Mobile menu

Pages in topic:   [1 2] >
Vergesst die \"Google hits\" !
Thread poster: xxxTService
xxxTService  Identity Verified
Local time: 09:04
English to German
Jul 21, 2002

Morgen, Mitstreiter !



Ich sehe immer wieder, dass Leute die Richtigkeit ihres Übersetzungsvorschlages mit der Anzahl der Treffer für ein Wort / eine Schreibweise bei Google \"beweisen\".



Das mag in manchen Fällen passen, schafft aber oft nur eine trügerische Sicherheit:

Das Internet besteht aus Seiten der unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen und -Schichten absolut unterschiedlichen Bildungsniveaus.



Das bedeutet, dass auch gängige Rechtschreibfehler in immenser Anzahl per Google gefunden werden.



Beispiel: Für den Ausdruck \"CD\'s\" finden sich fast zwei Millionen Hits. In Deutschland ist\'s dennoch falsch, auch wenn eine gewisse morbide Tendenz zur Pluralbildung mit Apostroph und \"s\" besteht. Es ist schlicht: Falsch.



Darüber hinaus sagt die quantitative Dispersion eines Ausdruckes nicht das mindeste darüber aus, ob dieser auch der passenden Übersetzung eines fraglichen Begriffes entspricht.



Beispiel: Gesucht sei die Übersetzung des Wortes \"hollow\", nehmen wir an, dass jemand die beiden Begriffe \"hohl\" und \"hallo\" als Übersetzungsmöglichkeiten in Betracht zieht.

Die \"Beweisführung\" per Google: Für \"hohl\" gibt Google 74500 Hits aus; nicht schlecht. Für \"hallo\" werden aber 231000 Hits ausgegeben. Schlussfolgerung: \"hallo\" ist richtig.



Dass das Schwachsinn ist, wird jedem bei dieser Kombination sofort klar. Bei anderen Wortkombinationen aber wird auf die gleiche Weise mit den \"Google Hits\" argumentiert.



Und das kann arg in die Hose gehen.



Gruß rundum (Es ist Sonntagmorgen, 9:18 Uhr - was mache ich eigentlich am Rechner ???)



Jörn...


Direct link Reply with quote
 

Dariusz Kozłowski  Identity Verified
Poland
Local time: 09:04
German to Polish
Tja, scheint ziemlich überzeugend zu sein... Jul 21, 2002

Werter TService,



bei dieser Argumentation ist es sehr schwierig mit Dir nicht übereinzustimmen. Zumindest ich, werd\' dies demnächst auf jeden Fall bei Antworten (DE->PL) in Betracht ziehen...

Vielen Dank für die ausführliche \"Beweisführung\" !



Grüße an alle \"Sonntagssitzer\"

DK


Direct link Reply with quote
 

Jack Doughty  Identity Verified
United Kingdom
Local time: 08:04
Member (2000)
Russian to English
+ ...
Ganz richtig Jul 21, 2002

Ganz richtig. Ich habe auch früher solche ein Forum-Posting gelesen, aber eine Wiederholung ist dennoch die Mühe wert.

Direct link Reply with quote
 

Klaus Herrmann  Identity Verified
Germany
Local time: 09:04
Member (2002)
English to German
+ ...
Hört, Hört Jul 21, 2002

Allerdings. Da sprichst Du mir aus der Seele. Man kann Google allerdings gut als Anhaltspunkt für die Häufigkeit von Worten gebrauchen, wenn man die Suche sinnvoll einschränken kann. Manchmal erleichtert das die Entscheidung. Ich wäre allerdings weit davon entfernt, das als beweiskräftig anzusehen.



Google eignet sich ideal, um zu verifizieren, dass ein vermuteter Begriff in diesem Kontext auch so benötigt wird. Umso erstaunlicher finde ich es, wenn über Google gefundene Dokumente zitiert werden, die zwar den gesuchten Begriff enthalten, aber rein gar nichts mit dem Kontext zu tun haben.



Falls es uns (dieser SC) nicht zu viel Mühe macht, fände ich es Klasse, wenn wir einen \"Google-Knigge\" aufstellen würden.


