine" Agenturen an ihrem)?


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Herbert Fipke  Identity Verified
Germany
Local time: 20:31
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Gute Frage - keine allgemeingültige Antwort Mar 17, 2005

Tja, lieber Volkmar,
diese Gretchenfrage stellen wir uns wohl alle von Zeit zu Zeit.
Es kann eigentlich nicht sein, dass die Gebiete Recht und Medizin (die du unter anderem in deinem Profil angibst) nachgelassen haben.

Ich selbst mache Automobiltechnik und hatte vor zwei Jahren so ein Tief (im Gefolge der Euro-Umstellung). Heute läut es wieder prima.
Ich habe damals durch gezielte Ansprache von Agenturen, die mein Fachgebiet im Portfolio haben, meinen Kundenkreis fast vollständig ausgewechselt. Heute sind nur noch zwei oder drei treue Stammkunden ürbrig, der Rest ist neu.

Meine Erfahrung war vor allem, dass der deutsche Markt relativ tot ist, deshalb habe ich mich in Resteuropa und USA umgesehen.
AUf den verschiedenen PowWows habe ich von zahlreichen Kolleginnen udn Kollegen zusätzlich immer wieder mal einenguten Tipp bekommen. Nicht alles konnte ich in Geschäft umwandeln, aber einiges schon.

Mein Rat: Auf den Märkten deiner Quellsprachen umsehen, dort PowWows besuchen und Agenturen ansprechen.

Überprüfe auch mal deine Preise. Möglicherweise sind sie zu hoch für die derzeitige Marktlage.

Ansonsten: baggern, baggern, baggern.
Viel Erfolg!


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Steffen Pollex  Identity Verified
Local time: 20:31
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Das geht Dir nicht alleine so Mar 17, 2005

Der Übersetzungsmarkt ist eben genau so tot, wie die Weltwirtschhaft insgesamt. In Deutschland noch etwas "töter" als anderswo, sozusagen, weil die miese Stimmung auch noch über lange Zeit politisch angeheizt und ausgeschlachtet wird. Schließlich ist bald wieder Wahl.

Wie mein Motto schon sagt: "EX ORIENTE LUX".

Etwas freier könnte man auch sagen: "NIX WIE WEG HIER".

Leider hat sich bisher noch nichts geboten. Naja, wird schon noch. Noch sind wir keine 80.

In diesem Sinne - Kopf hoch!


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Herbert Fipke  Identity Verified
Germany
Local time: 20:31
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Politik und andere Krankheiten... Mar 18, 2005

Steffen Pollex wrote:

...weil die miese Stimmung auch noch über lange Zeit politisch angeheizt und ausgeschlachtet wird. Schließlich ist bald wieder Wahl.


Kapitalflucht ist keine Straftat, sondern eine Maßnahme des Überlebens. Aber das wird das Sozialistenpack nie begreifen.
Nachdem sich spätestens seit Ende der 80er alle deutschen Regierungen vor allem in riesige Geldvernichtungsmaschinen verwandelt haben, müssen sie sich nicht wundern, wenn jeder, der kann, sein Geld woanders verdient. Wir können. Und darum tun es viele von uns. Die, die es nicht tun (aus welchen Gründen auch immer), können ja gerne weiter irgendwelche "Reformen" finanzieren, an denen am Ende immer dieselben Kreise verdienen. Wenn ich Worte wie "Rentenbesteuerung", "Erbschaftssteuer" oder "Hartz IV" schon höre, wird mir übel...
Schmeißt alle Beamten raus und kappt das Personal um die Hälfte, und alles wäre gut.
Einkommensteuer ist eine Steuertechnik aus der guten alten Zeit. Wer kein Einkommen hat, kann auch keine Steuern zahlen. Und das sind mittlerweile über 5 Millionen in Deutschland (ohne die hohe Dunkelziffer an Scheinselbständigen und sogenannten Ich-AGs).

Schon mal nem nackten Mann in die Tasche gegriffen? Der moderne Mensch ist nämlich nicht "gläsern" (dazu sind Beamte aufgrund ihrer Kompetenzspielchen gottseidank gar nicht in der Lage), sondern nackt.


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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
Local time: 20:31
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Bitte zurück zum Thema Mar 18, 2005

Steffen und Herbert,
ich möchte euch bitten, politische Diskussionen außerhalb von ProZ.com zu führen; die diesbezüglichen Regeln sind euch beiden bestens bekannt. Danke.

