Glanz und Elend der Übersetzung
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Williamson  Identity Verified
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Dec 6, 2006

Beim suchen nach den Uebersetzungen von "Miseria y esplendor de la traducción" (Glanz und Elend der Uebersetzung) gefunden.
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Ortega y Gasset (1883 - 1955): Spanischer Philosoph
1910 - 1936 Lehrstuhl für Metaphysik an der Universität Madrid
1923 - erstes philosophisches Buch El tema de nuestro tiempo
Ortegas Philosophie wird als "raciovitalismo" bezeichnet
1929 - La rebelión de las masas: (Der Aufstand der Massen) der Verfall der Gesellschaft durch Fehlen einer fähigen Elite und Missachtung der sittlichen Normen. Ihm stellt Ortega y Gasset den elitären Willen zur Schaffung und Gestaltung eines vereinten Europas entgegen.



I. Das Elend der Übersetzung, da alles menschliche Tun Utopisch ist,

a) so auch die Übersetzung,
- Schriften der Wissenschaft eher übertragbar, da eine Terminologie eine Pseudosprache ist, in die der Schriftsteller selbst seine Gedanken überträgt
- Schriftsteller: Akt der dauernden Rebellion gegen seine Umwelt => soll der Übersetzer rebellisch sein? => Schriftsteller ins Gefängnis der genormten Zielsprache sperren
- Schafft es der Autor die Muttersprache in vollendetem Takt zu gebrauchen => 1: Verständlichkeit; aber dennoch 2: vom Sprachgebrauch etwas abweichend
- jede Sprache hat eigenen Stil (Verweis auf Humboldt: 'innere Form') => bei der Übersetzung ist Inkongruenz natürlich => nicht nur Wirklichkeit inkongruent, sondern auch gefühlsmäßige Resonanzen und Spiegelungen

b) ja sogar die Verständigung durch das Sagen in der Muttersprache.
- Sprache leistet nicht, sagen zu können, was man denkt. Sich durch Sprechen verständigen zu können ist ein verwurzeltes Vorurteil
- Denken ist ein sich selbst missverstehen, da Denken der Sprache zugeordnet, ein Mit-sich-selbst-sprechen ist
- Sprechen als Verzicht auf Sagen, ein Schweigen und Verschweigen à die Sprache besteht auf Stillschweigen
- ein Wesen, das nicht fähig ist auf verbale Äusserungen zu verzichten, ist unfähig zu sprechen
- ungeheure Schwierigkeit des Übersetzens: in einer Zielsprache zu sagen, was die Ausgangssprache zu verschweigen pflegt

II. Möglicher Glanz der Übersetzung durch das Erkennen der Utopie.

- falscher Utopismus: zu glauben, was der Mensch erstrebt, ist möglich => schlechter Utopist beginnt einfach mit Übersetzungsarbeit
- schlechter und guter Utopist halten es für wünschenswert, die natürliche Wirklichkeit zu korrigieren => nur mit dem beschäftigen was möglich ist => Beschränkung
- guter Utopist erkennt die Unmöglichkeit und versucht sich anzunähern => immer neue Verbesserung vonnöten => Fortschritt
- im Bemühen erreicht der Mensch vieles => dies schafft dem Universum Erweiterungen => hier kann es zum Glanz der Übersetzung kommen
- Übersetzung als herrliche Unternehmung => Offenbarung der Geheimnisse zwischen Völkern und Zeiten => kühne Vereinigung der Menschheit

III. Ein Linguist bildet aus dem Dialog die Synthese.

- Menschheit als Erbe tradierter Sprachcodes
- wir sagen mit dem Sagen unserer Sprache, was wir sagen wollen => vom Sagen im Ernst, zum Sagen im Scherz; (Bsp.: Das Aufgehen der Sonne)
- Erscheinungen der Welt werden in eine Ordnung gebracht => Zuordnung von Lautzeichen => verschiedene Sprachen
- Sprache trennt uns durch den ungleichen seelischen Blick und durch widersprechende Philosophien => Sprachen sind ein Anachronismus
- Übersetzung schwierig, unwahrscheinlich; jedoch von grosser Bedeutung
=> Verweis auf Schleiermacher 1. Methode (Autor zum Leser): irrelevant - hier entstanden unzureichende Übersetzungen 2. Methode (Leser zum Autor): als einzige akzeptabel
- Übersetzung nicht in der literarischen Gattung des Originals
- Übersetzung ist ein Weg zu dem Originalwerk
- verschiedene Übersetzungen von demselben Text sind notwendig (Äquivalenzorientierung)
- Beispiel Plato => dreiviertel der philosophischen Gedanken gehen in den Übersetzungen verloren => Schleiermacherübersetzung als einzig gültige erwähnt
- Übersetzung lediglich als beschwerliches Hilfsmittel
- beim Übersetzen aus der eigenen Sprache (aus der Muttersprache) in eine andere (Zielsprache) hineingehen


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Erik Hansson  Identity Verified
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Und was schließen wir daraus? Dec 6, 2006

Und was schließen wir daraus?
Erik


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Glanz und Elend der Übersetzung

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