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Erschwerter Hauskauf fĂŒr Übersetzer?
Thread poster: Stephanie Wloch

Stephanie Wloch  Identity Verified
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May 25, 2005

Grad habe ich im Übersetzerportal die Nachricht gelesen vom 23.5.05
http://www.uebersetzerportal.de/
„Nicht einmal ein Girokonto“ – Basel II fĂŒhrt bei Banken zur Ausgrenzung von Freiberuflern

Es geht um einen Artikel der Welt am Sonntag:
http://www.wams.de/data/2005/05/22/721590.html

Hypothekenzinsen auf Allzeittief, da möchte ein gut verdienender Übersetzer vielleicht auch gerne HĂ€usle kaufen. Vor allem weil die Immobilienpreise verlockend niedrig sind.
Böses Erwachen bei der Bank:
Wer auf dem Antragsformular nicht "Angestellter" oder - noch besser - "Beamter" ankreuzen kann, darf wieder unverrichteter Dinge nach Hause oder bekommt eben ein teureres Darlehen.

"Es findet eine Ausgrenzung statt", sagt Christian Schmid-Burgk, Leiter der Immobilienfinanzierung der Verbraucherzentrale Hamburg. SelbstĂ€ndige hĂ€tten "ganz große Schwierigkeiten zu finanzieren"

Grund Basel II, das Regelwerk fĂŒr die Kreditvergabe.
Einige Banken scheinen zu differenzieren, z.B. hat eine Direktbanktocher eines niederlÀndischen Finanzkonzern eine so genannte Positivliste von rund 20 Branchen
, die die Bank als darlehensfÀhig ansieht.
Dolmetscher und Journalisten sind dabei
und was ist mit uns Übersetzern?

Reinhard Schneider schreibt noch:
Wer sich kĂŒnftig fremdes Geld leihen will, muss gegenĂŒber der Bank finanziell die Hosen herunterlassen. Wer keine ĂŒberzeugenden GeschĂ€ftszahlen vorlegen kann, wird nur zu schlechten Konditionen oder ĂŒberhaupt nicht bedient.

Wie sieht das in der Praxis aus?

ĂŒber welchen Zeitraum muss man Zahlen vorlegen und
ab welcher Summe werden die GeschĂ€ftszahlen "ĂŒberzeugend"?





[Edited at 2005-05-25 10:52]


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Ralf Lemster  Identity Verified
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Transparenz vs. Standardkonditionen May 25, 2005

Hallo Steffi,
auch wenn die WamS dahinter steht, muss nicht alles Geschriebene auch wirklich sinnvoll sein. Basel II wird oftmals als Teufelszeug gebrandmarkt - dabei wird dort letztendlich nur festgeschrieben, was eigentlich wirtschaftliche SelbstverstÀndlichkeit sein sollte: um ein höheres Risiko einzugehen, benötigt man auch einen höheren Ertrag. Risiken, die aus eigener wirtschaftlicher Sicht nicht tragbar sind, geht man besser nicht ein. (Den gleichen Sachverhalt versuchen wir im Hinblick auf das Blue Board immer wieder zu vermitteln...)

Wer sich kĂŒnftig fremdes Geld leihen will, muss gegenĂŒber der Bank finanziell die Hosen herunterlassen. Wer keine ĂŒberzeugenden GeschĂ€ftszahlen vorlegen kann, wird nur zu schlechten Konditionen oder ĂŒberhaupt nicht bedient.

Was mich bei der ganzen Diskussion erstaunt, ist die Empörung ĂŒber die umfangreiche und transparente Darlegung der wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse. Was wĂŒrdet ihr verlangen, bevor ihr jemand einen sechsstelligen Betrag fĂŒr 20 bis 25 Jahre leiht?

Wie sieht das in der Praxis aus?

ĂŒber welchen Zeitraum muss man Zahlen vorlegen und
ab welcher Summe werden die GeschĂ€ftszahlen "ĂŒberzeugend"?

Drei Jahre sind Standard - wenn man dazu auch noch ein GeschĂ€ftskonzept mit entsprechender GeschĂ€ftsplanung vorlegt und sein Unternehmen entsprechend professionell prĂ€sentiert, sollte auch die KreditgewĂ€hrung kein Problem sein. Ich spreche dabei aus Erfahrung - hab' gerade vor ein paar Wochen die aktuelle Planung sowie die letzten Zahlen vorgelegt. Vor zwei Jahren haben wir ohne Probleme unser Nachbarhaus voll finanziert bekommen - inklusive Umbau zum BĂŒro. Das den Banken vorgelegte ExposĂ© zur Finanzierung umfasste ca. 50-60 Seiten.

