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Wie war 2006? Wie wird 2007?
Thread poster: Richard Schneider

Richard Schneider  Identity Verified
Germany
Local time: 05:45
Member (2007)
English to German
+ ...
Dec 21, 2006

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie war das zu Ende gehende Jahr für die Übersetzungsbranche? Welche Erfahrungen habt ihr selbst gemacht, was im Kollegenkreis beobachtet? Und wie geht es 2007 weiter?

Die aktuellen Marktanalysen von Common Sense Advisory (www.commonsenseadvisory.com/news/global_watchtower.php) und EUTAC (www.euatc.org/conferences/index.html) sind mir bekannt. Aber welche Erfahrungen habt ihr persönlich gemacht?

Mein eigenes Fazit, bezogen auf den deutschen Direktkundenmarkt: Wie schon seit Jahren immer noch stagnierende Preise, aber steigende Umsätze. (Nachdem 2000 bis 2004 eine deutliche Zurückhaltung zu spüren war.)

Anders ausgedrückt: Der Übersetzungsmarkt entwickelt sich vermutlich annähernd parallel zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung.

Im Gegensaz zu anderen Branchen ist das Volumen aber nie zurückgegangen, sondern nur mal schneller, mal langsamer angestiegen.

Grüße
Richard


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Ruxi
German to Romanian
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Antworten Dec 21, 2006

Über Preise kann ich nichts sagen, da es eine persönliche Vorstellung ist.
Leider müßen sich auch die Übersetzungen an der Welt orientieren, ob Preise, oder Jobs und es ist zur Zeit niergends so rosig und in keinem Bereich.
Betreffend Volumen: es kommt drauf an für welche Sprachen.
Dieses Bereich ist noch immer an alte Grenzen geblieben, nämlich an ein paar Sprachen.
Es kann sein dass für Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, sogar Russisch viel Arbeit ist und gute Preise, aber die Welt hat inzwischen andere Grenzen: Ost-Europa, China, Indien usw.
Wo bleibt die Arbeit für diese Gebiete, wo die Unternehmer?
Ich kann nur hoffen dass es besser sein wird.


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Yolande Haneder  Identity Verified
Local time: 05:45
German to French
+ ...
Änderungen? Dec 21, 2006

Ich denke es gibt ein leichtes Wechsel in der Übersetzungsbranche: die Kunden laufen nicht immer sofort über die Grenze weil es ein paar Cent billiger ist. Einige Büros aus Russland, Polen oder die tschechische Republik gleichen ihren Preisen an Westeuropa. Das Billigsegment verschiebt sich nach Rumänien, einige Büros aus Indien bearbeiten den deutschen Markt (ich habe vor einigen Monate ein Mail von einem indischen Büro, das stolz verkündete, dass sie ein Zweigstelle in Deutschland öffnen - indischen Preis auf dem deutschen Markt.
Die Kunden, die nicht bereits ihren Aufträge verlagert haben, verlangen zunehmend Qualität auf Punkt un Beistrich auch wenn sie nicht für Korrekturlesen bezahlen möchten. In Österreich spüre ich nicht den Druck von Billigstanbieter wie Firmen aus Indien. Einige tschechische Firmen fragen nach Österreich (wo es bedeutend teuerer ist) nach Angebote.

Ich denke der Markt ist zweigeteilt, daher meine Meinungen:

-Der Billigsegment erhält mehr Druck nach unten, schieben dieses Druck zu den Übersetzer.
-Die Büros von Länder an der Grenze von Österreich und Deutschland gleichen ihren Preise nach oben aus.
-Die Büros, die auf Qualität achten, werden noch genauer bei den Auswahl von Übersetzer sein - denn wenn sie teuerer sind, werden ihnen Fehler nicht so schnell verziehen - daher mehr druck auf den Übersetzer, dass alles passt und genauere Analyse und Vorbereitung von Texte.


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Astrid Elke Witte  Identity Verified
Germany
Local time: 05:45
Member (2002)
German to English
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Meine Umsätze sind auch in 2006 stark gestiegen Dec 21, 2006

Ich bin nicht sicher, ob das mit dem allgemeinen Wirtschaftstrend zu tun hat, aber es kann sein. Die Arbeit ist meistens von denselben Kunden gekommen als im Jahre 2005, und ich habe bemerkt, daß die Kundenfirmen momentan wachsen.

