Honorarberechnung
Thread poster: Latenta
Latenta
Germany
Local time: 13:01
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Mar 7, 2007

Hallo!
Ich bekomme evtl. einen Auftrag und muss einen Kostenvoranschlag machen.
Ich habe bis jetzt immer für Agenturen gearbeitet, bin noch nicht sooo lange dabei und bin etwas unsicher, ob es OK ist.
Eckdaten zum Text:
Sprachen: Deutsch-Russisch, Thema: Finanzen, Kunde: Behörde.
ca. 1.700 Normzeilen, 0,80 EUR pro Zeile ergibt 1.360 EUR.
Mein Pauschalangebot hierfür wäre 1.200 EUR, entspricht einem Zeilenpreis von ca. 0,70 EUR.
Ist es zu viel / wenig? Ich will den Auftrag unbedingt bekommen!
Was sagt ihr dazu?
Danke im Voraus!
Latenta


[Bearbeitet am 2007-03-07 16:25]

[Bearbeitet am 2007-03-07 16:26]


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Stephanie Wloch  Identity Verified
Germany
Local time: 13:01
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Preislicher Rahmen Mar 7, 2007

Hallo Latenta,
wir werden bestimmt gleich ins deutsche Forum verschoben. Irgendwelche Preise absprechen ist - glaube ich auch eher - verboten hier bei Proz. Habe das nicht so verfolgt in letzter Zeit.

Aber man kann sicherlich einen Rahmen abstecken. Von Kollegen, die sich im Finanzbereich tummeln, habe ich gehört, dass es ein sehr gefragtes Fachgebiet ist und durchweg höhere Tarife gefordert werden können. Im deutschsprachigen Raum zumindest. Für eine Behörde würde ich persönlich keinen Mengenrabatt geben. Bleib doch bei dem höchsten Preis, der dir vorschwebt. Betone, welchen Gewinn Sie haben. Du kannst zum Beispiel schreiben:
„Preis inklusive Qualitätskontrolle, konsistente Terminologie usw. Gute Erreichbarkeit für Sie. Kulturunterschiede, Besonderheiten werden extra erklärt für Sie.“
Qualität hat ihren Preis. Das haben wir schon immer (latent) geahnt.;-)
Viel Erfolg!
Gruß – Steffi


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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
Local time: 13:01
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Danke, Steffi Mar 7, 2007

Tuliparola wrote:

Hallo Latenta,
wir werden bestimmt gleich ins deutsche Forum verschoben.

So ist es.


Latenta, wir haben für Diskussionen in deutscher Sprache ein separates deutsches Forum. Ich schieb' den Thread gleich dorthin.

Irgendwelche Preise absprechen ist - glaube ich auch eher - verboten hier bei Proz. Habe das nicht so verfolgt in letzter Zeit.

Die Diskussion eines Preisniveaus stellt aus meiner Sicht keine verbotene Preisabsprache dar.

Ich würde mir allerdings selbst die Frage stellen, inwieweit ich mich mit einer solchen Thematik in ein öffentliches Forum stelle. Aus Sicht des Kunden sicher interessant, wenn er die Kalkulation (und vor allem die Kalkulationsbasis...) seiner Dienstleisterin vor Auftragsvergabe kennt.

Gruß Ralf


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Leyal  Identity Verified
Local time: 13:01
German to Turkish
+ ...
Alles hat seinen Preis - auch gute Übersetzungen... Mar 7, 2007

Hallo Latenta,

vor einiger Zeit benötigte ich – privat – eine Übersetzung ins Russische. Es handelte sich damals übrigens um Auszüge aus dem Familienregister. Also nichts wirklich Aufwendiges... Und na ja, wenn ich jetzt deinen Preis mit den Angeboten von damals vergleiche, so scheint er mir für deutsche Verhältnisse doch recht niedrig...
Ich kann zwar verstehen, dass du den Auftrag "unbedingt" bekommen möchtest, aber dennoch solltest du dich nicht unter Preis verkaufen. Zumal es ein viel schöneres Gefühl ist, wenn die erbrachte Leistung "angemessen" honoriert wird...
Aber na ja, da ich dir nicht in deine Preisgestaltung reinreden will, würde ich dir einfach raten, dir mal ein paar Websites anzuschauen. Was berechnen die Anderen? Wie ist der Mittelwert?

