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Vertrag - unterschreiben oder nicht?
Thread poster: Heike Behl, Ph.D.

Heike Behl, Ph.D.  Identity Verified
Local time: 09:31
Member (2003)
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Feb 8, 2006

Ich habe von einer Agentur einen 10-seitigen Rahmenvertrag erhalten. Ich habe schon angemeldet, dass ich mit einiger Klauseln nicht so ganz zufrieden sind, worauf sie geantwortet haben, dass Änderungen nicht in Frage kommen und alles ja nur Standardklauseln wären.

Meine Bedenken richten sich gegen Folgendes:

- Übermittlungsrisiko trägt der freie Mitarbeiter. Es ist klar, dass sie absichern wollen, dass die Übersetzung auch tatsächlich ankommt - was ja eigentlich selbstverständlich ist-, aber schließt der Begriff "Übermittlungsrisiko" nicht ebenfalls die volle Haftung bei Verzug und/oder Folgeschäden ein?

- Haftung der Gesellschaft gegenüber für alle Schäden, die aus schuldhafter Verletzung vertraglicher Pflichten entstehen.
Wie genau definiert sich "schuldhafte Verletzung"? Grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz?

Damit bin ich natürlich gar nicht einverstanden, denn selbst wenn sich Schadensansprüche als unberechtigt erweisen würden, wären die ganzen Rechtskosten ja enorm.

Wie sieht das generell aus, wenn eine Agentur ein QA-Team einsetzt? Würde das nicht die letztendliche Verantwortung der Übersetzungsqualität/Einhaltung der Terminologie etc. auf dieses Team übertragen?

- Schweigepflicht: unbegrenzte Haftung. Da ich ja nicht vorhabe, die Schweigepflicht zu verletzen, sollte es ja keine Probleme geben. Aber wie bereits gesagt, sollte es einem unbegründeten Rechtsstreit kommen, sind natürlich allein die Rechtsanwaltskosten horrend.

Alles wird sehr detailliert abgehandelt, vor allem die Pflichten des freien Mitarbeiters und die Rechte der Gesellschaft. Von den Rechten des Mitarbeiters ist keine Rede; die Wirksamkeit der AGB des Mitarbeiters wird sogar explizit ausgeschlossen. Bei meiner Frage nach Verzugszinsen bei verspäteter Zahlung hieß es dann, dass dafür die gesetzlichen Regelungen gelten würden. Im Übrigen müsste ich das ja wohl in meiner Mahnung angeben, dafür wäre ihr Vertrag ja nicht zuständig.

Ich habe mich eigentlich schon entschlossen, den Vertrag nicht zu unterschreiben, würde mich aber über Eure Kommentare freuen. Bin ich zu vorsichtig und lasse mir dadurch einen recht vielversprechenden Kunden durch die Lappen gehen?

Danke!
Heike


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RWSTranslation
Germany
Local time: 17:31
Member (2007)
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+ ...
Nun ja Feb 8, 2006

Hallo Heike,

die folgenden Kommentare sind alles nur Meinungen eines Laien ohne Anspruch auf Korrektheit:

Heike Behl, Ph.D. wrote:

...
- Übermittlungsrisiko trägt der freie Mitarbeiter. Es ist klar, dass sie absichern wollen, dass die Übersetzung auch tatsächlich ankommt - was ja eigentlich selbstverständlich ist-, aber schließt der Begriff "Übermittlungsrisiko" nicht ebenfalls die volle Haftung bei Verzug und/oder Folgeschäden ein?


Wenn Die Übersetzung nicht rechtzeitig fertig wird, kann daraus ein Verzugsschaden entstehen, der vielleicht sogar zu einem Schadensersatzanspruch führen könnte.


- Haftung der Gesellschaft gegenüber für alle Schäden, die aus schuldhafter Verletzung vertraglicher Pflichten entstehen.
Wie genau definiert sich "schuldhafte Verletzung"? Grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz?

Damit bin ich natürlich gar nicht einverstanden, denn selbst wenn sich Schadensansprüche als unberechtigt erweisen würden, wären die ganzen Rechtskosten ja enorm.


Schuldhaft ist dann wenn man Schuld daran trägt, d.h. es bei üblicher Sogfalt hätte vermeiden können. NmM als auch bei grober Fahrlässigkeit. Wenn sich eine Forderung aber als unberechtigt erweist würden die Rechtskosten vom Unterlegenen, d.h. vom anderen zu tragen sein.


Wie sieht das generell aus, wenn eine Agentur ein QA-Team einsetzt? Würde das nicht die letztendliche Verantwortung der Übersetzungsqualität/Einhaltung der Terminologie etc. auf dieses Team übertragen?


