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09:28 Aug 11, 2011
This question was closed without grading. Reason: Other
English to German translations [PRO] Art/Literary - Poetry & Literature
English term or phrase:nigger/rigger
Mir ist eine Merkwürdigkeit aufgefallen, bei deren Aufklärung hier vielleicht jemand behilflich sein kann. Es geht um folgenden Abschnitt aus William Faulkners "A Rose for Emily", in dem in einer Variante das Wort "niggers" und in einer anderen das Wort "riggers" verwendet wird:
Variante 1 mit "niggers":
"The construction company came with niggers and mules and machinery, and a foreman named Homer Barron, a Yankee—a big, dark, ready man, with a big voice and eyes lighter than his face. The little boys would follow in groups to hear him cuss the niggers, and the niggers singing in time to the rise and fall of picks." http://www.wwnorton.com/college/english/litweb05/workshops/f...
Variante 2 mit "riggers":
"The construction company came with riggers and mules and machinery, and a foreman named Homer Barron, a Yankee--a big, dark, ready man, with a big voice and eyes lighter than his face. The little boys would follow in groups to hear him cuss the riggers, and the riggers singing in time to the rise and fall of picks." http://www.eng.fju.edu.tw/English_Literature/Rose/el-text-E-...
Eine Suche mit Google ergibt folgende Ergebnisse:
"niggers and mules and machinery": 2960
site:books.google.com "niggers and mules and machinery": 1
"riggers and mules and machinery": 4230
site:books.google.com "riggers and mules and machinery": 0
Elisabeth Schnack in William Faulkner, Dürrer September, Volk und Welt, Berlin 1980 übersetzt die Stelle so:
Die Baugesellschaft kam mit Niggern und Maultieren und Maschinen und einem Vorarbeiter namens Homer Barron, einem großen, dunklen, gewandten Yankee mit voller Stimme und Augen, die heller als sein Gesicht waren. Die kleinen Jungen liefen ihm in Scharen nach, um ihn über die Nigger fluchen und die Nigger im Takt zum Auf und Ab der Spitzhacke singen zu hören.
Für mich hat es den Anschein, dass es im Original "niggers" und nicht "riggers" heißt.
Meine Fragen lauten nun:
1. hat jemand eine Erklärung für diese Änderung des Textes. Wenn es eine politisch korrekte Sprachbereinigung sein sollte, dann wundert es an dieser Stelle besonders.
2. kennt jemand Beispiele für den Gebrauch von "riggers", der in dem genannten Beispiel überhaupt sinnvoll wäre (so in etwa als "Arbeiter" oder "Hilfsarbeiter"). Online- und Offline-Wörterücher, die ich zur Verfügung habe oder die Wikipedia-Sammlung http://en.wikipedia.org/wiki/Rigger_(disambiguation) bringen mich nicht weiter.
Ich bin wahrscheinlich viel zu spät, aber "niggers" ist absolutely, definately die originale Wortwahl. Interessant wäre, ob wann das Wort "riggers" eingesetzt wurde, da es sich um eine politische Korrektheit handeln könnte. Silly, but happens.
Wie immer, wenn jemand Hochachtung vor Sprache, Literatur und anderen Werten demonstriert, selbst wenn er dafür nicht bezahlt wird.
Ganz viele herzliche Grüße,
Nicole :-)
Das ist zwar nicht bewiesen, aber alle Indizien sprechen dafür:
Bei google Books findet man nur eine Quelle für den Suchausdruck
william faulkner "riggers and mules and machinery"
und die gibt als Quelle eine Webseite an.
william faulkner "niggers and mules and machinery"
ergibt dagegen 9 Ergebnisse mit Buchausgaben von 1931 bis 2000.
Die Texte im WWW haben fast alle keine Quellenangabe. Selbst da, wo es eine Angabe wie "Kennedy, X. J., and Gioia, Dana, eds. _Literature: An Introduction to Fiction, Poetry, and Drama_. 6 ed. New York: Harper Collins, 1995.", wurde der Text selbst vermutlich aus dem Internet kopiert.
Die Annahme, dass es sich um einen Fehler bei der Digitalisierung einer Buchausgabe handelt, der sich dann viral verbreitet hat, halte ich deshalb für eine ausgemachte Sache. Warum sich der Fehler ausbreiten konnte, ohne, dass sich jemand an diesem Wort an dieser Stelle stößt, hat Walter bereits angedeutet: "Riggers" sind Handwerker, Bauleute, Männer halt, die alles mögliche machen können. Ein amerikanischer Freund bestätigte mir dies mit den Worten "To rig is an everyday, quasi-slang term for 'fix,' widely used."
