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Nachteile Gewerbe?
Thread poster: Hendrika Müller

Hendrika Müller  Identity Verified
Germany
Local time: 16:51
Member (2006)
German to Dutch
Jan 8, 2008

Vor einiger Zeit habe ich in Deutschland ein Gewerbe angemeldet. Da ich aber keine Aufträge outsource, hätte das eigentlich nicht sein müssen.

Hat eine Gewerbeanmeldung Nachteile? (zB in Bezug auf Gewerbesteuer?) Soll ich das Gewerbe jetzt abmelden oder kann ich es einfach so lassen?


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Steffen Walter  Identity Verified
Germany
Local time: 16:51
Member (2002)
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+ ...
Gewerbesteuerpflicht Jan 8, 2008

Hendrika Müller wrote:
Hat eine Gewerbeanmeldung Nachteile? (zB in Bezug auf Gewerbesteuer?) Soll ich das Gewerbe jetzt abmelden oder kann ich es einfach so lassen?


Natürlich, den großen Nachteil der Gewerbesteuerpflicht an sich, der bei einer rein freiberuflichen Tätigkeit entfällt, für die keine Gewerbeanmeldung erforderlich ist (und somit - nach gegenwärtiger Rechtslage - auch keine Gewerbesteuer anfällt).

Viele Grüße
Steffen


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Katrin Hollberg  Identity Verified
Germany
Local time: 16:51
Japanese to German
+ ...
Eher schnell wieder abmelden Jan 8, 2008

Hallo Hendrika,

wenn Du es wirklich aufgrund Deiner Geschäftssituation gar nicht benötigst, (ich habe z.B. noch ein Gewerbe angemeldet, weil ich nebenbei mit Zeitschriften handele, aber es handelt sich um "Kleinkleckersdorf"//und eben nicht für Übersetzungen..., daher eher undramatisch), dann rate ich dazu, es so schnell wie möglich wieder abzumelden, dann ersparst Du Dir u. U. eine Menge finanz. Unannehmlichkeiten (s. auch Steffens Kommentar). In der Regel ist das Abmelden eines Gewerbes überhaupt kein großer Akt. man muss sich nur mal zwischendurch die Zeit nehmen und zum Bürgerbüro/Amt laufen. - Wenn Du erklärst, dass das Gewerbe gar nicht Deinem Geschäftsmodell entspricht, sollte das ganz schnell gehen mit der Abmeldung.

Grüße

Katrin


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vera12191  Identity Verified
Germany
Local time: 16:51
Member (2007)
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+ ...
Gewerbesteuerfreibetrag / Gewerbesteuer zahlen Sie erst ab € 24.501,00 Gewinn Jan 8, 2008

Steffen Walter wrote:

Natürlich, den großen Nachteil der Gewerbesteuerpflicht an sich, der bei einer rein freiberuflichen Tätigkeit entfällt, für die keine Gewerbeanmeldung erforderlich ist (und somit - nach gegenwärtiger Rechtslage - auch keine Gewerbesteuer anfällt).



http://www.e-lancer-nrw.de/ratgeber/?naviId=142&level=2&count=7.2.
Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer trifft grundsätzlich alle Gewerbetreibenden. Das sind alle Kapitalgesellschaften, wie GmbH oder AG und alle Gewerbebetriebe von Menschen. Freiberufler müssen keine Gewerbesteuer zahlen.

Die Gewerbesteuer richtet sich auf den sogenannten Gewerbeertrag. Dies ist mit kleineren Abweichungen in etwa der Gewinn, der auch der Einkommensteuer oder der Körperschaftssteuer zugrunde liegt.

Natürliche Personen und Personengesellschaften haben einen Gewerbesteuerfreibetrag von € 24.500,00. Erst auf den darüber hinaus anfallenden Gewinn muss Gewerbesteuer gezahlt werden. Dieser Freibetrag gilt nicht für alle Gesellschafter, sondern für den einzelnen Betrieb insgesamt. Kapitalgesellschaften, wie GmbH oder AG, haben keinen Gewerbesteuerfreibetrag. Sie müssen ab dem ersten Euro Gewinn Gewerbesteuer zahlen.


