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Kunde will Transit einf├╝hren, was ratet Ihr?
Thread poster: Heinrich Pesch

Heinrich Pesch  Identity Verified
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Jun 15, 2005

Ein langj├Ąhriger Direktkunde will seine ├ťbersetzungsabteilung auf Transit umstellen. Bisher lief alles ├╝ber Word-Dateien. Der Kunde setzt bei sich QuarkExpress ein.
Er fragte meine Meinung ├╝ber Transit. Da ich keine Erfahrung damit habe, m├Âchte ich Eure Meinung h├Âren. Welche Vor- und Nachteile bietet Transit gegen├╝ber Trados oder anderen Marken? Wie bequem oder unbequem ist das Arbeiten damit?
Danke im voraus!

Heinrich


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Jerzy Czopik  Identity Verified
Germany
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F├╝r Dich kaum Nachteile Jun 15, 2005

wenn Du nicht intensiv mit Trados gearbeitet hast, wirst Du bei Transit keine Nachteil sp├╝ren.
Die Satellite-Version f├╝r Freelancer (und nur die wirst Du brauchen) ist kostenlos, so dass auch hier keine Probleme entstehen.

Das einzige Problem ist, wie gut (schlecht) der Kunde seine Dateien aufbereitet, denn einen Einfluss auf die Segmentierung hast Du nicht. Macht der Kunde Unsinn, wie so oft, indem er h├Ąngende Einz├╝ge mit Tabulatoren, Leerschritten, Enter und dergleichen erzeugt, bist Du geliefert. Au├čerdem wird das TM nicht bei Dir, sondern beim Kunden erzeugt. Damit ist man bei Transit absolut auf die anderen angewiesen, was mir pers├Ânlich sehr nicht passt.

Desweiteren muss man sich mit dem Editor von Transit anfreunden. Das kann ich nicht, aber in dieser Hinsicht bin ich etwas stur. Andere m├Âgen Transit und setzen es gerne ein. Das einfachste f├╝r Dich w├Ąre, den Kunden um ein kleines Projekt in Transit zu bitten, sich die Satellite-Version bei Star zu downloaden und zu versuchen.

Sch├Ânen Gru├č und viel Erfolg
Jerzy


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xxxMarc P  Identity Verified
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Kunde will Transit einf├╝hren, was ratet Ihr? Jun 15, 2005

Muss man unbedingt Transit einsetzen, nur weil der Kunde es tut?

Ich w├╝rde versuchen, den Kunden ├╝ber normierte Formate wie TMX aufzukl├Ąren.

Marc


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RWSTranslation
Germany
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Normierte Formate ??!! Jun 15, 2005

MarcPrior wrote:

Muss man unbedingt Transit einsetzen, nur weil der Kunde es tut?

Ich w├╝rde versuchen, den Kunden ├╝ber normierte Formate wie TMX aufzukl├Ąren.

Marc


Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, Transit Projekte mit anderen Tools zu bearbeiten.

Zum einen ist es nicht ganz trivial die Daten aus den Transit Projekten herauszul├Âsen und nachher wieder hineinzubasteln und zum anderen ist das Konzept bei Transit ein ganz anderes als bei datenbankorientierten Translation Memory Systemen.

Man kann zwar Inhalte via TMX austauschen. F├╝r die t├Ągliche Arbeit ist dies jedoch nicht wirklich empfehlenswert.

Viele Gr├╝├če

Hans

[Edited at 2005-06-15 13:18]


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Heinrich Pesch  Identity Verified
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TOPIC STARTER
Und von der Sicht des Kunden? Jun 15, 2005

Bei der Umstellung auf Trados habe ich miterlebt, wie Kunden ganz sch├Ân am Stock gingen mit der Datenverwaltung etc. Ein gro├čer Direktkunde, den eine Agentur seit Jahren bedient, hat praktisch seit knapp einem Jahr keine Auftr├Ąge mehr vergeben, weil er sich gerade mal auf Trados umstellt.
Ist Transit da "Kundenfreundlicher"?
Gru├č
Heinrich


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RWSTranslation
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Kundenfreundlich Jun 15, 2005

Heinrich Pesch wrote:

Bei der Umstellung auf Trados habe ich miterlebt, wie Kunden ganz sch├Ân am Stock gingen mit der Datenverwaltung etc. Ein gro├čer Direktkunde, den eine Agentur seit Jahren bedient, hat praktisch seit knapp einem Jahr keine Auftr├Ąge mehr vergeben, weil er sich gerade mal auf Trados umstellt.
Ist Transit da "Kundenfreundlicher"?
Gru├č
Heinrich


Hallo,

egal welches System man neu einf├╝hrt, wird man gewisse Umstellungsprobleme l├Âsen m├╝ssen.
Aufwendiger als die rein technische Umsetzung ist oft die Anpassung der Abl├Ąufe und Zust├Ąndigkeiten.

Nach meiner Erfahrung ist die Einf├╝hrung von Trados eigentlich recht unproblematisch. Ein Knackpunkt ist zum einen der Aufbau der Translation Memories. Im einfachsten Fall gibt es bereits qualitativ gesicherte Memories, dann gehts ganz unproblematisch. Oft sind jedoch die Memories eher zweifelhafter Qualilt├Ąt (viele unabh├Ąngige ├ťbersetzer, keine Terminologie, keine Konsistenz). Ein weiterer Problembereich sind die Filter zum DTP System. Hier fehlt bei Neueinsteigern oft die Erfahrung um die Probleme zu umschiffen, bzw. viele Probleme werden im Vorfeld gar nicht erkannt.

Bei Transit (wo ich nur grundlegende Erfahrungen mit ├Ąlteren Versionen habe) ist zudem noch die Schwierigkeit, dass es sich um ein integiertes Programmpaket handelt wo alle Einzelapplikationen unter einer Oberfl├Ąche Hand in Hand greifen (sollen). Wenn es bei einzelnen Schritten Probleme gibt, kann damit manchmal das ganze ├ťbersetzungprojekt vor die Hunde gehen. Ich halte daher Transit f├╝r wesentlich komplexer in der Einf├╝hrung.

Viele Gr├╝├če

Hans


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Elvira Stoianov  Identity Verified
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ich mag Transit nicht Jun 15, 2005

Ich musste f├╝r einen Kunden Projekte mit Transit-Satellite bearbeiten.
Soweit ich weiss, kann man in Transit ├änderungen nachtr├Ąglich nur manuell einarbeiten (was ich meine ist das: man ├╝bersetzt den Text und best├Ątigt die Segmente mit Alt+Ins, damit die Eintr├Ąge in der TM gespeichert werden. Nat├╝rlich will man danach die ├ťbersetzung durchlesen und wenn man ein Segment ├Ąndern, bekommt man nicht den ge├Ąnderten Segment als Vorschlag vei nachtr├Ąglichen 100% Matches - Ich habe einmal auf ProZ gefragt, ob das an mir liegt, aber damals hat man mir gesagt, es ginge nicht anders). Aus diesem Grund finde ich Transit nicht sehr praktisch, weil man letzendlich die ├ťbersetzung doch "manuell" machen muss, trotz der ├ťbereinstimmungen.