Nein, für die geleistete Arbeit ist derhenige verantwortlich der Sie geleistet hat.


- Schweigepflicht: unbegrenzte Haftung. Da ich ja nicht vorhabe, die Schweigepflicht zu verletzen, sollte es ja keine Probleme geben. Aber wie bereits gesagt, sollte es einem unbegründeten Rechtsstreit kommen, sind natürlich allein die Rechtsanwaltskosten horrend.


Auch wenn Du nicht die Absicht hast die Schweigepflicht zu verletzen könnte es z.B. ein Problem sein, wenn Du vertrauliche Daten auf Deinem Notebook speicherst, dieses verlierst und die Daten nicht so gesichert waren, so dass ein Unbefugter sie auslesen konnte.


Alles wird sehr detailliert abgehandelt, vor allem die Pflichten des freien Mitarbeiters und die Rechte der Gesellschaft. Von den Rechten des Mitarbeiters ist keine Rede; die Wirksamkeit der AGB des Mitarbeiters wird sogar explizit ausgeschlossen. Bei meiner Frage nach Verzugszinsen bei verspäteter Zahlung hieß es dann, dass dafür die gesetzlichen Regelungen gelten würden. Im Übrigen müsste ich das ja wohl in meiner Mahnung angeben, dafür wäre ihr Vertrag ja nicht zuständig.


Das die AGB der jeweils anderen Seite ausgeschlossen werden ist fast schon als Standard anzusehen. Wenn das dann auch noch in den AGBs drin steht und dies auf beiden Seiten, aknn man sich vertrefflich darüber streiten ob denn wann welche gilt oder halt auch nicht.


Ich habe mich eigentlich schon entschlossen, den Vertrag nicht zu unterschreiben, würde mich aber über Eure Kommentare freuen. Bin ich zu vorsichtig und lasse mir dadurch einen recht vielversprechenden Kunden durch die Lappen gehen?

Danke!
Heike


das ist nun wieder Deine unternehmerische Entscheidung, die Dir keiner abnehmen kann.

Viele Grüße

Hans


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RobinB  Identity Verified
Germany
Local time: 17:31
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Welchem Recht.... Feb 8, 2006

unterliegt dieser Vertrag?

Robin


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Heike Behl, Ph.D.  Identity Verified
Local time: 09:31
Member (2003)
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TOPIC STARTER
Deutschem Recht Feb 8, 2006

RobinB wrote:

unterliegt dieser Vertrag?

Robin


Deutschem Recht.


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Andy Lemminger  Identity Verified
Canada
Local time: 10:31
Member (2002)
English to German
Unterschreiben nach Streichung Feb 8, 2006

Ich unterschreibe derartige Verträge, falls sie nicht zu lang und einseitig sind, streiche vorher jedoch alle Klauseln, denen ich nicht zustimmen möchte.

Diskussionen gab es darüber fast nie. In einigen Fällen erhielt ich von der jeweiligen Agentur trotzdem Übersetzungsaufträge, in anderen Fällen eben nicht.

Es hindert dich nichts daran, vertragliche Änderungen vorzunehmen. Damit liegt die letztendliche Entscheidung wieder bei der Agentur und du hast den Vorteil, dass du nicht von vorneherein die Mitarbeit verweigerst.

Viele Grüße

Andy

www.interlations.com


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RobinB  Identity Verified
Germany
Local time: 17:31
German to English
Grundsätzlich i.O. Feb 8, 2006

Übermittlungsrisiko trägt der freie Mitarbeiter.


Grundsätzlich haftet der Übersetzer für die rechtzeitige Lieferung der Übersetzung beim AG. Allerdings kann der Übersetzer nur für eine fehlgeschlagene Übermittlung haften, für die er tatsächlich verantwortlich gemacht werden kann, d.h. ein Rechnerfehler beim AG oder ein Systemabsturz des Internet-Providers (oder auch ein Poststreik!) zählen z.B. nicht dazu.

Haftung der Gesellschaft gegenüber für alle Schäden, die aus schuldhafter Verletzung vertraglicher Pflichten entstehen.


Normal, eine BGB-Haftung besteht sowieso.

Damit bin ich natürlich gar nicht einverstanden, denn selbst wenn sich Schadensansprüche als unberechtigt erweisen würden, wären die ganzen Rechtskosten ja enorm.


Nein, stimmt nicht, solange keine schuldhafte Verletzung deinerseits vorliegt.

