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Das Grauen hat einen Namen für mich...:-)
Thread poster: lara2005
lara2005
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Jan 11, 2006

Hallo zusammen,

ich hoffe, der ein oder andere hier kann ein wenig nachvollziehen, worum es mir geht.

Ich bin im letzten Jahr mit meinem Übersetzerstudium fertig geworden, habe noch ein halbjähriges Praktikum in einem Ü-Büro drangehängt (ich habe während des Studiums auch schon Praktika absolviert) und suche nun seit ein paar Wochen nach einer Festanstellung - sowohl als Übersetzerin, als auch als Fremdsprachensekretärin/-korrespondentin, da ich ENDLICH arbeiten will:-).

Seitdem hatte ich 2 Vorstellungsgespräche.
Das 1. verlief nicht soooo toll; das lag allerdings auch daran, dass ich nicht 100%ig überzeugt war von der angebotenen Tätigkeit. Heute nun hatte ich mein 2., das sich über 2 Stunden erstreckte. Ich bin dementsprechend gerade auch ziemlich kaputt, denn es ist bekanntermaßen ein anstrengender Akt, sich 2 Stunden lang gut zu verkaufen.

Und hier sind wir auch schon beim springenden Punkt: Ich habe nicht das Gefühl, dass ich die beiden Personalmitarbeiter 100%ig von mir überzeugen konnte, da ich, allen Vorbereitungen und Warnungen zum Trotz:-), es z.B. nicht vermochte, auf meiner Überzeugung zu beharren, bzw. mich nicht von den beiden Damen aus der Ruhe bringen zu lassen (sie haben wirklich ALLE Register gezogen, was den psychologischen Teil anging und mir etliche durchdringende und mitunter auch ähnlichlautende Fragen zu JEDEM Abschnitt meines Lebenslaufes gestellt).

Im Privatleben bin ich eine sehr selbstbewusste Person - ich gehe gerne auf andere zu, habe viele tolle Freunde und stehe zu meinen Meinungen. Wenn ich aber bei einem Vorstellungsgespräch auf Herz und Nieren geprüft werde, schaffe ich es einfach nicht, überzeugend meine Meinung kund zu tun; bzw. nur so lange, bis nicht noch 3 Mal nachgehakt wird oder ein Stirnrunzler meines Gegenübers mich aus der Fassung bringt.

Was um alles in der Welt kann ich tun, um diese Situation beim nächsten Mal zu ändern? Ich muss dazu sagen, ich unterschätze meinen beruflichen Werdegang oftmals - genau das ist wohl auch das Problem an der Sache - aber das liegt mitunter auch daran, dass ich noch nicht so weit bin wie jemand, der auf einige Jahre Berufserfahrung zurückblicken kann.

Ich hatte mich übrigens auf dieses Gespräch eingehend vorbereitet. Es ist allerdings so, dass ich, sobald ich mit einer derartigen Situation konfrontiert werde,

1) sehr vieles vergesse, was ich mir zuvor in Stichpunkten notiert habe,
2) ich es nicht schaffe, einen roten Faden in meinen Ausführungen erkennen zu lassen (natürlich erzähle ich nicht munter durcheinander, aber oftmals lasse ich Dinge aus, die mir im Nachhinein wieder einfallen)und
3) ich mich einfach zu schnell aus dem Konzept bringen lasse (genau das, was man in einem Vorstellungsgespräch vermeiden sollte).

Ich weiß, dass in den meisten Firmen auch nur mit heißem Wasser gekocht wird, und ich vielleicht gerade auch nur von der Länge des Interviews und den durchdringenden Fragen der Personalverantwortlichen aufgewühlt bin, aber insgesamt lässt mich das negative Gefühl nicht los, dass ich *durchgefallen* bin.

Ich würde einfach gerne wisse, ob der (oder die) ein oder andere von Euch mir in irgendeiner Art und Weise Tipps geben kann, wie ich diese *Black-out-Situation* überwinden kann - bekanntlich arbeiten ja viele Übersetzer ebenfalls in Festanstellung und mussten diese Hürde AUCH überwinden.

