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Eine Frage der Moral - geklaute Website-Texte
Thread poster: Erik Hansson

Erik Hansson  Identity Verified
Germany
Member (2002)
Swedish
+ ...
Sep 15, 2005

Hallo allerseits,

da haben wir 9 Monaten damit verbracht, eine vernünftige Gliederung der Website auszudenken, Material zusammenzustellen, zig Entwürfe von Präsentationstexten durch den elektronischen Shredder zu jagen und zuletzt alles vom Webdesigner implementieren lassen.

Und jetzt finde ich genau unsere Texte wieder - allerdings auf der Website von einem anderen Büro/Einzelunternehmer. Dreisterweise sind die Texte dort mit (c) versehen. Ich könnte ausrasten. Der gute Kollege hätte ruhig zuerst fragen können - oder sich zumindest die Mühe machen können, eine neue Formulierung zu machen.

Von diesem Kollegen hatte ich das eigentlich nicht erwartet.

Tips und Vorschläge zur Vorgehensweise in dieser merkwürdigen Geschichte sind sehr willkommen...

Viele Grüße
Erik

**********************************
Erik Hansson
Technical translator DE-SV
Hansson Übersetzungen GmbH
Am Birkenwäldchen 38
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Phone +49 - 3 59 52 - 321 07
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[Edited at 2005-09-15 17:37]


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Andy Lemminger  Identity Verified
Canada
Local time: 22:02
Member (2002)
English to German
Nette E-Mail schreiben Sep 15, 2005

Hallo Erik,

ich bin mir natürlich nicht sicher, aber natürlich stehen dir die Urheberrechte zu und wenn die Texte alle einfach dreist kopiert werden, sollte das nicht schwierig zu beheben sein.

Vielleicht bietet es sich einfach erst einmal an, dem Kollegen eine E-Mail zu schreiben und ihn aufzufordern, die Texte zu entfernen, da du sonst einen Rechtsanwalt einschalten musst?

Viele Grüße

Andreas

PS: Wie hast du das gemerkt?

------------------------------------------
Andy Lemminger
InterLations Translation Inc
http://www.interlations.com
131 - 6440 Centre Street N.E.
Calgary, AB T2K 0V4
Canada

[Edited at 2005-09-15 18:02]


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Charlotte Blank  Identity Verified
Local time: 05:02
Czech to German
+ ...
Nachfragen Sep 15, 2005

Andy Lemminger wrote:
Vielleicht bietet es sich einfach erst einmal an, dem Kollegen eine E-Mail zu schreiben und ihn aufzufordern, die Texte zu entfernen, da du sonst einen Rechtsanwalt einschalten musst?


Hallo Erik,

das ist eine böse Sache, wenn er es tatsächlich von Deiner website übernommen haben sollte, aber ich würde auch erst mal nachfragen und versuchen herauszufinden, wo diese Texte herstammen. Einen Anwalt kannst Du immer noch nehmen.

Viel Erfolg!

Charlotte


@ Marc:

nein, Du bist nicht der Einzige. Es war zwar sicherlich für Eric (und jeden anderen, dem so etwas passiert) im ersten Moment ein Schock, aber nachdem man es überschlafen hat, sieht die Sache meistens weniger dramatisch aus und oft stellt sich dann heraus, dass das Ganze ein Missverständnis war und auf dem von Dir beschriebenen Dilettantismus beruht. Ich möchte aber den wirklichen Datenklau damit beileibe nicht verharmlosen - der ist nicht zu entschuldigen und ich wäre in einem solchen Fall vermutlich auch ausgesprochen sauer.

@ Erik:

vielleicht könntest Du bei Gelegenheit mitteilen, was daraus geworden ist?

[Edited at 2005-09-16 11:33]


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Stephanie Wloch  Identity Verified
Germany
Local time: 05:02
Member (2003)
Dutch to German
Abmahnung schicken Sep 15, 2005

Hallo Erik, das ist wirklich ein Schock!
Der eigene Text so offensichtlich geklaut zur Schau gestellt.

da haben wir 9 Monaten damit verbracht, eine vernünftige Gliederung der Website auszudenken (..)Und jetzt finde ich genau unsere Texte wieder - allerdings auf der Website von einem anderen Büro/Einzelunternehmer. Dreisterweise sind die Texte dort mit (c) versehen.

Daten-Diebstahl UND Copyright-Verletzung.
Da würde ich nicht lange fackeln.
Ich würde sofort eine Abmahnung per Einschreiben/Rückschein schicken.
Auch ganz ausdrücklich darauf hinweisen, dass du das Alter der Texte belegen kannst.

Wie d... sind die Leute eigentlich? Meinen sie, dass es nicht auffällt, dass man stillhält?

Solidarische Grüße
Steffi


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Aniello Scognamiglio  Identity Verified
Germany
Local time: 05:02
English to German
+ ...
Hallo Sep 15, 2005

Erik Hansson wrote:

Tips und Vorschläge zur Vorgehensweise in dieser merkwürdigen Geschichte sind sehr willkommen...