Wie sieht das generell aus, wenn eine Agentur ein QA-Team einsetzt? Würde das nicht die letztendliche Verantwortung der Übersetzungsqualität/Einhaltung der Terminologie etc. auf dieses Team übertragen?


Auf gar keinen Fall. Der AN haftet immer nach deutschem Recht für die Lieferung einer vertragsgemäßen Leistung. Die Tatsache, dass eine Übersetzung evtl. einer nachgelagerten QA zugeführt wird entbindet der Übersetzer keinesfalls von seiner Verantwortung, die vereinbarte Qualität zu liefern bzw. die vorgeschriebene Terminologie einzuhalten.

Schweigepflicht: unbegrenzte Haftung.


Absolut normal, gilt auch unbefristet nach Beendigung des Vertragsverhältnisses.

Da ich ja nicht vorhabe, die Schweigepflicht zu verletzen, sollte es ja keine Probleme geben. Aber wie bereits gesagt, sollte es einem unbegründeten Rechtsstreit kommen, sind natürlich allein die Rechtsanwaltskosten horrend.


Normales Geschäftsrisiko.

Bei meiner Frage nach Verzugszinsen bei verspäteter Zahlung hieß es dann, dass dafür die gesetzlichen Regelungen gelten würden. Im Übrigen müsste ich das ja wohl in meiner Mahnung angeben, dafür wäre ihr Vertrag ja nicht zuständig.


Völlig OK. Deutsche Verträge werden anders gestaltet als z.B. US-amerikanische Verträge. Grundsätzlich gilt bei deutschen Verträgen, dass alles was schon gesetzlich geregelt ist nicht im Vertrag wiederholt wird, in diesem Fall z.B. Verzugszinsen. Gleiches gilt für die weitreichenden Rechte und Pflichten beider Parteien nach deutschem Recht.

Die von dir zitierten Vertragsbedingungen sind m.E. völlig OK, würde ich problemlos unterschreiben. Aber das ist natürlich meine persönliche Meinung, stellt keine fachliche Beratung dar.

Robin


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Susanna & Christian Popescu GbR
Germany
Local time: 17:31
Romanian to German
+ ...
Meine Meinung (eigenes Vorgehen) Feb 8, 2006

Heike Behl, Ph.D. wrote:

Ich habe schon angemeldet, dass ich mit einiger Klauseln nicht so ganz zufrieden sind, worauf sie geantwortet haben, dass Änderungen nicht in Frage kommen und alles ja nur Standardklauseln wären.


Das musst du genau so empfinden, um vorbehaltslos zustimmen zu können.



- Übermittlungsrisiko trägt der freie Mitarbeiter.


Hier würde ich anmerken: Sofern bei der Übertragung auf elektronischem Wege keine Schäden durch Computerviren (unsere Software wird regelmäßig auf Viren überprüft), durch Einsicht und Wirkung von unbefugten Dritten oder durch technische Probleme der Provider entstehen. Eine Haftung kann nur bei (nachgewiesener) persönlicher grober Fahrlässigkeit und Vorsatz übernommen werden.



- Schweigepflicht: unbegrenzte Haftung.


Das ist zu akzeptieren. Ist eine übliche Klausel. Außerdem gehört sie zur Berufsethik.


Bei meiner Frage nach Verzugszinsen bei verspäteter Zahlung hieß es dann, dass dafür die gesetzlichen Regelungen gelten würden. Im Übrigen müsste ich das ja wohl in meiner Mahnung angeben, dafür wäre ihr Vertrag ja nicht zuständig.


Hier würde ich trotzdem meine Zahlungsfristen angeben und hinzufügen: Der Auftraggeber verpflichtet sich diese Fristen einzuhalten. Bei Nichteinhaltung sind (gesetzliche) Verzugszinsen fällig.


Ich habe mich eigentlich schon entschlossen, den Vertrag nicht zu unterschreiben, würde mich aber über Eure Kommentare freuen.


Du kannst versuchen, deine Anmerkungen hinzuzufügen und Klauseln, die dir überhaupt nicht passen, zu streichen. Wenn der Auftraggeber den verhandelten Vertrag gegenzeichnet, steht eigentlich nichts im Wege einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Ein abgeänderter und von beiden Seiten unterzeichneter Vertrag sollte dir selbstverständlich noch vor Auftragsvergabe vorliegen.


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Peter Bouillon  Identity Verified
Germany
Local time: 17:31
Member (2005)
French to German
+ ...
Nicht OK Feb 8, 2006

RobinB wrote:
Grundsätzlich in Ordnung
llig OK[/quote]

Wenn die Vertragsbedingungen so standardmäßig und normal sind, warum braucht es dann zehn Seiten, um sie niederzulegen? Allein schon die Länge des Werks würde mich mißtrauisch machen.