Hier gibt es noch eine interessante Erklärung für den Wortgebrauch:
"niggers": This passage is the first time that the narrator has used the word "nigger" to identify the black population in Jefferson; previously, the narrator has used "Negroes" ... He thus makes a class distinction between town-dwelling blacks, including house servants, and the gang of black laborers.
"the niggers singing in time to the rise and fall of picks": Possibly convict labor, the gang sings to relieve the backbreaking an monotnonous work of breaking the earth for the sidewalks to be laid. http://books.google.com/books?id=s3VkyHZFF9sC&pg=PA70#v=onep...
Brauchst dich mit mir nicht zu entschuldigen. Mit dem Linguee-Link wollte ich mir nur einen kleinen Jux leisten, denn die Sache war ja schon klar genug. Straßenarbeiter waren und sind auch "riggers" (.... 'after her father’s death they began the work. The construction company came with riggers and mules and machinery, ...'). Riggers ist doch eine normale Bezeichnung für Handwerker (egal welche Hautfarbe oder Befähigung). Es klingt furchtbar eingebildet aber meine Hauptquelle ist halt meine allgemeine Bildung ;-)).
Ja, was Du (oder siezt man sich hier auf proz.com? Dann bitte ich um Entschuldigung.) bei Linguee gefunden hast entspricht dem, was z.B. auch Wikipedia anbietet: http://en.wikipedia.org/wiki/Rigger_(disambiguation):
Nur: in der Geschichte geht es um eine Baugesellschaft, die von der Stadt beauftragt wird, die Straßen zu pflastern. Da sehe ich beim besten Willen keinen Bedarf für die dort aufgeführten Berufe.
Deine Aussage, dass zur Zeit der Entstehung der Geschichte "ungelernten Arbeiter", ob weiß oder schwarz, als "riggers" bezeichnet wurden, finde ich sehr interessant. Hast Du für Deine Behauptung irgendeinen Beleg oder eine Quelle, wo ich mehr darüber erfahren kann?
Vor der Wirtschaftskrise in 1929 und bis ... waren in den Südstaaten der USA fast alle "niggers" beruflich "riggers" also nur ungelernte Arbeiter und wenn nicht so, dann waren sie als Dienerschaft tätig. Damals war "afroamerican" noch kein verbreiteter Begriff. Nachher erschienen arbeitslose "white niggers", die mit viel Mühe und Glück einen Job als "riggers" bekamen. Die meisten verwandelten sich später Dank des New Deals wieder in "caucasians". Auch wenn sie keine Nobelpreisautoren sind, können Literaturfreunde mehr über diese Verhältnisse in den Geschichten von John Steinbeck, John Dos Passos oder Upton Sinclair lesen.
Ja, die Idee mit dem OCR-Fehler finde ich nicht ganz abwegig. Aber gleich an drei Stellen hintereinander? Und weshalb "schlucken" alle das "riggers", wo es doch ganz offensichtlich keinen Sinn ergibt.
Eine richtige Bibliothek wird mir leider keine Erklärung dafür geben. (Dass "niggers" im Original steht, davon gehe ich jetzt erst mal aus.)
kann es ein OCR-Fehler sein. Wie kommt der Text unter dem zweiten deiner Links ins Internet? Sicher wurde er nicht von Hand abgeschrieben, sondern eingescannt. Und da können solche Dinger passieren.
Aber wie gesagt, bei solchen Sachen geht nix über eine richtige Bibliothek... Mit dem Internet ist es manchmal so wie von diesem Mann hier beschrieben :-] : http://www.netzeitung.de/internet/926877.html
Ja, das sind hübsche Erklärungen. Danke. Aber ich frage mich, weshalb der "nigger" dann in einem anderen Satz des gleichen Textes doch noch auftaucht: "It's probably just a snake or a rat that nigger of hers killed in the yard." http://www.eng.fju.edu.tw/English_Literature/Rose/el-text-E-...
(und danke, opolt, für "Bukowski in kindgerechter Sprache". Wir haben hier heute abend herzlich gelacht darüber. das kommt in meine "Sammlung toller Wörter und Begriffe". :-)) )
Genau, es handelt sich um einen kleinen, sozusagen "verklemmten" Winkelzug, der aber von vornherein mit der verständnisvollen Komplizenschaft des Lesers rechnet.
Man könnte ja auch mit einem "Zensurzeichen" arbeiten, also "xigger" oder "*igger" schreiben, oder eben gleich schwärzen. Nur würde man sich dann den Vorwurf der Zensur gefallen lassen müssen, und der wiegt wahrscheinlich ebenso schwer wie der, das Unwort zu gebrauchen.
