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Hausarbeit über Anglizismen in der deutschen Sprache
Thread poster: Nadine Kahn

Nadine Kahn  Identity Verified
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Jun 8, 2007

Hoffe, dass ihr den Artikel noch nicht kennt.

http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/bwc/17249.html


Ich frag mich, ob Anglizismen in der Werbebranche wirklich gerechtfertigt sind und ob Firmen mit diesen mehr Gewinn erzielen, als mit den guten alten deutschen Ausdrücken.

MfG


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Nicole Schnell  Identity Verified
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Ähem. Jun 9, 2007

"3.1 The statistical population

The questionaire was arranged anonymously with 51 people"

Hahahaha!

Du meinst das nicht ernst, nicht wahr?

Liebe Grüße,

Nicole


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Aniello Scognamiglio  Identity Verified
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with 51 people? Jun 9, 2007

Gut, dass ich nicht auf die Download-Schaltfläche geklickt habe.

Da fällt mir gerade eine zusätzliche potentielle Einnahmequelle ein: Meine Diplomarbeit "Die italienische Fußballberichterstattung in den italienischen Medien: Eine inhaltliche und sprachliche Analyse". Danke für die gute Idee!


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Wenjer Leuschel  Identity Verified
Taiwan
Local time: 18:52
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Stichprobenproblem? Jun 9, 2007

Was kann man aus Antworten von 51 Leuten aufschließen? Irgendwie haben wir hier das Stichprobenproblem.

Aber der Abschlußsatz, "Wenn wir englische Wörter zurüchschrauben, dann nicht, weil wir die Sprache Goethes und Schillers bewahren, sondern weil es unsere Aufgabe ist, Erfolg zu haben.", gefällt mir schon.

Dasgleiche können wir sagen: "Wenn wir Übersetzungen nach keinen Übersetzungen klingen lassen, dann nicht, weil wir die Sprache Konfuzius und Mencius bewahren, sondern weil es unsere Aufgabe ist, die Inhalte den heutigen Chinesen verständlich zu machen."


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Nadine Kahn  Identity Verified
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51 Meinungen... immerhin Jun 9, 2007

Nicole Schnell wrote:

"3.1 The statistical population

The questionaire was arranged anonymously with 51 people"

Hahahaha!

Du meinst das nicht ernst, nicht wahr?

Liebe Grüße,

Nicole


Über die 51 bin ich natürlich auch gestolpert. Da fragt man sich, inwiefern eine solche Umfrage repräsentativ sein kann. Allerdings kann man auch die Meinung vertreten, dass diese Befragung ja doch "hautnah" durchgeführt wurde und dass die Chancen, dass dort etwas gefaket wurde, sehr gering sind. Von der Absicht einmal ganz zu schweigen... Ich denke, dass es hier das nähere Umfeld war. Trotzalledem wieder einmal ein Beweis dafür, dass sich das Problem durch alle Altersschichten zieht (und das halte ich für repräsentativ).

Kann man eigentlich sagen, ab wann eine Studie offiziell als Querschnitt zu sehen ist? Ab 100 Leuten, ab 1.000?

Aber schön, dass der Artikel zumindest ein bisschen zur Diskussion beigetragen hat Hier muss man ja schon mit kontroversen Dingen aufwarten

Schönes Wochenende!


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Nadine Kahn  Identity Verified
Germany
Local time: 12:52
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*g* Jun 9, 2007

Aniello Scognamiglio wrote:

Gut, dass ich nicht auf die Download-Schaltfläche geklickt habe.



Na ja, kostet ja auch 'n Euro


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Nicole Schnell  Identity Verified
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Ogilvy Jun 9, 2007

In Abschnitt 5 der Arbeit ist eine hervorragendes Zitat von Altmeister David Ogilvy zu finden:
"The message should be couched in the customers´ language, not [in] the language of the advertiser."

Ich war neulich seit langer Zeit mal wieder in D (Berlin) und habe mir die Großflächenplakate in der Stadt angesehen. Da waren Plakate halb auf Englisch, einige sogar komplett auf Englisch! Spontaner Gedanke: "Spricht hier eigentlich noch jemand Deutsch?"


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MMUlr  Identity Verified
Germany
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Frage der Stichprobengröße Jun 10, 2007

Enkay wrote:

... Kann man eigentlich sagen, ab wann eine Studie offiziell als Querschnitt zu sehen ist? Ab 100 Leuten, ab 1.000?


Ein paar Gedanken dazu von einem Nichtstatistiker Es überrascht immer sehr, finde ich, dass sich die eigentlichen Fachleute nicht derartig von großen Zahlen beeindrucken lassen, wie das oft bei unsereins der Fall ist, sondern gezielt nur darauf schauen, was soll die Untersuchung leisten? welche, wie viele verschiedene Variable werden getestet, wie viele Subgruppen, welche Methode? Welche Art der Studie? ... Und da kann es schon vorkommen, dass auch eine kleinere Zahl bei gut geplanter und durchgeführter Statistik und ganz enger Fragestellung ausreichend für die Aussage sein kann.

