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leidiges Thema...gesetzliche vs private Rentenversicherung
Thread poster: Leena vom Hofe

Leena vom Hofe  Identity Verified
Germany
Local time: 03:35
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Aug 18, 2006

Hallo
ich hoffe, ich hätte jetzt nicht einen alten Thread wieder aufwärmen müssen...
mir ist nur aufgefallen, dass da nicht mehr viel drauf geantwortet wird, wenn man das macht...deshalb so:

ich war heute bei meinem Steuerberater, wg. Rentenversicherungen, nachdem mir ein Banker (für Versicherungen zuständig) die "Rürup-Rente" empfohlen hat (wg. der steuerlichen Vorteile).

Mein Steuerberater riet mir (da ich erst am Anfang meiner beruflichen Laufbahn und Freiberuflichkeit stehe, und die abzuschließende RV meine erste sein soll) zu einer freiwilligen Zahlung in die gesetzliche RV. Seine Argumente:
die staatliche Rente sei immer noch die sicherste (der Staat habe schließlich - auch wenn es manchmal nicht so scheint- immer ein Interesse die Menschen "stillzuhalten" und wenn nicht gezahlt wird, könnte es auch von alten Leuten eine "Revolte" geben. Die Leute hätten nach dem Krieg ja trotz leerer Kassen auch was -wenn auch wenig- bekommen.)
Stecke ich meinen kleinen möglichen Monatlichen Beitrag in eine private RV bin ich immer von der privatwirtschaftlichen Lage abhängig. Seine Empfehlung: "1. Schaffen Sie eine sichere Basis (gesetzlich)
2. Schließen Sie zusätzliche eine private RV ab, wenn mehr Geld da ist.
3. Sparen Sie den Rest auf "konventionelle" Weise...

Was meint Ihr dazu? Habe jetzt so viele Meinungen gehört. "Rürup" hört sich ganz gut an, wegen der Steuervorteile...(hätte man bei der gesetzlichen auch), ich würde die Beiträge aufteilen, 50% Rürup, 50% konventionelle private RV.

Oder könnte das mit der Gesetzlichen eine günstige Alternative (trotz der schlechten Wirtschaftslage und der problematischen Bevölkerungsentwicklung etc) sein?

(ist mal eine Meinung, die einem ziemlich selten über den Weg läuft, oder?)
Ich bin gespannt auf Eure Meinungen!
Viele Grüße
Leena


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RobinB  Identity Verified
Germany
Local time: 03:35
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Zweite Meinung unbedingt einholen Aug 18, 2006

Leena,

Menschen, die heute damit beginnen, Beiträge zur deutschen gesetztlichen RV einzuzahlen, werden voraussichtlich weniger "am anderen Ende" bekommen, als sie eingezahlt haben (BVG-Rechtsprechung hin oder her).

Ich würde ganz *persönlich* dringend davon abraten, auch nur freiwillig in die gesetzliche RV einzuzahlen - egal, wie gut oder schlecht die Finanzmärkte abschneiden, besteht bei der privaten RV immer eine gesetzliche Mindestverzinsung, um eine Kapitalbasis aufzubauen.

die staatliche Rente sei immer noch die sicherste (der Staat habe schließlich - auch wenn es manchmal nicht so scheint- immer ein Interesse die Menschen "stillzuhalten" und wenn nicht gezahlt wird, könnte es auch von alten Leuten eine "Revolte" geben.


Das würde ich als eine nicht durchdachte Mischung aus Wunschdenken und Staatsgläubigkeit bezeichnen. Das staatliche Umlageverfahren hängt ausschließlich von den laufenden Beiträgen sowie dem Steueraufkommen ab, d.h. weniger Beitragszahler (die es künftig zweifellos geben werden) und ein evtl. niedrigeres Steueraufkommen bedeuten, dass Abschnitte wahrscheinlich sind.

Die Leute hätten nach dem Krieg ja trotz leerer Kassen auch was -wenn auch wenig- bekommen.)


Nur deswegen, dass die RV-Beiträge der damals arbeitenden Menschen sofort wieder als Renten ausgezahlt wurden. Heute hört man oft von Rentnern (auch von mir persönlich bekannten Rentnern) in Deutschland: "Ich habe jahrzentelang eingezahlt, jetzt wollen die mir die Rente kürzen". Leider habe sie das System falsch verstanden: Die Rentenbeiträge werden nicht zur Kapitaldeckung benutzt, sondern sofort wieder verteilt. So isses, das Umlageverfahren.

Auch deshalb solltest du unbedingt eine zweite professionelle Meinung einholen, z.B. von einem *echt* völlig unabhängigen Vorsorgeberater.

Robin


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Leena vom Hofe  Identity Verified
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TOPIC STARTER
habe ich schon.. Aug 18, 2006

Hallo Robin,
danke für die Antwort, mit der ich natürlich gerechnet habe (vielleicht kommen ja noch mehr...) ...