Nach meinem Eindruck nutzen lokale Institute (Volksbanken, Sparkassen, regionale Banken) die extreme Vorsicht der (durch entsprechend massive KreditausfĂ€lle gebeutelten) Großbanken aus und sind eher zu einer Finanzierung bereit.

LG Ralf


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xxxMarc P  Identity Verified
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Erschwerter Hauskauf fĂŒr Übersetzer? May 25, 2005

[quote]Tuliparola wrote:

Dolmetscher und Journalisten sind dabei
und was ist mit uns?

Meinst du "uns" Übersetzer? Wir sind bei den Dolmetschern, siehe:

allfinanz.ing-diba.de/cgi-bin/kfiledld.cgi?id=461

Marc


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Stephanie Wloch  Identity Verified
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TOPIC STARTER
GeschÀftszahlen vorlegen - klar May 25, 2005

Dank Marc fĂŒr den Hinweis!
Ja, Ralf, irgendwie habe ich mir schon gedacht, dass man
seine UmsĂ€tze ĂŒber die letzten Jahre vorlegen muss zwecks Finanzierung.
Das mit dem "Hosen runterlassen" ist ja wirklich ĂŒbertrieben.

Drei Jahre sind Standard - wenn man dazu auch noch ein GeschÀftskonzept mit entsprechender GeschÀftsplanung vorlegt und sein Unternehmen entsprechend professionell prÀsentiert.

Du sprichst jetzt von einem ÜbersetzerbĂŒro, also bist du Unternehmer, aber ich dachte an den Status "Freiberufler", den die Banken etwas anders beĂ€ugen..?
Sich als EinzelĂŒbersetzer professionell prĂ€sentieren: ja gerne. Aber da kann man doch nicht so aus dem Vollen schöpfen wie ein BĂŒro.


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Ralf Lemster  Identity Verified
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Freiberufler = Unternehmer May 25, 2005

Nochmals hallo,
Drei Jahre sind Standard - wenn man dazu auch noch ein GeschÀftskonzept mit entsprechender GeschÀftsplanung vorlegt und sein Unternehmen entsprechend professionell prÀsentiert.

Du sprichst jetzt von einem ÜbersetzerbĂŒro, also bist du Unternehmer, aber ich dachte an den Status "Freiberufler", den die Banken etwas anders beĂ€ugen..?

Von der wirtschaftlichen Risikobetrachtung unterscheidet sich mein Unternehmen nur dadurch von einem Freiberufler, dass ich durch die Rechtsform der GmbH die Haftung beschrĂ€nkt habe - aus reiner Risikosicht stelle ich mich dadurch schlechter als ein Freiberufler. Die Immobilienfinanzierung lief ohnehin privat - aber mein Gehalt als GeschĂ€ftsfĂŒhrer sowie die EinkĂŒnfte aus der Vermietung der BĂŒrorĂ€ume an die GmbH hĂ€ngt wiederum direkt vom GeschĂ€ftserfolg des Unternehmens ab. Das Unternehmen könnte ich genau so gut als Freiberufler fĂŒhren.

Sich als EinzelĂŒbersetzer professionell prĂ€sentieren: ja gerne. Aber da kann man doch nicht so aus dem Vollen schöpfen wie ein BĂŒro.

Aber hallo! Nur tun's die meisten nicht oder scheuen den Aufwand. Das rĂ€cht sich dann genau so wie die KĂŒndigung langjĂ€hriger Bankverbindungen, weil man bei einer reinen Onlinebank 50 Euro GebĂŒhren pro Jahr einspart.

Gruß Ralf


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danilingua  Identity Verified
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Bankentreue May 25, 2005

[Das rĂ€cht sich dann genau so wie die KĂŒndigung langjĂ€hriger Bankverbindungen, weil man bei einer reinen Onlinebank 50 Euro GebĂŒhren pro Jahr einspart.

[/quote]

Aus genau diesem Grund bin ich meiner Hausbank seit 1982 treu. Sie stand an meiner Seite, wo mich andere Banken lÀngst "befördert" hÀtten. Auch, wenn es bei den Zinsen, etc., mager aussehen mag, mir ist der persönliche Kontakt seit mehr als 20 Jahren lieber, als eingesparte 50 Euro. Und was, wenn es wirklich einmal wieder etwas angespannter wird...?