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xxxMarc P  Identity Verified
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Kunde will Transit einf├╝hren, was ratet Ihr? Jun 15, 2005

Normierte Formate ??!!


Wieso "??!!"? TMX ist doch ein normiertes Format, XLIFF ebenso. Diese Formate haben genau diesen Zweck, n├Ąmlich den Austausch von Daten durch Benutzer verschiedener TM-Systeme.

Die Transit-Formate sind nicht normiert und sind propriet├Ąr. Sie haben einen anderen Zweck, n├Ąmlich ├ťbersetzer zu zwingen, die Anwendung zu kaufen - lediglich um die propriet├Ąren Dateien bearbeiten zu k├Ânnen. Denn eine TM-Anwendung hat der Heinrich doch schon, oder nicht?

Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, Transit Projekte mit anderen Tools zu bearbeiten.


Das habe ich auch nicht vorgeschlagen. Was bringt es eigentlich f├╝r einen Mehrwert, "Transit-Projekte zu bearbeiten"? Das muss man mir erst einmal erkl├Ąren.

Wenn es Vorteile f├╝r den Kunden gibt, Software zur Beherrschung von Projektabl├Ąufen einszusetzen, ist das sch├Ân und gut. Warum muss aber der ├ťbersetzer die gleiche Software einsetzen? Das ist, als w├╝rden wir ├ťbersetzer von unseren Kunden verlangen, TM-Software einzusetzen - eben weil wir es tun. Nein, wir liefern Texte, evtl. auch Memory-Dateien, in g├Ąngigen Formaten.

zum anderen ist das Konzept bei Transit ein ganz anderes als bei datenbankorientierten Translation Memory Systemen


Inwiefern spielt das eine Rolle?

Man kann zwar Inhalte via TMX austauschen. F├╝r die t├Ągliche Arbeit ist dies jedoch nicht wirklich empfehlenswert.


Warum nicht? Gerade deshabl wurde TMX entwickelt, teilweise auch von TM-Software-Herstellern.

Marc

[Edited at 2005-06-15 16:46]


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xxxBrandis
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ich habe sogar ein ganzes Projekt f├╝r Star Transit - Ungarn mit Trados bearbeitet Jun 15, 2005

weil es einfacher, flexibler, leicht zugreifbar war. Gruss Brandis

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xxxMarc P  Identity Verified
Local time: 20:58
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Vern├╝nftige Strategie Jun 16, 2005

Hier ein Beitrag aus einem anderen Forum, der die Nutzung von normierten Formaten verst├Ąndlich erkl├Ąrt. Der Verfasser (Rodolfo Raya) hat zugestimmt, dass ich ihn hier widergebe.

Marc

The format selected by a cat tool so store translation data is
irrelevant. It can be anything as long as a translator can translate documents in a given format and obtain a translated document in the same format. In other words, as long as a translator can translate an HTML page from one language to another, it does not matter if the CAT tool has a database, uses XLIFF, TMX or any proprietary format to store internal data while translation is in progress.

Translators don't live isolated in caves. They need to deal with
customers and translation agencies to make a living. Translators working with computers need to exchange files with other people and this generates problems that standards try to solve. Lets see:

1) Customers provide their source documents in a great variety of formats

2) Translation agencies own expensive software and ask translators to work with tools compatible with their systems

3) Translators do not own every conceivable tool for editing source documents

4) Translators may need to share work with colleagues to handle large jobs

5) Anything you can think of. You name it. If you are an experienced translator, you've seen many complications before.

What options are there to help? Nothing is magic. It is necessary a combination of factors to ease translators life. And agencies lives too, they also have to deal with people.

A group of large companies seeking for a way to save money in translation-related tasks, defined a set of standards that actually helped them in their goals. The standards that affect translators lives are: XML, XLIFF, TMX, SRX and TBX.


XML provides the first valid option for exchanging data. After 20 years of ongoing efforts, SGML gave birth to a healthy child that rapidly was adopted by most large software companies. Even Microsoft surrendered and announced that XML will be the default format in the future version of MS Office.

XLIFF is a format designed to hold the data that a translator needs to complete a translation job. The goal of the designers was to let translators choose one CAT tool and use it to translate documents from different source formats. For example, a translator using a tool that supports XLIFF does not need to buy FrameMaker to translate a MIF file. The translation agency hiring its services can provide an XLIFF version of the FrameMaker file and the translator works with the tool he likes.
CAT tools currently supporting XLIFF format are:

* Heartsome Translation Suite
* Passolo
* LocFactory
* SDLX
* Trados 7 (will be generally available on a week or two)
* Catalyst
* ENLASO's tools
* Multilizer
* Sun's Tools (to be open sourced very soon)

There are others, like Transolution or KBabel that also support this standard, but they are either not ready yet or lack advertising.

At this moment it is possible to convert a great variety of document formats to XLIFF. Practically everything a translator needs now a days.

A translator working with a CAT tool may receive a translation memories from the hiring agency to booster his productivity. It would not be fair to force the translator to buy the tool used by the agency, so a standard for exchanging translation memories (TMX) was invented by, not surprisingly, the same group of large corporations interested on getting cheaper translations.

Most CAT tools support exchanging data in TMX format. There are two kinds of exchanges:

1) Only the text that is translatable
2) The text plus all formatting information

All the tools mentioned above support the fourth revision of TMX
standard (TMX 1.4) and almost all of them support text with formatting (this option is also known as TMX Level 2).

As it was difficult for a CAT tool to handle formatting information generated by other tools, the rules for the exchange were made very clear and now with TMX 1.4 it is possible to reuse all the information.

As a compliment for TMX files with full formatting info, a special standard that describes the rules used for breaking segments was invented. That standard is SRX (Segmentation Rules eXchange) and it is becoming more and more important every day. Many of the CAT tools listed above already support SRX and all of them will probably do so in less than a year from now.

Translators not only depend on translation memories, glossaries are also important. To facilitate the exchange of terminology, another standard was created: TBX (TermBase eXchange). Unfortunately, this standard is not very popular yet. Time will tell if this standard is widely adopted or not.

And now back to where all this started: a CAT tool can use or not a database and support whatever standard its designers want. As said, this is irrelevant. It only matters if the tool can translate the documents that the translator needs or not.


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RWSTranslation
Germany
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Member (2007)
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TMX --> Transit ? Jun 16, 2005

MarcPrior wrote:

Normierte Formate ??!!


