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Fahrtkostenberechnung f├╝r ├ťbersetzung vor Ort
Thread poster: Iris Schlagheck-Weber

Iris Schlagheck-Weber  Identity Verified
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Nov 28, 2005

Guten Tag alle miteinander,

ich habe eine kurze Frage an Euch alle: Letzte Woche wurde ich von einem meiner Kunden gebeten, im Rahmen einer Due Diligence-Pr├╝fung bei ihm vor Ort t├Ątig zu werden und Vertr├Ąge zu ├╝bersetzen. Die Fahrtkosten bek├Ąme ich nat├╝rlich erstattet. Nun meine Frage hierzu: Ich war mit der Bahn sowie per Taxi unterwegs. Stelle ich nun die tats├Ąchlich angefallenen Kosten in Rechnung oder wirkt es professioneller, eine Pauschale oder die gefahrenen Entfernungskilometer zu berechnen?

F├╝r Eure Anregungen bedanke ich mich im Voraus.

Herzliche Gr├╝├če,
Iris


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Burkhard Ziegler  Identity Verified
Germany
Local time: 07:06
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Faktische Fahrtkosten berechnen, km-Pauschale z. B. bei Bahncard Nov 28, 2005

Iris Schlagheck-Weber wrote:
...vor Ort t├Ątig zu werden und Vertr├Ąge zu ├╝bersetzen. Die Fahrtkosten bek├Ąme ich nat├╝rlich erstattet. Nun meine Frage hierzu: Ich war mit der Bahn sowie per Taxi unterwegs.

Es ist nichts dabei die faktischen Kosten zu berechnen.

Wenn du ├╝ber eine Agentur abrechnen solltest, w├╝rde ich eine Extrarechnung aufmachen, ansonsten wie folgt:

Kosten f├╝r Bahnfahrt, Beleg (Fahrscheinnummer) 123 EUR
ausgewiesen im Namen und f├╝r Rechnung DB Personenverkehr...
Taxikosten zum Einsatzort 34 EUR
Beleg Nr. ...
ausgewiesen im Namen und f├╝r Rechnung


Eine Pauschale w├╝rde ich machen, wenn dir z. B. Normalpreis 1. Klasse zusteht, du aber 2. Klasse und wom├Âglich noch mit deiner Bahncard 50 gefahren bist; musst du ja niemandem auf die Nase binden; und niemand w├╝rde dir z. B. anteilig Kosten f├╝r deine Bahnard erstatten.

Bitte nicht vergessen, die Reisezeit zu berechnen, schlie├člich sind die Fahrtkostenpauschalen der Handwerker auf heftig.

Dies ist keine Rechts- und Steuerberatung, bitte die entsprechenden Angeh├Ârigen dieser Berufe konsultieren.

HDH
Burkhard
http://www.tilts.de


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RobinB  Identity Verified
Germany
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Tats├Ąchliche Kosten Nov 28, 2005

Iris Schlagheck-Weber wrote:
Stelle ich nun die tats├Ąchlich angefallenen Kosten in Rechnung


Ja, unbedingt. Die Originalbelege gehen zum Kunden mit der Reisekostenabrechnung (getrennt von der Leistungsabrechnung; evtl. nach MWSt-S├Ątzen aufsplitten!), Fotokopien der Belege geh├Âren in deiner eigenen Buchhaltung zusammen mit deiner "internen" RK-Abrechnung.

Pauschalen usw. k├Ânnen normalerweise nur nach vorheriger Absprache berechnet werden. Aber Vorsicht: Steuerfalle! Falls du Reisekosten mit einem Kunden abrechnest, die h├Âher sind als die tats├Ąchlich entstandenen Kosten, kannst du im ung├╝nstigsten Fall deinen Freiberuflerstatus verlieren (als Freiberufler darfst du keinen "Gewinn" aus Leistungen erzielen, die nicht zum Kernberuf geh├Âren. Ebensowenig kannst du z.B. keine f├╝nf Euro f├╝r eine Diskette verlangen, deren Einstandspreis nur f├╝nfzig Cent war). Nat├╝rlich wird dies im Normalfall kaum vorkommen, aber mit Finanzbeamten sollte man immer behutsam umgehen.