Daniela


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Jerzy Czopik  Identity Verified
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Möglicherweise hat sich etwas geÀndert May 25, 2005

aber 1996 haben wir unser Haus von unserer Hausbank (eine lokale VoBa) ohne Probleme - und ohne ein mit dem von Ralf vergleichbaren Expose - finanziert bekommen.
Der Clou dabei: Damals waren wir noch nicht deutsche Staatsangehörige! Dieser Bank sind wir bis heute treu geblieben. Ich denke, dass gerade das sich auszahlt - langjÀhrige Beziehungen zu der Bank. Da wird bei Schwankungen nicht gleich die Axt geschwenkt. Kommt höchstens ein freundlicher Anruf und die Sache ist geklÀrt. Und Schwankungen sind leider bei der heutige Zahlungsmoral mancher Kunden vorprogrammiert
Es wird doch wie immer alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird

Schöne GrĂŒĂŸe
Jerzy


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Aniello Scognamiglio  Identity Verified
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Pustekuchen May 25, 2005

Jerzy Czopik wrote:

aber 1996 haben wir unser Haus von unserer Hausbank (eine lokale VoBa) ohne Probleme - und ohne ein mit dem von Ralf vergleichbaren Expose - finanziert bekommen.
Der Clou dabei: Damals waren wir noch nicht deutsche Staatsangehörige! Dieser Bank sind wir bis heute treu geblieben. Ich denke, dass gerade das sich auszahlt - langjÀhrige Beziehungen zu der Bank. Da wird bei Schwankungen nicht gleich die Axt geschwenkt. Kommt höchstens ein freundlicher Anruf und die Sache ist geklÀrt. Und Schwankungen sind leider bei der heutige Zahlungsmoral mancher Kunden vorprogrammiert
Es wird doch wie immer alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird

Schöne GrĂŒĂŸe
Jerzy


Bankentreue? Mir schießen die TrĂ€nen in die Augen.
Ich war vor Jahren in der Situation, dass ich einen kleinen 4-stelligen Kredit gebraucht hĂ€tte. Meine Bank, ich *war* immerhin seit 18 Jahren treuer Kunde" ließ mich fallen wie eine heiße Kartoffel. Also erzĂ€hlt mir bitte nichts von Treue. Banken ist Treue egal, sie wollen nur unser Bestes - Kohle.

Hth, Aniello


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Ralf Lemster  Identity Verified
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Kann funktionieren, muss aber nicht... May 25, 2005

Aniello,
ich wollte damit auch nicht ausdrĂŒcken, dass man sich alles gefallen lassen sollte - bei dem angesprochenen Projekt hat mich meine damalige "Hausbank" (bei der ich immerhin vierzehn Jahre selbst tĂ€tig war...) ebenfalls hĂ€ngen lassen. WorĂŒber sich die lokale Volksbank freute - konnte sie doch nicht nur eine Hypothek verkaufen, sondern auch gleich noch ein Firmenkonto akquirieren.

Allerdings tendiert die Wahrscheinlichkeit eines Entgegenkommens bei "reinen" Onlinebanken oder hochgradig standardisierten Instituten deutlich geringer als bei einem lokal vertretenen Institut, zu dem du eine regelmĂ€ĂŸige GeschĂ€ftsbeziehung pflegst.

LG Ralf
Wildly OT: Hab' gerade meine Bankverbindung gepflegt und einen der Kundenbetreuer zum Bahnhof gefahren. Nein, nein, war reiner Zufall...


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Jerzy Czopik  Identity Verified
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Ich schließe mich Ralf an May 25, 2005