Wieso "??!!"? TMX ist doch ein normiertes Format, XLIFF ebenso. Diese Formate haben genau diesen Zweck, n├Ąmlich den Austausch von Daten durch Benutzer verschiedener TM-Systeme.

Die Transit-Formate sind nicht normiert und sind propriet├Ąr. Sie haben einen anderen Zweck, n├Ąmlich ├ťbersetzer zu zwingen, die Anwendung zu kaufen - lediglich um die propriet├Ąren Dateien bearbeiten zu k├Ânnen. Denn eine TM-Anwendung hat der Heinrich doch schon, oder nicht?


Genau, Transit verf├╝gt im Standard Workflow ├╝ber keine Translation Memories, die man mit TMX austauschen k├Ânnte.
Transit legt eine Reihe von Referenz├╝bersetzungen ab und bei der Vorbereitung eines Projektes erfolgt dann eine Vor├╝bersetzung aus allen oder einigen dieser Vor├╝bersetzungen. Im Gegensatz zu einem databankorientierten Ansatz (wie z.B. bei Trados), wo lediglich eizelne ├ťbersetzungsegmente ohne Kontext gespeichert werden, bietet der Transit Ansatz den Vorteil leicht auch mit unterschiedlichen stilistische oder terminologische Unterschiede (z.B. unterschiedliche ├ťbersetzungen je nach Zielgruppe) zu arbeiten. Ein reiner Austausch von TMX Dateien ist hier nicht gleichwertig mit der Erstellung neuer Referenz├╝bersetzungen.


Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, Transit Projekte mit anderen Tools zu bearbeiten.


Das habe ich auch nicht vorgeschlagen. Was bringt es eigentlich f├╝r einen Mehrwert, "Transit-Projekte zu bearbeiten"? Das muss man mir erst einmal erkl├Ąren.


Es sit nicht die Frage zu stellen, ob es einen Mehrwert gibt die vom Kunden in Transit vorbereiteten Projekte zu bearbeiten, sondern die Frage ist, ob es m├Âglich oder sinnvoll ist diese bereits vorbereiteten Projekte mit einem anderen Tool zu bearbeiten.

Wenn es Vorteile f├╝r den Kunden gibt, Software zur Beherrschung von Projektabl├Ąufen einszusetzen, ist das sch├Ân und gut. Warum muss aber der ├ťbersetzer die gleiche Software einsetzen? Das ist, als w├╝rden wir ├ťbersetzer von unseren Kunden verlangen, TM-Software einzusetzen - eben weil wir es tun. Nein, wir liefern Texte, evtl. auch Memory-Dateien, in g├Ąngigen Formaten.


Die Frage ist wieder eine andere: Der Kunde fragt Dich, ob Du bereit w├Ąrest einen Auftrag mit bestimmten Rahmenbedingungen anzunehmen und durchzuf├╝hren und fragt Dich nach dem Preis daf├╝r. Niemand verlangt von Dir etwas derartiges zu tun.


zum anderen ist das Konzept bei Transit ein ganz anderes als bei datenbankorientierten Translation Memory Systemen


Inwiefern spielt das eine Rolle?


s.o.


Man kann zwar Inhalte via TMX austauschen. F├╝r die t├Ągliche Arbeit ist dies jedoch nicht wirklich empfehlenswert.


Warum nicht? Gerade deshabl wurde TMX entwickelt, teilweise auch von TM-Software-Herstellern.


Weil es nicht zu einem hundertprozentigen Austausch der Informationen kommt. Gerade wenn der Kunde eine DTP Programm wie QuarkXPress einsetzt, spielen die eingesetzten Filterprogramme bei der Segmentierung der Texte eine erhebliche Rolle. Des weiteren haben wir festgestellt, dass gerade Transit teilweise recht eigenwillig segmentiert. Ausserdem ist das st├Ąndige Ex- und Importieren der TMX Dateien ein zus├Ątzlicher Aufwand, der nicht notwendig ist. Speziell bei Transit besteht das Problem, dass es soweit ich weiss, keine M├Âglichkeit gibt aus einer TMX Datei wieder eine Referenz├╝bersetzung zu erzeugen.

Marc

[Edited at 2005-06-15 16:46][/quote]


Viele Gr├╝├če

Hans


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xxxMarc P  Identity Verified
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TMX --> Transit ? Jun 16, 2005

DSC wrote:

Transit legt eine Reihe von Referenz├╝bersetzungen ab (...) bietet der Transit Ansatz den Vorteil leicht auch mit unterschiedlichen stilistische oder terminologische Unterschiede (z.B. unterschiedliche ├ťbersetzungen je nach Zielgruppe) zu arbeiten.


Dieser Ansatz, der m.M.n alles andere als verkehrt ist, entspricht der Benutzung von XLIFF. Legt ein Kunde Wert auf einen solchen Ansatz, dann w├Ąre er gut beraten, seine internen Abl├Ąufe XLIFF-basiert auszurichten. Dann h├Ątten die einzelnen Lieferanten immerhin eine Auswahl zwischen mehreren normgerechten Produkten, sprich denen, die XLIFF unterst├╝tzen.

Ansonsten ist es so, als w├╝rde der Kunde die Lieferung als Hardcopy verlangen, gleichzeitig aber die Papiergr├Â├če festlegen, und zwar nicht auf DIN A4, sondern eine Sondergr├Â├če, die nur von einem einzigen Druckertyp unterst├╝tzt wird, der widerum einen vierstelligen Eurobetrag kostet. Wer in anderen Industriezweigen eigenwillig auf solche Eigenl├Âsungen besteht, muss mit empfindlichen Zuschl├Ągen rechnen. Der Sinn der CAT-Technologie ist es, den ├ťbersetzungsablauf zu erleichtern, nicht zu erschweren!

Es ist nicht die Frage zu stellen, ob es einen Mehrwert gibt die vom Kunden in Transit vorbereiteten Projekte zu bearbeiten, sondern die Frage ist, ob es m├Âglich oder sinnvoll ist diese bereits vorbereiteten Projekte mit einem anderen Tool zu bearbeiten.


Eben doch, denn ├ťbersetzer veschwenden jetzt schon viel zu viel Zeit beim "Projekte Bearbeiten". Es bleibt immer weniger Zeit ├╝brig f├╝rs tats├Ąchliche ├ťbersetzen, was sich auch in der Qualit├Ąt der gelieferten Texte bemerkbar macht.

Die Frage ist wieder eine andere: Der Kunde fragt Dich, ob Du bereit w├Ąrest einen Auftrag mit bestimmten Rahmenbedingungen anzunehmen und durchzuf├╝hren und fragt Dich nach dem Preis daf├╝r. Niemand verlangt von Dir etwas derartiges zu tun.


