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DIN 2345 wird durch DIN EN 15038 ersetzt
Thread poster: Erik Hansson

Erik Hansson  Identity Verified
Germany
Member (2002)
Swedish
+ ...
Jul 29, 2006

Liebe Leute,

der Buschfunk hat es schon ein paar Monate gebracht, und jetzt ist es amtlich:

Die neue europäische DIN EN 15038 ist ab August 2006 in Kraft. Übersetzer bzw. Büros, die bisher für DIN 2345 registriert waren, können sich umschreiben lassen. Nach dem 01.01.2007 dürfen Übersetzungsaufträge gemäß DIN 2345 nicht mehr gekennzeichnet werden.

Hier gibt es mehr Informationen:

http://www.dincertco.de/de/press/details/neue_norm_fuer_uebersetzungsdienstleistungen_d.php

Wer sich hierfür interessiert: auf www.beuth.de kann die Norm erworben werden.

Viele Grüße
Erik

**********************************
Erik Hansson ( SFÖ )
Technical translator DE-SV
Hansson Übersetzungen GmbH
Website www.hansson.de
ProZ profile http://www.proz.com/pro/21654
***********************************


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Victor Dewsbery  Identity Verified
Germany
Local time: 23:17
German to English
+ ...
Nützliches Werkzeug oder bürokratische Last? Jul 29, 2006

Wer benutzt dieses System?
Ist es wirklich nützlich, oder bringt es nur eine zusätzliche bürokratische Last?
In der bisherigen Norm heißt es z.B. in Absatz 4.5.1:
"Der Übersetzer muss (!!!!) ein einheitliches Verfahren zur Dokumentation der von ihm bearbeiteten Übersetzungsaufträge einsetzen."

In der neuen Norm erweitern sich die Pflichten (laut BDÜ):
"DIN EN 15038 formuliert zusätzliche Anforderungen wie beispielsweise dokumentierte Prozesse für die Auftragsbearbeitung und die Arbeit nach dem "Vier-Augen-Prinzip": Alle Übersetzungen müssen von einem zweiten qualifizierten Übersetzer überprüft werden."

Diese Regelungen lassen sich nicht so einfach in die praktische Auftragsabwicklung integrieren. Ich vermute, dass solche Vorschriften in der Praxis schwer durchzuhalten sind, so dass man beim Dokumentationsumfang und bei der Zweitlektürepflicht, gerade bei dringenden und/oder kleinen Aufträgen, "ein Auge zudrückt". Oder man muss extra eine DIN-Ausführungskraft einstellen, sonst käme man vor lauter Dokumentiererei gar nicht mehr zum Arbeiten.

Vielleicht ist das für Büros machbar, aber für Freiberufler?
Ganz abgesehen von der "geschäftstüchtigen" Praxis, alle paar Jahre eine kostenpflichtige neue Version herauszubringen, und darin ganz beiläufig auf die unerlässliche Notwendigkeit anderer Produkte aus dem Hause Beuth hinzuweisen.

Wer kann aus der Praxis berichten?

[Edited at 2006-07-29 13:30]


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OlafK
United Kingdom
Local time: 22:17
English to German
+ ...
DIN für Übersetzungen? Jul 31, 2006

Ich wusste gar nicht, dass es so was gibt. Wie normiert man denn den Übersetzungsprozess?

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Harry Bornemann  Identity Verified
Mexico
English to German
+ ...
Werden in der DIN vielleicht auch Zuschlagsprozente erwähnt? Jul 31, 2006

Victor Dewsbery wrote:
Nützliches Werkzeug oder bürokratische Last?

Meine Kunden interessieren sich nicht die Bohne dafür - deshalb habe ich die DIN noch nicht mal gelesen, geschweige denn implementiert. (Obwohl Haus Beuth gleich nebenan ist und ich früher dort studiert habe.)

Steht da vielleicht auch drin, dass man für die Anwendung der DIN einen Zuschlag von beispielsweise 100% berechnen sollte?