Direct link Reply with quote
 

Jerzy Czopik  Identity Verified
Germany
Local time: 09:04
Member (2003)
Polish to German
+ ...
"Beweisführung" mit Google Jul 21, 2002

Hallo Jörn,



prinzipiell hast Du Recht, denn die Anzahl der Google-Treffer hat alleine gar nichts mit der Richtigkeit der Übersetzung zu tun.

Jedoch werden IMHO die Treffer bei Google eher zur Bestätigung einer ohnehin plausiblen Antwort gegeben.

Beispiel: heute fragte jemand nach dem Wort \"Patronat\" (dies stammt aus dem Polnischen). Dies kann man leicht im Wörterbuch nachschauen, bedeutet \"Schirmherrschaft\". Gibt man dann im Google \"Schirmherschaft\" ein, werden über 53.000 Treffer angezeigt. Unter den ersten fünf sind drei, die auf den Arbeitsminister Riester, die Justizministerin Däubler-Gmelin und auf andere prominente Schirmdamen und -herren hinweisen.

Dies stellt für mich ein gutes Beispiel dafür da, dass Google bei entsprechender Kombinantion von Antwort und Link als \"Beweisführung\" eine Quelle ist, die zumindest überzeugend sein dürfte.



Gruß am frühen Sonntagnachmittag

Jerzy


Direct link Reply with quote
 

Geneviève von Levetzow  Identity Verified
Local time: 09:04
Member (2002)
French to German
+ ...
Jein... Jul 21, 2002

Hallo Jörn,



Jerzy hat das Problem auf den Punkt gebracht.

Google kann nur der Bestätigung einer Hypothese dienen; sehr wichtig dabei ist wieder mal der Kontext.

Es gab heute morgen eine Übersetzung aus dem Englischen mit vented batterie. Wenn von den beiden Übersetzungsvorschlägen der eine häufiger anzutreffen (im richtigen Kontext) und noch mein intuitives \"Sprachgefühl\" bestätigt, wähle ich eher den.

Wenn man keine Ahnung hat, ist Google keine Hilfe und keine Bestätigung. Mit Wörterbüchern verhält es sich übrigens ähnlich.

Und noch etwas zu CD\'s. Es ist da ein Fall vom Sprachwandel im Gange. Ob falsch oder nicht... in 50 Jahren oder früher wird es sich durchgesetzt haben.



Schönen Restsonntag noch vor dem Bildschirm oder auch nicht



Geneviève


Direct link Reply with quote
 

StefanR  Identity Verified
Local time: 09:04
English to German
+ ...
stimme völlig überein! Wörterbücher! Jul 21, 2002

Man muss die Bedeutung von Wörtern und Symbolen wirklich kennen, um korrekt schreiben oder urteilen zu können. Umgekehrt ist das Gleiche nötig um einen Satz zu verstehen.



Wörterbücher sind dabei maßgebend; nicht die Fehler anderer.



\"CD\'s\" ist ein klassisches Beispiel. Ein Apostroph hat gemäß \"Duden\" keine Bedeutung für die Mehrzahlbildung.



Solche Fehler beruhen auf Unkenntnis (oder man könnte auch sagen Missverständnissen, d.h. falsche oder sogar frei erfundenen Bedeutungen)von Symbolen und Wörtern.



Gerade vor einer halben Stunde sah ich solch eine \"erfundene Bedeutung\" für ein Wort in Kudoz.



Manchmal geben sogar zweisprachige Wörterbücher falsche Übersetzungen.



In solchen Fällen oder wenn es einfach keine Übersetzung gibt schaue ich mir alle Definitionen in einem wirklich großen Wörterbuch (z.B. Oxford Englisch Dictionary, Duden oder einem amerikanischen Unabridged Dictionary)an. Wenn es sich um ein Fachwort handelt, in einem ensprechenden einsprachigen Fachwörterbuch. Erst danach hat man ein korrektes Konzept der Bedeutung(en) eines Wortes, was absolute Voraussetzung für korrekte Übersetzung ist. Oft fällt mir danach die exakte Ensprechung für die andere Sprache ein oder wenn es eine solche nicht gibt kann man immer noch präzise umschreiben.



Mich erstaunt immer wieder wie schludrig Tageszeitungen und viele Zeitschriften über die Jahre hinweg geworden sind. Diese sollten eigentlich die Träger unserer Sprache sein, enthalten aber mehr und mehr Fehler. Dies geht wahrscheinlich mit allgemein fallendem Qualitätsanspruch einher.