Klar. Ich kann auch von meinem Installateur verlangen, wenn er bei mir aufkreuzt, um mein Heizwassersystem zu reparieren (um den tats├Ąchlichen Fall von letzter Woche zu nennen), dass er nicht das ihm vertraute, mitgebrachte Werkzeug benutzt, sondern das, was ich ihm in die Hand dr├╝cke. Das sollte ich mir aber gut ├╝berlegen. Entweder er weigert sich, die meisten seiner Kollegen ebenfalls, und ich beschr├Ąnke die Auswahl der verf├╝gbaren Handwerker auf einen Bruchteil, mit unvermeidbaren Folgen f├╝r die Qualit├Ąt. Oder er macht mit - verlangt aber einen Zuschlag f├╝r den zus├Ątzlichen durch die Benutzung von unvertrautem Werkzeug verursachten Zeitaufwand.

Weil es nicht zu einem hundertprozentigen Austausch der Informationen kommt.


Eben deshalb gibt es Normen. Legt ein Kunde wert auf einen solchen Arbeitsablauf, dann w├Ąre es zweckm├Ą├čig, sich an die Normen zu halten, damit Schnittstellen zu anderen Prozessen - sprich zur Vorgehensweise der Einzel├╝bersetzer - gegeben sind.

Ausserdem ist das st├Ąndige Ex- und Importieren der TMX Dateien ein zus├Ątzlicher Aufwand, der nicht notwendig ist.


Die Bearbeitung von Transit-Projekten ist ebenfalls ein zus├Ątzlicher Aufwand, und zwar ein erheblicher, denn der ├ťbersetzer muss seine ganze Arbeitsweise umstellen. Hier wir aber nur an die Bequemlichkeit des Kunden gedacht.

Marc


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RWSTranslation
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Normen, Austausch, Arbeitsprozesse Jun 16, 2005

MarcPrior wrote:

DSC wrote:

Transit legt eine Reihe von Referenz├╝bersetzungen ab (...) bietet der Transit Ansatz den Vorteil leicht auch mit unterschiedlichen stilistische oder terminologische Unterschiede (z.B. unterschiedliche ├ťbersetzungen je nach Zielgruppe) zu arbeiten.


Dieser Ansatz, der m.M.n alles andere als verkehrt ist, entspricht der Benutzung von XLIFF. Legt ein Kunde Wert auf einen solchen Ansatz, dann w├Ąre er gut beraten, seine internen Abl├Ąufe XLIFF-basiert auszurichten. Dann h├Ątten die einzelnen Lieferanten immerhin eine Auswahl zwischen mehreren normgerechten Produkten, sprich denen, die XLIFF unterst├╝tzen.


Nicht ganz, da bei Transit ja nicht in erster Linie der Zugriff auf eine Translation Memory erfolgt, sondern eine Vor├╝bersetzung durchgef├╝hrt wird. Diese Vor├╝bersetzung kann jedoch nur durchgef├╝hrt werden, wenn man auch die entsprechenden Referenz├╝bersetzungen verf├╝gbar hat. Die mittels Transit versendeten Projektdateien sind daher schon bereits so aufgebaut, dass der ├ťbersetzer lediglich mit z.B. dem kostenfreien Sattelite PE das Projekt ├Âffnet, ├╝bersetzt und dann wieder das Projekt zur├╝ckschickt.

Ansonsten ist es so, als w├╝rde der Kunde die Lieferung als Hardcopy verlangen, gleichzeitig aber die Papiergr├Â├če festlegen, und zwar nicht auf DIN A4, sondern eine Sondergr├Â├če, die nur von einem einzigen Druckertyp unterst├╝tzt wird, der widerum einen vierstelligen Eurobetrag kostet. Wer in anderen Industriezweigen eigenwillig auf solche Eigenl├Âsungen besteht, muss mit empfindlichen Zuschl├Ągen rechnen. Der Sinn der CAT-Technologie ist es, den ├ťbersetzungsablauf zu erleichtern, nicht zu erschweren!


Findest Du den Vergleich nicht selbst etwas ├╝bertrieben ?


Es ist nicht die Frage zu stellen, ob es einen Mehrwert gibt die vom Kunden in Transit vorbereiteten Projekte zu bearbeiten, sondern die Frage ist, ob es m├Âglich oder sinnvoll ist diese bereits vorbereiteten Projekte mit einem anderen Tool zu bearbeiten.


Eben doch, denn ├ťbersetzer veschwenden jetzt schon viel zu viel Zeit beim "Projekte Bearbeiten". Es bleibt immer weniger Zeit ├╝brig f├╝rs tats├Ąchliche ├ťbersetzen, was sich auch in der Qualit├Ąt der gelieferten Texte bemerkbar macht.


Transit geht mit seinem Ansatz eben gerade davon aus, dass der ├ťbersetzer sich nicht mehr um die vielen Vor- und Nachbereitungsdetails k├╝mmern muss, sondern einfach sich aufs ├ťbersetzen konzentrieren kann. Ob dies mit der existierenden L├Âsung auch tats├Ąchlich erreicht wird ist eine andere Frage, dier sicher sehr unterschiedlich bewertet werden kann. Ich pers├Ânlich mag Transit ├╝berhaupt nicht und wir f├╝hren derzeit auch keine Auftr├Ąge mittels Transit durch.


Die Frage ist wieder eine andere: Der Kunde fragt Dich, ob Du bereit w├Ąrest einen Auftrag mit bestimmten Rahmenbedingungen anzunehmen und durchzuf├╝hren und fragt Dich nach dem Preis daf├╝r. Niemand verlangt von Dir etwas derartiges zu tun.


Klar. Ich kann auch von meinem Installateur verlangen, wenn er bei mir aufkreuzt, um mein Heizwassersystem zu reparieren (um den tats├Ąchlichen Fall von letzter Woche zu nennen), dass er nicht das ihm vertraute, mitgebrachte Werkzeug benutzt, sondern das, was ich ihm in die Hand dr├╝cke. Das sollte ich mir aber gut ├╝berlegen. Entweder er weigert sich, die meisten seiner Kollegen ebenfalls, und ich beschr├Ąnke die Auswahl der verf├╝gbaren Handwerker auf einen Bruchteil, mit unvermeidbaren Folgen f├╝r die Qualit├Ąt. Oder er macht mit - verlangt aber einen Zuschlag f├╝r den zus├Ątzlichen durch die Benutzung von unvertrautem Werkzeug verursachten Zeitaufwand.