Zum Thema:
Kann es sein, dass das Geschäftsmodell von Agenturen vor dem Hintergrund des Wettbewerb im Markt für Sprachdienstleistungen überholt ist? Der tatsächliche Mehrwert von Unternehmen, die sich auf die Auftragsvermittlung konzentrieren, ohne selbst einen Wertschöpfungsbeitrag zu leisten (und diesen Eindruck habe ich bei vielen Agenturen), dürfte zu niedrig sein, um deren Kostenbelastungen bzw. Rentabilitätsansprüche abzudecken. Insofern halte ich eine Abhängigkeit von Agenturen für ein ganz erhebliches Risiko.

Natürlich ist die Akquise von Direktkunden nicht eben einfach, und für Einzelkämpfer auch oft nicht machbar. Meines Erachtens liegt der Schlüssel in der Vernetzung spezialisierter Freiberufler, die einem Kunden eine vollständige Dienstleistung (ggf. ergänzt um Fachpublizistik, grafische Gestaltung, Druckvorstufe, etc.) anbieten können.

Gruß Ralf


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Heinrich Pesch  Identity Verified
Finland
Local time: 21:31
Member (2003)
Finnish to German
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Von hier aus sieht die deutsche Wirtschaftslage positiv aus Mar 18, 2005

Gerade diese Woche sah ich in der größten finnischen Zeitung die überschrift: "Deutschland ist nicht mehr der kranke Mann in Europa"

Bei meiner Sprachkombination hatte ich ein Tief letzten Herbst, aber jetzt sieht es gut aus. Viele deutsche Anlagebauer liefern unter Zeitdruck u.a. nach Finnland und auch umgekehrt ist man optimistisch.
Der Übersetzungmarkt wächst meinen Beobachtungen nach jährlich 30 Prozent.
Aber ein Grund zur Sorge ist sicher, dass viele von uns Übersetzern bereit sind, für Billigpreise an Agenturen in Fernost und am Schwarzen Meer etc. zu liefern. Das ruiniert sicher auf lange Sicht das einheimische Geschäft. Damit will ich niemandem zu nahe treten.


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Derek Gill Franßen  Identity Verified
Germany
Local time: 20:31
German to English
+ ...
Freiberufler Mar 18, 2005

Herbert Fipke wrote:
Meine Erfahrung war vor allem, dass der deutsche Markt relativ tot ist, deshalb habe ich mich in Resteuropa und USA umgesehen.


Aus meiner Sicht kann ich dem nicht zustimmen. Meine Auftragslage hat sich in den letzten zwei Jahren stets verbessert, was aber auch daran liegen kann, dass ich ProZ gefunden habe.

Herbert Fipke wrote:
AUf den verschiedenen PowWows habe ich von zahlreichen Kolleginnen udn Kollegen zusätzlich immer wieder mal einenguten Tipp bekommen.


Dem kann ich wiederum zustimmen. Ich habe bisher nur einen Powwow besucht, woraus sich aber schon mehrere Aufträge ergeben hat. Außerdem macht es echt spaß, andere Kollegen kennenzulernen und von den zu lernen.

Ralf Lemster wrote:
Zum Thema:
Kann es sein, dass das Geschäftsmodell von Agenturen vor dem Hintergrund des Wettbewerb im Markt für Sprachdienstleistungen überholt ist? Der tatsächliche Mehrwert von Unternehmen, die sich auf die Auftragsvermittlung konzentrieren, ohne selbst einen Wertschöpfungsbeitrag zu leisten (und diesen Eindruck habe ich bei vielen Agenturen), dürfte zu niedrig sein, um deren Kostenbelastungen bzw. Rentabilitätsansprüche abzudecken. Insofern halte ich eine Abhängigkeit von Agenturen für ein ganz erhebliches Risiko.


Das finde ich allerdings auch. Das dies zutreffen dürfte, kann man an den von den meisten Agenturen angebotenen Preisen sehen. Andererseits gibt es einige Agenturen, die m.E. doch einen Mehrwert schaffen - sei es durch Korrekturarbeit oder durch drucktechnische Gestaltung. Die Zahl deren dürfte aber relativ niedrig sein.

Ralf Lemster wrote:
Natürlich ist die Akquise von Direktkunden nicht eben einfach, und für Einzelkämpfer auch oft nicht machbar.