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Renate Reinartz  Identity Verified
Germany
Local time: 16:51
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IHK Zwangsmitgliedschaft Jan 8, 2008

Du sagst zwar nicht was du bei der Gewerbeanmeldung als Gewerbe angegeben hast, aber wenn dabei irgendetwas mit Handel ist, hast du dir mit der Gewerbeanmeldung automatisch die Zwangsmitgliedschaft in der IHK eingehandelt.

Es gibt einen minimalen Freibetrag. Danach fallen mindestens ein oder zwei Hunderter Jahresbeitrag an (genau hab ich den Betrag nicht im Kopf) und dann ist es abhängig vom Gewerbeertrag.

Abgesehen davon musst du dann bei der Steuererklärung eine andere Anlage ausfüllen (GSE). Falls es noch nicht zu lange zurück liegt, würde ich versuchen das Gewerbe rückwirkend wieder abzumelden, da du dich ja offensichtlich vertan hast. Wenn du lieb fragst kann das klappen. Die IHK akzeptiert meiner Erfahrung nach für die Berechnung nur die Gewerban- und abmeldung.

Die Abmeldung ist auf jeden Fall kostenlos.

Ich drück die Daumen
Renate


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Hendrika Müller  Identity Verified
Germany
Local time: 16:51
Member (2006)
German to Dutch
TOPIC STARTER
Danke Jan 9, 2008

Danke für die hilfreichen Antworten!

Ich war bereits beim Gewerbeamt und wollte das Gewerbe abmelden.... Die Dame am Schalter war aber überzeugt, daß Übersetzer ein Gewerbe anmelden müssen.... Ihre Begründung war, daß sonst jedermann Übersetzungsaufträge annehmen können, da es kein geschützter Beruf ist.

Das Finanzamt ist aber auch der Meinung, daß ich einfach als Freiberuflerin ohne Gewerbe arbeiten kann. Werde mich also wieder auf den Weg zum Gewerbeamt machen und das Gewerbe abmelden! Danke nochmals für Eure Hilfe!


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Capesha  Identity Verified
Local time: 16:51
Member (2006)
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+ ...
Das Finanzamt hat recht! Jan 9, 2008

Hendrika Müller wrote:

Danke für die hilfreichen Antworten!

Ich war bereits beim Gewerbeamt und wollte das Gewerbe abmelden.... Die Dame am Schalter war aber überzeugt, daß Übersetzer ein Gewerbe anmelden müssen.... Ihre Begründung war, daß sonst jedermann Übersetzungsaufträge annehmen können, da es kein geschützter Beruf ist.

Das Finanzamt ist aber auch der Meinung, daß ich einfach als Freiberuflerin ohne Gewerbe arbeiten kann. Werde mich also wieder auf den Weg zum Gewerbeamt machen und das Gewerbe abmelden! Danke nochmals für Eure Hilfe!


Das Finanzamt ist hier ganz klar besser informiert als die Dame vom Gewerbeamt.
Außerdem benötigst du nicht ihre Genehmigung zur Abmeldung. Gehe einfach hin und melde ab.
Hauptsache, das Finanzamt weiß Bescheid, dass du Übersetzungen machst,


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Steffen Walter  Identity Verified
Germany
Local time: 16:51
Member (2002)
English to German
+ ...
Begründung des Gewerbeamts nicht stichhaltig Jan 9, 2008

Hendrika Müller wrote:
Ich war bereits beim Gewerbeamt und wollte das Gewerbe abmelden.... Die Dame am Schalter war aber überzeugt, daß Übersetzer ein Gewerbe anmelden müssen.... Ihre Begründung war, daß sonst jedermann Übersetzungsaufträge annehmen können, da es kein geschützter Beruf ist.