Beispiel: Bei einer Kohortenstudie, bei der eine Variable untersucht werden soll, die evtl. relativ selten ist, müssen schon große Zahlen her (möglichst 5-6-stellig), um hinterher etwas an Ergebnis zu finden. Bei einer Fall-Kontroll-Studie kommt man mit einer 3-stelligen Zahl (pro Gruppe) aus.

In diesem Beispiel muss natürlich der Fragebogen bekannt sein, um zu sehen, ob der mit einer kleinen Stichprobe überhaupt klappen kann. Und m.E. ist der größte Kritikpunkt an dieser Untersuchung die fehlende Ausgewogenheit Männer : Frauen und die ungleiche Verteilung in den Altersgruppen.

Wenn man nur mit so wenig Leuten plant, müsste man streng genommen eine z.B. mittelgroße Stadt nehmen und dort nur einen Bezirk, wo ein definiertes Einkommen / definierte Bildungsstufe existiert, dann ist die Gruppe relativ homogen - aber: Dann kann man auch die Ergebnisse nur von einer mittelgroßen Stadt usw. usw. berichten, von einer repräsentativen Gruppe aus Deutschland ist natürlich dann nicht die Rede; das wäre einfach nur Etikettenschwindel, wenn ich meine Ergebnisse unter diesen Umständen als repräsentativ für Deutschland "verkaufen" will.

Sorry, ist jetzt länger geworden, als ich dachte ...

Aber zu Nicole: Dein Eindruck ist wirklich sehr typisch für unsere Werbung (egal, in welchem Bereich), ich kann nur sagen: kleiner ländlicher Ort, bescheidener Supermarkt, und davor das Schild: "Thank you for buying". Ist das nicht toll?


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Nicole Schnell  Identity Verified
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Ich kann MMUlr nur zustimmen Jun 11, 2007

Vielleicht bin ich ein "gebranntes Kind". Zur Erklärung weshalb ich von "Umfragen in kleinem Rahmen" nicht all zu sehr begeistert bin:

Vor Jahren habe ich zusammen mit einem früheren Arbeitgeber eine Plakatkampagne für einen süddeutschen Radiosender für junge Hörerschaft (Wettbewerbspräsentation gegen andere Werbeagenturen) entwickelt. Die beauftragte Marktforschungsfirma schnappte sich an einem Nachmittag ein paar junge Leute von der Heidelberger Fußgängerzone und lud 20 junge Damen und Herren zu einer Präsentation ein. Die Videoaufnahme zeigte, dass eine einzelne junge Dame in Alpaka-Pullover und Indien-Rock mit Strickzeug bewaffnet meine Kampagne sexistisch fand. "Das hat bestimmt ein Mann gemacht! Pfui!"

Worauf mich mein verschreckter Arbeitgeber gezwungen hat, das ganze Ding zu erbrechenerregender Bravheit herunterzukochen.

Wir haben den Etat verloren. Kundenkommentar: Kampagne zu brav.

Frei nach Wilhelm Busch: Und die Moral von der Geschicht': traue keinen Mini-Umfragen nicht.


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Nadine Kahn  Identity Verified
Germany
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Aussage? Jun 11, 2007

Nicole Schnell wrote:

Vielleicht bin ich ein "gebranntes Kind". Zur Erklärung weshalb ich von "Umfragen in kleinem Rahmen" nicht all zu sehr begeistert bin:

Vor Jahren habe ich zusammen mit einem früheren Arbeitgeber eine Plakatkampagne für einen süddeutschen Radiosender für junge Hörerschaft (Wettbewerbspräsentation gegen andere Werbeagenturen) entwickelt. Die beauftragte Marktforschungsfirma schnappte sich an einem Nachmittag ein paar junge Leute von der Heidelberger Fußgängerzone und lud 20 junge Damen und Herren zu einer Präsentation ein. Die Videoaufnahme zeigte, dass eine einzelne junge Dame in Alpaka-Pullover und Indien-Rock mit Strickzeug bewaffnet meine Kampagne sexistisch fand. "Das hat bestimmt ein Mann gemacht! Pfui!"

Worauf mich mein verschreckter Arbeitgeber gezwungen hat, das ganze Ding zu erbrechenerregender Bravheit herunterzukochen.

Wir haben den Etat verloren. Kundenkommentar: Kampagne zu brav.

Frei nach Wilhelm Busch: Und die Moral von der Geschicht': traue keinen Mini-Umfragen nicht.



Und das soll genau was aussagen?

