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Rechtsanwalt als Auftraggeber nur Vermittler?
Thread poster: Birgit Wahl

Birgit Wahl  Identity Verified
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Aug 11, 2005

Hallo,

ich habe folgendes Problem:

Eine Rechtsanwaltskanzlei, für die ich bereits 2 Aufträge gemacht hatte (die anstandslos bezahlt wurden), schickte mir vor gut 2 Wochen "namens und im Auftrag unserer Mandantin" einen 25-Seiten-Vertrag auf Englisch zur Übersetzung ins Deutsche zu.

Der Zeilenpreis war in dem Auftrag nicht erwähnt. Da ich für die beiden vorausgegangenen Aufträge für diese Kanzlei aber immer denselben Zeilenpreis von 1,25 EUR berechnet hatte, habe ich auch diesmal 1,25 EUR berechnet.

Nachdem ich die beglaubigte Übersetzung mit Rechnung zurückgeschickt hatte, rief mich nun der Anwalt an, dass seine Mandantin nicht bereits ist, so viel zu bezahlen, und dass andere Übersetzer für seine Kanzlei für 0,85 EUR arbeiten und selbst das der Mandantin bei dem Umfang der Übersetzung noch zu teuer ist.

Ich habe argumentiert, dass ich bisher 1,25 EUR berechnet habe und dass ich davon ausgegangen bin, dass dieser Preis auch für diesen Auftrag gilt. (Ich denke, er hat einfach versäumt, sich vor Auftragserteilung um den Preis zu kümmern, und will mich jetzt runterhandeln!)

Jedenfalls ist er der Meinung, dass er als Anwalt sowieso nur der Vermittler zwischen seiner Mandantin (in Ungarn) und mir ist und wenn seine Mandantin nicht zahlen will, ich eben Pech gehabt habe und überhaupt kein Geld bekomme.

Weiß jemand von euch, ob er da richtig liegt bzw. wie die rechtliche Situation ist? D. h. ist mein Vertragspartner in so einem Fall tatsächlich nicht der Anwalt, sondern dessen Mandant? Dann würde ich von einem Anwalt sicher keine Aufträge mehr entgegennehmen, denn dann müsste ich ja eigentlich immer erst mit dessen Mandant den Preis aushandeln! Kommt mir alles sehr seltsam vor.

Ich wäre dankbar für jegliche Ideen für eine weitere Vorgehensweise.

Viele Grüße
Birgit


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Aniello Scognamiglio  Identity Verified
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Schriftlicher Vertrag Aug 11, 2005

Die Kardinalfrage: Mit wem hast du einen Vertrag abgeschlossen?

Gruß Aniello


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Burkhard Ziegler  Identity Verified
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Rechtsanwalt als Auftraggeber nur Vermittler: Auftragsunterlagen genau prüfen Aug 11, 2005

Aniello Scognamiglio wrote:
Die Kardinalfrage: Mit wem hast du einen Vertrag abgeschlossen?


Guten Morgen!

Aniello hat das Problem in einem Satz erfasst!

Es folgt eine persönliche Meinung, die ohne genauere Sichtung Ihres Falls abgegeben wird. Dies ist keine Rechtsberatung. Bitte wenden Sie sich an einen qualifizierten Anwalt Ihres Vertrauens!

Schau dir mal genau die Begleitschreiben o. ä. der Kanzlei an. Wenn dort z. B. nur geschrieben steht "Bitte übersetzen" sehe ich den Anwalt als Auftraggeber und Schuldner an.

Dafür könnte man bei Fehlen eines konkreten Angebots die bereits verwendeten Preise annehmen. Aber das ist Auslegungssache. Bei einer Gerichtsverhandlung könnte das tatsächlich vom Ermessen Richters abhängen.

Da es um 25 Seiten à (angenommene) 1.800 Zeichen ^= 818 Zeilen à 1,25 EUR = 1023 EUR geht, würde ich dazu schon einen Anwalt konsultieren.