Ich war bereits bei einem Vorsorgeberater (der natürlich auch wiederum Versicherungen verkauft) also einem unabhängigen Makler, bei meiner Bank und einer Maklerin meiner privaten KV. (Habe also drei Angebote eingeholt), nur hat mir bis heute keiner zur "Rürup-Rente" geraten (außer eben der heute bei der Bank).
Da diese steuerliche Vorteile hat, ging ich mit dem Angebot zu meinem Steuerberater, der mir wie oben beschreiben dann zur gesetzlichen RV riet.

Was haltet Ihr denn von der Rürup-Rente? Steuerberater sacht: das würd sich schon lohnen. Blöd ist nur, wenn ich sterbe bekommt mein Göttergatte keinen Pfennig...

Gruß
Leena


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RobinB  Identity Verified
Germany
Local time: 03:35
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nicht vererbbar Aug 18, 2006

Leena vom Hofe wrote:
...
Was haltet Ihr denn von der Rürup-Rente? Steuerberater sacht: das würd sich schon lohnen. Blöd ist nur, wenn ich sterbe bekommt mein Göttergatte keinen Pfennig...


Richtig, die "Rürup-Rente" ist nicht vererbbar, würde ich (aber auch nicht nur deshalb) nicht "kaufen". Mit dieser Rente sieht es auch ziemlich blöd aus, wenn du irgendwann ins Ausland ziehst.

Es ist aber tatsächlich der Fall, dass die private RV in Deutschland ziemlich unterentwickelt ggü. anderen Ländern aussieht. Das ist aber kein Grund, sich für die gesetzliche RV zu entscheiden, was auf alle Fälle ein Minus-Geschäft darstellen würde.

Empfehlenswert wäre eine flexible private RV, in der du die Beiträge flexibel - und ohne zusätzliche Kosten - gestalten könntest. d.h. anfangs niedriger, später (hoffentlich!) mehr. Unbedingt notwendig: Nur bei einem ganz grossen Anbieter!

Robin

[Edited at 2006-08-18 13:40]


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Ralf Lemster  Identity Verified
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Basisrente ("Rürup") und Ehepartner Aug 18, 2006

Hallo Leena,

Was haltet Ihr denn von der Rürup-Rente? Steuerberater sacht: das würd sich schon lohnen. Blöd ist nur, wenn ich sterbe bekommt mein Göttergatte keinen Pfennig...

Das ist so nicht unbedingt richtig. Der Ehepartner kann durchaus Bezugsberechtigter sein, auch bei "Rürup".

Was die freiwillige Einzahlung in die gesetzliche RV anbelangt, kann ich Robin nur zustimmen.

Gruß Ralf


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Sonja Tomaskovic  Identity Verified
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Local time: 03:35
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Gesetzliche RV Aug 18, 2006


Mein Steuerberater riet mir (da ich erst am Anfang meiner beruflichen Laufbahn und Freiberuflichkeit stehe, und die abzuschließende RV meine erste sein soll) zu einer freiwilligen Zahlung in die gesetzliche RV. Seine Argumente:
die staatliche Rente sei immer noch die sicherste (der Staat habe schließlich - auch wenn es manchmal nicht so scheint- immer ein Interesse die Menschen "stillzuhalten" und wenn nicht gezahlt wird, könnte es auch von alten Leuten eine "Revolte" geben. Die Leute hätten nach dem Krieg ja trotz leerer Kassen auch was -wenn auch wenig- bekommen.)


Ich würde sagen, dein Steuerberater ist hoffnungsloser Optimist, bei dem alle Logik flöten gegangen ist. Ich zumindest kann diese Einschätzung nicht verstehen und auch nicht teilen.

Sonja


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RWSTranslation
Germany
Local time: 03:35
Member (2007)
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Nur eines ist bei der gesetzlichen Rente sicher ... Aug 18, 2006

Hallo,

... sie rechnet sich schlecht.
Es gibt nur wenige Ausnahmen:
Wenn man einige "Ausfallszeiten" (Kinder, Arbeitlosigkeit, ...) hat, die der Staat fördert und man ohne eine eigene Beitragszahlung nicht die Mindestanforderungen für den Erhalt einer gesetzlichen Rente erfüllen würde.

Anonsten sind andere Anlagen in der Regel immer aussichtsreicher.

Relativ kompetente und unabhängige Infos gibts übrigens über die Zeitschrift finanztest.

Viele Grüße

Hans


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erika rubinstein  Identity Verified
Local time: 03:35
Member (2011)
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Ich zahle gar nichts in die Rentenkasse ein, Aug 18, 2006

weil man nicht weiß, was in 20-30 Jahren das wert sein wird. Weder in die staatliche (das heisst glaube ich Riester-Rente), noch in eine private. Besser jetzt das geld investieren: In Immobilien zum Beispiel.

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