HTH,
Robin


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Burkhard Ziegler  Identity Verified
Germany
Local time: 07:06
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Kosten vs. Aufwand bei Nebenleistungen Nov 28, 2005

RobinB wrote:

Pauschalen usw. ... Aber Vorsicht: Steuerfalle! Falls du Reisekosten mit einem Kunden abrechnest, die h├Âher sind als die tats├Ąchlich entstandenen Kosten, kannst du im ung├╝nstigsten Fall deinen Freiberuflerstatus verlieren (als Freiberufler darfst du keinen "Gewinn" aus Leistungen erzielen, die nicht zum Kernberuf geh├Âren.

Ebensowenig kannst du z.B. keine f├╝nf Euro f├╝r eine Diskette verlangen, deren Einstandspreis nur f├╝nfzig Cent war). Nat├╝rlich wird dies im Normalfall kaum vorkommen, aber mit Finanzbeamten sollte man immer behutsam umgehen.


Wenn man, bzw. das Finanzamt so argumentiert: "Diskette kostet 0,50 EUR, daf├╝r d├╝rfen nicht 5,00 EUR berechnet werden", ist aber auch ein Pferdefu├č dabei: Ich muss in den Laden fahren, die Diskette kaufen - kostet Zeit und Fahrtkosten. Das Erstellen einer Diskette, oder besser das Brennen einer CD/DVD kostet mich Zeit, Strom, anteilige (B├╝ro-) Miete, anteilige Abschreibungen f├╝r PC und Software. Also w├Ąre es mehr als ungerecht zu sagen, nur der Kaufpreis darf weitergegeben werden. Und kaum einer wird z. B. Datentr├Ąger einzeln kaufen, um die Quittung direkt dem Auftraggeber vorzulegen.

Das kann man nat├╝rlich in den Preis der ├ťbersetzung einflie├čen lassen, halt statt 300 EUR 305 EUR verlangen, aber da fehlt es meiner Meinung nach an Transparenz.

Ebenso stehen uns ja f├╝r das Anfertigen von Fotokopien nach JVEG x EUR pauschal zu, auch wenn's billiger kommen sollte.

Und was ist z. B. bei einer Abrechnung nach rein faktischen Kosten mit kostenpflichtigen Kunden-Rabatt-Karten, wie der Bahncard, wie soll ich denn gegen├╝ber dem Kunden die anteiligen Kosten f├╝r die Bahncard oder eine Gro├čkundenrabattkarte im Computermarkt (die vorher n EUR gekostet hat) abrechnen?

Bitte nicht als Angriff verstehen. Mich interessieren jetzt ernsthaft Meinungen dazu, lasse mich auch gern eines besseren belehren.

Burkhard


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RobinB  Identity Verified
Germany
Local time: 07:06
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Das deutsche Steuerrecht.... Nov 28, 2005

ist ein Albtraum, wie wir alle wissen..

Ich habe die Tatsachen so geschildert, wie sie uns von unserem StB (einer der besten StB ├╝berhaupt f├╝r Freiberufler-Steuersachen) erkl├Ąrt wurden.

Burkhard Ziegler wrote:
Ich muss in den Laden fahren, die Diskette kaufen - kostet Zeit und Fahrtkosten. Das Erstellen einer Diskette, oder besser das Brennen einer CD/DVD kostet mich Zeit, Strom, anteilige (B├╝ro-) Miete, anteilige Abschreibungen f├╝r PC und Software. Also w├Ąre es mehr als ungerecht zu sagen, nur der Kaufpreis darf weitergegeben werden.


F├╝r Selbst├Ąndigen ist das leider "eigene Zeit" im Auge des dt. Steuerrechts. Kann man nicht steuerlich geltend machen. Die Fahrtkosten k├Ânnte man nat├╝rlich theoretisch mit dem Kunden abrechnen, normalerweise aber w├╝rden sie als allgemeine Aufwendungen bzw. Fahrtkosten zu den Betriebsausgaben geh├Âren. Gleiches gilt f├╝r die Stromkosten und Gemeinkosten.

Ebenso stehen uns ja f├╝r das Anfertigen von Fotokopien nach JVEG x EUR pauschal zu, auch wenn's billiger kommen sollte.


Das ist ein Sonderfall, hat nichts mit dem "normalen" Betrieb zu tun.

