.... 18:30 Jan 18
Das hat damit zu tun, dass behauptet wird, auf Englisch gäbe es keinen Unterschied zwischen "Du" und "Sie". Für diese Unterscheidung werden andere Instrumente eingesetzt, und das nachgestellte 'Esq.' ist eines davon.
In UK saß ich einmal nach mehr als einem Jahr Tätigkeit in Erwartung eines großen offiziellen Essen mit meinem Chef in der Vorhalle des Bankettrestaurants. Nachdem er mich fünfundzwanzigmal mit meinem Vornamen angeredet hatte (erstmals an diesem Tage), versuchte ich das auch einmal. Bevor das Wort meine Lippen ganz verlassen hatte, wusste ich schon, dass ich einen Riesenfehler gemacht hatte. Vornamen entspricht einem gönnerhaften Du ("Du hast Dich bewährt und gehörst jetzt zu uns"), ist aber nicht umkehrbar in Richtung Anrede des Chefs.
Die Trennungslinie verläuft zwischen 'chap' und 'gentleman', und ein Gentleman wird mit dem nachgestellten "Esq." angeschrieben.
Und wenn der Gentleman nun ein Frau ist, so ist das offenbar ebenso unbeachtlich, wie wenn auf einer Vorstellung ausgerufen wird:
"Mr und Mrs Robert Muller", ungeachtet dessen, dass Mrs Robert Muller eigentlich Isabel oder Fiona oder Barbara oder Susan heißt. |