Das ist es, was Agenturen denn letztlich doch für mich attraktiv erscheinen lässt. Die Agenturen kommen möglicherweise leichter an die Kunden. Aber wieso? Kommt es daher, dass sie sich eher auf dem Marketingaspekt des Geschäfts konzentrieren und sich dort präsentieren, wo die Kunden sind? Wahrscheinlich.

Ich habe aber auch das Gefühl, dass Kunden ein wenig mehr vertrauen in einer Firma haben, als in 'echten' Menschen. Ob dies tatsächlich gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Dennoch zeigen die Preisen der Agenturen, dass die Kunden grundsätzlich bereit sind, die 'erhöhten' Preise zu zahlen, von denen die meisten Übersetzer nur träumen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass man mit Professionalität und Qualität überzeugt und dann ordentliche Preise verlangen kann.

Ralf Lemster wrote:
Meines Erachtens liegt der Schlüssel in der Vernetzung spezialisierter Freiberufler, die einem Kunden eine vollständige Dienstleistung (ggf. ergänzt um Fachpublizistik, grafische Gestaltung, Druckvorstufe, etc.) anbieten können.

Gruß Ralf


Genau dafür ist ein Ort wie ProZ geschaffen. Seit dem ich mich hier beteilige (seit weniger als 1 Jahr), habe ich schon mehrere Aufträge von Kollegen erhalten, die von meiner Spezialisierung wissen.

Also nicht aufgeben, sondern aquirieren! Und nicht vergessen, dass es immer mal Ebbe gibt - das ist natürlich und notwendig, damit es nachher flutet.


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RWSTranslation
Germany
Local time: 20:31
Member (2007)
German to English
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Mehrwert Mar 18, 2005

Derek Gill Franßen wrote:

Ralf Lemster wrote:
Zum Thema:
Kann es sein, dass das Geschäftsmodell von Agenturen vor dem Hintergrund des Wettbewerb im Markt für Sprachdienstleistungen überholt ist? Der tatsächliche Mehrwert von Unternehmen, die sich auf die Auftragsvermittlung konzentrieren, ohne selbst einen Wertschöpfungsbeitrag zu leisten (und diesen Eindruck habe ich bei vielen Agenturen), dürfte zu niedrig sein, um deren Kostenbelastungen bzw. Rentabilitätsansprüche abzudecken. Insofern halte ich eine Abhängigkeit von Agenturen für ein ganz erhebliches Risiko.


Das finde ich allerdings auch. Das dies zutreffen dürfte, kann man an den von den meisten Agenturen angebotenen Preisen sehen. Andererseits gibt es einige Agenturen, die m.E. doch einen Mehrwert schaffen - sei es durch Korrekturarbeit oder durch drucktechnische Gestaltung. Die Zahl deren dürfte aber relativ niedrig sein.

[/quote]
Der Mehrwert, den ein Unternehmen/Dienstleister bietet (bieten sollte) ist vielschichtig.

Zum einen sollte der Auftraggeber davon entlastet werden mit unterschiedlichen Einzelübersetzern für grössere Projekte oder unterschiedliche Zielsprachen zusammenarbeiten zu müssen (mit den ganzen Aufwendungen für Translation Memory Austausch / Terminologieabgleich, ...). Ein Unternehmen sollte soviel Kapazitäten haben, um auch Urlaubs oder Krankheitszeiten für den Auftraggeber "unsichtbar" zu machen. Die DTP Endbearbeitung wird immer wichtiger. Die Auswahl und Prüfung der eingesetzten Übersetzer erfolgt beim Dienstleister. Die Gewährleistung ist (sollte) gesicherter sein. Die Aufbereitung (merkwürdige Dateien, DTP, Terminologie, Projektplanung ...) von Übersetzungsaufträgen erfolgt beim Dienstleister.

Derek Gill Franßen wrote:

Ralf Lemster wrote:
Natürlich ist die Akquise von Direktkunden nicht eben einfach, und für Einzelkämpfer auch oft nicht machbar.


Das ist es, was Agenturen denn letztlich doch für mich attraktiv erscheinen lässt. Die Agenturen kommen möglicherweise leichter an die Kunden. Aber wieso? Kommt es daher, dass sie sich eher auf dem Marketingaspekt des Geschäfts konzentrieren und sich dort präsentieren, wo die Kunden sind? Wahrscheinlich.

