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Off topic: Freiberuflich in Belgien - wer weiß Bescheid?
Thread poster: Capesha

Capesha  Identity Verified
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Oct 28, 2007

Ich möchte in 2008 meinen Wohnsitz nach Ostbelgien verlegen.
Es ist natürlich noch viel zu regeln und eine Frage liegt mir besonders am Herzen:

Wieviel von meinem Bruttoverdienst bleibt mir netto in Belgien übrig?

Hier in D bin ich noch angestellt und in Lohnsteuerklasse 3.

Ich würde mich freuen, wenn mir hier jemand Prozentzahlen, die wichtigsten Abgabearten oder wertvolle Links mitteilen könnte und danke schon mal recht herzlich.


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Williamson  Identity Verified
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Ein Versuch... Oct 28, 2007

Link: Belgien.be-föderale Portalsite von Belgien.
Belgien ist zu vergleichen mit Frankreich.
Als Angestellter:
Etwa 44%-45% verschwindet Richtung Finanzamt jeden Monat.
Die Löhne in Belgien sind niedriger als in Deutschland.
Es ist besser sich einen Job in Aachen und Umgebung suchen.

Als Gewerbetreibender /Freiberufler: 10% der Umsatz.
Vergisst nicht jedes Quartal Steuern im Voraus zu zahlen sonst bekommst du am Ende des Steuerjahres eine Erhöhung. Je mehr Einkommen, je mehr im Voraus zu zahlen. Nach etwas 2/3 Jahren arbeitest du für mehr als die Hälfte für Belgien.
Etwa 600 Euro pro Quartal Sozialbeitrage pro Vierteljahr. Nach 3 Jahre wird eine Bilanz gemacht ob du genug bezahlt hasst. Hasst du zu wenig bezahlt, musst du eine Summe dazuzahlen für die ganze drei Jahre. Es gibt auch eine kleine Kontrolle des Finanzamtes nach drei Jahren und eine große Kontrolle nach 6 Jahren.

Belgien is nur ein Steuerparadies für Leute mit Kapital: Auf Einkommen aus Investitionen und Kapital gibts keine Zinsen.




[Edited at 2007-10-28 14:34]


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Capesha  Identity Verified
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kein Steuerparadies? Oct 28, 2007

Danke für die Anwort.

Mir ging es hauptsächlich um die Freiberuflichkeit, da habe ich nichts gefunden.

Am besten wende ich mich direkt mal an das Finanzamt und die IHK - aber ich wollte schon mal einen kleinen Einblick darüber haben, was mich erwartet.
Dass Belgien kein Steuerparadies für unsereins ist, habe ich schon befürchtet


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NancyLynn
Canada
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Moving this thread... Oct 28, 2007

...to the German forum.

Best,

Nancy


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Williamson  Identity Verified
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Auf Französisch Oct 28, 2007

http://economie.fgov.be/enterprises/crossroads_bank/bce_kbo_fr_006.htm

----
Nur als "Eurokrat" is es finanziell interessant in Belgien zu arbeiten.
Als Angestellter überlebt man kaum vom schwer besteurten Gehalt und als Freiberufler wird man als eine steuerlich zu rupfen Henne anschaut.
Viel Glück in Eupen und Umgebung.


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Capesha  Identity Verified
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TOPIC STARTER
Das klingt ja schlimm und schlimmer Oct 28, 2007

ist es denn wirklich so schlimm? Ich lebe zur Zeit in Deutschland und da schenkt man mir in Richtung Steuern auch nichts....

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Williamson  Identity Verified
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Ziemlich schlimm Oct 29, 2007

Ja, für Angestellten und kleine Freiberufler es ist schlimm. Sollten deutsche Eurokraten belgische Löhne bekommen und belgische Steuern zahlen, sie gehen direkt nach Deutschland zurück. 8 Monate arbeitet man für Belgien und 4 für sich selbst. Gibt's in Deutsch auch dass man als freiberuflicher Steuern voraus zahlen muss oder man etwa 5% Zinsen auf sein Einkommen zählst? Die genauen Raten kenne ich nicht mehr, weil Firmengründung in eine Steuerfreundlicher "entrepreneurial-minded" Umgebung bezw. kundenorientiertes Steueramt. Wenn man in Belgien Fehler macht beim Ausfüllen der Steuererklärung, bekommt man direkt Buße. Wenn man es hier auseinandersetzt warum man den Fehler gemacht hat und den innerhalb eine gewisse Periode korrigiert, bekommt man nix.