Viel Glück!

[Edited at 2005-08-11 08:53]


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Birgit Wahl  Identity Verified
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Der Auftrag ist unterschrieben vom Anwalt Aug 11, 2005

Da ich den Auftrag direkt vom Anwalt bekommen habe, bin ich davon ausgegangen, dass der Vertrag mit dem Anwalt abgeschlossen wird.

Allerdings hat der Anwalt den Auftrag folgendermaßen erteilt:

"namens und im Auftrag unserer Mandantin, der XY, erhalten Sie in obiger Angelegenheit drei Dokumente mit der Bitte um Übersetzung in die deutsche Sprache."

Der Anwalt behauptet nun, dass er nur Vermittler ist, weil er extra dazugeschrieben hat "namens und im Auftrag unserer Mandantin". Aber er hat diesen Auftrag selbst unterschrieben...

Ich werde mich auch an einen Anwalt wenden. Mal sehen, was dabei herauskommt.

Danke
Birgit


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Wenjer Leuschel  Identity Verified
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Das würde ich auch machen. Aug 11, 2005

Burkhard Ziegler wrote:

Da es um 25 Seiten à (angenommene) 1.800 Zeichen ^= 818 Zeilen à 1,25 EUR = 1023 EUR geht, würde ich dazu schon einen Anwalt konsultieren.


Das würde ich auch machen. Andererseits, wenn ich die Kanzlei später gut nutzen möchte, würde ich doch die Differenzen zwischen 818 *(1,25 - 0,85) EUR = 327.20 EUR mit Schmerzen hinnehmen.

[Edited at 2005-08-11 09:09]


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Birgit Wahl  Identity Verified
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600 EUR tun schon ganz schön weh! Aug 11, 2005

Wenjer Leuschel wrote:

Das würde ich auch machen. Andererseits, wenn ich die Kanzlei später gut nutzen möchte, würde ich doch die Differenzen zwischen 818 *(1,25 - 0,85) EUR = 327.20 EUR mit Schmerzen hinnehmen.

[Edited at 2005-08-11 09:09]


Leider sind es insgesamt aber 1500 Zeilen gewesen und 600 EUR tun mir schon ganz schön weh.

Außerdem weiß ich ja nie, ob es später nochmal Aufträge von der Kanzlei geben wird. Wahrscheinlich eher nicht, wenn andere für 0,85 EUR für sie arbeiten.


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xxxMarc P  Identity Verified
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Rechtsanwalt als Auftraggeber nur Vermittler? Aug 11, 2005

Es kommt, denke ich, auf den Wortlaut der ursprünglichen Auftragserteilung an (d.h., ob sie tatsächlich eine war). Wie lautet sie? Beinhaltet sie eine eindeutige Aufforderung zur Arbeitsausführung, oder deutet sie darauf hin, dass Du Dich mit seiner Mandantin in Kontakt setzen solltest zwecks Verhandlung bzw. Auftragserteilung? Fehlende Kontaktangaben der Mandantin wären für mich ein Indiz dafür, dass der Anwalt den Auftrag im Namen seiner Mandantin erteilt hat.

Auch wenn der Auftrag mit seiner Mandantin besteht (hätte bestehen sollen), tritt der Anwalt in diesem Fall eindeutig als Vermittler auf und hat sein Handeln als solcher zu vertreten.

Ich würde entsprechend argumentieren: der Vertrag mag wohl mit seiner Mandantin sein, der Anwalt handelt jedoch eindeutig als Vermittler und kann nicht einerseits versuchen, den Preis nachträglich herunterzuhandeln, gleichzeitig aber behaupten, der Fall habe mit ihm nichts zu tun.