Ich habe aber auch das Gefühl, dass Kunden ein wenig mehr vertrauen in einer Firma haben, als in 'echten' Menschen. Ob dies tatsächlich gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Dennoch zeigen die Preisen der Agenturen, dass die Kunden grundsätzlich bereit sind, die 'erhöhten' Preise zu zahlen, von denen die meisten Übersetzer nur träumen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass man mit Professionalität und Qualität überzeugt und dann ordentliche Preise verlangen kann.


Übersetzungsbüros können viele Mittel (Hard- und Software, Marketing, Experten für Teilbereiche, ...) effizienter nutzen, da diese Mittel auf mehr Kunden/Aufträge verteilt werden können.

Für den Übersetzer sollten natürlich auch Vorteile bestehen. Sein Aufwand für Marketing wird geringer, der Zahlungseingang sollte regelmässiger sein und das Zahlungsausfallrisiko geringer sein. Die Aufträge sollte besser aufbereitet sein und damit beim Übersetzer weniger Aufwand verursachen.

Natürlich entspricht dies nicht immer der Realität, aber so könnte/sollte es sein.

Viele Grüße

Hans


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Herbert Fipke  Identity Verified
Germany
Local time: 20:31
English to German
+ ...
Zurück zum Thema Mar 18, 2005

DSC wrote:
Die Aufbereitung (merkwürdige Dateien, DTP, Terminologie, Projektplanung ...) von Übersetzungsaufträgen erfolgt beim Dienstleister.

Übersetzungsbüros können viele Mittel (Hard- und Software, Marketing, Experten für Teilbereiche, ...) effizienter nutzen, da diese Mittel auf mehr Kunden/Aufträge verteilt werden können.

Natürlich entspricht dies nicht immer der Realität, aber so könnte/sollte es sein.



Genau das ist das Problem, Hans. So SOLLTE es sein. Genau die Verteilung der Kosten auf mehrere Kunden/Spezialisten ist eigentlich der Vorteil einer Agentur/eines großen Büros. Leider ist es oft so, dass gerade Agenturen mit hohem Kundenpotenzial ihre Freiberufler zu zwingen versuchen, teure Software vorzuhalten, indem sie bei Nichtbefolgen keine Aufträge mehr vergeben.
Da wird dann behauptet, CAT XY "sei eben Standard".
Was interessiert mich, ob das Standard ist? Eigentlich ist meist das darunter liegende MS Word/Office Standard und da gibt es zahlreiche Bearbeitungsoptionen. Ein guter Dienstleister sollte in der Lage sein, Software-Inkompatibilitäten zwischen Kunde und Freiberfuler abzufedern. Wie ich lese, tut ihr das. Aber so arbeiten längst nicht alle.

@Derek:
Das wundert mich nicht. Du lebst als Amerikaner in Deutschland ja in deinem Source-Language-Markt. So ist es optimal. Da du ins Englische übersetzt, bist du hier genau richtig.


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Ruxi
German to Romanian
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Übersetzungsmarkt im De Mar 19, 2005

Volkmar,

Dein Marketing hat nur ein Fehler: das Sprachenpaar.
Die Realität zeigt, dass es für manche Sprachen ein Überschuß von Übersetzer gibt auf dem Markt, für andere Sprachen noch keine Nachfrage.
Es ist eine wirtschfatlich-politische schlimme Konjuktur.
Diese Diskussion gab es schon mal.
Was ich hier im Deutschland bemerkt habe:
- die meisten Deutschen möchten aus Englisch übersetzen. Es ist aber so dass entweder können inzwischen alle Deutsche Englisch und brauchen keine Übersetzungen mehr (ausser vielleicht Urkunden die man auch beglaubigen muß), oder dass es zu viele Übersetzer für diese Sprache gibt.
- die umgekehrte Lage (aus Deutsch ins Englisch) kenne ich nicht so gut.Vielleicht lernen die Engländer und andere Englisch sprechende Völker nicht so viel Deutsch.
Auf jeden fall ist heutzutage kein Problem mit Englisch. Jeder der diese Sprache in der Schule studiert hat kann sich mehr oder weniger damit heraushelfen.
Mich würde auch gerne interessieren welche Sprachen sind noch im Deutschland interessant (also viel gefragt) auf dem Übersetzungsmarkt.
Ich habe den Gefühl die wichtigsten Sprachen sind schon gut gedeckt: Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch.
Es kann sein dass noch Sprachen sind die entweder nicht durch genug Übersetzer gedeckt sind, oder noch nicht gefragt: Ost-asiatische Sprachen, Ost-europäische, Russisch, Griechisch,Nord-Europäische.Theoretisch müßten auch diese eine große Nachfrage haben wegen UE (neue und zukünftige Länder),Tourismus.Die wirtschaftlichen Interessen scheinen sich im Moment auch mehr in diese neue Märkte zu verlagern.
Gibt es irgendwo, macht jemand solche Marktforschungen?