Klingt schon etwas arrogant zu sagen, dass die ├ťbersetzer die mit Transit arbeiten zu dem Kreis derjenigen geh├Âren, die nicht die gew├╝nschte Qualit├Ąt liefern k├Ânnen. Ich denke dass wolltest Du so sicher nicht ausdr├╝cken, es klingt aber schon etwas danach.
Wenn Du Dich aus irgendwelchen Gr├╝nden f├╝r ein bestimmtes Produkt und einen damit verbundenen Workflow entschieden hast wirst Du immer eine Einschr├Ąnkung in der m├Âglichen Auswahl verf├╝gbarer Lieferenten haben.
Hinsichtlich Deines Beispiels hast Du z.B. in Deinen Haus eine Heizanlage von einem bestimmten Hersteller installiert. Das bedeutet zwangsl├Ąufig, dass Du nicht wirklich effizient mit Instalateuren zusammenarbeiten wirst, die sich in Ihrem Betrieb auf andere Hersteller eingelassen haben. Macht wohl kaum Sinn einen Installateur von Viessmann mit der Reparatur einer Heizanlage von Vaillant zu beauftragen. Nat├╝rlich kannst Du das tun, Der Vaillant Installateur wird dann halt ein paar zus├Ątzliche Elemente einbauen m├╝ssen, die seine Teile mit den von Viessmann irgendwie kompatibel machen (es gibt ja auch hier Normen), ggf. auch Teile von Viessmann kaufen, (die nat├╝rlich etwas teurer bei ihme sind weil weniger Umsatz mit Viessmann) und letztendlich mit m├Âglicherweise mehr Aufwand auch eine funktionierende L├Âsung schaffen. Wahrscheinlicher ist aber, dass ein Installateur der sich mit Vaillant Produkten auskennt und diese auch einsetzt eine einfachere und kosteng├╝nstigere L├Âsung anbieten kann.


Weil es nicht zu einem hundertprozentigen Austausch der Informationen kommt.


Eben deshalb gibt es Normen. Legt ein Kunde wert auf einen solchen Arbeitsablauf, dann w├Ąre es zweckm├Ą├čig, sich an die Normen zu halten, damit Schnittstellen zu anderen Prozessen - sprich zur Vorgehensweise der Einzel├╝bersetzer - gegeben sind.


Nein.
Normen gibt es um sich auf einen kleinen gemeinsamen Nenner zu einigen und damit zumindest ein Minimum an Austauschbarkeit zu erreichen.

Ausserdem ist das st├Ąndige Ex- und Importieren der TMX Dateien ein zus├Ątzlicher Aufwand, der nicht notwendig ist.


Die Bearbeitung von Transit-Projekten ist ebenfalls ein zus├Ątzlicher Aufwand, und zwar ein erheblicher, denn der ├ťbersetzer muss seine ganze Arbeitsweise umstellen. Hier wir aber nur an die Bequemlichkeit des Kunden gedacht.


Ein zus├Ątzlicher Aufwand nur, wenn Du Dich damit nicht auskennst. (siehe Installateur)
Und ja, Du hast Recht, hier wird ausschliesslich an die Bequemlichkeit des Auftraggebers gedacht. Das ist ├╝blicherweise die Anforderung im Bereich von Dienstleistungen. Die Reihenfolge ist:
1. Der Auftraggeber fragt an und nennt seine Anforderungen
2. Der Anbieter gibt ein Angebot ab und kann nat├╝rlich auch Alternativvorschl├Ąge anbieten.
3. Der Auftraggeber entscheidet sich f├╝r ein Angebot.
4. Einer der Anbeiter f├╝hrt den Auftrag gem├Ą├č seinem Angebot durch.

Nat├╝rlich steht es den Anbeitern jederzeit frei auch alternative Bearbeitungsweisen anzubieten. Es ist jedoch dann nicht verwunderlich, wenn der Auftraggeber sich f├╝r ein Angebot entscheidet, dass seinen Anforderungen besser gerecht wird. Als Anbieter steht es jedem jederzeit frei sein Angebot auf bestimmte Verfahren einzuschr├Ąnken, die dann wahrscheinlich mit h├Âher Effizienz und Qualit├Ąt durchgef├╝hrt werden k├Ânnen. Das bedeutet jedoch zwangsl├Ąufig, dass er nicht in allen Bereichen eine konkurrenzf├Ąhiges Angebot unterbreiten kann. Es ist v├Âllig sinnlos dar├╝ber zu diskutieren ob dies gerecht sei oder fair sei, oder ob die Vorgabe von Anforderungen vern├╝nftig ist. Es ist einfach so und keiner von uns wird dies ├Ąndern.

Viele Gr├╝├če

Hans


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xxxMarc P  Identity Verified
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Kunde will Transit einf├╝hren, was ratet Ihr? Jun 16, 2005

Hans,

Die mittels Transit versendeten Projektdateien sind daher schon bereits so aufgebaut, dass der ├ťbersetzer lediglich mit z.B. dem kostenfreien Sattelite PE das Projekt ├Âffnet, ├╝bersetzt und dann wieder das Projekt zur├╝ckschickt.


Ich denke, Du untersch├Ątzt den Zusatzaufwand f├╝r einen ├ťbersetzer, der nicht in einer vertrauten Arbeitsumgebung arbeiten kann, sondern in mehreren arbeiten muss.

Findest Du den Vergleich nicht selbst etwas ├╝bertrieben ?


Nat├╝rlich ist er ├╝bertrieben, eben deshalb f├╝r alle verst├Ąndlich.

Transit geht mit seinem Ansatz eben gerade davon aus, dass der ├ťbersetzer sich nicht mehr um die vielen Vor- und Nachbereitungsdetails k├╝mmern muss, sondern einfach sich aufs ├ťbersetzen konzentrieren kann.


Richtig. Ich muss auch dazu sagen, ich habe nichts gegen Transit, ganz im Gegenteil - ich finde den Bitext-Ansatz vorteilhaft. Schade eigentlich, dass die Branche sich eher auf TMs, sprich Segmentendatenbanken ausgerichtet hat. Sicherlich bringt auch das Arbeiten mit Transit eine Qualit├Ąts- und Effizienzsteigerung. Das kann man aber von jedem CAT-Werkzeug behaupten, und dieser Vorteil geht widerum z.T. verloren, wenn man mehrere benutzen muss.

Klingt schon etwas arrogant zu sagen, dass die ├ťbersetzer die mit Transit arbeiten zu dem Kreis derjenigen geh├Âren, die nicht die gew├╝nschte Qualit├Ąt liefern k├Ânnen.


Es geht nicht um ├ťbersetzer, die mit Transit arbeiten. Es geht um ├ťbersetzer, die bereit sind, die Auswahl ihrer Arbeitsmittel dem Kunden ├╝berlassen. Hier wird dem einzelnen ├ťbersetzer nicht zugemutet, sein Werkzeug selbst auszuw├Ąhlen. Der Kunde verh├Ąlt sich vielmehr wie ein Arbeitgeber, der die ganze Arbeitsweise seines Lieferanten festlegt. Viele Kollegen, die so arbeiten, sind eigentlich nur noch scheinselbst├Ąndig. Und ja, ich behaupte durchaus, Kollegen die nur so an Auftr├Ąge kommen seien vermutlich die schlechteren ├ťbersetzer. Ebenso l├Ąsst sich sagen, dass Kollegen mit niedrigeren Preisen wahrscheinlichkeitshalber die schlechteren ├ťbersetzer sind. Nat├╝rlich gibt es Ausnahmen; der Punkt ist aber, dass der Kunde durch solche Enschr├Ąnkungen die Auswahl der geeigneten Kollegen erheblich einschr├Ąnkt.