Ist ein Vertrag zu Stande gekommen, die Bedingungen (z.B. Preis) jedoch nicht ausgehandelt worden, dann darfst Du durchaus Deinen bisherigen Preis ansetzen, solange er angemessen ist. 1,25 EUR/Normzeile wäre eher zu wenig (lässt sich natürlich auch jetzt nicht mehr ändern). Wenn man eine Leistung bestellt, ohne sich vorher über den Preis zu informieren, kann man grundsätzlich die Bezahlung nicht hinterher weigern, weil man den Preis nicht wusste - zumindest nicht, wenn er als angemessen gilt.

Ich würde diese Argumente dem Anwalt gegenüber anbringen und ihm deutlich machen, dass er als Vermittler eventuelle Versäumnisse bei der Auftragserteilung selbst zu vertreten hat. Sollte das nichts bringen, würde ich den Fall der für Anwälte zuständigen Aufsichtsbehörde melden, denn es geht hier offensichtlich nicht mit rechten Dingen zu.

Ich bin natürlich KEIN kompetenter Ansprechpartner in juristischen Sachen! würde allerdings von der Einbeziehung eines weiteren Anwaltes abraten. Wenn Du in einem Berufsverband (BDÜ o.ä.) Mitglied bist, wäre dessen Rechtsberatung die erste Kontaktstelle.

Marc


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Stephanie Wloch  Identity Verified
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Berufsverband BDÜ hat Rechtsberatung Aug 11, 2005

Hallo Birgit,
du bist ja beim BDÜ, die ja auch eine Rechtberatung bieten, wofür du ja auch u.a. deine Mitgliedschaft bezahlst.
Ein entsprechender Anwalt müsste dir also erstmal kostenlos zur Verfügung stehen.

Meine persönliche Meinung:
Der Rechtsanwalt hätte dem Mandanten vorher mitteilen müssen, wieviel die Übersetzung kostet. Zumal ja in Ungarn bekannterweise Diensleistungen noch anders eingestuft werden.
Wenn der Mandant einverstanden ist, Auftrag an Dritte erteilen.
Scheint mir die logische Reihenfolge.
Andere Übersetzer sollen ja angeblich für 0,85 Euro arbeiten. Wenn der Rechtsanwalt 1,25 akzeptiert hatte vorher bei dir, muss er wohl seine guten Gründe haben, die er dem Mandanten gegenüber rechtfertigen könnte.
Stattdessen sagt er dem Mandanten:"Ja, ist viel zu teuer, andere nehmen auch nur 0,85?"!
Sehr merkwürdig dieses Vorgehen.




[Edited at 2005-08-11 09:41]


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Birgit Wahl  Identity Verified
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BDÜ-Rechtsanwälte im Urlaub Aug 11, 2005

Tuliparola wrote:

Hallo Birgit,
du bist ja beim BDÜ, die ja auch eine Rechtberatung bieten, wofür du ja auch u.a. deine Mitgliedschaft bezahlst.
Ein entsprechender Anwalt müsste dir also erstmal kostenlos zur Verfügung stehen.


Ganz deiner Meinung. Ich habe auch gleich bei der Geschäftsstelle des BDÜ angerufen (in München) und zwei Telefonnummern von Anwälten erhalten. Leider ist aber grad Urlaubszeit... So muss ich mich noch ein bisschen gedulden. Was aber nicht soo schlimm ist, da mein Auftraggeber-Anwalt auch für 2 Wochen im Urlaub ist (und dort nochmal mit seiner Mandantin spricht).

Danke auch an Marc. Der genaue Inhalt der Auftragserteilung war wohl noch unterwegs zum Forum.

Birgit


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RobinB  Identity Verified
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Freiberufler und Vermittlertätigkeit Aug 11, 2005

Nur ein Hinweis: Falls ein RA als Freiberufler tätig ist, darf er keine ausdrücklichen Vermittlungstätigkeiten übernehmen, sonst verliert er automatisch seinen Freiberufler-Status (und zwar auch rückwirkend). Dies könnte zu empfindlichen Steuernachzahlungen (auch Gewerbesteuer) führen!

Diese Regelung betrifft natürlich alle Freiberufler in Deutschland, denen eine Vermittlungstätigkeit ausdrücklich verboten ist.

