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Immer lokalisieren , ja oder nein?
Thread poster: Geneviève von Levetzow

Geneviève von Levetzow  Identity Verified
Local time: 10:07
Member (2002)
French to German
+ ...
Jun 15, 2005

Anlaß zu dieser Frage ist die Kudoz-Frage:

http://www.proz.com/kudoz/1062441

Es waren mehrere Ansätze zu erkennen, aber grosso modo können sie auf zwei reduziert werden:
a) Nicht zielsprachengemäß adaptieren, damit der "Geist" der Quellensprache beibehalten wird.
b) Zielsprachengemäß adaptieren, weil das Zielpublikum dort in der kulturellen Umgebung der Zielsprache beheimatet ist.

Ich habe z.B. immer ein Problem, wenn ich einen frz. Brief übersetzen muss, der schön mit "Cher Monsieur," anfängt, wenn ich den Namen des Adressaten nicht kenne.
Umgekehrt ist es einfacher, Meier & Co. werden weggelassen (es ist im Fr. unhöflich, die Leute mit ihrem Nachnamen anzureden).

Viele Grüße:)

Geneviève


[Subject edited by staff or moderator 2005-06-20 08:37]


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Charlotte Blank  Identity Verified
Local time: 10:07
Czech to German
+ ...
Immer nicht, aber Jun 16, 2005

Geneviève von Levetzow wrote:
Ich habe z.B. immer ein Problem, wenn ich einen frz. Brief übersetzen muss, der schön mit "Cher Monsieur," anfängt, wenn ich den Namen des Adressaten nicht kenne.


... meistens schon: Bei der Anrede "Cher Monsieur" bin ich vorsichtig, vielleicht ist der Brief ja auch an einen Mann UND eine Frau oder mehrere - nach meiner Erfahrung fallen die Frauen dabei immer unter den Tisch, weshalb ich in einem solchen Fall mir erlaube, sie dort wieder hervorzuholen und "Sehr geehrte Damen und Herren" zu schreiben.
Bei der Schlussformel pflege ich das endlose "Veuillez croire, cher Monsieur,..." in ein zugegeben knappes, aber meiner Meinung nach dem deutschen Gebrauch eher entsprechendes "Mit freundlichem Gruß" zu verwandeln. Vielleicht geht dabei etwas von der französischen Höflichkeit verloren, aber irgendwo las ich auch, dass diese Floskeln sowieso nicht wörtlich verstanden werden.
Auch der tschechische Stil entspricht nicht immer den deutschen Gepflogenheiten (umgekehrt natürlich auch nicht), da versuche ich zwischen Skylla und Charybdis zu jonglieren, tendiere aber eher dazu, die Übersetzung "deutsch" klingen zu lassen.

Interessantes Thema!

Charlotte


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langnet  Identity Verified
Italy
Local time: 10:07
Member (2002)
Italian to German
+ ...
In der Tat ein hochinteressantes Thema Jun 18, 2005

Charlotte Blank wrote:

... meistens schon: Bei der Anrede "Cher Monsieur" bin ich vorsichtig, vielleicht ist der Brief ja auch an einen Mann UND eine Frau oder mehrere - nach meiner Erfahrung fallen die Frauen dabei immer unter den Tisch, weshalb ich in einem solchen Fall mir erlaube, sie dort wieder hervorzuholen und "Sehr geehrte Damen und Herren" zu schreiben.
Bei der Schlussformel pflege ich das endlose "Veuillez croire, cher Monsieur,..." in ein zugegeben knappes, aber meiner Meinung nach dem deutschen Gebrauch eher entsprechendes "Mit freundlichem Gruß" zu verwandeln. Vielleicht geht dabei etwas von der französischen Höflichkeit verloren, aber irgendwo las ich auch, dass diese Floskeln sowieso nicht wörtlich verstanden werden.
Auch der tschechische Stil entspricht nicht immer den deutschen Gepflogenheiten (umgekehrt natürlich auch nicht), da versuche ich zwischen Skylla und Charybdis zu jonglieren, tendiere aber eher dazu, die Übersetzung "deutsch" klingen zu lassen.

Interessantes Thema!

Charlotte


Im spezifischen Fall habe ich das Problem, daß im Italienischen Geschäftsbriefe generell keinerlei Anrede besitzen und ein konsequent unpersönlicher Stil verwendet wird, der im Deutschen z.T. als veraltet und z.T. sogar als unhöflich verstanden wird. Dazu kommen noch formale Aspekte (Anschrift und Unterschriftszeichnung sind nach rechts eingerück), dazu verwendet man standardmäßig "Oggetto" für "Betreff", was in modernen deutschen Geschäftsbriefen weggelassen werden sollte. Man weiß also entweder, an wen sich der Brief konrekt richtet (Mann oder Frau) und leitet entsprechend ein, ohne entsprechende Informationen stelle ich knallhat ein "Sehr geehrte Damen und Herren" voraus, obwohl die in der deutschen Geschäftskorrespondenz mittlerweile als obsolet und sogar unhöflich gilt. Ist aber immer noch besser als einzusetzen mit "Hiermit teilen wir Ihnen mit, daß... (Bundesamt für Schuhbesohlungsfragen? Ist bürokratisch und schlechter Stil - leider aber eine gängige Eingangsformel italienischer Geschäftsbriefe).

In anderen Fällen - technisch - ist es manchmal noch schlimmer. So habe ich gerade einen Text aus IT übersetzt, bei dem es um die Radaufhängung bzw. Achsausbildung ging. Nun heißt das nämliche Teil wörtlich "hohes Viereck" - und auf dieser ausgangssprachlichen Benennung, das Viereck, baut der weitere Erklärungstext auf -, nur heißt das ganze schlicht und einfach "Vierlenkerachse" auf Deutsch. Ist die Übersetzung - in so einem Fall schon "Lokalisierung" oder einfach "möglichst gut sinngemäß übersetzen"? Grübel...


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