Die Dame hat schlicht und ergreifend keine Ahnung und sollte mal Rücksprache mit dem Finanzamt halten, dessen Position zutrifft. Natürlich kann "jeder" Ü-Aufträge annehmen, da der Übersetzerberuf nicht geschützt ist. Diese Begründung zieht hier aber nicht, da der Übersetzer grundsätzlich zu den "freien Berufen" (im deutschen Einkommensteuergesetz auch als "Katalogberufe" bezeichnet) gehört, für die bei rein freiberuflicher Tätigkeit keine Gewerbeanmeldung erforderlich ist.

Siehe http://www.frankfurt-main.ihk.de/starthilfe_foerderung/existenzgruendung/rechtsfragen/gewerberecht/freie/index.html
"Zu den freien Berufen zählen traditionell Ärzte, Zahnärzte und andere Heilberufe wie Heilpraktiker, selbständige Hebammen und Krankenpfleger, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer (vereidigten Bücherrevisoren), Steuerbevollmächtigte, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und den Katalogberufen ähnliche Berufe."

Vgl. http://www.freie-berufe.de/Katalogberufe-nach-1-Abs-1.344.0.html

Steffen


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Katrin Hollberg  Identity Verified
Germany
Local time: 16:51
Japanese to German
+ ...
Nicht beirren lassen! - Es ist einfach unglaublich... Jan 9, 2008

Hendrika Müller wrote:
Ich war bereits beim Gewerbeamt und wollte das Gewerbe abmelden.... Die Dame am Schalter war aber überzeugt, daß Übersetzer ein Gewerbe anmelden müssen


dass immer noch so ein Blödsinn erzählt wird!!!
Fakt ist aber wohl, dass man genau wissen sollte, was man braucht und die entsprechenden Stellen nur noch zur Abwicklung aufsucht, nicht zur Beratung. //

Vom Finanzamt habe ich seinerzeit auch viel Blödsinn gehört, als ich mich selbständig gemacht habe. Beratung darf man nicht erwarten. Am besten war damals ein Gespräch mit Saarlouis, das war noch am hilfreichsten.

Ich habe von einer Übersetzerin mal gehört, der war sogar direkt von der Arbeitsagentur empfohlen worden, ein Gewerbe anzumelden. Leider hat sie sich nicht erst genauer erkundigt und es gleich angemeldet. So viel Unkenntnis auf allen Seiten, tss, da wird immer irgendwas einfach behauptet, auch wenn keiner Bescheid weiß. Selbst der Steuerberater wusste es damals nicht auswendig, was ich nicht schlimm finde, aber er hat s. immerhin die entspr. Unterlagen rausgesucht, bevor er irgendwas behauptet hat. Ich wusste da ohnehin schon, dass man keinen Gewerbeschein dafür braucht. Ausnahmsweise ist das Internet hier wirklich mal sehr verlässlich mit seinen ganzen Infos...s.Steffens Zitat. Ich habe mir damals auch genau erstmal diese ganzen Bögen durchgelesen, um es richtig zu machen.

Wenn man viele Aufträge (ab einer best. Größe) weitervergibt, wird wohl ein Gewerbeschein irgendwann relevant. Aber Du hattest ja erwähnt, dass das momentan gar nicht Deiner Praxis entspricht, daher würde ich es so einfach wie möglich halten.)

LG
Katrin


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Katrin Hollberg  Identity Verified
Germany
Local time: 16:51
Japanese to German
+ ...
Genau! Jan 9, 2008

Hendrika Müller wrote:
Ihre Begründung war, daß sonst jedermann Übersetzungsaufträge annehmen können, da es kein geschützter Beruf ist.


Du solltest sie dann unbedingt süffisant darüber aufklären, dass es genauso ist. JEDER kann so einen Auftrag annehmen, haha! Außerdem gibt es noch eine ganze Reihe von anderen nicht geschützten Berufen. Das ist wirklich die blödeste Begründung von jemandem, der aber auch gar nicht über die Materie Bescheid weiß.)

[Bearbeitet am 2008-01-09 16:12]


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