Viele Grüße
Erik



Ärgerlich, aber man muss ja nicht gleich das Fallbeil auspacken. Es passieren die merkwürdigsten Dinge im Leben. Meine Vorgehensweise wäre: Freundlich aber bestimmt auf den "Klau" hinweisen mit der Aufforderung die "geklauten" Texte binnen einer gewissen Frist (z.B. 1 Woche) zu entfernen. Auch der Hinweis, dass auf "Vergesslichkeit" eine Abmahnung ins Haus flattert. Die preiswerteste liegt afik so zwischen 800 und 1000 Euro.

Ich bin sicher, dass schon der freundliche Hinweis genügt.

Viel Erfolg!

Aniello

http://www.italengger.com


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Stephanie Wloch  Identity Verified
Germany
Local time: 05:02
Member (2003)
Dutch to German
Durchsetzbare Ansprüche Sep 16, 2005

Erstmal müsste man wissen, um wieviel zusammenhängenden Text es geht. Natürlich kann man erstmal nachfragen.
Aber wenn jemand auf stur schalten würde, dann würde ich schon deutlich machen, wie ernst mir die Sache ist.
Manche, sogar Leute mit rechtlichen Hintergrund, gehen nämlich sehr leichtfertig mit dem geistigen Eigentum anderer um.
So ein Brief hätte dann auch einen gewissen Lerneffekt.;-)
Marian Pyritz wrote:
Die Rechtsansprüche der Urheber für elektronische Inhalte sind allerdings oftmals national und international kaum durchzusetzen.

National kaum durchzusetzen - wer sagt das?
Ich kenne Leute, die beinahe täglich damit zu tun haben, und schon so einiges durchgesetzt haben. Auch Urheberrecht an bearbeiteten Fotos nachweisen konnten.
Bei Bedarf kann ich gerne mal nachfragen, wie es in der Praxis aussieht.
Interessierte Grüße
Steffi


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xxxMarc P  Identity Verified
Local time: 05:02
German to English
+ ...
Falscher Ansatz? Sep 16, 2005

Die bisher gemachten Vorschläge haben durchaus ihre Berechtigung, gehen für mich aber etwas in die falsche Richtung.

Ich wittere hier nämlich nicht bewussten Raub von geistigem Eigentum, sondern schlichten Dilettantismus. Überhaupt bin ich immer wieder überrascht, wie unseriös manch Übersetzer auftritt. Das äußert sich in der Art von Fragen, die häufig in diesen Foren gestellt werden: "Mein Kunde will mich anstellen, aber inoffiziell, sollte ich mich darauf einlassen?" oder "Schenkt mir jemand bitte Trados, ich kann's mir selber nicht leisten!!!!!" oder "Muss ich Steuer zahlen?" oder "Mein Kunde schuldet mir seit 4 Jahren 12.000 USD, soll ich noch einen Auftrag von ihm annehmen?" oder "Ich studiere noch, wie kann ich nebenbei als Übersetzerin jobben?" oder "Mein Kunde will von mir eine Rechnung haben, hat aber gar nicht erst bezahlt!". Nicht selten mit einem Bild von der Fragestellerin, das anscheinend (der Aufmachung nach zu urteilen) beim Verlassen der Disco geknipst wurde.

Jetzt bitte ich um Verzeihung, wenn ich anscheinend vom Thema abgekommen bin. Solche Kollegen und Kolleginnen tun mir eher Leid, und ich bin durchaus gewillt, ihnen zu helfen. In vielen Fällen fehlt aber ein grundsätzliches Verständnis vom Übersetzerberuf, noch häufiger auch von grundsätzlichen Geschäftsprinzipien. Solchen "KollegInnen" dann lediglich mit der Beantwortung der konkreten Frage zu "helfen" grenzt für mich dann an grober Fahrlässigkeit. Es fördert auch ein Umfeld, in dem die Übersetzertätigkeit langsam aber stetig ihren Anspruch als seriöser Beruf bzw. ordentliche Geschäftstätigkeit verliert und zum interessanten und halbwegs lukrativen Zeitvertreib mutiert, der fast jedem offen steht. Im Interesse des Berufes, nicht zuletzt aber auch der (Möchtegern-)KollegInnen selbst, sollte man m.M.n. diesen vielleicht nahelegen, sich erst einmal zu qualifizieren (wie auch immer), etwas Berufserfahrung zu sammeln (wie auch immer), ihre Geschäfte auf ordentlicher Art zu führen (auf welcher Art auch immer, Hauptsache ordentlich), und wenn sie das nicht können, es vielleicht lieber sein zu lassen.

Nun zurück zum anstehenden Thema: eben mit dem beschriebenen Dilettantismus sehe ich in dieser Problematik einen Zusammenhang. Die bisher gemachten Vorschläge basieren auf der Annahme, der Schuldige sei sich dessen bewusst, was er tut. Gerade das wage ich zu bezweifeln. Neulich ist mir auch etwas ähnliches passiert: ein Online-Artikel von mir wurde ohne mein Einverständnis an anderer Stelle veröffentlicht (allerdings mit meinem Namen darunter). Ein kurzes und freundliches Telefonat, und schon hatten wir es geklärt. Von Böswilligkeit oder krimineller Energie war gar nicht die Rede. Wohl aber von mangeldem Verständnis dafür, das man einen Beruf mit einem gewissen Anspruch ausübe sowie als Geschäftstreibender auch gewisse Pflichten habe.