Was die Agenturen betrifft:
Ihr habt Recht in was ihr sagt, habt aber etwas vergessen. Ein Vorteil der Agenturen ist dass sie sich auf mehrere Sprachen stützen.Wenn die eine nicht geht, dann wenigstens ein andere. Ein freiberuflicher Übersetzer hat dieses Spiel nicht, oder nur begrenzt (2-3 Sprachen).
Und ich habe denn Gefühl sie sind zu viel Kundenorientiert, ich meine die Wage hängt zu viel auf eine Seite. Das passiert aber genau wegen des Überschußes von Übersetzer.Die Agenturen können sich daher leisten mit den Übersetzer böse zu spielen.Und die beste Hilfe dafür sind die CAT-Tools (damit haben sie einen Grund zur Ablehnung und niedrigere Preisen).
Ich möchte aber niemanden nahe treten.
Es ist auch so, die Agenturen können die Technische Ausstattung verteilen und schneller die Kosten für deren Anschaffung decken.

Also Volmar, mit deinem Marketing und deine Vermarktung hat es nicht zu tun.Die Markt ist nun mal so und viele leiden darunter.

Viel Mut und Glück,
Ruxi


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Herbert Fipke  Identity Verified
Germany
Local time: 20:31
English to German
+ ...
Ich möchte Ruxi heftig widersprechen! Mar 19, 2005

Ruxi wrote:
Volkmar,
Dein Marketing hat nur ein Fehler: das Sprachenpaar.
Die Realität zeigt, dass es für manche Sprachen ein Überschuß von Übersetzer gibt auf dem Markt, für andere Sprachen noch keine Nachfrage.


Das Sprachenpaar hat keinerlei Einfluss auf Umsatz oder Auftragslage. Es sind in erster Linie die Fachgebiete, die mal mehr, mal weniger benötigt werden.

Natürlich gibt es das grundsätzliche Problem, wenn man wie Ruxi Rumänisch als Sprache hat, da in diesem Land bislang kaum eine funktionierende Wirtschaft und auch mur ein sehr beschränkter Verbrauchermarkt existieren. Wenn niemand da ist, der Produkte kaufen kann, werden auch keine Bedienungsanleitungen oder Verkaufsbroschüren in diese Sprache gebraucht. Insofern spielt das Sprachenpaar in solchen speziellen Fällen natürlich eine Rolle.

Bei den Weltsprachen Englisch, Französisch und Spanisch oder auch für Deutsch stellt sich dieses Problem nicht, also kann es nicht an den Sprachen liegen. Es gibt funktionierende Märkte, also gibt es auch Bedarf und damit Aufträge. Selbst ein so kleines Land wie die Niederlande hat erheblichen Übersetzungsbedarf, weil es eine stark ex- und importorientierte Wirtschaft hat, und das, obwohl beinahe jeder Niederländer recht gut Englisch spricht (im Gegensatz zu den Deutschen, die meist maßlos überschätzt werden).


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Marian Pyritz  Identity Verified
Germany
Local time: 20:31
Member (2004)
Dutch to German
+ ...
Und davon kann man leben? Mar 19, 2005

Herbert Fipke wrote:
Selbst ein so kleines Land wie die Niederlande hat erheblichen Übersetzungsbedarf, weil es eine stark ex- und importorientierte Wirtschaft hat...


Da kann ich Herbert nur zustimmen, und das wissen offenbar nicht viele. Wie oft habe ich in den über 20 Jahren, die ich jetzt als Übersetzerin arbeite, die Frage gehört: "Niederländisch übersetzen Sie? Und davon kann man leben?".

Volkmar Hallmann-Hirantner wrote:
Eine Blitzumfrage bei meinen "Lieblingsagenturen" ergab überall das gleiche Bild: Alle schwören, sie würden sich melden, wenn sie etwas hätten...