LG
Nuray


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Richard Schneider  Identity Verified
Germany
Local time: 13:01
Member (2007)
English to German
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Zu billig Mar 7, 2007

Hallo Latenta,

du bietest dich zu billig an.

Zum Vergleich: Wir hätten deinem Kunden folgendes Angebot unterbreitet:

1.700 Zeilen + 15 Prozent (Expansionsfaktor de > ru) = 1.955 Zeilen im russischen Zieltext.

1.955 Zeilen x 1,40 Euro = 2.737 Euro.

Unserem freien Mitarbeiter für Russisch würden wir 0,90 Euro pro Zeile zahlen, also insgesamt 1.759,50 Euro.

Warum manche Übersetzer Mengenrabatte einräumen, ist mir rätselhaft. Denn jede einzelne Zeile muss "von Hand" übersetzt (und damit auch bezahlt) werden.

Große Projekte sind nicht besonders einfach, sondern besonders schwierig, so dass eigentlich sogar ein Zuschlag gerechtfertigt wäre. (Wobei 1.700 Zeilen aber sicher kein "Großprojekt" sind.)

Grüße
Richard

(der bei Preisen gerne Tacheles redet - im Gegensatz zur Mehrzahl seiner in dieser Hinsicht durch und durch neurotischen und verklemmten Kollegen)


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Leyal  Identity Verified
Local time: 13:01
German to Turkish
+ ...
Zeitaufwand berücksichtigen... Mar 7, 2007

PS: Manchmal ist es besser, sich nicht nur auf den Betrag, der am Monatende auf dem Konto landen wird, zu konzentrieren, sondern auch den Arbeitsaufwand zu beachten...

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Wenjer Leuschel  Identity Verified
Taiwan
Local time: 19:01
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+ ...
Mengenrabatte Mar 8, 2007

Richard Schneider wrote:

Warum manche Übersetzer Mengenrabatte einräumen, ist mir rätselhaft. Denn jede einzelne Zeile muss "von Hand" übersetzt (und damit auch bezahlt) werden.

Große Projekte sind nicht besonders einfach, sondern besonders schwierig, so dass eigentlich sogar ein Zuschlag gerechtfertigt wäre. (Wobei 1.700 Zeilen aber sicher kein "Großprojekt" sind.)


Über Mengenrabatte hat der Kollege Per N. Döhler einmal ganz schön geäußert:

http://www.accurapid.com/journal/23prof.htm


Translation

*Translation is not a commodity.
 (Translators are usually not freely interchangeable.)
*Translation is a potentially scarce item.
 (Neither the number of its producers nor their output can
  be increased at will.)
*Translation is not scalable.
 (Volume discounts in translation don't make sense.)


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Stephanie Wloch  Identity Verified
Germany
Local time: 13:01
Member (2003)
Dutch to German
Preise individuell vereinbaren ist nicht neurotisch Mar 8, 2007

Latenta, lass dich jetzt bitte nicht verunsichern. Ein Kostenvoranschlag braucht manchmal eben mehr Zeit als man denkt. Nur du alleine kannst alle Pro und Contras abwägen. Aber je mehr du weißt, um so besser.

Richard hat allerdings gut reden, weil er schon am Markt etabliert ist. Pauschale Vergleiche helfen da wenig.
Richard Schneider wrote:
(der bei Preisen gerne Tacheles redet - im Gegensatz zur Mehrzahl seiner in dieser Hinsicht durch und durch neurotischen und verklemmten Kollegen)

Was soll das denn jetzt sein?
Die Zeiten der Einheitspreise sind wohl vorbei.
Es zeugt von Professionalität Preise MIT den Kunden individuell zu vereinbaren.
Was ist denn daran verklemmt, dass man seine Preise nicht herausposaunt?
Kopfschüttelnde Grüße
Steffi


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Katrin Hollberg  Identity Verified
Germany
Local time: 13:01
Japanese to German
+ ...
Ganz einer Meinung mit Steffi! Mar 8, 2007

In Deinem Fall die Tendenz eher höher, weil Du es...

a) mit einem Direktkunden zu tun hast.
b) es sich ja um einen fachspezifischen Text handelt.

Das sind für mich die wichtigsten Argumente neben vielen anderen, die ich für Dich aber nicht anführen kann, da ich Deinen Hintergrund nicht kenne.