Ich bin über JEDEN Tipp dankbar und hoffe, ich habe einigermaßen verständlich gemacht, WO bei mir das Problem liegt:-)

Eine ziemlich verzweifelte
Lara

[Edited at 2006-01-11 16:37]

[Edited at 2006-01-11 16:39]


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Ricki Farn
Germany
Local time: 13:11
Member (2005)
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So viele wie möglich Jan 11, 2006

Hallo Lara,

nicht verzweifeln - nach deiner Beschreibung war das schon sehr gut, viel besser als du selber denkst.

Vielleicht die beste Hilfe ist, so viele Vorstellungsgespräche zu machen wie möglich, zum Üben. Noch ein paar, und du fühlst dich wirklich sicher. Auch wenn das doof ist: Wenn du dich auf alles bewirbst, was nicht schnell genug auf dem Baum ist, bekommst du mehr Gelegenheiten zum Üben, auch wenn du es hinterher selber ablehnst. Das kann man auch ruhig machen

Du kannst dich natürlich auch mal nach einem Bewerbertraining umsehen, beim Arbeitsamt haben sie vielleicht ein paar Tipps, oder in der Volkshochschule oder so.

Viel Erfolg,
Ricki

[Edited at 2006-01-11 17:10]


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xxxname_removed
Local time: 13:11
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Klingt wie ein Vorstellungsgespräch bei der Stasi :-) Jan 11, 2006

lara2005 wrote:

Heute nun hatte ich mein 2., das sich über 2 Stunden erstreckte.

..(sie haben wirklich ALLE Register gezogen, was den psychologischen Teil anging und mir etliche durchdringende und mitunter auch ähnlichlautende Fragen zu JEDEM Abschnitt meines Lebenslaufes gestellt).
....nur mit heißem Wasser gekocht wird, und ich vielleicht gerade auch nur von der Länge des Interviews und den durchdringenden Fragen der Personalverantwortlichen aufgewühlt bin, aber insgesamt lässt mich das negative Gefühl nicht los, dass ich *durchgefallen* bin.

Ich bin über JEDEN Tipp dankbar und hoffe, ich habe einigermaßen verständlich gemacht, WO bei mir das Problem liegt:-)

Eine ziemlich verzweifelte
Lara

[Edited at 2006-01-11 16:37]

[Edited at 2006-01-11 16:39]


Liebe Lara,

ich habe beim Durchlesen echt Stress in meinen Gliedern verspürt. Für mich klang das wie ein Vorstellungsgespräch für einen Beruf als Geheimagent, wo sie einen auf Herz und Nieren prüfen, ob man die geeignete, seriöse Person dafür sei (zumindest nehme ich an, dass das so verläuft- wahrscheinlich zu viel ferngesehen und "Der Spiegel" gelesen). Logisch würde mir das schon erscheinen, falls du dich bei einer Botschaft vorgestellt hättest, aber so?
Ehrlich gesagt, wenn mich jemand so ausfragen würde, würde ich nicht bei ihm arbeiten wollen.

Du hast die Frage gestellt, WO bei dir das Problem liegt?
Die Betonung müsste woanders gesetzt werden: Das Problem liegt nicht bei dir, sondern bei ihnen.

Kopf hoch!


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Stendhal  Identity Verified
Local time: 13:11
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Ein paar Ideen... Jan 12, 2006

Hi,

ich laufe mehrgleisig, d.h. neben dem Übersetzen unterrichte ich auch Sprachen und berufsbildende Themen. Darunter fallen solche Geschichten wie Kommunikation, Bewerbungstrainings /-coaching, etc.