Schönen Tag noch!

Stefan Rackow


Direct link Reply with quote
 

StefanR  Identity Verified
Local time: 09:04
English to German
+ ...
stimme völlig überein! Wörterbücher! Jul 21, 2002

Man muss die Bedeutung von Wörtern und Symbolen wirklich kennen, um korrekt schreiben oder urteilen zu können. Umgekehrt ist das Gleiche nötig um einen Satz zu verstehen.



Wörterbücher sind dabei maßgebend; nicht die Fehler anderer.



\"CD\'s\" ist ein klassisches Beispiel. Ein Apostroph hat gemäß \"Duden\" keine Bedeutung für die Mehrzahlbildung.



Solche Fehler beruhen auf Unkenntnis (oder man könnte auch sagen Missverständnissen, d.h. falsche oder sogar frei erfundenen Bedeutungen)von Symbolen und Wörtern.



Gerade vor einer halben Stunde sah ich solch eine \"erfundene Bedeutung\" für ein Wort in Kudoz.



Manchmal geben sogar zweisprachige Wörterbücher falsche Übersetzungen.



In solchen Fällen oder wenn es einfach keine Übersetzung gibt schaue ich mir alle Definitionen in einem wirklich großen Wörterbuch (z.B. Oxford Englisch Dictionary, Duden oder einem amerikanischen Unabridged Dictionary)an. Wenn es sich um ein Fachwort handelt, in einem ensprechenden einsprachigen Fachwörterbuch. Erst danach hat man ein korrektes Konzept der Bedeutung(en) eines Wortes, was absolute Voraussetzung für korrekte Übersetzung ist. Oft fällt mir danach die exakte Ensprechung für die andere Sprache ein oder wenn es eine solche nicht gibt kann man immer noch präzise umschreiben.



Mich erstaunt immer wieder wie schludrig Tageszeitungen und viele Zeitschriften über die Jahre hinweg geworden sind. Diese sollten eigentlich die Träger unserer Sprache sein, enthalten aber mehr und mehr Fehler. Dies geht wahrscheinlich mit allgemein fallendem Qualitätsanspruch einher.



Schönen Tag noch!

Stefan Rackow


Direct link Reply with quote
 
Olaf Leichssenring  Identity Verified
Germany
Local time: 09:04
English to German
Auf die Mischung kommt es an... :) Jul 21, 2002

Moin Jörn!



Grundsätzlich stimme ich Dir zu, daß die *Menge* der gefundenen Google Hits nichts aussagt. Andererseits halte ich deja/Google für ein sehr sinnvolles Hilfsmittel, mit dessen Hilfe sich Übersetzungsvorschläge untermauern lassen. Natürlich erhält man nur einen Anhaltspunkt und keine Garantie für die Richtigkeit eines Begriffs, wenn Google eine nennenswerte Anzahl von Treffern für das nachgefragte Fachgebiet findet. Wer einen Übersetzungsvorschlag OHNE zusätzliche Quellenangabe, ausschließlich mit Google-Hits \"unterfüttert\", sollte sich seiner Sache also schon einigermaßen sicher sein.



Direct link Reply with quote
 
xxxTService  Identity Verified
Local time: 09:04
English to German
TOPIC STARTER
Huch ! ;) Jul 21, 2002

Da habe ich ja eine Lawine losgetreten...



Zu Quantität und Recherche-Unterstützung: Mir ging es in erster Linie um das ständig zu lesende \"Argument\": \"xxxxx Google hits.\"

Die Anzahl der Hits kann zumindest auf die richtige Schreibweise hindeuten - im Internet scheint das Verhältnis richtige : falsche Schreibweise immerhin noch bei mehr als 2:1 zu liegen, wobei ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass die Leute, die der Rechtschreibung noch einigermaßen mächtig sind (von der Perfektion sind auch die \"Perfekten\" noch Lichtjahre entfernt), in spätestens 30 Jahren an eine \'Wannt\' gestellt und mit dem Befehl \"Foia!\" \'ellemenirt\' werden.