Robin


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Harry Bornemann  Identity Verified
Mexico
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www.frag-einen-anwalt.de Aug 11, 2005

Birgit Wahl wrote:
...schickte mir vor gut 2 Wochen "namens und im Auftrag unserer Mandantin" einen 25-Seiten-Vertrag auf Englisch zur Übersetzung ins Deutsche zu.

Diese Formel sagt aus, dass der Anwalt in diesem Fall nicht als Vermittler (Broker, Agentur) auftritt, sondern als rechtlicher Vertreter (fast wie wenn seine Mandantin schon in eine Klage verwickelt wäre).


Der Zeilenpreis war in dem Auftrag nicht erwähnt. Da ich für die beiden vorausgegangenen Aufträge für diese Kanzlei aber immer denselben Zeilenpreis von 1,25 EUR berechnet hatte, habe ich auch diesmal 1,25 EUR berechnet.

Nachdem ich die beglaubigte Übersetzung mit Rechnung zurückgeschickt hatte, rief mich nun der Anwalt an, dass seine Mandantin nicht bereits ist, so viel zu bezahlen, und dass andere Übersetzer für seine Kanzlei für 0,85 EUR arbeiten und selbst das der Mandantin bei dem Umfang der Übersetzung noch zu teuer ist.
Ich habe argumentiert, dass ich bisher 1,25 EUR berechnet habe und dass ich davon ausgegangen bin, dass dieser Preis auch für diesen Auftrag gilt.


Die Preisfrage sehe ich auch so, da durch die beiden schon bekannten Preise und das Fehlen einer davon abweichenden Preisvereinbarung die bekannten Preise vorauszusetzen sind (Vertrag durch schlüssiges Handeln).

Jedenfalls ist er der Meinung, dass er als Anwalt sowieso nur der Vermittler zwischen seiner Mandantin (in Ungarn) und mir ist und wenn seine Mandantin nicht zahlen will, ich eben Pech gehabt habe und überhaupt kein Geld bekomme.


Hier argumentiert er nicht mehr juristisch, sondern pragmatisch. (Da geht jedem Richter der Hut hoch.)

Gibt es in Ungarn nicht so etwas wie einen Mahnbescheid etc.?

Dein Vertragspartner ist die Mandantin, die auch jederzeit ihren vertretenden Anwalt wechseln kann. Vorläufig würde ich den Anwalt als "Ansprechpartner" betrachten.

Dieser Ansprechpartner wehrt sich natürlich mit Klauen und Zähnen, weil er das Schlamassel verbockt hat und er als Jurist gewohnt ist, dass "Recht immer auch Kampf" ist.

Dann würde ich von einem Anwalt sicher keine Aufträge mehr entgegennehmen, denn dann müsste ich ja eigentlich immer erst mit dessen Mandant den Preis aushandeln! Kommt mir alles sehr seltsam vor.


Im Prinzip ist es ein entscheidender Unterschied, ob der Anwalt als Auftraggeber oder im Namen eines Anderen auftritt.
Praktisch kenne ich aber keine Berufsgruppe, die nicht über Anwälte als Auftraggeber jammert..

Da ich aber auch kein Jurist bin, empfehle ich eine Beratung für 15 EUR durch www.frag-einen-anwalt.de

(Dort würde ich auch fragen, ob es sinnvoll wäre, den Mahnbescheid an den Anwalt in Deutschland zu schicken - schließlich trifft ihn das Verschulden, auch wenn seine Mandantin dafür haften muss, weil er in ihrem Namen und Auftrag gehandelt hat.)