P.


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RobinB  Identity Verified
Germany
Local time: 17:31
German to English
Zehn Seiten sind doch OK Feb 8, 2006

Peter Bouillon wrote: Wenn die Vertragsbedingungen so standardmäßig und normal sind, warum braucht es dann zehn Seiten, um sie niederzulegen? Allein schon die Länge des Werks würde mich mißtrauisch machen.


Wieso? Ich habe vor mir am Schreibtisch einen Vertragsentwurf eines Kunden liegend, der (einschl. Anlagen) ein Volumen von 18 Seiten hat - und das nach Streichen von einigen Bedingungen, die uns nicht akzeptabel waren.

Bei vielen Verträgen mit unseren Kunden erstrecken sich z.B. die Vereinbarungen zum Thema Verschwiegenheitspflicht und Compliance über mehrere Seiten. Schließlich ist die Länge eines Vertrags nicht maßgeblich - was zählt, ist allein der Inhalt.

Robin

[Edited at 2006-02-08 22:55]


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Peter Bouillon  Identity Verified
Germany
Local time: 17:31
Member (2005)
French to German
+ ...
Trust your feelings Feb 8, 2006

Heike Behl, Ph.D. wrote:
Ich habe von einer Agentur einen 10-seitigen Rahmenvertrag erhalten.
rauf sie geantwortet haben, dass Änderungen nicht in Frage kommen [...]

Alles wird sehr detailliert abgehandelt, vor allem die Pflichten des freien Mitarbeiters und die Rechte der Gesellschaft. Von den Rechten des Mitarbeiters ist keine Rede; die Wirksamkeit der AGB des Mitarbeiters wird sogar explizit ausgeschlossen. [...]

Bin ich zu vorsichtig und lasse mir dadurch einen recht vielversprechenden Kunden durch die Lappen gehen?
[/quote]

Hallo Heike,

Jede Kommunikation sendet bekanntlich zwei Botschaften:

  • eine Botschaft auf der Sachebene
  • und eine auf der Beziehungsebene.


Lassen wir mal die Sachebene kurz außen vor, und betrachten wir die Beziehungsebene: also wie sich die Agentur das persönlich-menschliche Verhältnis zwischen Dir und ihr vorstellt.

Wie glaubst Du, dass die Agentur dieses Verhältnis gestalten will, wenn sie Dich gleich von vorneherein mit einem mammuthaften Vertrag überfällt, über den nicht diskutiert werden soll, sondern den Du („gefälligst”) genau so zu unterschreiben hast?

Das Anliegen des Vertrags, das sagst Du ja selber, ist der Agentur möglichst viele Rechte zu sichern und Dir möglichst viele Pflichten aufzudrücken. (Wenn Du überprüfen willst, ob Dich Dein Eindruck täuscht oder nicht, kannst Du ganz einfach die Wörter im Vertrag durchzählen, die sich mit Deinen persönlichen Rechten befassen, und das mit der Anzahl Wörter vergleichen, die sich mit den Rechten der Agentur befassen.)

Das alles findet statt, bevor die Agentur Dich überhaupt kennt. Und wie sieht das dann wohl später aus, wenn es um konkrete Übersetzungsaufträge geht? Im gleichen Stil, vielleicht?

A propos: wie sieht es überhaupt mit konkreten, vorhandenen Übersetzungsaufträgen von dieser Agentur aus? Hat sie Dir zugesichert, dass Du direkt anschließend einen größeren Auftrag bekommst, wenn Du jetzt unterschreibst - oder will sie Dich einfach nur so, ohne konkrete Auftragszusagen in ihr spezielles „Prokrustes-Bett” knüppeln?

Ein kluger Mensch hat mal gesagt: je größer die Anzahl der Reifen ist, durch die eine Agentur den Übersetzer springen lassen will, umso kleiner ist die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich ein Auftrag nachfolgt.

Das alles soll Dich nicht davon abhalten, die Wahrscheinlichkeit lukrativer Aufträge auszuschlagen. Vor allem dann nicht, wenn Du davon überzeugt bist, dass die Agentur wirklich vielversprechend ist (und nicht einfach nur viel verspricht).

Aber Du hast anscheinend ein ungutes Gefühl. Das Gefühl wird einen konkreten Grund haben (auf der Beziehungsebene). Und vielleicht solltest Du dem auf den Grund gehen.

Peter.

