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RentenversicherungsPFLICH TIG als freiberuflicher Fremdsprachendozent?
Thread poster: Heidi Zapf
Heidi Zapf
Local time: 09:15
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Jan 4, 2006

Liebe Kollegen,


ich bin staatlich geprüfte Übersetzerin und habe in den vergangenen zwei Jahren auf kleiner Basis (nebenberuflich) als Übersetzerin gearbeitet. Mittlerweile hat sich jedoch für mich herauskristallisiert, dass es mir viel mehr liegt, Sprachkurse an Erwachsenenbildungswerken und Nachhilfe für Schüler und Erwachsene zu erteilen, habe also deshalb meinen Tätigkeitsschwerpunkt mehr und mehr in diese Richtung verlagert.

Da ich nun mit meinem monatlichen Einkommen über eine bestimmte Grenze komme, kann ich nicht wie bisher bei meinem Mann familienversichert bleiben, sondern muss mich nun persönlich mit dem Thema Kranken- und Rentenversicherung auseinandersetzen.

Meine Hauptfrage nun:
Ist man als freiberuflicher Dozent / Nachhilfelehrer auch RENTENversicherungsPFLICHTIG? Ich habe hierzu schon verschiedene Informationen erhalten - die LVA meinte, ab einem gewissen Einkommen gelte man als "selbständiger Lehrer", sodass man ganz automatisch rentenversicherungspflichtig würde.
Von einem bekannten Unternehmensberater habe ich dagegen den Tipp erhalten, nicht "freiberuflich" zu arbeiten, sondern ein reguläres Gewerbe anzumelden. Somit könnte ich nicht nur Dienstleistungen anbieten, sondern auch mal Sprachbücher verkaufen etc. - womit ich also "Gewerbetreibender" sei und damit NICHT rentenversicherungsPFLICHTIG.

Bin momentan am Rätseln, wie ich es am besten angehe. Ich möchte mir am Anfang erstmal die Versicherungskosten so gering wie möglich halten und deshalb auf jeden Fall die RV sparen.

Hat jemand von euch speziell zu dieser Situation einen Tipp? Ich weiß, dass das Thema RV hier schon öfters angesprochen wurde, allerdings wäre es für mich interessant, wie es sich speziell bei freiberuflichen "Lehrkräften" verhält.

Und noch eine kleine Frage:
Kennt jemand von euch eine Krankenkasse, bei der es möglich ist, dass die Ehefrau trotz eines gewissen eigenen Einkommens bei ihrem Mann familienversichert bleiben kann und evtl. nur ein monatlicher Zusatzbetrag an die Krankenkasse entrichtet wird?

Für alle Stellungnahmen, Tipps und Erfahrungsberichte danke ich euch schon vielmals im voraus!!


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Peter Bouillon  Identity Verified
Germany
Local time: 09:15
Member (2005)
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Künstlersozialkasse Jan 4, 2006

Heidi Zapf wrote:
Somit könnte ich nicht nur Dienstleistungen anbieten, sondern auch mal Sprachbücher verkaufen etc.


Vorsicht: wenn Du die Bücher nicht nur verkaufst, sondern auch selber schreibst, gerätst Du in die Fänge der Künstlersozialkasse.

Der Gesetzgeber hatte anscheinend die Hauslehrer früherer Tage im Kopf, die ein kärgliches Dasein fristeten und im Alter ins Nichts stürzten, als er spezielle Sondervorschriften für selbständige Lehrer erlassen hat. Die müssen in die Rentenversicherung. Ob sie "Lehrer", "Referenten", "Übungsleiter" oder "Trainer" heißen, ist dafür irrelevant. Die Unterscheidung "freiberuflich"/"gewerblich" ebenso. Unter Umständen kommst Du da drum herum, wenn Du überwiegend etwas anderes machst und nur nebenbei Schulungen durchführst.

Der übliche Disclaimer: Ich bin weder Rechtsanwalt noch Steuerberater. Meine vorstehend wiedergegebene Meinung ist unverbindlich. Kompetente Rechtsberatung kriegst Du bei einem kompetenten Rechtsanwalt.


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ENGSOL
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RentenversicherungsPFLICH TIG als freiberuflicher Fremdsprachendozent? Jan 4, 2006

Heidi Zapf wrote:

Meine Hauptfrage nun:
Ist man als freiberuflicher Dozent / Nachhilfelehrer auch RENTENversicherungsPFLICHTIG?