Und was ist z. B. bei einer Abrechnung nach rein faktischen Kosten mit kostenpflichtigen Kunden-Rabatt-Karten, wie der Bahncard, wie soll ich denn gegen├╝ber dem Kunden die anteiligen Kosten f├╝r die Bahncard oder eine Gro├čkundenrabattkarte im Computermarkt (die vorher n EUR gekostet hat) abrechnen?


Bahncard als Betriebsausgabe, eigentlich ganz unkompliziert. Wenn man auch mit der Bahn privat f├Ąhrt, sollte man dann eine zweite, private Bahncard anschaffen. Gleiches gilt f├╝r Deine kostenpflichtige Rabattkarte.

Vieles im Steuerrecht erscheint unlogisch, das wei├č ich. ├ändern k├Ânnen wir's aber nit.

Robin


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Michael L├╝cke
Local time: 07:06
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Betriebskosten Nov 30, 2005

RobinB wrote:
Bahncard als Betriebsausgabe, eigentlich ganz unkompliziert. Wenn man auch mit der Bahn privat f├Ąhrt, sollte man dann eine zweite, private Bahncard anschaffen. Gleiches gilt f├╝r Deine kostenpflichtige Rabattkarte.


Aha. Ist es denn icht auch m├Âglich, die H├Ąlfte der Bahncard als Betriesausgabe zu verbuchen und die andere H├Ąlfte aus eigener Tasche zu zahlen? Zwei Karten zu kaufen erscheint mir schlicht schwachsinnig.

Wie ist das mit Telefonkosten? Ich arbeite zu Hause, habe aber nat├╝rlich nur einen Telefonanschluss (wenn auch ISDN) und rechne die H├Ąlfte der Grundgeb├╝hr als Betriebsausgaben. Ist das ok?


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RobinB  Identity Verified
Germany
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Du brauchst einen StB.... Nov 30, 2005

Michael Harlander wrote:
Aha. Ist es denn icht auch m├Âglich, die H├Ąlfte der Bahncard als Betriesausgabe zu verbuchen und die andere H├Ąlfte aus eigener Tasche zu zahlen? Zwei Karten zu kaufen erscheint mir schlicht schwachsinnig.


Davon w├╝rde ich dringen abraten. Es mag "schwachsinnig" erscheinen, entspricht aber der ├╝blichen kaufm├Ąnnischen Praxis, dass man private und betriebliche Ausgaben m├Âglichst strikt trennt. Und auch freiberufliche ├ťbersetzer m├╝ssen sich in solchen Angelegenheiten wie Kaufleute verhalten.

Wie ist das mit Telefonkosten? Ich arbeite zu Hause, habe aber nat├╝rlich nur einen Telefonanschluss (wenn auch ISDN) und rechne die H├Ąlfte der Grundgeb├╝hr als Betriebsausgaben. Ist das ok?


So "nat├╝rlich" finde ich das ├╝berhaupt nicht, muss ich sagen. Wenn du aber die H├Ąlfte der Grundgeb├╝hr als BA abrechnest, m├╝sstest du m.E. (zwingend) ein Verzeichnis aller Telefonate (mit Kosten) f├╝hren, sauber getrennt nach privat und beruflich. Das finde ich eigentlich "schwachsinnig".

Das ist aber nur meine pers├Ânliche Meinung und ersetzt auf keinen Fall den Rat eines zugelassenen Steuerberaters. Bei diesem gesamten Themenkomplex solltest du deshalb bei deinem StB nachfragen, wie du gesetzeskonform zu verfahren hast. Steuersachen muss man den Steuerexperten ├╝berlassen, genauso wie wir von unseren Kunden erwarten, dass sie ├ťbersetzungen den ├ťbersetzungsexperten ├╝berlassen, oder?

Robin


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Iris Schlagheck-Weber  Identity Verified
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TOPIC STARTER
Bevor wir nun ins Detail gehen, ... Dec 1, 2005

... m├Âchte ich Euch f├╝r Eure Betr├Ąge danken. Ich habe meinem Kunden nun die tats├Ąchlich angefallenen Kosten in Rechnung gestellt und die Originalbelege der Rechnung beigef├╝gt. Von einer Berechnung der Fahrzeit als Arbeitszeit habe ich abgesehen, da es sich um einen sehr guten, stets ├╝ppig und p├╝nktlich zahlenden Kunden handelt.

Vielen Dank und beste Gr├╝├če, Iris


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