Folglich kann ich Dir nur raten, Dir zu überlegen, welche Fragen bereits gestellt wurden oder gestellt werden könnten und wie Du sie beantwortest. Anders ausgedrückt: Du solltest diese Gespräche mit Hilfe von archivierbaren Notizen nachbereiten. Wo warst Du zu ausführlich oder zu knapp, was hast Du vergessen, wäre es anders besser gewesen, da mehrdeutig, etc.
Hängt Deine Unsicherheit nur mit dem Gespräch zusammen, das Du als Prüfung und damit als Wertung Deiner Person empfindest oder hattest Du nur etwas an, in dem Du Dich unwohl gefühlt hast?
Überleg Dir, wie Deine Körpersprache wirkt, d.h. sprichst Du vielleicht zu leise (vor Aufregung) oder sitzt Du nicht richtig auf dem Stuhl, etc. Auch das verunsichert ohne daß es einem bewußt würde.
Dann solltest Du immer Deine Bewerbungsunterlagen mitbringen (daran kann man sich auch festhalten), Dich vorher gut über das Unternehmen informiert haben (was auch wieder zu Fragen über Dich führen kann), bereits einen eigenen Fragenkatalog vorbereitet haben und selbst Aufzeichnungen während des Gesprächs machen. Du kannst jederzeit auf weitere eigene Notizen zu Dir selbst zurückgreifen.
Außerdem ist es unerläßlich, solche Gespräche mit Personen, denen Du vertraust, die Du für kompetent hältst und die Dich kritisieren dürfen, zu üben. Auf diese Weise kannst Du bestimmte Aspekte vorbereiten, reflektieren und gewinnst damit an Sicherheit.

Google ruhig `mal - es gibt eine Menge Material über wahrscheinliche, unerwartete und unzulässige Fragen. Wichtig ist zudem, daß Du Dir überlegst, wie Deine Antworten im Sinne des Unternehmens interpretiert werden können. Schließlich wollen sie das bestmögliche "Produkt" für ihr Geld. Daß Du dabei einen Job suchst, ist also nur Nebensache.

Die Bewerbungstrainings der Arbeitsämter / Landratsämter sind übrigens nur recht mau, d.h. zeitlich zu kurz angelegt und meistens nicht von den kompetentesten Leuten durchgeführt. Die meisten VHS legen inzwischen sehr viel Wert darauf, ihre Kurse weitgehend von studierten Leuten durchführen zu lassen, d.h. Du kannst dort gute Kurse zu wenig Geld (da hochsubventioniert, u.a. durch die mickrigen Honorare...) finden.

Kannst mich auch anmailen.

Grüße,

Stendhal


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lara2005
Local time: 13:11
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TOPIC STARTER
Danke... Jan 12, 2006

für diese Anregungen (auch an Ricki)..

Stendhal wrote:

Hi,

ich laufe mehrgleisig, d.h. neben dem Übersetzen unterrichte ich auch Sprachen und berufsbildende Themen. Darunter fallen solche Geschichten wie Kommunikation, Bewerbungstrainings /-coaching, etc.

Folglich kann ich Dir nur raten, Dir zu überlegen, welche Fragen bereits gestellt wurden oder gestellt werden könnten und wie Du sie beantwortest. Anders ausgedrückt: Du solltest diese Gespräche mit Hilfe von archivierbaren Notizen nachbereiten. Wo warst Du zu ausführlich oder zu knapp, was hast Du vergessen, wäre es anders besser gewesen, da mehrdeutig, etc.

Ich hatte mich wirklich eingehend auf dieses Gespräch vorbereitet, z.B. alle möglichen Fragen mit meinen Antworten versehen. Ich hatte auch vor, die jeweiligen Stationen meines Lebenslaufes auf die Anforderungen der Position zuzuschneiden. Dies ist mir allerdings während des Gesprächs weniger gelungen, d.h. nur, wenn es Nachfragen der Personalchefin gab.
Das Problem scheint bei mir nur zu sein, dass ich, sobald ich in der Situation selbst bin, den Großteil einfach vergesse, mich verzettele, Antworten gebe, die nicht aus meinem Mund zu kommen scheinen (dies meist, weil ich unsicher werde) und ich generell einfach nicht *gefestigt* wirke. Komischerweise hatte ich während meiner Studienzeit und auch davor NIE Probleme mit Prüfungssituationen (und ein Vorstellungsgespräch ist ja eine solche Prüfungssituation), und mir wird generell nachgesagt, dass ich sehr selbstbewusst wirke. Vielleicht bin ich selbst einfach nicht genügend überzeugt davon..