PS. Du schreibst öfters von Deiner Befürchtung, Rechtskosten tragen zu müssen. Das ist auch ein typisches Indiz für die Beziehungsbotschaft, die die Agentur anscheinend auf Dich übertragen hat. Natürlich solltest Du möglichst nicht mit Vertragspartnern eine Geschäftsbeziehung eingehen, deren Gehabe bei Dir die Befürchtung weckt, dass sie dich früher oder später in Rechtshändel verwickeln.

[Edited at 2006-02-08 23:42]


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RobinB  Identity Verified
Germany
Local time: 17:31
German to English
Welcher kluger Mensch? Feb 9, 2006

Peter Bouillon wrote: Ein kluger Mensch hat mal gesagt: je größer die Anzahl der Reifen ist, durch die eine Agentur den Übersetzer springen lassen will, umso kleiner ist die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich ein Auftrag nachfolgt.


Name bitte, und Beweis der "Klugheit".

TIA,
Robin


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Heike Behl, Ph.D.  Identity Verified
Local time: 09:31
Member (2003)
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+ ...
TOPIC STARTER
Vielen Dank Feb 9, 2006

für Euer Feedback. Ein paar andere Perspektiven und Meinungen sind immer gut.

Also, ich denke schon, dass ich ein wenig paranoid reagiere, aber Peter hat in jedem Fall recht, auch auf die Beziehungsebene zu schauen.
In den AGB der Agentur regeln sie ihre eigene Haftpflicht mit etlichen Einschränkungen sehr genau, das Übermittlungsrisiko wird auf den Auftraggeber übertragen und explizit Haftung auf Grund von Übertragungsproblemen etc. ausgeschlossen. Sie selbst haben es also nötig gefunden, genau die Punkte, bei denen ich Bedenken habe, in ihren Geschäftsbedingen sehr detailliert zu definieren und einzuschränken. Wenn mein Vertrag so formuliert wäre, hätte ich keinerlei Bedenken, ihn zu unterschreiben.
Meiner Meinung nach sollten sie ihren eigenen freien Mitarbeitern wenn nicht die gleichen, so wenigstens ähnliche Rechte zugestehen und mehr Verständnis zeigen, wenn man sich ähnlich wie sie absichern will.

Ich arbeite auch mit anderen Agenturen zusammen, die sehr viel Wert auf Qualität und Qualitätsprüfung legen, aber mit einem derartigen Vertrag bin ich noch nie zuvor konfrontiert worden. Also, selbst wenn die einzelnen Formulierungen dem Standard entsprechen, ein Vertrag in dieser Form ist wohl - Gott sei Dank - eher die Ausnahme.

Obwohl ich eigentlich nicht daran zweifle, dass auftrags- und zahlungsmäßig alles in Ordnung ist, bleibt eben dieses ungute Gefühl. Gut, dass ich den Luxus habe, auf derartige Verträge verzichten zu können.





[Edited at 2006-02-09 03:09]


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Peter Bouillon  Identity Verified
Germany
Local time: 17:31
Member (2005)
French to German
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Werde mal suchen Feb 9, 2006

RobinB wrote:
Name bitte, und Beweis der "Klugheit".


Ich müsste auf die Suche gehen, meine es aber sogar hier in den Foren auf ProZ gelesen zu haben (in englischer Sprache).

Wieweit dieser Spruch auf besondere „Klugheit” hinweist, liegt natürlich ein Bisschen im Auge des Betrachters. Vom Papst ist er nicht verkündet; absolut ausnahmslose Wahrheit würde ich ihm nicht zugestehen.

P.


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E.LA
Spanish to German
+ ...
ein Vergleich Feb 12, 2006

Von einer Agentur habe ich einen Vertrag zugeschickt bekommen, in denen es über mehrere Seiten zum Thema Geheimhaltungspflicht ging - mit hohen Vertragsstrafen.
Mir wurde dabei mulmig, aber ich unterschrieb.
Das alles nur, um in der Kartei aufgenommen zu werden.

Doch als dann - nach einiger Zeit - die ersten Arbeiten reinkamen, wurde mir absolut klar, warum sich die Agentur so abgesichert hat.

Die Informationen waren nicht nur brisant, sondern würden sich sehr teuer verkaufen lassen!
Also deshalb auch die hohen Vertragsstrafen.

In deinem Fall habe ich aber das Gefühl, dass du ein ungleiches Verhältnis und zu viele Risiken eingehst. Insb. bei dem Thema Übermittlungsrisiko.

Auch wenn du später in einem konkreten Fall das Recht auf deiner Seite hast, sind Rechtsstreitigkeiten absolut nervig und beschäftigen dich sehr lange, bis sie zu Ende sind.


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