Hier gibt es ganz gute Infos zum Thema...

http://p219.ezboard.com/feltfrm3


Thomas


Nachtrag: Die Seite scheint nicht mehr ganz aktuell zu sein. Die alten (etwas ausführlicheren) Beiträge findet man nun im Archiv:

http://p219.ezboard.com/feltfrm10

.../

[Edited at 2006-01-04 18:35]


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Heinrich Pesch  Identity Verified
Finland
Local time: 10:15
Member (2003)
Finnish to German
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Es ist gefährlich, auf den Ehepartner angewiesen zu sein Jan 5, 2006

Die eigene Rentenversicherung ist ein gutes Ruhekissen. Aber ob sie Pflicht für dich ist, kann ich nicht sagen. Es ist nur so, dass viele es später bereuen, nicht selbst versichert zu sein.
Gruß
Heinrich


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Peter Bouillon  Identity Verified
Germany
Local time: 09:15
Member (2005)
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Nur ist sie nicht preisgünstig Jan 5, 2006

Heinrich Pesch wrote:

Die eigene Rentenversicherung ist ein gutes Ruhekissen.


Das ist nicht abzustreiten. Natürlich ist es sehr sinnvoll, Vorsorge für die Rentenzeit zu leisten, auch wenn man noch jünger ist.

Konkret was die gesetzliche Rentenversicherung angeht, ist es hier in Deutschland nur so, dass Du von Deinen Beiträgen umso weniger zurückbekommst, je jünger Du bist. Wer jetzt in das Berufsleben einsteigt, bekommt später im Alter im Schnitt weniger ausgezahlt, als er an Rentenbeiträgen eingezahlt hat. Die Beiträge „verzinsen” sich also negativ.

P.


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Emmanuelle Riffault  Identity Verified
Germany
Local time: 09:15
Member (2004)
German to French
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Familienversicherung Jan 5, 2006

Hallo Heidi,

Heidi Zapf wrote:

Und noch eine kleine Frage:
Kennt jemand von euch eine Krankenkasse, bei der es möglich ist, dass die Ehefrau trotz eines gewissen eigenen Einkommens bei ihrem Mann familienversichert bleiben kann und evtl. nur ein monatlicher Zusatzbetrag an die Krankenkasse entrichtet wird?


Ich habe damals, als ich mich selbständig gemacht habe, selber gesucht, wie ich anfangs die Krankenversicherungsbeiträge so gering halte wie möglich. Sobald man eine bestimmte Grenze überschreitet (es ging, glaube ich, um ca. 400€), muss man sich selbst versichern. Und jede gesetzl. Krankenkasse geht dann vom selben Mindesteinkommen aus (damals ca. 1700€). Ich habe auch geschluckt. Ich habe zwar nur 3 Kassen angesprochen, aber ich denke schon, dass sie repräsentativ sind.

Dabei ist dann meistens eine private KK "günstiger", da man für die gleiche Beiträgehöhe besser versichert ist (ohne Gewähr natürlich...). Im Nachinein steigen außerdem die Einnahmen dann doch schneller als anfangs gedacht und alles wird gut..

Wenn du aber als Lehrerin/Dozentin von der Künstlersozialkasse (KSK) "übernommen" wirst, wird in dem Fall dein reales Einkommen berücksichtigt und nicht mehr ein Pauschaleinkommen. Und das betrifft Kranken- und Rentenvesicherung. Außerdem übernimmt die KSK die Hälfte der Beiträge, als wäre sie dein Arbeitgeber. Zu diesem Thema gab es schon mehrmals Einträge in diesem Forum.

So viel aus meiner Erfahrung

Mit Gruß

Emmanuelle


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Steffen Pollex  Identity Verified
Local time: 09:15
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Woher kommen denn diese Erfahrungen? Jan 6, 2006

Emmanuelle Daburger-Riffault wrote:

Dabei ist dann meistens eine private KK "günstiger", da man für die gleiche Beiträgehöhe besser versichert ist (ohne Gewähr natürlich...). .


Dafür haut einem dann die private Krankenversicherung jedes Jahr zwischen 10 und 15 Prozent auf den Beitrag drauf. Ich hatte in den letzten 2 Jahren 30,1% Beitragserhöhung. Da bin ich lieber wieder in die Knappschaft gegangen.


Im Nachinein steigen außerdem die Einnahmen dann doch schneller als anfangs gedacht und alles wird gut..