Hängt Deine Unsicherheit nur mit dem Gespräch zusammen, das Du als Prüfung und damit als Wertung Deiner Person empfindest oder hattest Du nur etwas an, in dem Du Dich unwohl gefühlt hast?
Überleg Dir, wie Deine Körpersprache wirkt,

d.h. sprichst Du vielleicht zu leise (vor Aufregung)
im Gegenteil: ich spreche eher zu laut..:-/

oder sitzt Du nicht richtig auf dem Stuhl, etc. Auch das verunsichert ohne daß es einem bewußt würde.
Dann solltest Du immer Deine Bewerbungsunterlagen mitbringen (daran kann man sich auch festhalten), Dich vorher gut über das Unternehmen informiert haben (was auch wieder zu Fragen über Dich führen kann), bereits einen eigenen Fragenkatalog vorbereitet haben und selbst Aufzeichnungen während des Gesprächs machen. Du kannst jederzeit auf weitere eigene Notizen zu Dir selbst zurückgreifen
Habe ich alles getan. Darf man denn während des Gesprächs selbst wirklich auf seinen Lebenslauf zurückgreifen oder wirkt das nicht eher unvorbereitet - im Sinne von: ich habe die einzelnen Stationen meines Werdeganges nicht im Kopf?

Außerdem ist es unerläßlich, solche Gespräche mit Personen, denen Du vertraust, die Du für kompetent hältst und die Dich kritisieren dürfen, zu üben. Auf diese Weise kannst Du bestimmte Aspekte vorbereiten, reflektieren und gewinnst damit an Sicherheit.

Das werde ich beim nächsten Mal tun!!!!

Google ruhig `mal - es gibt eine Menge Material über wahrscheinliche, unerwartete und unzulässige Fragen. Wichtig ist zudem, daß Du Dir überlegst, wie Deine Antworten im Sinne des Unternehmens interpretiert werden können. Schließlich wollen sie das bestmögliche "Produkt" für ihr Geld. Daß Du dabei einen Job suchst, ist also nur Nebensache.

Die Bewerbungstrainings der Arbeitsämter / Landratsämter sind übrigens nur recht mau, d.h. zeitlich zu kurz angelegt und meistens nicht von den kompetentesten Leuten durchgeführt. Die meisten VHS legen inzwischen sehr viel Wert darauf, ihre Kurse weitgehend von studierten Leuten durchführen zu lassen, d.h. Du kannst dort gute Kurse zu wenig Geld (da hochsubventioniert, u.a. durch die mickrigen Honorare...) finden.

Kannst mich auch anmailen.

Vielen herzlichen Dank für die hilfreichen Tipps und das Angebot. Danke auch an Ricki..Den Rat werde ich ebenfalls beherzigen. Übung macht bekanntlich den Meister:-)

Grüße,

Stendhal


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lara2005
Local time: 13:11
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TOPIC STARTER
Hatte fast auch den Eindruck.. Jan 12, 2006

[quote]Zrinka Milas wrote:

lara2005 wrote:

Heute nun hatte ich mein 2., das sich über 2 Stunden erstreckte.

..(sie haben wirklich ALLE Register gezogen, was den psychologischen Teil anging und mir etliche durchdringende und mitunter auch ähnlichlautende Fragen zu JEDEM Abschnitt meines Lebenslaufes gestellt).
....nur mit heißem Wasser gekocht wird, und ich vielleicht gerade auch nur von der Länge des Interviews und den durchdringenden Fragen der Personalverantwortlichen aufgewühlt bin, aber insgesamt lässt mich das negative Gefühl nicht los, dass ich *durchgefallen* bin.

Ich bin über JEDEN Tipp dankbar und hoffe, ich habe einigermaßen verständlich gemacht, WO bei mir das Problem liegt:-)

Eine ziemlich verzweifelte
Lara

[Edited at 2006-01-11 16:37]

[Edited at 2006-01-11 16:39]


Liebe Lara,

ich habe beim Durchlesen echt Stress in meinen Gliedern verspürt. Für mich klang das wie ein Vorstellungsgespräch für einen Beruf als Geheimagent, wo sie einen auf Herz und Nieren prüfen, ob man die geeignete, seriöse Person dafür sei (zumindest nehme ich an, dass das so verläuft- wahrscheinlich zu viel ferngesehen und "Der Spiegel" gelesen). Logisch würde mir das schon erscheinen, falls du dich bei einer Botschaft vorgestellt hättest, aber so?
Ehrlich gesagt, wenn mich jemand so ausfragen würde, würde ich nicht bei ihm arbeiten wollen.

Du hast die Frage gestellt, WO bei dir das Problem liegt?
Die Betonung müsste woanders gesetzt werden: Das Problem liegt nicht bei dir, sondern bei ihnen.

