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Bedienungsanleitungen - zielgruppenfreundlich?
Thread poster: Stephanie Wloch

Stephanie Wloch  Identity Verified
Germany
Local time: 23:34
Member (2003)
Dutch to German
Sep 12, 2005

Stil von Bedienungsanleitungen
Da ich weiß, dass hier so einige mit Begeisterung und sehr bewusst Bedienungsanleitungen übersetzen:
mich interessiert inwiefern ihr die Zielgruppe im Kopf habt beim Übersetzen und versucht den Zieltext flüssiger als den Ausgangstext zu gestalten.

Ich versuche immer mich in die Zielgruppe hineinzuversetzen, was aber schwierig ist, wenn man sie so gar nicht kennt.
Leute, die Maschinen bedienen und warten, wollen korrekt und unmissverständlich informiert werden: klar.
Hat jemand schonmal erfahren, woran sie sich stoßen?
Entweder Feedback bekommen oder selber am eigenen Leibe mit schlecht geschriebenen Anleitungen arbeiten müssen.
Einige Texte sind oft so umständlich, gestelzt und lieblos runtergeschrieben!
Verstehe ich nicht:
Die Leute sollen doch wach bleiben bei der Lektüre.

[Edited at 2005-09-12 11:38]


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Alan Johnson  Identity Verified
Germany
Local time: 23:34
German to English
Logo Sep 12, 2005

Tuliparola wrote:

Stil von Bedienungsanleitungen
Da ich weiß, dass hier so einige mit Begeisterung und sehr bewusst Bedienungsanleitungen übersetzen:
mich interessiert inwiefern ihr die Zielgruppe im Kopf habt beim Übersetzen und versucht den Zieltext flüssiger als den Ausgangstext zu gestalten.

[Edited at 2005-09-12 11:38]


Ja, macht man das nicht immer so?


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Erik Hansson  Identity Verified
Germany
Member (2002)
Swedish
+ ...
Zielgruppenorientierte Übersetzung Sep 12, 2005

Hallo Steffi,

deine Fragen sind durchaus berechtigt. Manche (deutschen) Bedienungsanleitungen, die ich hier auf dem Tisch habe, sind wirklich sehr mangelhaft - und nicht nur was die Rechtschreibung betrifft (da wird munter alte und neue Rechtschreibung gemischt, zusammen mit einer betriebsinternen und sehr innovativen internen Othographie).

Umständliche und unlogische Erklärungen gibt es immer wieder:

Auf Taste A und danach B drücken, aber zuerst unbedingt Klappe C aufmachen und Taste D drücken, sowie Wert auf Anzeige E ablesen.

In meinen Übersetzungen versuche ich immer eine logische Reihenfolge einzubauen.

Wenn eine Übersetzung für Otto Normalverbraucher gedacht ist, sollte man lieber solche Sache vermeiden:

"Nur eine korrekte Polarität gewährt einen fehlerfreien Betrieb. "

Ich glaube nun wirklich nicht, daß "Polarität" zum allgemeinen Wortschatz des O. Normalverbrauchers gehört. Warum es nicht einfacher machen: "Setzen Sie die Batterien korrekt ein, weil das Gerät ansonsten nicht funktioniert" oder so ähnlich.

Muß man denn alles so verkomplizieren?

Viele Grüße
Erik

**********************************
Erik Hansson
Technical translator DE-SV
Hansson Übersetzungen GmbH
Am Birkenwäldchen 38
D-01900 Bretnig-Hauswalde, Germany
Phone +49 - 3 59 52 - 321 07
Fax +49 - 3 59 52 - 322 02
E-Mail info@hansson.de
Internet www.hansson.de
Internet www.t-translators.net
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Stephanie Wloch  Identity Verified
Germany
Local time: 23:34
Member (2003)
Dutch to German
TOPIC STARTER
Wer beurteilt deine Flüssigkeit? Sep 12, 2005

Alan Johnson wrote:
Ja, macht man das nicht immer so?

Ok, behaupten ja viele von sich, aber woher weißt du, dass dein Text gut ankommt?
Wenn man ein paar Jahre dabei ist, werden einem doch bestimmte Vorgänge, wie zu sehr am Text kleben oder umständlicher Satzbau bewusst. Die man dann tunlichst meidet.
Ist das dann bei dir alles instinktiv richtig oder hast du gewisse Techniken entwickelt, mit Zielgrupplern gesprochen oder sonst noch Tipps?


