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User
Thread poster: Geneviève von Levetzow
Leaders / Führer /Politische Korrektheit und die Freiheit der Übersetzer

OlafK
United Kingdom
Local time: 20:08
German
+ ...
Ich muss mich noch mal zu Wort melden Sep 18, 2002

Natürlich müssen auch Übersetzer gute Texte schreiben können, sonst müsste man ja jede Übersetzung vollkommen überarbeiten. Aber nicht jedem liegt jede Art von Text, das übersehen manche \"Allround-Talente\". Dass man für Originaltexte mehr bekommt, versteht sich eigentlich von selbst.

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John Kinory
United Kingdom
Local time: 20:08
Hebrew
+ ...
Translating is 'neutral'? Not at all. Sep 18, 2002

Quote:


On 2002-09-16 08:23, HGL wrote:

So ganz lehnst Du sie aber doch nicht ab, oder? Nazistische Schmähschriften willst Du nicht übersetzen (kommunistische, liberale, baskische, christlich-soziale schon?). Wer entscheidet, was ein Pamphlet ist? Du? Dein politischer Gegner? Die berühmte schweigende Mehrheit (davon x% für den Führer)?

Übersetzen ist eine völlig neutrale Tätigkeit und Ulrike hat Recht, wenn sie sich hier nicht vorschreiben läßt, welche belasteten oder unbelasteten Wörter sie verwendet. Über die Qualität der Übersetzung in diesem Fall lässt sich streiten, nicht über die Freiheit der Übersetzerin, so und nicht anders zu übersetzen.






Are you suggesting that translators may not decline jobs that are not to their liking? Uwe is perfectly entitled to refuse National-Socialist pamphlets, and it\'s entirely his decision; as is his choice whether to translate CSU texts etc: I do much the same (in another but similar area). It also seems to me that you are misquoting Ulrike\'s position.



Translating is not \'neutral\' in the sense that plumbers or taxi drivers are neutral (and even they are entitled to reject jobs). We deal with words: words carry meaning, and meaning can - and very often does - involve emotional aspects.



I agree with Ulrike and Uwe that literal translation of terminology is a risky business. One needs to be faithful to the sense and \'feel\' of the source, and very often that means rewriting it drastically in the target-language. Meaning resides in sentences and paragraphs etc, not in isolated words.



Words have cultural connotations, and as translators we cannot ignore them. The neutral English \'leader\' does NOT transfer neutrally into the German \'Führer\', and claiming otherwise - because one would like 20th-century history to have been different - is naive and self-deluding. As already mentioned, \'Führer\' has entered other languages and carries very specific connotations, and it\'s our job to know this. That\'s why we are professionals who use experience and expertise and charge for it, not amateurs or machines who look up each word in a dictionary and string the results together.



In this case, there are perfectly good alternatives; and they do sound better than the proposed translation we are discussing (\'es ist keine besonders idiomatische Wendung\'), and carry no negative connotations.



_________________



[ This Message was edited by: on 2002-09-18 18:28 ]


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OlafK
United Kingdom
Local time: 20:08
German
+ ...
Danke John Sep 18, 2002

Wir sind mal wieder einer Meinung.

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Geneviève von Levetzow  Identity Verified
Germany
Local time: 21:08
Member (2002)
German to French
+ ...
TOPIC STARTER
Technische Übersetzungen vs. Marketing Sep 19, 2002

« Einen Text so genau wie möglich zu übersetzen“, darunter hatte ich natürlich keine Wort-für-Wort-Übersetzung verstanden. Eine genaue Übersetzung ist sogar manchmal das Gegenteil davon, ich hatte heute wieder so einen Fall, der mich lange Recherchen gekostet hat. So genau wie möglich, bedeutet zuerst für mich, eine sehr exakte Terminologiearbeit, die ich bei technischen Texten als sehr wichtig erachte (Es fällt wohl bei Herbert unter „Zielgruppe“ ).

„Der gesamte Sinn und Stil des Ausgangstextes sollte erhalten bleiben“ (Uwe)... funktioniert dann sehr häufig mit Hilfe von Umwegen.

Und Marketingtexte sind eine ganz andere Herausforderung. Die Texter - vor allen Dingen in den deutschen Texten - bemühen sich sehr häufig um Wortspiele, arbeiten mit Bildern, die in einer anderen Sprache andere sind.

Ich muss Klaus Recht eben, „Intentionsvorlage“ ist ein wunderbares Wort



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xxxTService  Identity Verified
Germany
Local time: 21:08
English to German
Zu Herbert... ;) Sep 20, 2002

Ach, hier tat sich ja doch noch was...



Sicher wäre eine \"knackigere\" Übersetzung schon in Betracht gekommen (ich habe selbst auch eine Zeit in der Werbebranche verbracht - Radiowerbung) - aber ich habe bei diesem Kunden die Erfahrung gemacht, dass nach Abgabe der Übersetzung \"Korrekturen\" gemacht werden - in erster Linie werden Rechtschreibfehler eingebaut (neulich noch \"sassen\" statt \"saßen\") und vom Original stilistisch abweichende Übersetzungen werden wieder auf einen konservativen Wortlaut gebracht. Es ist übrigens der selbe Kunde, den ich vor ein paar Wochen \'mal erwähnte - der, der wieder Übersetzungen in alter Rechtschreibung haben möchte.

Wir haben immer wieder kritisiert - es geht meist um Hochglanzbroschüren, mit denen sündhaft teure Telekommunikationsgeräte an den Mann gebracht werden sollen - aber der Kunde bleibt bei seinem Schema; unter anderem auch bei diesem:

Erst ein Satz, der auf die absolute Einfachheit des Produktes hinweist - sofort im Anschluss dann ein kompletter Absatz mit absoluten Fachtermini, bei denen ich oft (als IT-Profi) nicht einmal weiß, was es ist. Alles ganz einfach.

Der \"Hammer\" kam dann gestern: Satz 1 (sinngemäß): \"Damit lassen sich Callcenter-Agenten überwachen - Sie können sofort personelle Konsequenzen einleiten, wenn Sie bemerken, dass sich der Agent nicht an das ihm zugewiese Arbeitsschema hält und nachlässig arbeitet.\"

Dann der nächste Satz: \"Dies führt zu persönlicherem Service und zufriedeneren Agenten.\"

Klasse, was ?

Ich wäre dann für folgende Variante: \"Dies führt zu - arbeitslos und Spaß dabei.\"



Also, so manchmal...



Jörn...


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