Viel Spaß

Harry


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Alexander Panow
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Hallo, Birgit, ich kann Dir für die Zukunft nur raten, vor Beginn JEDES Auftrages Deine Konditi Aug 11, 2005

Hallo, Birgit, ich kann Dir für die Zukunft nur raten, vor Bearbeitungsbeginn von JEDEM Auftrag Deine Konditionen dem Auftraggeber zur endgültigen Bestätigung mitzuteilen - nur so kann solche Unannehmlichkeiten und Ärger ersparen. Ich wünsche Dir viel Erfolg und viele zufriedene Kunden

Alexander


Birgit Wahl wrote:

Hallo,

ich habe folgendes Problem:

Eine Rechtsanwaltskanzlei, für die ich bereits 2 Aufträge gemacht hatte (die anstandslos bezahlt wurden), schickte mir vor gut 2 Wochen "namens und im Auftrag unserer Mandantin" einen 25-Seiten-Vertrag auf Englisch zur Übersetzung ins Deutsche zu.

Der Zeilenpreis war in dem Auftrag nicht erwähnt. Da ich für die beiden vorausgegangenen Aufträge für diese Kanzlei aber immer denselben Zeilenpreis von 1,25 EUR berechnet hatte, habe ich auch diesmal 1,25 EUR berechnet.

Nachdem ich die beglaubigte Übersetzung mit Rechnung zurückgeschickt hatte, rief mich nun der Anwalt an, dass seine Mandantin nicht bereits ist, so viel zu bezahlen, und dass andere Übersetzer für seine Kanzlei für 0,85 EUR arbeiten und selbst das der Mandantin bei dem Umfang der Übersetzung noch zu teuer ist.

Ich habe argumentiert, dass ich bisher 1,25 EUR berechnet habe und dass ich davon ausgegangen bin, dass dieser Preis auch für diesen Auftrag gilt. (Ich denke, er hat einfach versäumt, sich vor Auftragserteilung um den Preis zu kümmern, und will mich jetzt runterhandeln!)

Jedenfalls ist er der Meinung, dass er als Anwalt sowieso nur der Vermittler zwischen seiner Mandantin (in Ungarn) und mir ist und wenn seine Mandantin nicht zahlen will, ich eben Pech gehabt habe und überhaupt kein Geld bekomme.

Weiß jemand von euch, ob er da richtig liegt bzw. wie die rechtliche Situation ist? D. h. ist mein Vertragspartner in so einem Fall tatsächlich nicht der Anwalt, sondern dessen Mandant? Dann würde ich von einem Anwalt sicher keine Aufträge mehr entgegennehmen, denn dann müsste ich ja eigentlich immer erst mit dessen Mandant den Preis aushandeln! Kommt mir alles sehr seltsam vor.

Ich wäre dankbar für jegliche Ideen für eine weitere Vorgehensweise.

Viele Grüße
Birgit


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tectranslate ITS GmbH
Local time: 00:57
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Konditionen VORHER vereinbaren Aug 11, 2005

Alexander Panow wrote:

Hallo, Birgit, ich kann Dir für die Zukunft nur raten, vor Bearbeitungsbeginn von JEDEM Auftrag Deine Konditionen dem Auftraggeber zur endgültigen Bestätigung mitzuteilen - nur so kann solche Unannehmlichkeiten und Ärger ersparen. Ich wünsche Dir viel Erfolg und viele zufriedene Kunden

Alexander


Amen.

Ein stattlicher Teil der in diesem Forum gestellten Fragen würde sich ein für allemal erledigen, wenn alle Übersetzer sich angewöhnen würden, die Vertragskonditionen vor Abschluss der Vertrages abzuklären - und zwar schriftlich, wenn irgend möglich.

Dazu zählen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Identität des Kunden/Auftraggebers
  • Lieferzeit
  • Preis
  • Zahlungsbedingungen
  • (eventuelle AGB/Einkaufsbedingungen)


Birgit, Dir hilft das natürlich momentan nicht weiter - durch Schaden wird man klug, heißt es so schön. Bei 600,- Euro und keiner großen Aussicht auf lukrative Folgeaufträge würde auch ich Dir raten, einen Anwalt zu konsultieren. Eine hundertprozentige Erfolgschance würde ich mir allerdings nicht ausrechnen.