Google kann man durchaus als demokratisch-basierte Entscheidungshilfe einsetzen, wenn man, wie Ihr bereits schriebt, die Suchmaschine kontextbewusst einsetzt. Aber eben auch nur dann. :/



Zur Sprache im Wandel: Tut\'s Euch einmal an - loggt Euch in einen beliebigen Chat ein und zählt, wie früher in der Schule: \"Wie viele von 100 geschriebenen Sätzen von mehr als vier Wörtern Länge enthielten Rechtschreibfehler ?\" - Ihr werdet staunen: Erst wenn man die Vergleichsbasis von 100 auf etwa 200 erhöht, findet man einen auffälligen Satz. Nämlich den einen, der keine Fehler enthielt.

Schaut\'s Euch an; es ist kein Witz.



Ich find\'s wirklich traurig, dass sich offensichtlich nur noch wenige Leute für die einzige Art, sich selbst Anderen mitzuteilen, zu interessieren scheinen: Für ihre Sprache, das vielseitigste Medium überhaupt. Niemand scheint zu begreifen, dass Sprache nur so lange funktioniert, wie ihre Eindeutigkeit gesichert ist. Fehlt diese Eindeutigkeit, verliert Sprache ihre Klarheit und ihre Allgemeinverständlichkeit im Sprachraum mehr und mehr.

Was das anrichten kann, sehen wir seit einigen Monaten ja besonders deutlich: Wo das Wort versagt, wird es durch Gewalt ersetzt, wo die Vokabel \"Dialog\" im Wortschatz zu fehlen scheint, wird es einfach durch das Wort \"Krieg\" ersetzt.

Nun ja, ich mag nicht dauernd Schwarzmalerei betreiben.

Aber ich will wenigstens ordentlich meckern, wenn ich schon Angst habe, dass unsere Sprache, die so vielseitig ist, dass sie für hochtechnologische Belange wie für zarte Poesie und tiefgehende Philosophie gleichermaßen geeignet scheint, folle kannä denn konkreden Bach runnageht, ey.



Musste ja \'mal gesagt werden...



Jörn...


Direct link Reply with quote
 

Jerzy Czopik  Identity Verified
Germany
Local time: 09:04
Member (2003)
Polish to German
+ ...
Chats und so manch andere Plätze im Internet, wo sich Leute unterhalten Jul 21, 2002

Neulich baute ich mir einen Rechner zusammen und suchte dann noch ein Paar praktische Tipps zum Thema PCs in einem Internetforum. Allerdings gab ich nach dem Durchlesen einiger wenigen Posts auf, denn die dort benutzte Sprache versprach keine Hilfe - eher Verwirrung. Wo wir auch ganz beim Thema wären.

Jörn hat es schon angedeutet - man muss dort schon wirklich lange suchen, um einen korrekt geschriebenen Satz zu finden. Aber - wen wundert´s. Meine Tochter ist 15 und geht in Dortmund auf ein Gymnasium. Wenn ich mir manchmal anhöre, wie ihre Gleichaltrigen miteinander \"kommunizieren\", werde ich schwach. Die Unterhaltung besteht desöfteren aus einigen wenigen Lauten \"bo eah, du Alter, bö eah...\" (den Rest kann ich nicht wiedergeben). Erstaunlicherweise wissen anscheinend die jungen Leute, was sie meinen. Entweder bin ich zu alt, oder habe etwas in meinem Leben verpasst... Jedenfalls spricht meine Tochter diese Sprache nicht, so dass ich ihrerseits auf keine Hilfe zu hoffen brauche. Da dem so ist, musste ich von Internetforen Abstand nehmen.



Was mich am meisten daran wundert ist die Tatsache, dass diese Art der \"deutschen\" Sprache von - wie wir sie hier nennen würden - \"Muttersprachler\" benutzt wird. Die sogenannten \"Ausländer\" - zu denen ich in Augen dieser Jugendlichen auch gehöre - scheinen sich noch in altmodischen Deutsch zu verständigen. Da ist doch definitiv etwas faul daran.



Hmm, vielleicht gehe ich doch wieder Mal zur Schule, um die moderne \"bo eeah\"-Kommunikationssprache der Deutschen zu lernen, denn in ein Paar Jahren, wer weiß, wird es in der Bedienungsanleitung einer Maschine zu lesen sein: \"Bo eeah, drückste Mal den Knopf links, dann läuft die Kiste...\"



Schönen Abend noch

Jerzy


Direct link Reply with quote
 
xxxTService  Identity Verified
Local time: 09:04
English to German
TOPIC STARTER
Zu Jerzy - und eine neue Frage ! ;) Jul 22, 2002

Hallo erstmal, \"Nachbar\" !