Folglich: sich nicht darüber aufregen; es mit einem freundlichen Hinweis versuchen; einen Rechtsstreit vermeiden; notfalls andere Maßnahmen ergreifen, etwa über den Berufsverband des Schuldigen eine Lösung herbeiführen, vielleicht(!) sogar eine Verknüpfung auf der eigenen Seite zum Plagiat mit Erläuterung der Sachlage setzen. Grundsätzlich aber: sich von den Dilettanten abgrenzen und nicht durch sie übermäßig viel Zeit verschwenden.

Bin ich der einzige, der das so sieht?

Marc


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Marian Pyritz  Identity Verified
Germany
Local time: 05:02
Member (2004)
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+ ...
Internetrecht Sep 16, 2005

Tuliparola wrote: National kaum durchzusetzen - wer sagt das?


Erst einmal meine Wenigkeit. Wenn das nicht reicht, kann ich gerne mit der Adresse eines versierten Fachanwalts für Internetrecht dienen.

Tuliparola wrote: Ich kenne Leute, die beinahe täglich damit zu tun haben, und schon so einiges durchgesetzt haben. Auch Urheberrecht an bearbeiteten Fotos nachweisen konnten.


An fremden Fotos, Musikstücken und Filmen ist immer ein Urheberrecht gegeben. Hier geht es aber nicht um Fotos, sondern um Texte/Textpassagen einer Website, die keinen Vermerk zum Urheberrecht enthält. Einen solchen Vermerk aufzunehmen, kann ich im übrigen nur empfehlen.
Aber mich interessiert auch die Meinung der besagten Leute...


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Ralf Lemster  Identity Verified
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Local time: 05:02
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+ ...
Professionalität Sep 16, 2005

Hallo Marc,
MarcPrior wrote:
Bin ich der einzige, der das so sieht?

Nein.


Solchen "KollegInnen" dann lediglich mit der Beantwortung der konkreten Frage zu "helfen" grenzt für mich dann an grober Fahrlässigkeit.

Genau deswegen beantworte ich Fragen nach dem "gängigen Preis" grundsätzlich mit ein paar Hinweisen zu den Grundzügen der Kostenrechnung.

...aber:
Nicht selten mit einem Bild von der Fragestellerin, das anscheinend (der Aufmachung nach zu urteilen) beim Verlassen der Disco geknipst wurde.

Die Professionalität des Auftritts steht für mich auch bei manchen Fragestellern in Frage.

Gruß Ralf


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Stephanie Wloch  Identity Verified
Germany
Local time: 05:02
Member (2003)
Dutch to German
Copyright-Vermerk als Signalwirkung? Sep 16, 2005

Marian Pyritz wrote:
Tuliparola wrote: National kaum durchzusetzen - wer sagt das?

Erst einmal meine Wenigkeit.

Der gesamte Text deines Postings besteht aus Passagen von 2 Wikipedia-Artikeln.:???:
Meiner Meinung nach wäre die Quellenangabe dann schon erforderlich.

Marian Pyritz wrote:
Einen solchen Vermerk aufzunehmen, kann ich im übrigen nur empfehlen.

Dies hat dann aber ja - laut den von dir zitierten Wikipedia-Passagen - nur eine Signalwirkung.

Die Frage ist ja, hätte sich an Eriks Fall etwas geändert, wenn er einen Copyright-Vermerk gesetzt hätte?


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Textklick  Identity Verified
Local time: 04:02
German to English
+ ...
Der Anruf ist billiger als die Kanzlei Sep 16, 2005

Nebenbei vermerkt - www.duden.de

Wenn Wikipedia meint, das Kennzeichnen eines Werks mit dem Zeichen © oder mit Copyright stamme aus dem angloamerikanischen Recht und habe in Deutschland keine rechtliche Wirkung, dann ist wohl Duden völlig daneben auf ihrem eigenen Homepage ganz unten?

"© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2005".)

Ich stimme Marc zu. Einmal kurz telefoniert erreicht immer so viel mehr - und womöglich doch noch schneller - als die e-Anmache die heutzutage immer mehr ausgeübt wird.

Viel Glück Erik. Du hast m.E. viel Arbeit in deine Internetpräsenz reingesteckt. Offensichtlich zu viele!

Gruss
Chris









[Edited at 2005-09-16 17:14]


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Erik Hansson  Identity Verified
Germany
Member (2002)
Swedish
+ ...
TOPIC STARTER
Danke! Sep 21, 2005

Vielen Dank an euch alle für nützliche Informationen und gute Tips.

Mittlerweile habe ich rege Kommunikation mit dem Kollegen geführt und wir haben eine einvernehmliche Lösung gefunden, indem er sich erklärt hatte, bestimmte Passagen neu zu formulieren. Ich freue mich, daß diese Sache sehr schnell aus der Welt geschafft wurde.

Beste Grüße
Erik


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