Was Preise betrifft, dieselben Kunden sind noch viel kostenbewußter geworden, setzen mich ständig unter Preisdruck, zählen die Wörter genau und bestreiten jedes Wort, das von ihnen als unnötig betrachtet wird - auch wenn es nur ein Wort aus 10.000 ist, und wenn es da ist, weil es doch eine Funktion hat. Im 2006 waren wie nie zuvor insbesondere zusätzliche Kosten bestritten - die wenigen Kosten, die man z.B. für einen ganzen Tag Konvertierungs- und Formatierungsarbeit (Neuschreiben des Textes, usw.) im Falle eines schlechten .pdfs verrechnet, oder die wenigen Kosten, die man für aufwendige Rekonstruktion von beschrifteten Bildern mit Beschriftungen in der Zielsprache verrechnet. Aus diesem Grund muß ich im Jahr 2007 die Formalitäten und Formulare in bezug auf die Aufträge stark erhöhen.

Kollegenpreise, wenn man eine Übersetzung in einem anderen Sprachpaar verteilen muß, sind im Jahr 2006 stark gestiegen, während gleichzeitig die Preise zum Endkunden von den Endkunden niedergedruckt worden sind.

Astrid

[Edited at 2006-12-21 19:53]


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Textklick  Identity Verified
Local time: 04:45
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Geiz war geil? Dec 22, 2006

2006 war gut, 2007 wird noch besser.

Nach meiner Erfahrung kann man als Freiberufler Umsatztendenzen weder branchenmässig noch zeitlich messen. Dafür sprechen Logik und auch die verschiedenste Erfahrungen von Kollegen. Davon abgesehen nimmt es zu viel wertvolle Zeit in Anspruch.

Ein interessanter Vergleich: was Deutschland anbelangt, kann es niemand genau sagen inwiefern sich das deutsche Schnäppchen-Konzept auf die Denke der Hersteller/Dienstleister im allgemeinen - noch spezifisch auf unsere Branche - übertragen liess, denn es spielen logischerweise zu viele andere Faktoren eine Rolle im gesamtwirtschaftlichen Geschehen mit.

Darüber lässt sich allerdings gut raten.

Im Einzelhandel lässt sich aber angeblich eine positive Tendenz verzeichnen: http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/maerkte/:Aldi,-Lidl-Co.--Geiz/576916.html , http://www.welt.de/data/2005/11/01/797094.html .

Positive Nachricht? Wenigstens interessant.

Die detaillierte und branchenspezifischere Ausführungen von Yolande finde ich auch recht interessant.

Ich habe immer angenommen und sogar z.T. erfahren dass die Nachfrage (pauschal, natürlich) in unserer Branche weitaus das Angebot übertrifft, oder liege ich völlständig daneben und betrifft das nur DE>EN?

Den grossen LSPs geht es anscheinend nicht schlecht, wobei es sich ja hier auch um etliche Sprachrichtungen handelt - z.B. http://www.sdl.com/company/press-releases-sdl/press-release-sdl.htm?id=113. Klar, hier heisst es zwar: "The prime drivers for increased profitability being due to technology licence sales and the use of in house technology to enhance service profit levels." - aber auch: "Managing global content is becoming increasingly important to large businesses as they recognise the role it plays in accelerating time-to-market for their products and services..." (merke: SDL hat bisher immer wesentlich mehr an Übersetzung/Lokalisierung als an Software-Produktverkäufe verdient).

Richard schrieb: Wie schon seit Jahren immer noch stagnierende Preise, aber steigende Umsätze.


Tja - grösserer Kundenkreis oder mehr Volumen?

Nachfrage bestimmt den Preis. MbMn sollten wir uns alle dementspechend in der preislichen Gestaltung verhalten. Food for thought? Was meint Ihr dazu?

Bei der preislichen Argumentation mit Direktkunden habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine gewisse Frage nicht nur gerechfertigt ist, sondern auch positive Folgen haben kann. Diese lautet: "Sie sind doch letztlich auch kein Billiganbieter, oder?"

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen:

A happy and prosperous 2007!

Chris

P.S. Ich bitte um Verständnis für etwaige Interpunktionsfehler usw. Much as I love your language, it is not mine, but rather the beautiful tempera with which I must attempt to lovingly perform my brush strokes.

[Edited at 2006-12-22 12:08]


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