Naja, die \"Jugendsprache\" ist halt so - ich glaube, wir hatten alle eine bestimmte Sprache, die wir verwendeten, als wir noch etwas jünger waren, und die von den Älteren nicht verstanden oder gar belächelt wurde. Diese Sprache ist wohl Teil des Ablösungsprozesses von den Eltern, eine kleine, verbale Unabhängigkeitserklärung.

Das heutige \"krass-kronkret\" hieß bei uns damals halt \"geil\" oder \"knorke\" oder wie auch immer.

Wir kennen diese Sprache natürlich immer noch, verwenden sie aber meist nur noch im privaten Kreis oder zum Spaß. (Tatsächlich baue ich nebenher auch noch eine Webseite zu diesem Thema auf, die sich einer extrem proletenhaften Sprache bedient. Aber das soll halt nur der Unterhaltung dienen.)

Das, was Du in den Foren erlebt hast, trifft\'s dann wirklich: Ich habe eine ganze Zeit lang gechattet - insgesamt über etwa 12 Jahre lang -, habe aber gerade in den letzten zwei oder drei Jahrenn festgestellt, dass es meist nicht an der temporären Sprachvariation, sondern wirklich an Rechtschreibung und Grammatik liegt, dass ich bestimmte Dinge nicht richtig verstehe.

Die Sprache selbst wird nicht unbedingt durch Ersatzwörter mit \"kräftigerem\" Ausdruck ergänzt, sie wird simplifiziert und verallgemeinert. Das geschieht unter anderem durch den Wegfall von Großbuchstaben, was teilweise keine Erkennung von Substantiven mehr zulässt, weil nebenbei auch Satzzeichen \"wegrationalisiert\" werden.

Die fehlenden Satzzeichen führen dann dazu, dass Sätze hinsichtlich ihrer Intention grundverschieden aufgefasst werden können.

Da sich Nachschlagewerke gewöhnlich langfristig an der Masse orientieren, diese Masse bisher mangels geeigneter Medien keine umfassenden Möglichkeiten der Publikation erschlossen hat, dies aber durch das Internet nunmehr möglich wird, dürfte es eine Frage der Zeit sein, bis die aktuellen Schreibweisen Einzug in die Regelwerke halten; und dann sieht\'s nicht mehr so gut für unsere Sprache aus. :/



Die Mechanismen scheinen mir klar. Was ich aber nie begreifen konnte: Wie können (viele) Leute absolut alltägliche Wörter wie \"denn\" oder \"hier\" falsch schreiben ? Immer wieder lese ich \"den\" oder \"hir\". Und das sind keine Vertipper; der Fehler wiederholt sich. Bei \"schwierigen\" Wörtern, wie bei den Paradebeispielen \"Libyen\" oder \"Stanniol\", ist das verständlich, da man diese Wörter nicht jeden Tag zu lesen bekommt - aber selbst der übelste Dauer-Talkshow-Zuschauer bekommt hin und wieder auch alltägliche Wörter wie \"denn\" oder \"hier\" in schriftlicher Form präsentiert; und wenn es durch die Zeitung mit den vier Buchstaben ist.

Also - wie kommt das ?



Hat jemand eine Idee dazu ?



Jörn...


Direct link Reply with quote
 

Klaus Herrmann  Identity Verified
Germany
Local time: 09:04
Member (2002)
English to German
+ ...
Grufties gegen Google? Jul 22, 2002

Wenn Jerzy schreibt Entweder bin ich zu alt,... - genau so fühle ich mich auch manchmal. Augenscheinlich wird es zunehmend weniger wichtig, Wörter mit mehr als zwei Silben zu kennen. Aber zum Glück ist das übertrieben. Allerdings kann man wohl schon behaupten, dass die Unterschiede in der Bildung größer werden.



Und so kommen wir dann wieder zu Jörns Ausgangspunkt zurück - Internet, Chat und SMS sind heute einfach genug geworden, dass wirklich jeder damit umgehen - naja, jeder es benutzen kann. Insofern hält Google unserer Bildungspolitik den Spiegel vor.