was die "standardisierten" Institute betrifft.
Wir haben noch ein Privatkonto bei der Bank mit den meisten Filialen. Dort ist man aber nur ein Konto, kein Mensch. Diese Bank hat die Kundenpflege nicht nötig, ihre GeschĂ€ftszeiten sind eine Zumutung. Die Filiale in unserer kleinen Siedlung (weiß nicht, wie es in der Stadtmitte ist) ist mittwochs nachmittags geschlossen... In der Siedlung, wo wir frĂŒher gewohnt haben (eine in Dortmund recht bekannte Siedlung mit hohem AuslĂ€nderanteil) waren die Mitarbeiter dieser Bank sehr unfreundlich. Das Konto halten wir dort eigentlich nur noch aus Faulheit...
Die VoBa ist unsere GeschĂ€ftsbank. Die Mitarbeiter der Filiale in derselben Siedlung sind alles andere als unfreundlich. Man hat uns die Hypothek zu marktĂŒblichen Konditionen zur VerfĂŒgung gestellt. ZunĂ€chst auf fĂŒnf Jahre. Danach haben wir mit der VB verhandelt, um bessere Konditionen zu bekommen, weil uns ein Anbebot einer anderen Bank vorlag. Auch da ist man uns entgegengekommen. Alles auf persönlicher Basis - wir kennen/kannten alle Mitarbeiter der Filiale... Da ist es wohl doch was anderes mit der Banktreue, oder?

Mag ja sein, dass man uns auch nicht alles genehmigt hĂ€tte, aber was wir brauchten, ließ sich regeln.
Das rechne ich dieser Filiale (denn die ist auch nicht gleich die Bank) hoch an.

LG
Jerzy


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Aniello Scognamiglio  Identity Verified
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Der Teufel steckt im Detail May 25, 2005

Ralf Lemster wrote:

LG Ralf
Wildly OT: Hab' gerade meine Bankverbindung gepflegt und einen der Kundenbetreuer zum Bahnhof gefahren. Nein, nein, war reiner Zufall...


Klar, Ralf, es kommt auf die Details und UmstÀnde an.
HÀtte ich damals 1 Million Schulden gehabt, wÀre die Sache mit dem kleinen Kredit sicherlich in Ordnung gegangen:-)
DarĂŒber hinaus ist es sicherlich auch ein Unterschied, ob ich 20 Jahre Kunde bei einer Volksbank in einem 2000-Seelen-Dorf bin oder bei einer großen Bank (z.B. HVB) in einer Großstadt.

Wildly OT: Das Chauffieren des Kundenbetreuers kannst du meines Wissens als Werbungskosten steuerlich geltend machen;-)


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Textklick  Identity Verified
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Kundenspaziergang May 25, 2005

Muss gerade lachen.

Als ein Versuch den Stammkundenspaziergang zu verhindern, lÀuft hierzulande z.Zt. eine aufwÀndige TV-Kampagne von der Nationwide Building Society.

Szenario in etwa:

Kunde betritt eine (andere) Bank, will Grosskredit.
"Sorry sir, new customers only."
Bin doch Vorstandsmitglied!
"Sorry sir, new customers only."
Dann hebe ich mir etwas Geld ab - haben Sie bitte ein Stift?
"Sorry sir, new customers only." (usw.)

Am Ende heisst es natĂŒrlich: "Wir behandeln alle Kunden gleich".

Tja. Mir isses egal wie die Kerle zum Bahnhof kommen Mir sind aber die Kosten der Werbekampagne (als deren "old customer") weniger egal








[Edited at 2005-05-25 17:46]


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Klaus Herrmann  Identity Verified
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HĂ€userkauf ist Peanuts. May 26, 2005

Meine Erfahrungen passen in den Trend, der sich hier abzeichnet. Ich habe mein Konto bei einer Raiffeisenbank, fĂŒr die andere Firma ebenfalls bei der Raiffeisenbank und bei einer deutschen Großbank. Ein wesentlicher Grund fĂŒr mich, warum ich ein Konto dort fĂŒhre, war der Bekanntheitsgrad im Ausland und die einfachere Abwicklung internationaler AktivitĂ€ten (wie ich gehofft habe). Soviel zur Theorie. In der Praxis ist es so, dass ich fast alle Transaktionen ĂŒber die Raiffeisenbank abwickele, weil da der Service stimmt. Krönung des ganzen war fĂŒr mich, als ich zur Absicherung von in Dollar abgewickelten GeschĂ€ften bei der Großbank nach Dollaroptionen gefragt habe und mich der Kundenberater (fĂŒr das AuslangsgeschĂ€ft zustĂ€ndig!) dumm anguckt und fragt, was denn wohl Dollaroptionen sein sollen. WĂ€hrend ich definiere, was das ist, frage ich mich im Hinterkopf, ob der einen besonders trockenen Humor hat und mich auf den Arm nimmt. Als Reaktion auf meine ErklĂ€rung lacht er erst „Ne, sowas gibts nicht, schön wĂ€r's“, und ruft dann auf mein DrĂ€ngeln doch bei der Zentrale an. Überraschung, es gibt sie doch... NatĂŒrlich/hoffentlich ist das ein Einzelfall, aber ich mag nicht glauben, dass eine derartige Personalpolitik Zufall ist. Umgekehrt ist "meine" Raiffeisenbank in allen Bereichen, die ich in Anspruch nehme, ausgesprochen kompetent und im persönlichen Kontakt sehr angenehm.
Die Kreditvergabe kann man ĂŒbrigens auch aus einem weiteren Winkel sehen. Wenn mir eine (gute) Bank sagt, dass sie z. B. bei einem GeschĂ€ft mit Software die Software nicht als Sicherheiten/Werte akzeptieren kann und deswegen andere Sicherheiten bzw. höhere Zinsen fordert, ist das fĂŒr mich auch eine praktische zusĂ€tzliche Risikobewertung. Lange Rede kurzer Sinnn - ich wĂŒrde einen Teufel tun und wegen der GebĂŒhren wechseln. WĂŒnschen wir uns von unseren Kunden ja auch nicht