Kopf hoch!

als wäre dies ein Vorstellungsgespräch für die CIA gewesen:-)
Im Nachhinein denke ich auch, dass ich denen voll ins offene Gewehr gelaufen bin (sagt man das so? Ich hab´s nicht so mit Redewendungen:-)), da im Grunde genommen alles an psychologischen Tricks verwendet wurde, was man in Bewerbungstrainern nachlesen kann und ich´s erst hinterher durchschaut habe. Höchstwahrscheinlich ging es den beiden Damen gar nicht so unbedingt nur um meine fachlichen Qualifikationen, sondern darum, WIE ich sie verkaufen kann, und da habe ich m.E. kläglich versagt. Na ja, da ich eh nicht glaube, dass ich nochmals eingeladen werde, erübrigt sich wahrscheinlich die Fragestellung, ob ich wirklich da arbeiten will..


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lara2005
Local time: 13:11
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Entschuldigt bitte.. Jan 12, 2006

..meine Art und Weise, wie ich vorherige Beiträge zitiert habe. Hätte mir vorher die Hinweise für richtiges Zitieren durchlesen sollen..

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Sonja Allen  Identity Verified
United Kingdom
Local time: 12:11
Member (2005)
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Die Uebung machts Jan 17, 2006

Fuer mich waren auch die Vorstellungsgespraeche nach meinem BWL Studium und als ich in England einen Job suchte ein Grauen. Doch es stimmt wirklich, je mehr Gespraeche man durchmacht, desto souveraener wird man. Die Nervositaet bleibt zwar, aber irgendwann aehneln sich doch die Fragen und man hat ein gewisses Repertoire an Antworten. Ich weiss, es ist frustrierend, wenn man Absagen nach einem Gespraech bekommt und es kann ganz schoen am Selbstbewusstsein nagen. Doch wenn ich so zurueck blicke, bin ich eigentlich ganz froh gewesen, dass ich gewisse Jobs gar nicht bekommen habe, denn die Chemie muss auf beiden Seiten stimmen. Wenn man jedoch im Gespraech drin sitzt, moechte man so unbedingt den Job, dass man gar nicht richtig wahrnimmt, wie sich die Firma darstellt. Wenn du dich beim Gespraech bloed behandelt fuehlst, dann spricht das vielleicht auch dafuer, dass das Betriebsklima in der Firma gar nicht so gut ist, und du bist besser dran, dich weiter nach besseren Stellen umzusehen. Ein Job, in dem du dich unwohl fuehlst bringt dich auch nicht weiter.
Absagen sollten dich auch nicht aus der Fassung bringen, weil man oft die Hintergruende gar nicht kennt. Es hat oft gar nicht mal soviel damit zu tun, wie gut oder schlecht Du dich dargestellt hast. Ich habe schon miterlebt, dass noch weitere Kandidaten nur der Form halber fuer einen Job interviewt wurden, obwohl schon laengst eine Entscheidung fuer einen speziellen Kandidaten gefallen war. Oft weiss man auch einfach nicht, wie das Team ist, in das man hineinpassen soll. Entscheidungen werden da von Firmen auch schon mal z.B. aufgrund von Alter/Geschlecht getroffen, auch wenn das natuerlich keiner zugeben darf. Also Kopf hoch! Bewerbe dich soviel du kannst und lass dich nicht entmutigen.
Hast Du uebrigens auch schon mal an Zeitarbeit gedacht und ist das was fuer dich? Soweit ich noch weiss, ist man fuer die Zeitarbeitsfirma fest angestellt und wird von dieser dann je nach Bedarf zu verschiedenen Firmen geschickt. Erfordert sicherlich viel Flexibilitaet und ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber du koenntest Geld verdienen, Erfahrung sammeln, Firmen kennenlernen und vielleicht springt dabei am Ende eine Festanstellung raus.


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lara2005
Local time: 13:11
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Es geschehen noch Wunder.. Jan 20, 2006

Erstmal vielen Dank auch Dir, Sonja, für Deine wertvollen Tipps. Ich bin mir ganz sicher, dass es unter anderem die Übung macht, die einen selbstsicherer und souveräner wirken lässt.