Die sogenannten \'Ausländer\' - zu denen ich in Augen dieser Jugendlichen auch gehöre - scheinen sich noch in altmodischen Deutsch zu verständigen - Jetzt weiß ich, was Stoiber mit \"sprachliche Integration der Ausländer vorantreiben\" meint. Voll cool. (Achtung: sarkastische Bemerkung). Letzer Ausflug in die Politik: Interessant fand ich den Vorschlag, das Aufenthaltsrecht von einem Rechtschreibtest abhängig zu machen. Aber wohin werden dann die Deutschen ausgewiesen???



Aber um noch einmal auf meine Vorschlag - Google-Knigge - zu kommen, könnten wir uns darauf verständigen, \"xxxx Google Hits\" nur im Ausnahmefall anzuführen und keine Treffer zu zitieren, die nichts mit dem Themengebiet der Frage zu tun haben, oder haltet ihr das für überflüssig?





Direct link Reply with quote
 
xxxTService  Identity Verified
Local time: 09:04
English to German
TOPIC STARTER
Klasse, Klaus ! ;) Jul 22, 2002

Quote:


Letzer Ausflug in die Politik: Interessant fand ich den Vorschlag, das Aufenthaltsrecht von einem Rechtschreibtest abhängig zu machen. Aber wohin werden dann die Deutschen ausgewiesen???





Ich hab\' ja sooo gelacht ! - Aber im Grunde stimmt\'s wohl... Es dürfte recht leer im Lande werden; was mich aber weniger störte...

Und - hat das jemand ernsthaft vorgeschlagen ??? - Dann muss ich meine Meinung über unsere hohe Politik revidieren: Nachdem ich hörte, dass unser \"Kanzler\" dem Herrn Bush nach dessen Angriff auf die Zivilbevölkerung Afghanistans zu seiner \"umsichtigen Politik\" gratulierte, war mir klar, dass ich von unserem \"Kanzler\" nur noch als vom \"weisungsbefugten Vakuum\" sprechen kann. Jetzt mag ich dann eher von einer \"Intelligenz-Singularität\" sprechen...



Mal schauen, was bei zwei Quote-Versuchen passiert:

Quote:


Aber um noch einmal auf meine Vorschlag - Google-Knigge - zu kommen, könnten wir uns darauf verständigen, \"xxxx Google Hits\" nur im Ausnahmefall anzuführen und keine Treffer zu zitieren, die nichts mit dem Themengebiet der Frage zu tun haben, oder haltet ihr das für überflüssig?





Nö. Gefällt mir gut !



Gruß an die wackeren Recken rundum !

Direct link Reply with quote
 
Beth Kantus  Identity Verified
United States
Local time: 03:04
German to English
Beispiele stolpern immer... Jul 22, 2002

[quote]

On 2002-07-21 07:19, TService wrote:

Morgen, Mitstreiter !



Beispiel: Gesucht sei die Übersetzung des Wortes \"hollow\", nehmen wir an, dass jemand die beiden Begriffe \"hohl\" und \"hallo\" als Übersetzungsmöglichkeiten in Betracht zieht.

Die \"Beweisführung\" per Google: Für \"hohl\" gibt Google 74500 Hits aus; nicht schlecht. Für \"hallo\" werden aber 231000 Hits ausgegeben. Schlussfolgerung: \"hallo\" ist richtig.



[Quote]



Wer zwischen hohl und hallo nicht zu unterscheiden weiß, dem hilft auch kein Google!


Direct link Reply with quote
 
Pages in topic:   [1 2] >


There is no moderator assigned specifically to this forum.
To report site rules violations or get help, please contact site staff »


Vergesst die \"Google hits\" !

Advanced search






TMreserve
Wake up in the Morning and see that you have sold TMs and made Money overnight



The TM Market Place for Translators
New: Our Instant TM Download
TM owners: Upload your TMs into the online database
Customers: Analyse your text & instantly download a text-specific TM
Well over 1.2 BILLION translation units

More info »
Anycount & Translation Office 3000
Translation Office 3000

Translation Office 3000 is an advanced accounting tool for freelance translators and small agencies. TO3000 easily and seamlessly integrates with the business life of professional freelance translators.

More info »



All of ProZ.com
  • All of ProZ.com
  • Term search
  • Jobs