[Edited at 2006-07-31 12:39]


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Victor Dewsbery  Identity Verified
Germany
Local time: 23:17
German to English
+ ...
Qualität egal, Hauptsache dokumentiert Jul 31, 2006

OlafK wrote:
Ich wusste gar nicht, dass es so was gibt. Wie normiert man denn den Übersetzungsprozess?


Das ist ja der Witz. Normiert wird der PROZESS. Nicht die Qualität oder der Inhalt.
Bei der alten Norm gibt es z.B. 25 Punkte, die für ein Dokumentationssystem vorgeschlagen werden ("Die folgenden Kategorien können für ein Dokumentationsverfahren verwendet werden"). Neben den formalen Punkten (Auftraggeber, Datum, Termin, Preis usw.) enthält die Liste auch die Punkte "Nachweis der Quellen für Fachterminologie", "Nachweis der verwendeten Unterlagen", "Nachbesserungswünsche", "Liefertermin für Nachbesserungen", "Dateiname der Übersetzung, "gewünschte Hard- oder Software", "Aufbewahrungsort und Aufbewahrungsfrist der Übersetzung". Natürlich muss man solche Punkte (bei Bedarf) bei der Bearbeitung im Blick haben. Aber nachvollziehbar für die Nachwelt dokumentieren? Da bin ich eher skeptisch.

Diese Skepsis haben auch manche Ingenieure bei der ISO-9000-Reihe. Auch dort wird vieles dokumentiert, und manche meinen, es werde nur um der Dokumentation willen dokumentiert, ohne Rücksicht auf die Qualität der tatsächlichen Arbeit und die Qualität.

Deshalb fragte ich nach Berichten aus der Praxis.
Vielleicht gibt es ja Befürworter für dieses System, dachte ich.
Das scheint aber nicht der Fall zu sein (zumindest hat sich noch keiner hier geoutet).


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tectranslate ITS GmbH
Local time: 23:17
German
+ ...
Amortisation Jul 31, 2006

Wenn es sich finanziell lohnt, wäre ich durchaus dafür, mein Unternehmen zertifizieren zu lassen.

Wenn ich aber trotz kosten- zeit- und arbeitsaufwendiger Zertifizierung immer noch Aufträge an unzertifizierte Anbieter verliere, nur weil die billiger sind, ist es für mich ein Schuss in den Ofen.

Will sagen, wenn die Zertifizierung den Markt umkrempelt und endlich mal die Spreu vom Weizen trennt, will ich gerne beweisen, dass mein Unternehmen zum Weizen gehört. Aber im Moment sieht es für mich so aus, dass die meisten Kunden extrem aufs Geld schauen und dafür gerne Übersetzungen aus Bangalore in Kauf nehmen, die weder korrekt noch stilistisch gut sind.

DIN 2345 war ein Witz, weil weder eine Überprüfung der gemachten Angaben stattfand noch besonders spezifische Regeln festgelegt waren, insbesondere in punkto Qualität. Reine Geldmacherei von Seiten Beuths, meines Erachtens. Deshalb haben wir uns nie nach DIN 2345 zertifizieren lassen.

Wir beobachten das mal und wenn sich die DIN EN 15038 bei den Kunden rumspricht und sich dadurch ein neues Qualitätsbewusstsein entwickelt, halte ich das für durchaus interessant.

Gruß
Benjamin

P.S.: Ihr fragt nach Praxiserfahrungen, aber die Norm tritt doch erst morgen in Kraft...?


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Katrin Hollberg  Identity Verified
Germany
Local time: 23:17
Japanese to German
+ ...
Ihr sprecht mir aus der Seele... Jul 31, 2006

Bei mir hat auch noch nie jemand danach gefragt. Ich hatte mich nämlich auch schon einmal mit der Frage befasst. - Als ich mal die Kosten dafür überschlagen habe (vor allem jährlich anfallende...), habe ich dieses Thema doch lieber wieder verschoben. - Und wenn ich mir so Eure Kommentare dazu durchlese, fühle ich mich wirklich bestätigt.