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xxxForest
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Allgemein schwierig in Belgien Oct 29, 2007

Ich kann nur allgemein kurz einwerfen, dass den Menschen in Belgien das Leben wirklich recht schwer gemacht wird. Niedrigere Einkommen und höhere Lebensmittelpreise als hier sind schon mal ein Problem, aber was wirklich hart ist, sind die Steuersätze. Einer meiner besten Freunde ist Belgier (allerdings Angestellter), und ich bin auch nach Jahren immer wieder negativ erstaunt, wie hoch die steuerliche Belastung in unserem Nachbarland ausfällt, jedenfalls ist sie um einiges heftiger als in Deutschland. Interessanterweise kenne ich den Spruch, den Williamson hier erwähnt "8 Monate arbeitet man für Belgien und 4 für sich selbst" auch im Zusammenhang mit Belgien.

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Capesha  Identity Verified
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TOPIC STARTER
noch schlimmer als in D... Oct 29, 2007

danke auch dir für deinen Beitrag, Forest.
Hm, das hört sich alles nicht sehr aufmunternd an. Ich dachte immer, dass es steuerlich gesehen nicht viel schlimmer als in Deutschland werden kann.
Schade, dass sich hier noch kein belgischer Freiberufler gemeldet hat. Ich werde wohl einfach mal bei einem belgischen Finazamt anrufen müssen und wegen der Freiberuflichkeit fragen.

Dann weiß ich wenigstens ganz genau, wieviel Prozent meines Einkommens die Belgier gerne einkassieren möchten


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Steffen Pollex  Identity Verified
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Was soll das denn? Oct 29, 2007

Williamson wrote:

Gibt's in Deutsch auch dass man als freiberuflicher Steuern voraus zahlen muss oder man etwa 5% Zinsen auf sein Einkommen zählst?


Natürlich zahlt man in Deutschland auch Einkommensteuer im Voraus - das ist doch normal.

Und das mit den Zinsen verstehe ich nicht - das ist bestimmt Quatsch.

An wen bitte soll ich "Zinsen" auf mein Einkommen zahlen?????


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Steffen Pollex  Identity Verified
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Was ist denn da so besonders dran? Oct 29, 2007

Williamson wrote:

Etwa 44%-45% verschwindet Richtung Finanzamt jeden Monat.



Als Angestellter in Deutschland bin ich auch mit mindestens durchschnittlich 48% belastet, wenn man die ganzen Zwangsversicherungen mit rechnet (Krankenkasse, Renten- und Arbeitslosenversicherung).


Als Gewerbetreibender /Freiberufler: 10% der Umsatz.


Was ist mit "10% der Umsatz"?


Vergisst nicht jedes Quartal Steuern im Voraus zu zahlen sonst bekommst du am Ende des Steuerjahres eine Erhöhung. Je mehr Einkommen, je mehr im Voraus zu zahlen. Nach etwas 2/3 Jahren arbeitest du für mehr als die Hälfte für Belgien.


Na und - ist in Deutschland auch nicht anders.


Etwa 600 Euro pro Quartal Sozialbeitrage pro Vierteljahr.


So wenig?


Nach 3 Jahre wird eine Bilanz gemacht ob du genug bezahlt hasst. Hasst du zu wenig bezahlt, musst du eine Summe dazuzahlen für die ganze drei Jahre. Es gibt auch eine kleine Kontrolle des Finanzamtes nach drei Jahren und eine große Kontrolle nach 6 Jahren.


Dazu sind Finanzämter da.

Alles wie in jedem normalen Land. Also kein Grund zum Jammern.

Und wer sich einen König leistet, muss den nun mal auch ernähren...

[Edited at 2007-10-29 23:00]


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Wolfgang Jörissen  Identity Verified
Belize
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Wenn schon in die Gegend... Oct 30, 2007

Südlimburg ist auch eine schöne Ecke, und in Holland dürfte es etwas besser aussehen.

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Capesha  Identity Verified
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TOPIC STARTER
Den König bezahlen.... Oct 30, 2007

....möchte ich eigentlich nicht *schmunzel*

@Steffen: ich stimme dir zu: auch hier muss man Steuern im Voraus bezahlen. Ebenso werden Nachzahlungen fällig, wenn die Vorauszahlung zu knapp bemessen war.

Was mein "Problem" und auch Grund dieses Threads war, ist die Tatsache, dass ich nur Steuerstaffelungen für Angestellte im Internet gefunden habe.
Ich möchte gerne wissen, was als Freiberufler auf mich zukommt, damit nicht nach einem Jahr das böse Erwachen kommt.

@Wolfgang: Südlimburg hört sich reizvoll an - dort scheint es tatsächlich Hügel zu geben?
Ich habe mit den Holländern bis jetzt nur sehr nette Kontakte gehabt - trotz mangelnder Sprachkenntnisse im Niederländischen.


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Williamson  Identity Verified
United Kingdom
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Absetzen Oct 30, 2007

Capesha wrote:

danke auch dir für deinen Beitrag, Forest.
Hm, das hört sich alles nicht sehr aufmunternd an. Ich dachte immer, dass es steuerlich gesehen nicht viel schlimmer als in Deutschland werden kann.
Schade, dass sich hier noch kein belgischer Freiberufler gemeldet hat. Ich werde wohl einfach mal bei einem belgischen Finazamt anrufen müssen und wegen der Freiberuflichkeit fragen.