Ich finde das sind 2 Paar Schuhe.

Erstens war eure Kampagne wohl auf eine bestimmte Zielgruppe angelegt (warum sollte man auch sonst nur junge Leute einbeziehen und befragen?!). Hier hingegen war der Querschnitt, zumindest alterstechnisch, gefragt. Zweitens ging es auch nicht um Aufmerksamkeit erhaschen oder wie eine Kampagne ankommt, sondern "ganz einfach" ums Verstehen der Anglizismen; oder halt eben nicht.

Und zum Misserfolg:
Das war dann eben die Schuld des Arbeitsgebers im Endeffekt ;o) Wenn man weiß, dass man gut ist, abhaken und weitermachen.

P.S.: Es handelte sich um eine kleine Hausarbeit in nicht einwandfreiem Englisch. Trotzdem lässt sie auch hier tief blicken.


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Karin Maack  Identity Verified
Germany
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Eine bescheidene Arbeit... Jun 11, 2007

nicht nur im Hinblick auf die Anzahl der befragten Personen, auch sprachlich. Warum der Autor sich traut, diese Arbeit zu veröffentlichen, bleibt sein Geheimnis.
Aber das Thema ist ja wirklich interessant, da kann wohl jeder was aus eigener Erfahrung beitragen, ohne dass für die Diskussion eine Statistik nötig wäre.
Ich persönlich glaube, dass die Werbung darum oft in Englisch ist, weil das irgendwie "gebildeter" aussieht, und das gefällt den Leuten doch so! Und dem, der es nicht versteht, flößt es zumindest Respekt vor der "Bildung" anderer Leute ein - oder vor dem "internationalen Flair" eines Produktes. Außerdem sind die meisten Werbetexte so unsinnig und inhaltsleer: Das fällt in einer Sprache, die man gut versteht, ja noch mehr auf.
Ohje!


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MMUlr  Identity Verified
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Ja ja, Entscheidungen von Agenturleuten *seufz* Jun 11, 2007

Nicole Schnell wrote:

Vielleicht bin ich ein "gebranntes Kind". Zur Erklärung weshalb ich von "Umfragen in kleinem Rahmen" nicht all zu sehr begeistert bin:

... Die Videoaufnahme zeigte, dass eine einzelne junge Dame in Alpaka-Pullover und Indien-Rock mit Strickzeug bewaffnet meine Kampagne sexistisch fand. ...


Ich weiß, Nicole wie ich sind jetzt der Versuchung erlegen, vom eigentlichen Thema "Anglizismen" abzudriften (Enkay verzeih bitte!) ... dennoch, das Thema ist interessant:

Ähnliches wie in Nicoles Erinnerung gibt es in allen Variationen, auch z.B. bei Kampagnen für (meist männliche) Arztgruppen, sagen wir Orthopäden, die man irgenwann der Empfangsdame usw. vorlegt -- die sagt dann, nein, das Foto würde ich nicht gern sehen, das lehne ich ab - ABER: Der Arzt später soll es mögen, nicht die Empfangdame!

Oder: Einer der US-Chefs von Gatorade sitzt in einer deutschen Expertenrunde (Agenturumfeld) und begründet, warum er hier kein Gatorade-Sortiment auf dem Tisch haben will: "Unsere Getränke soll/muss der Sportler beim Marathon lieben, gern trinken wollen, nicht wir hier in Ruhe, ohne sportliche Anstrengung in einem geschlossenen Raum. Sie hier würden die Getränke nicht mögen, das weiß ich, das ist so."

Noch einen schönen Montag!


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Nicole Schnell  Identity Verified
United States
Local time: 03:52
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Eine Riesenentschuldigung, Enkay! Jun 11, 2007

Für's Abweichen vom Thema und dass wir dein Forum eigentlich missbraucht haben. Das Thema, das du aufgeworfen hast, ist so brisant und interessant, dass ein Abschweifen fast unvermeidlich wird.

Das wäre ein Powwow wert!
Danke, Enkay.

Sorry nochmals,

Nicole


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Nadine Kahn  Identity Verified
Germany
Local time: 12:52
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Note Jun 11, 2007

Karin Maack wrote:

nicht nur im Hinblick auf die Anzahl der befragten Personen, auch sprachlich. Warum der Autor sich traut, diese Arbeit zu veröffentlichen, bleibt sein Geheimnis.


Das finde ich noch nicht einmal derart tragisch... aber warum gab der Lehrer eine 1.0?

MfG


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Nicole Schnell  Identity Verified
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Weil die Schüler einen Super-Job geleistet haben Jun 11, 2007

Enkay wrote:

aber warum gab der Lehrer eine 1.0?



Was jedoch nicht unbedingt in der Milliarden-Industrie Werbung zur Meinungsbildung beiträgt.


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