Grüße

Katrin


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tectranslate ITS GmbH
Local time: 23:17
German
+ ...
Perspektive Jul 31, 2006

Hinweis an die Leser dieses Threads:
Erik und ich sind Outsourcer (betreiben Agenturen), bei Euch Anderen weiß ich es nicht so genau.

Ich kann mir daher vorstellen, dass unsere jeweiligen Perspektiven bezüglich dieses Themas daher unterschiedlich zu bewerten sind.

Für einen Freelancer lohnt sich die Zertifizierung wahrscheinlich wirklich noch weniger als für eine Agentur.

Viele Grüße
Benjamin


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Katrin Hollberg  Identity Verified
Germany
Local time: 23:17
Japanese to German
+ ...
Ja, das ist relevant Aug 1, 2006

tectranslate wrote:

Für einen Freelancer lohnt sich die Zertifizierung wahrscheinlich wirklich noch weniger als für eine Agentur.



Danke für den Hinweis,
ja, das ist natürlich von großer Bedeutung!

Ich bin auf jeden Fall (noch) Freelancer, aber was ich hier jetzt schon manchmal so reinbekomme...aufgrund meiner Sprachkombinationen arbeite ich auch hier und da mit Partnern zusammen (bzw. muss auch mal was abgeben, was ich zeitlich nicht selbst bearbeiten kann), und da ist es wahrscheinlich gut, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Da ist es natürlich auch für mich interessant zu hören, welche Erfahrungen Ihr mit AGs macht und was die gängigen Prozesse sind...

Danke)


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Katrin Suchan  Identity Verified
Local time: 23:17
Member (2004)
English to German
+ ...
Registrierung ist ja kein Muss Aug 1, 2006

Hallo zusammen,

man muss sich ja nicht registrieren lassen, um nach der DIN zu arbeiten.

Da die neue DIN das Vier-Augen-Prinzip mit einbezieht, kann man mit seinen Kunden frei verhandeln, wenn z.B. bei einem Eilauftrag die Zeit dafür nicht ausreicht. "Normalerweise arbeite ich nach der DIN, aber auf Grund des Zeitmangels kann ich das in diesem speziellen Fall nicht einhalten."

Der Kunde hat dann drei Möglichkeiten: 1) auf die Einhaltung der DIN zu bestehen und woanders hinzugehen; 2) auf die Einhaltung der DIN zu verzichten; 3) einem mehr Zeit einzuräumen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Kunden die Reaktion 2) oder 3) wählten.

Was den verwaltungstechnischen Teil angeht, sollte eigentlich jeder professionelle Freiberufler feste "Routinen" in seinem Arbeitsablauf haben, und zwar von der Auftragsannahme bis zur Ablage. Wenn man diese selbst entwickelten Abläufe tagtäglich befolgt, gehen bestimmte Dinge auch einfach schneller!

Schöne Grüße,
Katrin


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Holli4002
Local time: 23:17
German to English
Vertragsfreiheit oder auch nicht Aug 7, 2006

Hallo,
ich habe die Diskussion intensiv verfolgt, da ich gerade dabei bin, zu prüfen ob sich für uns (als Agentur) diese Norm überhaupt umsetzen läßt. Ich denke auch, dass man viele Punkte erfüllen sollte, wenn man einen "ordentlichen" Betrieb hat. Vieles ist wie üblich viel Papierkram und man muss sich fragen, ob das wirklich einer Verbesserung dient.
Speziell zum letzten Beitrag von Frau Suchan möchte ich anmerken, dass wir gerade rechtlich prüfen lassen, ob eine solche Vorgehensweise haltbar ist. Das Problem ist nicht so sehr die vertragliche Basis mit dem Kunden sondern die Problemstellung, die sich dabei aus dem Wettbewerbsrecht ergiebt. Aber ich will hier der Prüfung nicht vorgreifen.
Ich denke, dass gerade der Teil mit dem Korrekturlesen dazu führen wird, dass diese Norm ins Leere läuft oder nie ordnungsgemäß angewendet wird.
Das finde ich sehr bedauerlich, denn es wäre in der Tat mal die Chance gewesen, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Falls jemand an dem Ergebnis der rechtlichen Prüfung interessiert ist, stehe ich gern zur Verfügung.