Viele Grüße und trotz widriger Umstände toi toi toi

Benjamin

P.S.: Ralf, wir brauchen endlich eine Stickies-Funktion...


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Herbert Fipke  Identity Verified
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Anwalt ist eindeutig Auftraggeber Aug 11, 2005

Der Anwalt ist schon deswegen dein Auftraggeber, weil du die ungarische Mandantin ja gar nicht gekannt hast, als du den Auftrag angenommen hast. Wie bereits vorher gesagt, bedeutet "namens und im Auftrag" sehr wohl, dass der Anwalt dein Auftraggeber ist. Er vertritt seine Mandantin, was ihn zum Handlungsbevollmächtigen macht. Und du hast den Auftrag von IHM und nicht von der Mandantin erhalten. Welches Rechtsverhältnis der Anwalt mit seiner Mandantin hat, oder ob er da in Probleme kommt, weil sie IHN vielleicht auch nicht bezahlt, hat er allein zu vertreten. Er kann sowas nicht auf dich abwälzen. Als der Vertreter seiner Mandantin kauft er in "ihrem Namen" Geschäfte und Dienstleistungen ein, die er ihr anschließend weiterberechnen kann. Zahlt seine Mandantin nicht, ist das nicht das Problem eines Auftragnehmers, der keinerlei rechtliche Verbindung (Vertrag) mit der Mandantin eingegangen ist.

Halte deine Forderung aufrecht, mahne ihn mit Frist (WICHTIG!!) ab und klage das Geld anschließend ein. Er und niemand sonst ist dein Vertragspartner. Ein ganz normaler Vorgang für einen Anwalt, der sich darüber wahrscheinlich nicht einmal aufregen wird...

Wichtige Ergänzung! Eine Beschwerde bei der Anwaltskammer wirkt Wunder! Ich würde schon mal "vorsorglich" damit drohen. Vor allem, da du bereits 2 Aufträge für die Kanzlei zu deinem Preis gemacht hast, kann er sich nicht damit herausreden, er hätte deinen Preis nicht gewusst. Es ist ein klares Versäumnis seinerseits, das Honorar für deine Arbeit nicht vorher von seiner Mandantin genehmigt bekommen zu haben. Du hast ziemlich gute Karten!

Und lass dich nicht abschrecken: Meine Freundin ist auch Anwältin, daher bekomme ich so Einiges mit, was da so läuft. Anwälte sind bei weitem nicht so unangreifbar, wie man gemeinhin glaubt. Bei der kleinsten Verfehlung gibts von der Kammer richtg einen auf die Zwölf (bis hin zu saftigen Geldstrafen und Berufsverbot).
Und anders als bei Ärzten stecken Anwälte nicht alle unter einer Decke. Im Gegenteil. Jede Kanzlei kämpft für sich allein. Es spricht also nichts dagegen, einen eigenen Anwalt zu beauftragen. Die machen nichts lieber, als einem Kollegen einen Fehler nachzuweisen. Und teuer wird es auch nicht. Bei einem Streitwert von 600 Euro fallen noch nicht mal 100 Euro Gebühren an, egal, wie lange sich das hinzieht.

Eins musst du allerdings wissen:
Mit einem gegnerischen Anwalt "erwägt" man nicht und "diskutiert" auch nicht. Der einzige Weg, einen Anwalt zu besiegen, ist ein wohl ausgefeilter Schriftverkehr. Schon deswegen MUSST du alles Weitere ebenfalls von einem Anwalt formulieren lassen. Nur er/sie kennt die Formulierungen, mit denen sich ein Gegner aus seinem Dilemma herauswinden kann, wenn diese unwidersprochen bleiben. Ein alter Trick gegenüber Laien ist immer, Formfehler (zum Beispiel eine Mahnung OHNE Frist) zu provozieren, denn dann ist jede Klage sinnlos.

[Edited at 2005-08-11 17:28]


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