Wenn Du Dich aus irgendwelchen Gr├╝nden f├╝r ein bestimmtes Produkt und einen damit verbundenen Workflow entschieden hast wirst Du immer eine Einschr├Ąnkung in der m├Âglichen Auswahl verf├╝gbarer Lieferenten haben.


Eben. Nur sollte man vielleicht ├╝berlegen, ob die Einschr├Ąnkung sinnvoll ist. Dass der ├ťbersetzer z.B. mit Framemaker-Dateien umgehen muss, kann ich verstehen. Mit Transit-Projekten arbeiten zu m├╝ssen bringt dagegen keine wesentlichen Vorteile im Vergleich zum XLIFF-basierten Arbeitsablauf.

Hinsichtlich Deines Beispiels hast Du z.B. in Deinen Haus eine Heizanlage von einem bestimmten Hersteller installiert. Das bedeutet zwangsl├Ąufig, dass Du nicht wirklich effizient mit Instalateuren zusammenarbeiten wirst, die sich in Ihrem Betrieb auf andere Hersteller eingelassen haben. Macht wohl kaum Sinn einen Installateur von Viessmann mit der Reparatur einer Heizanlage von Vaillant zu beauftragen.


Da liegst Du genau richtig: man sucht den geeigneten Partner. Die Auswahl des ├ťbersetzers richtet sich jedoch nach Deiner Vorstellung notgedrungen nach seiner EDV-Ausstattung; seine eigentliche ├ťbersetzerkompetenz nimmt dann zwangsl├Ąufig einen niedrigeren Stellenwert ein. Wer meint, es gibt ├ťbersetzer wie Sand am Meer, der hat kein Problem damit - im Gegenteil, durch eine willk├╝rliche Einschr├Ąnkung erleichtert man vielleicht die l├Ąstige Sucherei nach einem Anbieter unter den vielen Hoffnungsvollen. Ich meine jedoch, wirklich kompetente ├ťbersetzer in einem gegebenen Fachbereich sind nach wie vor selten. Die schon beschr├Ąnkte Auswahl - man ber├╝cksichtige auch die Kapazit├Ątsfrage - ohne vern├╝nftigen Grund noch weiter einzuschr├Ąnken, hat wirklich keinen Sinn.

Wahrscheinlicher ist aber, dass ein Installateur der sich mit Vaillant Produkten auskennt und diese auch einsetzt eine einfachere und kosteng├╝nstigere L├Âsung anbieten kann.


Der Vergleich geht nicht auf, denn es geht hier nicht darum, dass der eine Kollege g├╝nstiger ist, sonder darum, dass er nicht teurer ist.

Normen gibt es um sich auf einen kleinen gemeinsamen Nenner zu einigen und damit zumindest ein Minimum an Austauschbarkeit zu erreichen.


Inwiefern ist die Austauschbarkeit bei "Transit-Projekten" wesentlich gr├Â├čer als bei der Arbeit mit XLIFF?

Ein zus├Ątzlicher Aufwand nur, wenn Du Dich damit nicht auskennst. (siehe Installateur)


Eben. Siehe oben. ├ťbersetzer werden also neu eingeteilt: statt Fach├╝bersetzer f├╝r Franz├Âsisch, f├╝r Elektrotechnik, f├╝r Webseiten, hei├čt die Einteilung Transit-Bediener, Trados-Bediener, Deja Vu-Bediener, usw. Als ob das das Wesentliche der ├ťbersetzert├Ątigkeit ausmachen w├╝rde.

Und ja, Du hast Recht, hier wird ausschliesslich an die Bequemlichkeit des Auftraggebers gedacht. Das ist ├╝blicherweise die Anforderung im Bereich von Dienstleistungen.


Bequemlichkeit ist mit Kundenservice nicht gleichzusetzen. Vor- und Nachteile f├╝r die beiden Partner stehen hier nicht im Verh├Ąltnis. Ich bin durchaus ein Verfechter des Kundenservice; beim ├ťbersetzen geht es jedoch um eine Dienstleistung mit erheblichem Aufkl├Ąrungsbedarf bei den Kunden. Das sieht man auch z.B. immer wieder bei den unangemessenen Terminvorgaben von Kunden die meinen, alles bestimmen zu d├╝rfen.

Die Reihenfolge ist:
1. Der Auftraggeber fragt an und nennt seine Anforderungen
2. Der Anbieter gibt ein Angebot ab und kann nat├╝rlich auch Alternativvorschl├Ąge anbieten.
3. Der Auftraggeber entscheidet sich f├╝r ein Angebot.
4. Einer der Anbeiter f├╝hrt den Auftrag gem├Ą├č seinem Angebot durch.


So sieht die Reihenfolge bei einer standadisierten Dienstleistung oder Ware (Commodity) aus. Sprich: eine ├ťbersetzung ist gleich einer ├ťbersetzung ist gleich einer ├ťbersetzung.

Bei Profiarbeit sieht es anders aus: ein Profi hat einen erheblich gr├Â├čeren Ermessungsspielraum in der Ausf├╝hrung seiner Arbeit.

Nat├╝rlich steht es den Anbeitern jederzeit frei auch alternative Bearbeitungsweisen anzubieten. Es ist jedoch dann nicht verwunderlich, wenn der Auftraggeber sich f├╝r ein Angebot entscheidet, dass seinen Anforderungen besser gerecht wird.


Wie gesagt: Aufkl├Ąrungsbedarf bei den Kunden. Ob ein ├ťbersetzer ├╝ber die notwendige Kompetenz verf├╝gt ist viel wichtiger als die Frage, ob er Transit besitzt oder nicht. Letzteres ist so, als w├╝rde man die Wahl eines Arztes davon abh├Ąngig machen, ob es in seiner N├Ąhe gute Parkm├Âglichkeiten gibt.

Es ist v├Âllig sinnlos dar├╝ber zu diskutieren ob dies gerecht sei oder fair sei


Ich habe ├╝ber Fairne├č und Gerechtigkeit nicht gesprochen; damit hat es nicht zu tun. Der Markt ist frei, die Kunden k├Ânnen die Bedingungen stellen, die sie m├Âchten. Grunds├Ątzlich habe ich kein Problem damit. Ich nehme mir nur die Freiheit zu sagen, gewisse Anforderungen sind kontraproduktiv.

oder ob die Vorgabe von Anforderungen vern├╝nftig ist. Es ist einfach so und keiner von uns wird dies ├Ąndern.