Allerdings habe ich wohl gar nicht mal soo verkehrt reagiert beim 1. Gespräch, denn ich habe heute Morgen doch tatsächlich die Einladung zu einem 2. Gespräch erhalten. Nachdem ich diese unglaubliche Nachricht erstmal verdauen musste, stecke ich nun wieder in Vorbereitungen auf das Gespräch am Montag. Alles in allem weiß ich, dass ich ruhiger an die Sache rangehen muss, was mir hoffentlich auch gelingen wird, da ich ja nun weiß, was auf mich zukommt.

Ich habe übrigens noch eine weitere Theorie, was die Gründe für meine Nervosität angeht.. Bei früheren Vorstellungsgesprächen ging es immer *nur* um Praktikaplätze, so dass sich die Nervosität auch aufgrund der Tatsache, dass es nunmal einfacher ist, einen (zumeist unbezahlten) Praktikumsplatz zu finden, in Grenzen hielt. Mittlerweile aber ist mein Studium beendet, die finanzielle Unterstützung meiner Eltern auch, und zum 1. Mal geht es wirklich um etwas, wenn Ihr versteht, was ich meine. Der Druck ist einfach größer geworden..

Aber ich werde mir Eure Tipps zu Herzen nehmen und souverän ins Gespräch hineingehen. Denn man muss es auch so sehen: die Firma läd mich zum 2. Mal ein, und das liegt bestimmt nicht daran, dass ich absolut ungeeignet für den Job bin! HA! CHAKA!! (Wie auch immer das geschrieben wird!):-)

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende und drückt mir bitte die Daumen! Ihr seid klasse!

Lara


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Katrin Lueke  Identity Verified
Germany
Local time: 13:11
Member (2006)
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Wie ist es gelaufen? Jan 23, 2006

Ein zweites Gespräch - das ist ja toll!
Wie ist es denn gelaufen und wann bekommst du Bescheid?


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lara2005
Local time: 13:11
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TOPIC STARTER
Gut!! Jan 23, 2006

Hallo Katrin,

vielen Dank für die Nachfrage:-)

Ich hatte heute nachmittag das 2. Gespräch.. Musste erstmal eine halbe Std. mit dem Chef sprechen (Franzose, also kannst Du Dir denken, in welcher Sprache ich meinen Lebenslauf zum Besten geben musste:-)), dann noch 1,5 Std. mit den beiden Personalleiterinnen vom letzten Mal. Es war also erneut ein sehr langes Gespräch, ABER ich habe ein ganz gutes Gefühl. Das liegt u.a. auch daran, dass ich heute SEHR ruhig geblieben bin und mich auch *unangenehme* Fragen nicht aus der Fassung gebracht haben. Ich habe mir einfach gedacht "Wenn Du den Job noch nicht hast, hast Du auch nichts zu verlieren!" und es lief wirklich gut. Schön war an der Erfahrung auch, dass ich gemerkt habe, dass es auch ANDERS geht, d.h. dass ich NICHT immer vor Nervosität durchdrehe (auch wenn´s vorher richtig schlimm war...)

Ich bekomme in ca. 2 Wochen Bescheid (es sind noch 3 andere Kandidaten im Rennen) und hoffe wirklich, endlich einen Einstieg ins Berufsleben zu bekommen. Wenn´s mir nicht gefällt, kann ich mich immer noch woanders bewerben. Das Wichtigste ist jetzt erstmal, Berufserfahrung zu sammeln.

So, jetzt muss ich Schluss machen, denn heute Nacht fliegen wir in die USA (meine ehemalige Gastschwester heiratet und ich bin 1. Brautjungfer - freue mich total darauf, eine Hochzeit auf Amerikanisch mitzuerleben!:-)). Ich muss vorher dringend noch ein paar Stündchen schlafen, sonst bin ich unerträglich, wenn ich dort ankomme...

Alles Liebe und Gute und vielen Dank für Dein Interesse!:-)

LG
Lara


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Christian
Local time: 13:11
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Auch ich drücke dir beide Daumen, Lara! Jan 24, 2006

lara2005 wrote:
Ich habe mir einfach gedacht "Wenn Du den Job noch nicht hast, hast Du auch nichts zu verlieren!"