[Edited at 2005-05-26 08:16]


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Andy Lemminger  Identity Verified
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RisikoeinschÀtzung May 26, 2005

Ralf Lemster wrote:
um ein höheres Risiko einzugehen, benötigt man auch einen höheren Ertrag. Risiken, die aus eigener wirtschaftlicher Sicht nicht tragbar sind, geht man besser nicht ein.


Es ist schon klar, dass sich die Banken absichern mĂŒssen und bei einem höheren Risiko mehr Zinsen verlangen. Meistens wird doch aber die Logik angewendet: SelbststĂ€ndig=Unsicher und Angestellt=Sicher (je lĂ€nger angestellt umso sicherer). Und das leuchtet mir ĂŒberhaupt nicht ein, denn warum sind denn die EinkĂŒnfte eines Angestellten sicherer als die eines SelbststĂ€ndigen? Schließlich bezieht er doch seine BezĂŒge von einer Gesellschaft, die jederzeit zahlungsunfĂ€hig sein kann. Er kann ebenso in wenigen Monaten gefeuert werden und gar keine EinkĂŒnfte mehr haben. Die Grundlage der Kreditentscheidung, sein Gehalt, kann doch daher nicht wirklich als langfristiger Indikator seiner BonitĂ€t dienen.

Es wĂ€re doch auch sehr leicht, als SelbstĂ€ndiger eine Kapitalgesellschaft XY GmbH zu grĂŒnden, sich selbst einzustellen, ein schönes Gehalt Z auszubezahlen und nun (der Wahrheit entsprechend) zu sagen, man ist Angestellter der XY GmbH und verdient Z im Monat. Das Risiko der Bank ist doch in diesem Fall genau identisch.

Bei vielen Kreditangeboten wird nur ein Gehaltsnachweis verlangt, ich glaube kaum, dass man in diesen FĂ€llen die finanzielle Lage des Arbeitgebers prĂŒfen wird, in den meisten FĂ€llen ist das ja gar nicht machbar. Bei Hypotheken mag das vielleicht manchmal anders sein, das weiß ich nicht, aber prinzipiell verstehe ich die Banken in diesem Punkt nicht.


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Stephanie Wloch  Identity Verified
Germany
Local time: 15:01
Member (2003)
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TOPIC STARTER
Angestellt in einer wackeligen Firma May 26, 2005

Andy Lemminger wrote:
denn warum sind denn die EinkĂŒnfte eines Angestellten sicherer als die eines SelbststĂ€ndigen? Schließlich bezieht er doch seine BezĂŒge von einer Gesellschaft, die jederzeit zahlungsunfĂ€hig sein kann.

Daran habe ich auch schon gedacht. Beispiel: Einer arbeitet im Schlachthof. Aussicht auf MKS oder Schweinepest ist sehr hoch. KrisengeschĂŒttelte Branche. Entlassungsrisiko hoch.
Bekommt anstandslos die Hypothek.

Jemand ĂŒbersetzt vom Englischen/Deutschen ins Schwedische.
Ist zwar erst ein Jahr dabei, aber hat schon viele Stammkunden, die Nachfrage ist enorm und wird auch nicht abreißen.
BĂŒros/Kunden bescheinigen ihm, dass sie noch jahrelang Arbeit fĂŒr ihn haben werden. Er hat sich gegen alle Unbilden versichert.
Hypothek großes Problem.



[Edited at 2005-05-26 22:38]


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