Siehst Du, da denke ich anders. Ich bin durchaus bereit, mit Kunden ├╝ber deren Vorstellungen zu sprechen. Ich habe aber als selbst├Ąndiger Profi eine Meinung dazu und bin in der Lage, diese Meinung verst├Ąndlich zu vermitteln. Wer keine Meinung zu seiner Arbeitsweise hat und lediglich die Anweisungen seines Pseudokunden ausf├╝hrt, darf sich wohl kaum Profi nennen und kann sich ruhig dem Billigsegment widmen. Da gebe ich Dir Recht, in dem Segment wird sich so schnell nichts ├Ąndern; ich m├Âchte aber darauf hinweisen, dass der Markt f├╝r ├ťbersetzungen nicht ausschlie├člich aus diesem Segment besteht.

Marc


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Antwort Jun 17, 2005

Hallo Marc

MarcPrior wrote:

Hans,

Die mittels Transit versendeten Projektdateien sind daher schon bereits so aufgebaut, dass der ├ťbersetzer lediglich mit z.B. dem kostenfreien Sattelite PE das Projekt ├Âffnet, ├╝bersetzt und dann wieder das Projekt zur├╝ckschickt.


Ich denke, Du untersch├Ątzt den Zusatzaufwand f├╝r einen ├ťbersetzer, der nicht in einer vertrauten Arbeitsumgebung arbeiten kann, sondern in mehreren arbeiten muss.


Ich denke nicht, dieses muss der ├ťbersetzer durch eine entsprechende Preisgestaltung nat├╝rlich ber├╝cksichtigen.


Transit geht mit seinem Ansatz eben gerade davon aus, dass der ├ťbersetzer sich nicht mehr um die vielen Vor- und Nachbereitungsdetails k├╝mmern muss, sondern einfach sich aufs ├ťbersetzen konzentrieren kann.


Richtig. Ich muss auch dazu sagen, ich habe nichts gegen Transit, ganz im Gegenteil - ich finde den Bitext-Ansatz vorteilhaft. Schade eigentlich, dass die Branche sich eher auf TMs, sprich Segmentendatenbanken ausgerichtet hat. Sicherlich bringt auch das Arbeiten mit Transit eine Qualit├Ąts- und Effizienzsteigerung. Das kann man aber von jedem CAT-Werkzeug behaupten, und dieser Vorteil geht widerum z.T. verloren, wenn man mehrere benutzen muss.


Bei Trados gibt es hier entsprechend das XTranslate aus den TTX Dateien.

Klingt schon etwas arrogant zu sagen, dass die ├ťbersetzer die mit Transit arbeiten zu dem Kreis derjenigen geh├Âren, die nicht die gew├╝nschte Qualit├Ąt liefern k├Ânnen.


Es geht nicht um ├ťbersetzer, die mit Transit arbeiten. Es geht um ├ťbersetzer, die bereit sind, die Auswahl ihrer Arbeitsmittel dem Kunden ├╝berlassen. Hier wird dem einzelnen ├ťbersetzer nicht zugemutet, sein Werkzeug selbst auszuw├Ąhlen. Der Kunde verh├Ąlt sich vielmehr wie ein Arbeitgeber, der die ganze Arbeitsweise seines Lieferanten festlegt. Viele Kollegen, die so arbeiten, sind eigentlich nur noch scheinselbst├Ąndig. Und ja, ich behaupte durchaus, Kollegen die nur so an Auftr├Ąge kommen seien vermutlich die schlechteren ├ťbersetzer. Ebenso l├Ąsst sich sagen, dass Kollegen mit niedrigeren Preisen wahrscheinlichkeitshalber die schlechteren ├ťbersetzer sind. Nat├╝rlich gibt es Ausnahmen; der Punkt ist aber, dass der Kunde durch solche Enschr├Ąnkungen die Auswahl der geeigneten Kollegen erheblich einschr├Ąnkt.


Ich halte diesen Ansatz f├╝r ├╝bertrieben. M├Âglicherweise trifft er zu wenn das zum Einsatz kommende Tool nur eine sehr geringe Marktdurchdringung hat. Bei einem Tool wie Transit ist jedoch davon auszugehen, dass auch hier die Menge der f├╝r einen Auftrag geeigneten ├ťbersetzer gross genug sein d├╝rfte. Nat├╝rlich bleibt dann f├╝r den Auftraggeber noch das Problem einen geeigneten ├ťbersetzer zu finden. Das gleiche Problem h├Ątte er aber auch, wenn er die besagten QuarkXPress Dateien als Grundlage f├╝r die Arbeit anbieten w├╝rde. Auch dann ist die Auswahl der ├ťbersetzer auf diejenigen eingeschr├Ąnkt, die mit QuarkXPress arbeiten k├Ânnen/wollen.

Hinsichtlich Deines Beispiels hast Du z.B. in Deinen Haus eine Heizanlage von einem bestimmten Hersteller installiert. Das bedeutet zwangsl├Ąufig, dass Du nicht wirklich effizient mit Instalateuren zusammenarbeiten wirst, die sich in Ihrem Betrieb auf andere Hersteller eingelassen haben. Macht wohl kaum Sinn einen Installateur von Viessmann mit der Reparatur einer Heizanlage von Vaillant zu beauftragen.


Da liegst Du genau richtig: man sucht den geeigneten Partner. Die Auswahl des ├ťbersetzers richtet sich jedoch nach Deiner Vorstellung notgedrungen nach seiner EDV-Ausstattung; seine eigentliche ├ťbersetzerkompetenz nimmt dann zwangsl├Ąufig einen niedrigeren Stellenwert ein. Wer meint, es gibt ├ťbersetzer wie Sand am Meer, der hat kein Problem damit - im Gegenteil, durch eine willk├╝rliche Einschr├Ąnkung erleichtert man vielleicht die l├Ąstige Sucherei nach einem Anbieter unter den vielen Hoffnungsvollen. Ich meine jedoch, wirklich kompetente ├ťbersetzer in einem gegebenen Fachbereich sind nach wie vor selten. Die schon beschr├Ąnkte Auswahl - man ber├╝cksichtige auch die Kapazit├Ątsfrage - ohne vern├╝nftigen Grund noch weiter einzuschr├Ąnken, hat wirklich keinen Sinn.