Gerade ruhigere Zeiten kann man doch gut für Marketing nutzen, möglicherweise auch, um neue Agenturen zu kontaktieren. Es gilt nur, die "guten" herauszufinden, die auch selbst die entsprechenden Aufträge hereinholen.


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Ruxi
German to Romanian
+ ...
An Herbert Fipke Mar 19, 2005

Erstens möchte ich dich bitten solche falsche Aussagen über meinen Land nicht machen. Ich verstehe du meintest Rumänien (und nicht etwa De).
"Natürlich gibt es das grundsätzliche Problem, wenn man wie Ruxi Rumänisch als Sprache hat, da in diesem Land bislang kaum eine funktionierende Wirtschaft und auch mur ein sehr beschränkter Verbrauchermarkt existieren. Wenn niemand da ist, der Produkte kaufen kann, werden auch keine Bedienungsanleitungen oder Verkaufsbroschüren in diese Sprache gebraucht. Insofern spielt das Sprachenpaar in solchen speziellen Fällen natürlich eine Rolle."
(Ich hasse es an Moderatoren zu petzen, darum lasse ich Ralf jetzt in Frieden.)
In meinem Land geht es immer besser und in manche Bereiche ist es auch besser als in De. Es kommt auch drauf wie man das ganze betrachtet.
Nicht zu vergessen: in viele EU-Länder ist es so dass die Wirtschaft (und andere Bereiche) sehr gut manchen Theorien und Konzepten entspricht/en und trotzdem...geht es der Menschen sehr schlecht.Ich möchte nicht weiter darüber diskutieren.
Zweitens widersprichst du dich in manches. Du sagstest mir irgendwo ich sollte besser in einem Land wo ich die Quellsprache gut verbessern und üben kann gehen und leben. Das tue ich seit ein paar Jahren, aber ohne Erfolg.In meine Paare ist De die Quellsprache, also übersetze ich gemäß der Vorschriften hier im ProZ in meine Muttersprache.
Ja, was denn nun? Was mache ich noch falsch?
Ich sagte ich habe kein Erfolg, weil ich überall (inklusive in meine Familie) De spreche, ich lese viel mehr als du dir vorstellen kannst und die Stadtbibliothek ist meine große Liebe.
Also ist auch diese Sache erledigt. Das einzige Problem ist...das Schreiben. Da habe ich leider noch keine Möglichkeit, ausser dieses Forum und manche Freundinen.
Ich habe zwar mein dickes Gramatik aus welchem ich Deutsch gelernt habe, aber manche Sachen machten mir immer Probleme, da sie nicht klar und logisch sind.Deutsche Gramatik ist eben sehr schwer.
An eure Stelle würde ich sehr stolz sein wenn Leute meine Sprache so gut sprechen wie ich (auch wenn mit manche Fehler).Ich bin sehr stolz wenn Ausländer meine Muttersprache nur wenig spricht, aber er gibt sich einfach die Mühe sie zu lernen und zu verwenden.
Englisch kennt und studiert jeder (ist viel leichter), Deutsch eher nicht.
Begabung und Leidenschaft gibt es jede Menge (ich kenne mehrere Sprachen die ich nicht in mein Profil geschrieben habe, und lerne sehr schnell).
Ich bin gerade in eine Ausbildung für kaufmännische Sachbeartbeitung.Dort habe ich auch ausländische Kolleginen und ich konnte gut merken wo die Probleme liegen und mich bewerten.
Manche haben Probleme mit der Sprache (ich meine die Begriffe anzuordnen)und darum haben sie Schwierigkeiten in den Fächern die wir studieren. Ich hatte auch Angst darüber, am Anfang. Ich habe aber herausgefunden ich bin viel besser. Ich habe sehr schnell verstanden und daher habe ich auch gleich gelernt (in ein Fachgebiet wie Buchhaltung die ich nie kannte, da ich Ingenieurin bin, also eher technische und sprachliche Richtung).
Und für uns Ausländer gibt es auch noch die Verwirrung mit der neuen Rechtschreiben (und die dazugehörige Logik). Ich habe die alte gelernt.
Zurück zu unsere Thema.
Ja, es geht auch um die Spezialisierung, aber man kann nur eben manche Bereiche beherrschen die man studiert hat und in denen man gearbeitet hat, oder ein hobby hat.
Obwohl ich nicht das Subjekt dieser Gesprächthema bin (sondern es geht um Volkmar) werde ich dir mein Beispiel geben, da du schon angefangen hast:
Ich habe bis jetzt für De keine Jobs gesehen für die Gebiete: Chemie und Verkehr (die ich beherrsche), nicht zu sagen über Literatur (im ProZ habe ich eigentlich in keine Sprachen Jobs im Bereich Literatur gesehen.
Ich muß dir leider widersprechen wenn du sagst die Sprachen sind nicht wichtig. Guck dir mal welche Nachfrage für die Sprachen der Staaten die neu in der EU sind es gibt! Bald wird es auch für meine Sprache sein (hoffe ich).
EU heißt auch neue Märkte und Beziehungen sowohl für die ältere Staaten wie auch für die neue. Alle bewegen sich in diesem wirtschaftlichen und Politischen Raum, sind also gebunden und bald wird auch mein Land dazu gehören.
Es ist auch so dass ich früher viele Angebote hatte für Übersetzung in meinem Land. Es gaben sehr wenig Übersetzer für Deutsch und es gibt eine gute Beziehung mit De in alle Bereiche, inklusive privates(also nicht durch eine Firma organisiert) Tourismus und Verkehr.Wir suchen die Welt, bzw.De.
In De ist es aber umgekehrt,da De und die Welt uns noch nicht sucht.
Damit schließe ich mein Beitrag. Es geht sehr viel um die Sprachen. Wenn man sich über einen Land(in alle Bereiche) nicht interessiert, dann auch für die jeweilige Sprache nicht und für Länder über denen man sich interesiert, werden alle Bereiche der Sprache gefragt.
Übrigens wurde mir auch gesagt, hier im De, dass man aus Übersetzen nicht leben kann, so, im allgemeinen.
Und für manche Sprachen (Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch),gibt es schon zu viele Übersetzer in alle Bereiche und in beide Richtungen.
Volkmar stellte seine Frage nicht umsonst.