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Alan Johnson  Identity Verified
Germany
Local time: 23:34
German to English
Die "Spezialisierung" machts! Sep 12, 2005

Tuliparola wrote:

Alan Johnson wrote:
Ja, macht man das nicht immer so?

Ok, behaupten ja viele von sich, aber woher weißt du, dass dein Text gut ankommt?
Wenn man ein paar Jahre dabei ist, werden einem doch bestimmte Vorgänge, wie zu sehr am Text kleben oder umständlicher Satzbau bewusst. Die man dann tunlichst meidet.
Ist das dann bei dir alles instinktiv richtig oder hast du gewisse Techniken entwickelt, mit Zielgrupplern gesprochen oder sonst noch Tipps?


Du hast natürlich recht und ich habe natürlich stark vereinfacht. Ich weiss ja auch, dass die Welt nicht so ideal ist wie es sein sollte. Ich bekomme viel Arbeit in mein Spezialgebiet(e). Ich bin oft auf Tagungen und Seminare in der Heimat, die mein Spezialgebiet(e) betreffen und mit Übersetzen an sich nichts zu tun haben. Das ist, m.M.n., der große Vorteil der Quereinsteiger gegenüber der "gelernte" Übersetzerin: ich weiss wovon ich schreibe. Das ist nicht als Angriff gedacht, aber viele Übersetzer haben nicht die geringste Ahnung, was da im Ausgangstext steht, dann kann es mit der Übersetzung nicht flüssig klappen. Ich übersetzte gerade Masters-Unterlagen. Meine Übersetzung ist nur bedingt dem Original ähnlich weil Akedemiker nicht = gut schreiben können (und das ist in England nicht anders als in D'land). Der größte "Berufsgeheimnis" der Übersetzer muss aber "intensive Beschäftigung mit der Muttersprache" sein. Äh, viel geplappert, wenig Sinn.


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Herbert Fipke  Identity Verified
Germany
Local time: 23:34
English to German
+ ...
Instinktiv ist relativ... Sep 12, 2005

Tuliparola wrote:
Ist das dann bei dir alles instinktiv richtig oder hast du gewisse Techniken entwickelt, mit Zielgrupplern gesprochen oder sonst noch Tipps?


Ich für meine Person schreibe/übersetze Bedienungsanleitungen nur für Produkte und Branchen, die ich auch wirklich kenne. Da kann man vielleicht wirklich von "instinktiv" reden.
Meine beiden Vorredner haben dazu eigentlich schon alles gesagt.
Ich übersetze sehr viel "automotive", und das vor allem deshalb, weil ich selbst jahrelang in Werkstätten "gebastelt" habe und daher weiß, in welcher "Welt" Mechaniker leben.

Diese Welt besteht vor allem NICHT aus Fremdwörtern, und so Dinge wie "alte" oder "neue" Rechtschreibung ist schon gar kein Thema.
In der Welt der Mechaniker (die unsere Werkstatthandbuchübersetzungen auf den Knien haben, wenn sie schrauben) gibt es zum Beispiel keine "Schraubendreher", sondern nur Schraubenzieher (die Diskussion, welcher Begriff korrekt ist, interessiert nur Theoretiker), und zwar entweder Schlitz- oder Kreuzschlitz-.
Besonders ärgerlich ist immer, wenn im Text steht: "...mit Werkzeug Nr. 08/15schlagmichtot ...dies und das machen". Ein beliebtes Spiel der Hersteller, nur ihr eigenes Werkzeug zu verkaufen, da ohne die Nummern niemand weiß, dass das genannte Werkzeug zum Beispiel nur ein einfacher Abzieher ist.
Jede Art von Verklausulierung ist völlig entnervend und unangebracht.
Ein Text dieser Art MUSS von Jedermann, der eine Mechanikerausbildung hat, sofort verständlich sein, dazu gehört vor allem auch die richtige - wie bereits erwähnt - chronologische Folge der Anweisungen. Wie schön, wenn man einem Handbuch folgt, 16 schwergängige Schrauben nach 1 Stunde herausgefummelt hat, und am Ende es Textes steht: "....vorher das Öl in eine geeignete Wanne ablaufen lassen...."

Fazit:
Entscheidend wichtig für Anleitungen ist:
1. Chronologischer Aufbau.
2. Klare, kurze Sätze.
3. Keine Fremdwörter.
4. Sprachniveau des Anwenders.
5. So kurz wie möglich, so lang wie nötig.
6. Alle techn. Angaben zumindest in Klammern dahinter auch metrisch, sofern nicht anders üblich.


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