Dann weiß ich wenigstens ganz genau, wieviel Prozent meines Einkommens die Belgier gerne einkassieren möchten


Mich befragt beim Finanzamt : Das habe ich früher auch gemacht. Das Finanzamt ist eine Bürokratie und die werden dir sagen das die Besteuerung von vielen Elementen anhänglich, das Sie nicht Bescheid sagen können. Im Finanzamt meiner Eltern sind die Türe geschlossen und muss man anklingeln. Kundenbetreuung kennen die vom Finanzamt nicht.
Belgien ist ein dreisprachiges Land (Niederländisch, Französisch und ja, in Eupen, Sankt-Vith und Malmedy: Deutsch), aber nicht jeder Kollege hier spricht Deutsch. Vielleicht wenn du deine Frage auf Französischem oder Englischem stellst, bekommst du genauer Antworte.
--
Als Angestellter in Deutschland bin ich auch mit mindestens durchschnittlich 48% belastet, wenn man die ganzen Zwangsversicherungen mit rechnet (Krankenkasse, Renten- und Arbeitslosenversicherung).
----
48% als Angestellter: Ja, aber die deutsche Löhne sind höher.
z.B.: Ein "normales" belgisches Gehalt für einen Diplomingenieur mit Jahren Erfahrung ist 1700 Euro netto. Eine normale Miete ist etwa 500 Euro, Lebensmittel und andere Kosten 1000.
--Was ist mit "10% der Umsatz"? Wenn man sich als Freiberufler bei "Big Brother" (http://mineco.fgov.be/kbo.htm) registriert, muss am Ende des Steuerjahres 10% seinen Umsatz als Steuer zahlen und kann man abziehen was man im Voraus bezahlt hat. Hat man vergessen im Voraus zu bezahlen, muss man 5% seines Umsatzes dabei zahlen. Es kommt dazu noch Regionalsteuern, Provinzsteuern, erhöhte Umweltschutzsteuern weil man als freiberufliche Übersetzer mehr Abfälle produziert wie einen Angestellten, usw...
Big Brother: weil alle Daten direkt gelinkt sind.
--
Die Kunst in Belgien ist eine Sprl (deutsches Äquivalent: GmbH) zu gründen (Minimumkapital 18.600 Euro+ etwa 600 Eintragsgebühr für den Notar, ja, der muss auch leben), sich selbst einzustufen als Angestellter seiner eigene Firma mit Minimumgehalt und so viel möglich kosten abzusetzen. Ein meiner Bekannter hat ein Softwareunterrichtslokal und ja, seine Kunden gehen zur Toilette. Er setzt alles ab, Klopapier inklusive.

Belgien: ein Land mit vielen Interessenverbände, die allen vom Staat finanziert werden und eine komplizierte Staatsordnung, die schrecklich viel Geld kostet.



















[Edited at 2007-10-30 10:58]


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Ingo Breuer  Identity Verified
Belgium
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Dafür... Dec 10, 2007

...gibt es in Belgien schmackhaftere Pommes Frites, erlesene Schokoladen und Pralinen von hoher Qualität und das beste Bier der Welt in soviel Varianten, dass man sich aus dem Kopf schlagen sollte sie alle einmal probiert zu haben wollen...

Ansonsten würde ich nicht auf die Idee kommen zu sagen, dass man in Belgien mehr Steuern bezahlt, als in Deutschland. Haarfein kann ich das nicht auseinanderlegen, aber der Unterschied - sollte er dann wirklich bestehen - wird schon nicht so groß sein. Die Lebenskosten sind in Belgien ein wenig höher. Das stimmt. Manch ein Produkt ist hier ein Stück teurer als in Deutschland. Für die "echten Goldbärchen" muß man über die Grenze. Die habe ich hier noch nicht gefunden. Kann natürlich auch an mir liegen.

Auch bin ich verschiedenen Kollegen begegnet, die ihr Selbständingenstatut an den Nagel gehängt haben und wieder in den Lohndienst gegangen sind, weil es zu schwierig war, die nötigen Centimen mit der selbständigen Tätigkeit zusammenzubekommen. Die Kontrollen seitens des Finanzamtes gehören wohl überall mit dazu. So auch in Belgien.

Ich würde mal sagen, dass es auf den Grund ankommt, weswegen Du nach Belgien willst. Vielleicht habe ich ja etwas übersehen in Deinem Text, aber wenn Du einzig und allein hierher willst, um steuertechnische Vorteile zu haben, könnte es sein, dass sich das nicht lohnt.

(Entschuldigung für die späte Reaktion. Habe Deine Frage halt erst heute gesehen.)


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