Zwar nicht wie Sand am Mehr, aber auch nicht so selten wie Diamanten. Gerade ein Tool wie Transit, dass zumindest einen f├╝r den ├ťbersetzer kostenfreien Client mitbringt ist da aus Sicht des Auftraggebers durchaus interessant. Nicht ohne Grundi gehen die anderen Anbieter wie Trados / Across ja auch dazu ├╝ber die Clients kostenfrei anzubieten (Trados nat├╝rlich mit grosser Verz├Âgerung und nur mit diversen Einschr├Ąnkungen). Sofern ich ├╝ber ein f├╝r einen ├ťbersetzer interessantes Volumen verf├╝ge, gehe ich durchaus von der Bereitschaft aus sich in ein immer noch stark verbreitetes CAT System einzuarbeiten. Nat├╝rlich muss ich dabei ber├╝cksichtigen, dass mir der ├ťbersetzer ggf. einen h├Âheren Preis wegen geringerer Effizienz im Verh├Ąltnis zum Lieblingstool des ├ťbersetzers berechnet.

Wahrscheinlicher ist aber, dass ein Installateur der sich mit Vaillant Produkten auskennt und diese auch einsetzt eine einfachere und kosteng├╝nstigere L├Âsung anbieten kann.


Der Vergleich geht nicht auf, denn es geht hier nicht darum, dass der eine Kollege g├╝nstiger ist, sonder darum, dass er nicht teurer ist.


Das verstehe ich jetzt nicht wirklich.

Normen gibt es um sich auf einen kleinen gemeinsamen Nenner zu einigen und damit zumindest ein Minimum an Austauschbarkeit zu erreichen.


Inwiefern ist die Austauschbarkeit bei "Transit-Projekten" wesentlich gr├Â├čer als bei der Arbeit mit XLIFF?


Nehmen wir vielleicht ein anderes Beispiel. TMX: TMX ist ein Standard um Translation Memory Informationen auszutauschen. Wenn man jedoch versucht die zus├Ątzlichen Projektinformationen, die Trados im Translation Memory speichern kann mit zu ├╝bernehmen, stellt man fest, dass TMX dieses nicht unterst├╝tzt, d.h. dass diese Informationen verloren gehen. Gleiches k├Ânnte man auch f├╝r RTF beschreiben.

Und ja, Du hast Recht, hier wird ausschliesslich an die Bequemlichkeit des Auftraggebers gedacht. Das ist ├╝blicherweise die Anforderung im Bereich von Dienstleistungen.


Bequemlichkeit ist mit Kundenservice nicht gleichzusetzen. Vor- und Nachteile f├╝r die beiden Partner stehen hier nicht im Verh├Ąltnis. Ich bin durchaus ein Verfechter des Kundenservice; beim ├ťbersetzen geht es jedoch um eine Dienstleistung mit erheblichem Aufkl├Ąrungsbedarf bei den Kunden. Das sieht man auch z.B. immer wieder bei den unangemessenen Terminvorgaben von Kunden die meinen, alles bestimmen zu d├╝rfen.


Aufkl├Ąren kannst Du immer, entscheiden wird aber letzlich doch der Auftraggeber.

Die Reihenfolge ist:
1. Der Auftraggeber fragt an und nennt seine Anforderungen
2. Der Anbieter gibt ein Angebot ab und kann nat├╝rlich auch Alternativvorschl├Ąge anbieten.
3. Der Auftraggeber entscheidet sich f├╝r ein Angebot.
4. Einer der Anbeiter f├╝hrt den Auftrag gem├Ą├č seinem Angebot durch.


So sieht die Reihenfolge bei einer standadisierten Dienstleistung oder Ware (Commodity) aus. Sprich: eine ├ťbersetzung ist gleich einer ├ťbersetzung ist gleich einer ├ťbersetzung.


Die Prozesse werde aber nunmal immer mehr standardisiert un Kosten einzusparen.

Bei Profiarbeit sieht es anders aus: ein Profi hat einen erheblich gr├Â├čeren Ermessungsspielraum in der Ausf├╝hrung seiner Arbeit.


Ein Profi ist in der Lage auch in schwierigen Situationen ein hochwertiges Ergebnis zu liefern.

Nat├╝rlich steht es den Anbeitern jederzeit frei auch alternative Bearbeitungsweisen anzubieten. Es ist jedoch dann nicht verwunderlich, wenn der Auftraggeber sich f├╝r ein Angebot entscheidet, dass seinen Anforderungen besser gerecht wird.


Wie gesagt: Aufkl├Ąrungsbedarf bei den Kunden. Ob ein ├ťbersetzer ├╝ber die notwendige Kompetenz verf├╝gt ist viel wichtiger als die Frage, ob er Transit besitzt oder nicht. Letzteres ist so, als w├╝rde man die Wahl eines Arztes davon abh├Ąngig machen, ob es in seiner N├Ąhe gute Parkm├Âglichkeiten gibt.


├ťberzogen, aber musst die Wahl Deines Arztes nicht auch davon abh├Ąngig machen, ob Deine Krankenkasse die Behandlung beim gew├╝hlten Arzt bezahlen wird ?

oder ob die Vorgabe von Anforderungen vern├╝nftig ist. Es ist einfach so und keiner von uns wird dies ├Ąndern.


Siehst Du, da denke ich anders. Ich bin durchaus bereit, mit Kunden ├╝ber deren Vorstellungen zu sprechen. Ich habe aber als selbst├Ąndiger Profi eine Meinung dazu und bin in der Lage, diese Meinung verst├Ąndlich zu vermitteln. Wer keine Meinung zu seiner Arbeitsweise hat und lediglich die Anweisungen seines Pseudokunden ausf├╝hrt, darf sich wohl kaum Profi nennen und kann sich ruhig dem Billigsegment widmen. Da gebe ich Dir Recht, in dem Segment wird sich so schnell nichts ├Ąndern; ich m├Âchte aber darauf hinweisen, dass der Markt f├╝r ├ťbersetzungen nicht ausschlie├člich aus diesem Segment besteht.


Im Prinzip sehe ich das genau so, Die Frage ist jedoch, wo man die Grenze zwischen unzumutbarer Anforderung und noch zu akzeptierenden Rahmenbedingungen setzt.
Ich meine, dass es nicht unzumutbar ist, wenn ein Kunde auf ein durchaus marktg├Ąngiges CAT System setzt und mit diesem dann den Workflow seiner ├ťbersetzungen aufbaut. Diese Vorgehensweise jetzt mit Billig├╝bersetzungen in einen Hut zu werfen f├╝hrt an der Realit├Ąt vorbei. Arbeitsabl├Ąufe zu optimieren (auch aus Sicht des Auftraggebers) sind nach meiner Meinung eine wichtige Voraussetzung um ├╝berhaupt Spielr├Ąume f├╝r hochwertige ├ťbersetzungen zu einem fairen Preis zu schaffen. Wenn das Budget f├╝r ├ťbersetzungen schon in der Verwaltung des Auftraggebers verbraucht wird, braucht man sich nicht wundern wenn am Ende nur noch ├╝ber den Zeilenpreis entschieden wird.

Viele Gr├╝├če

Hans


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