Ich bin einige Jahre nach 1930 geboren. Ein typischer Rigger-Job ist der Bau von Gerüsten und Montagearbeiten aber es kann auf viele andere Tätigkeiten (auftakeln, ausrüsten) verallgemeinert werden. Es müssen nicht unbedingt Schwerarbeiter sein, denn hochqualifizierte Facharbeiter machen es auch.
ist nur eine typographische Finte, dem "N-Wort" zu entgehen, und es dennoch stehen zu lassen. Es ist nur ein kleiner Abstrich, der da weggelassen wird. Das Lesepublikum weiß ja Bescheid.
In meinen Übersetzungen heißen American Indians grundsätzlich Indianer (nein, ich übersetze keine Literatur). Es hat sich noch keiner in Europa darüber beschwert.
wäre in dem Kontext akzeptabel. Wobei sich die Frage der Übersetzerethik stellt, nämlich ob man solche linguistischen Spielchen, die wahrscheinlich von einer Mutti beim Elternabend initiiert wurden, auf Kosten eines literarischen Werks mitmachen sollte.
Ich bedanke mich für den Link. Those guys at the jobsites didn`t refer to a proper "creative" way. But it is fair enough to mention that I also saw some red necks doing that kind of rigging jobs. ;-))
... für die teils sehr amüsanten Diskussionsbeiträge. (das Bild ist schon auf meinem Desktop gelandet) :-)
Eigentlich reicht mir opolts Bestätigung schon, dass in seiner Penguin-Ausgabe von 1985 auch von "niggers" die Rede ist und die erwähnte deutsche Übersetzung von 1980 auch "Nigger" aufführt, um erst mal davon auszugehen, dass im Original von 1930 "niggers" zu finden sein wird.
Es gibt hier offensichtlich niemanden, der eine überzeugende Übersetzung für "riggers" im genannten Kontext nennen kann. Dann stellen sich für mich zwei Fragen:
1. Wenn jemand mutwillig "niggers" durch "riggers" ausgetauscht hat, warum hat er dann dieses sinnfreie Wort verwendet und nicht einfach "slave" oder "laborer" etc.? Warum hat diese Person nicht auch das "nigger" aus dem auch in der "riggers"-Variante enthaltenen Satz "It's probably just a snake or a rat that nigger of hers killed in the yard." entfernt?
2. Weshalb stolpern so viele Muttersprachler nicht über dieses an dieser Stelle sinnlose Wort? Glauben sie z.B. alle, dass das ein seit 1930 verloren gegangenens Wort ist und man das jetzt so hinnehmen müsse?
Auf Baustellen wo ich mit USA-Monteuren arbeitete hörte ich öfter den beleidigenden Ausdruck: "this is nigger-rigging". W. Faulkner war damals leider schon längst nicht mehr am Leben.
Die nordamerikanische Kollegin kann die Bedutung bestimmt viel besser als ich erklären.
...finde ich Sklave auch nicht kindgerecht. "Kost und Logis-Bediensteter" ist viiiel passender. Und auf den "Bukowski for Preschoolers" freue ich mich schon... :-)
ausgerechnet auf einer Website mit einer ".edu"-URL gefunden wurde, spricht Bände. Das Ausputzen des "N-word" findet rundum speziell für Schulen statt, meistens auf Betreiben hysterischer Eltern, damit bloß kein armer, zarter Schüler lernt, wie es früher mal zuging. :-)
"politically correct" Ausgabe, genauso wie in Mark Twain's "Huckleberry Finn" seit 2011 jegliches "N-word" gestrichen und durch das Wort "slave" ersetzt wurde, was völliger Blödsinn ist, denn plötzlich werden im Buch jetzt auch freie Menschen als Sklave bezeichnet. Armer Faulkner. Da werden Schwarze jetzt plötzlich zu Arbeitern, die entweder auf Schiffen oder mit Schwermaschinen arbeiten, was natürlich wie verrückt zu den Spitzhacken passt. Hauptsache, es reimt sich...
für die Klärung solcher Stellen brauchst du eine Ausgabe, die möglichst nahe am Orig. ist, das Internet ist dafür die allerletzte Wahl, da gibt es oft Sachen, die völlig verfälscht sind wegen OCR oder sonstwas.
Wenn es wirklich wichtig ist, findest du in diesem Falle in den Bibliotheken immer noch schneller eine Lösung als im Internet ...
Meine Penguin-Books-Gesamtausgabe der Erzählungen von 1985 verwendet "niggers".
Sollte es jemand wirklich nur aus moralischen Gründen geändert haben sollte in "riggers", so war er ein großer Dummkopf, der Faulkner einen sehr, sehr schlechten Dienst erwiesen hat.
Schreibfehler (da hat sich jemand verlesen und dann wurde der Lesefehler von anderen übernommen). In meiner Faulkner-Ausgabe steht "niggers", ein Begriff, den man in seinen Südstaatenepen immer wieder findet.