Schönes Wochenende,
Ruxi


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LegalTrans D  Identity Verified
Turkey
Member (2003)
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TOPIC STARTER
Danke für eure Beiträge... Mar 20, 2005

die haben mir enorm geholfen. Wahrscheinlich verliert man den Blick für die Realität, wenn man zu lange im Elfenbeiturm sitzt und Sologeige spielt.

Aus jedem Beitrag habe ich was gelernt.

Die erste Lektion: Wenn das Geschäft nicht geht, bin in erster Linie ich selber schuld. Also baggern (danke für den Hinweis und auch für die anderen, Herbert!).

Falsche Agenturmodelle, Sozialistenpack, falsches Sprachenpaar, miese Weltwirtschaft (???), zu hohe Preise - das trägt vielleicht dazu bei, dass das Geschäft schlechter geht...aber, die Anderen beweisen mir es doch täglich: Sie können es! Bei ihnen läuft das Geschäft! Warum sollte es bei mir nicht laufen??

Also werde ich nicht im so beliebten teutonischen Jammerchor mitheulen sondern mich am Riemen reißen. Keine Preise senken, sondern Marketing und Qualität verbessern.

Was mich aber besonders frappiert hat: Ohne Vorwarnung - und ohne Bezug auf ProZ - rauschten, kurz nachdem ich die Frage gestellt hatte, die Aufträge herein. Es war wie bei den Zahnschmerzen, wenn du erst einmal beim Zahnarzt im Wartezimmer sitzt, sind sie weg!

Allein eure Antworten waren den Jahresbeitrag als Platinmitglied wert! Eine Verneigung in die Runde!

Und die zweite Lektion, die ich gelernt habe: Wenn das Geschäft nicht geht, bin ich selber schuld! Kein anderer!

Eine schöne Osterwoche!

Volkmar


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Herbert Fipke  Identity Verified
Germany
Local time: 20:31
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Eines der "10 Gebote" des Selbständigen... Mar 20, 2005

Volkmar Hirantner wrote:

Wenn das Geschäft nicht geht, bin in erster Linie ich selber schuld.



Ein schönes Schlusswort!
Damit hast du eines der "10 Gebote" jedes Selbständigen zitiert. Ist die Konjunktur schlecht, muss man eben etwas unternehmen. Ein Freund (Unternehmensberater) hat mir mal gesagt, als ich in einer ähnlichen Lage war: Unternehmer kommt von "unternehmen".

Selbst gegen schlechtes Wetter kann man etwas tun: Entsprechende Kleidung tragen....


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