Ansonsten kann ich mich da Steffi nur anschließen:
Bei Kostenvoranschlägen (noch dazu wenn man beginnt, mit einem neuen Kundensegment zu verhandeln) sollte man sich genügend Zeit nehmen zu überlegen, wie man sich künftig positionieren möchte, bzw. dies zu seinen bisherigen Projekten abzugleichen.

Ich dachte zu Beginn meiner Arbeit auch, ich kann keine 0,15 €/Wort oder gar mehr verlangen. Mittlerweile sehe ich, dass das in einigen Bereichen/bei bestimmten Kunden sehr wohl ganz normal bis selbstverständlich ist. Dementsprechend gering ist dann auch meine Bereitschaft, mich noch anderweitig unter Wert zu verkaufen. Ich denke, das ist eine völlig normale Entwicklung, die man als Übersetzer durchläuft. -- Am besten ist natürlich, wenn man mit dem Kunden so verhandeln kann, dass gegenseitige Vorstellungen erfüllt werden (idealtypisch!).

In Deinem Fall verstehe ich allerdings nicht, warum Du ungefragt eine Pauschale anbieten möchtest...(etwa nur um einen Dumping-Preis anzubieten o. einen Neukunden zu gewinnen? - Davon rate ich Dir ab.)

Viel wichtiger sollte für Deine Berechnung und Entscheidung, ob Du einen Auftrag annimmst o. nicht, wirklich der geschätzte Zeitaufwand in Relation zu Deiner Vergütung sein, s. Nurays Kommentar. Da kann man dann durchaus für den Kunden auch wieder günstiger werden, sobald man für sich entscheidet, dass der eigene Aufwand nicht so groß ist.
Wie Steffi schon sagt: Alles ganz individuell.

)
Viel Erfolg!



[Bearbeitet am 2007-03-08 09:53]


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Steffen Walter  Identity Verified
Germany
Local time: 13:01
Member (2002)
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+ ...
Nicht manchmal, sondern IMMER ... Mar 8, 2007

Nuray Şark wrote:
PS: Manchmal ist es besser, sich nicht nur auf den Betrag, der am Monatende auf dem Konto landen wird, zu konzentrieren, sondern auch den Arbeitsaufwand zu beachten...


... sollte das die Grundlage der Betrachtung sein. Schließlich kommt es letztendlich nicht auf die Absolutbeträge (also die auf dem Konto landenden Überweisungen) an, sondern darauf, welchen Erlös man pro Stunde bzw. pro Arbeitstag (und damit hochgerechnet pro Monat) erwirtschaften kann und ob dieser Betrag für den jeweils gewünschten Lebensstandard ausreicht.

Steffen


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erika rubinstein  Identity Verified
Local time: 13:01
Member (2011)
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+ ...
Hallo Latenta, Mar 8, 2007

da ich auch in deiner Sprachkombination arbeite, kenne ich mich mit den Marktpreisen aus.
Erstens, es gibt zwar Mengenrabatte, aber nicht bei dieser Menge. Das ist nicht wirklich viel.
Zweitens, zwar kann man bei Direktkunden prinzipiell mehr verlangen, aber nicht unbedingt bei Behörden. Die sind meistens arm, oder haben feste Budgets für solche Projekte, die nicht variabel sind. Es kommt darauf an, welche Behörde das ist. Bei einigen kann man mehr, bei anderen weniger verlangen. Du kannst ein bißchen höher gehen, etwa 0,90 € die Zeile im Zieltext. Und dann auch nach Zeilen berechnen. Nicht pauschal. Bei Kostenvoranschlag schreib ca. Der russische Text ergibt etwa + 10 %, nicht mehr.
Grüße
Erika


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Latenta
Germany
Local time: 13:01
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TOPIC STARTER
Danke! Mar 8, 2007

Danke, Leute, für alle Antworten!
Vielleicht kommt es für manche von euch komisch vor, dass ich so etwas in einem öffentlichen Forum bespreche, doch ich bin nicht seit Jahrzehnten in diesem Geschäft und bin auch leider nicht allwissend auf die Welt gekommen. Es ist sehr schwer sich richtig einzuschätzen. Ich will mich weder unter Wert verkaufen noch Dumpingpreise anbieten. Das mit Rabatt war ja auch nur eine Idee.
Deshalb danke ich allen, die Klartext gesprochen haben.
Latenta


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