Eine gute Einstellung. Ich hasse Vorstellungsgespräche auch wie die Pest. Allerdings hatte ich mir auch sehr schnell angewöhnt, die ganze Sache etwas nüchterner zu betrachten. Was ich (noch) nicht habe, kann ich auch nicht verlieren, also wozu der ganze Stress?! Ob das die richtige Einstellung ist, weiß ich nicht, aber sie hat mir geholfen, mehr oder minder entspannt auch auf unangenehme Fragen zu antworten.

lara2005 wrote:
Ich bekomme in ca. 2 Wochen Bescheid (es sind noch 3 andere Kandidaten im Rennen) und hoffe wirklich, endlich einen Einstieg ins Berufsleben zu bekommen.

Wird schon klappen, Lara! Und falls es doch nicht klappen sollte, betrachte das Ganze einfach als eine Übung, die dir helfen wird, beim nächsten Vorstellungsgespräch noch entspannter zu sein. Übung macht den Meister - das gilt ganz bestimmt auch für Vorstellungsgespräche.

lara2005 wrote:
Wenn´s mir nicht gefällt, kann ich mich immer noch woanders bewerben. Das Wichtigste ist jetzt erstmal, Berufserfahrung zu sammeln.

Richtig! Selbst wenn du vorhaben solltest, dich irgendwann selbstständig zu machen, ist es immer besser, vorher Berufserfahrung in einer Festanstellung zu sammeln.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück und bin schon jetzt ganz gespannt, was aus deinem Vorstellungsgespräch wird.

Viele Grüße
Christian


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lara2005
Local time: 13:11
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TOPIC STARTER
Geschafft! Feb 14, 2006

Hallo!!

Ich bin gerade überglücklich und kann mein Glück noch kaum fassen..
Ich habe SOWOHL von der o.g. Firma ein Stellenangebot erhalten wie auch von einer anderen, viel tolleren Firma.

Ab Montag werde ich als Projektkoordinatorin in einer großen und sehr international ausgerichteten Firma arbeiten, in der bisher alle Menschen, die ich kennengelernt habe, einfach nur super nett sind und über die ich bisher nur Gutes gehört habe. Wie gesagt, zu schön, um wahr zu sein. Und was die beiden Vorstellungsgespräche in der 2. Firma angeht - sowas Angenehmes habe ich noch nie erlebt! Es hat einfach von vorneherein die Chemie perfekt gestimmt. Aus diesem Grund freue ich mich unglaublich, dass es geklappt hat. Den anderen Job musste ich also ablehnen (wie bereits von einigen treffend festgestellt - ich hätte mich glaub ich dort eh nicht wohlgefühlt..)..

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei allen bedanken, die mir so viele Tipps gegeben haben, was das Überstehen eines Vorstellungsgespräches angeht. Letztendlich kann ich allen nur beipflichten - die Übung macht den Meister. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass es manchmal einfach nicht die passende Firma für einen ist. Bei der 2. Firma hatte ich von Anfang an einen durchweg positiven Eindruck, und ich bin mir sicher, dass sich dieser Eindruck während meiner Arbeit dort bestätigen wird.

Jedenfalls ist dies mein 1. "richtiger" Job und mit der Tatsache, dass sich jetzt mein Leben komplett ändern wird (ich hoffentlich nicht mehr jeden Cent dreimal umdrehen muss, ich endlich wieder geistig gefordert werde und geregelte Arbeitszeiten habe), muss ich erstmal klarkommen:-)

Ich wünsche Euch allen ALLES ALLES Gute weiterhin und möchte jedem Mut machen, der sich in einer ähnlichen Situation wie ich befindet - irgendwann kommt der Traumjob, man darf nur nicht aufgeben!:-)

LG
Lara


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Wenjer Leuschel  Identity Verified
Taiwan
Local time: 19:11
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Gratulierung, Lara! Feb 14, 2006

Congratulations, Lara!

War doch nicht zu schwierig, wahr?


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Christian
Local time: 13:11
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Herzlichen Glückwunsch, Lara! Feb 14, 2006

Hi Lara, auch von mir alles Gute. Bin wirklich froh, dass du es nun geschafft hast. Das sind ja wirklich tolle Neuigkeiten.

Viele Grüße
Christian


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