Harald Puse
transmit-Deutschland


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Swaiyam  Identity Verified
Germany
Local time: 23:17
Member (2003)
German to English
+ ...
Ergebnisse May 3, 2007

Holli4002 wrote:

Falls jemand an dem Ergebnis der rechtlichen Prüfung interessiert ist, stehe ich gern zur Verfügung.

Harald Puse
transmit-Deutschland


Hallo,

bin etwas spät dran (!), wäre aber interessiert an den Ergebnissen. Bei einem Projekt an der Uni (FASK, G'heim), versuchen wir die EN 15038 umzusetzen.

Ich selber bin für das Qualitätsmanagementsystem zuständig - falls du speziell zum QM-system etwas sagen möchtest, ist das auch sehr wilkommen.

Grüße
Anu


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xxxMoving Words  Identity Verified
Local time: 23:17
German to English
+ ...
DIN EN 15038 Jul 31, 2007

Hallo,

ich habe die Diskussion letztes Jahr verfolgt und würde mich für die Ergebnisse Ihrer Prüfung interessieren.

Danke und Grüße!
Marlene


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James O'Reilly
Germany
German to English
+ ...
Google Docs hilft weiter Aug 29, 2007

Victor Dewsbery wrote:

...
In der bisherigen Norm heißt es z.B. in Absatz 4.5.1:
"Der Übersetzer muss (!!!!) ein einheitliches Verfahren zur Dokumentation der von ihm bearbeiteten Übersetzungsaufträge einsetzen."

In der neuen Norm erweitern sich die Pflichten (laut BDÜ):
"DIN EN 15038 formuliert zusätzliche Anforderungen wie beispielsweise dokumentierte Prozesse für die Auftragsbearbeitung und die Arbeit nach dem "Vier-Augen-Prinzip": Alle Übersetzungen müssen von einem zweiten qualifizierten Übersetzer überprüft werden."


Wer kann aus der Praxis berichten?

[Edited at :30]


Versuche es mit Google Docs http://docs.google.com/

Mein Projektstatus-Protokoll ist schon ganz brauchbar:

http://docs.google.com/Doc?id=dg9xxrf5_73fz4t68

James O'Reilly e-i-consulting


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Victor Dewsbery  Identity Verified
Germany
Local time: 23:17
German to English
+ ...
Viel Aufwand Aug 29, 2007

James O'Reilly wrote:
Versuche es mit Google Docs http://docs.google.com/
Mein Projektstatus-Protokoll ist schon ganz brauchbar:
http://docs.google.com/Doc?id=dg9xxrf5_73fz4t68
James O'Reilly e-i-consulting


Machst du das für jeden Auftrag (auch den kleinsten)?

Dein Protokoll enthält 37 (siebenunddreißig!) Hyperlinks.
Einige sind zwar nur E-Mail-Adressen, aber einige sind Hinweise auf Webdefinitionen, Style Sheets, Terminologiedienste, Abkürzungsverzeichnisse (zum manuellen Ausfüllen??) usw.

Das alles führst du einzeln auf, auch noch getrennt und nachvollziehbar für jeden einzelnen Auftrag?

Aus dem Dokument geht nicht hervor, wie viele Personen an einem Auftrag beteiligt sind. Wie ist es mit dem Vier-Augen-Prinzip?
Im Feld "Teilnehmer" sind 8 Jobtitel aufgeführt. Sollten wir als Freiberufler alle 8 Rollen in Personalunion ausführen?


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