Tatsächlich?! Ich habe davon nichts gemerkt. Mir hätte für 2004 schon eine schwarze Null gereicht - aber vielleicht waren ja meine Erwartungen zu hoch.


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Steffen Pollex  Identity Verified
Local time: 09:15
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Heinrich, Du vermengst Kranken- und Rentenversicherung Jan 6, 2006

Heinrich Pesch wrote:

Es ist gef§Õhrlich, auf den Ehepartner angewiesen zu sein


Eine Familienversicherung gibt es nur bei der Krankenkasse. Rentenversichern muss sich nat¨¹rlich jeder einzeln, so er dies w¨¹nscht.


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Steffen Pollex  Identity Verified
Local time: 09:15
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+ ...
Man gerät in gar keine "Fänge", Jan 6, 2006

wenn man das als Selbstständiger nicht wünscht. Die Künstlersozialkasse kümmert sich erst um einen, wenn man Antrag stellt, über diese gesetzlich versichert zu werden oder einen Beitragszuschuss zu einer privaten Kranken- und Pflegeversicherung zu erhalten. Und selbst dann wimmeln sie einen möglichst lange oder ganz ab (ähnlich wie Du als Selbstständiger bei Banken kaum noch Kredite bekommst
). Ich habe 1 1/2 Jahre gebraucht, um von denen anerkannt zu werden. Ist ja auch verständlich - ist sicher ein Zuschussgeschäft "Künstler", Journalisten, Schriftsteller und ähnliche unsichere Kandidaten mit instabiler Einkommenssituation zu versichern.

Als selbstständiger Berufsanfänger (das sind die ersten drei Jahre der offiziellen Selbstständigkeit) kann man bei der Künstlersozialkasse einen "Antrag auf Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung" stellen, sich privat versichern und erhält dann einen Beitragszuschuss zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung.

Innerhalb der ersten drei Jahre kannst Du dann Deine Entwicklung in Ruhe beobachten und, falls Dir die privaten KV-Beiträge zu hoch werden, wieder in die gesetzliche gehen. Nach Ablauf dieser drei Jahre allerdings nicht mehr. Dazu wird man aber von der Künstlersozialkasse etwa einen Monat vorher noch mal informiert. Das ist allerdings ziemlich knapp, um dann aus einer eventuell bestehenden privaten KV noch rechtzeitig schadlos rauszukommen, falls man dieses wünscht. Ich hab's gerade noch geschafft.

Meine privaten KV-Beiträge stiegen binnen zwei Jahren um 30 %. Das kann man ja auf Dauer nicht bezahlen. Nun bin ich also wieder bei der Knappschaft, da geht's etwas langsamer mit den Erhöhungen - jedenfalls bis jetzt - wer weiß ob sie nicht irgendwann den großen Coup landen und ihre ganzen Defizite mal auf einen Schlag auf die Versicherten umlegen. Dann wird's aber wohl soziale Unruhen geben.

Rentenversicherungspflichtig ist man meiner Meinung nach als Selbstständiger gar nicht, wie denn auch - wer sollte einen zwingen (oder dies kontrollieren, da man ja kein Gehaltsempfänger ist)?

Ausnahme: Du erhältst staatliche Förderung für die Selbständigkeit (z.B. "Ich-AG"). Dann bist Du für die Dauer des Förderzeitraumes verpflichtet, gesetzliche Rentenbeiträge abzuführen. Im ersten Jahr wird man Dir diesen Beitrag von einem angenommenen Mindesteinkommen (gesetzlich festgelegt) berechnen - das kann sauer werden - etwa 200 Euro im Monat. Nach dem ersten Steuerbescheid kannst Du dann nachweisen, wie viel (oder wenig eben) Du wirklich verdienst und den Beitrag anpassen lassen. Das ging dannbei mir von 200 auf etwa 90 runter. Da drunter geht nichts.

Ab dem Ende des Förderzeitraumes ist man dann gar nicht mehr rentenversicherungsPFLICHTIG - wie denn auch.

Alle Feinheiten kenne ich nicht, aber so sieht das im Groben aus. Ich habe all dies selbst durch in den vergangenen drei Jahren.

Am besten noch mal bei der LVA und der Künstlersozialkasse genau erkundigen oder nachlesen.

www.kuenstlersozialkasse.de

Peter Bouillon wrote:

Vorsicht: wenn Du die Bücher nicht nur verkaufst, sondern auch selber schreibst, gerätst Du in die Fänge der Künstlersozialkasse.


[Edited at 2006-01-06 09:33]


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