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English to German translations [PRO] Social Sciences - Psychology / Stressbewältigung
English term or phrase:back up
Es geht um Methoden zur Stressbewältigung. Unter der Überschrift "Response in stress situations" heißt es:
This is your predictable unconscious change towards more rigid behaviours in response to high levels of stress. When in back up, you are responding to your stress rather than to the situation: back-up behaviour is usually inappropriate.
Explanation: Das ist ein Begriff der von Bolton und Bolton entwickelt wurde und scheinbar in der einschlägigen dt. Literatur so beibehalten wird. In ihrem "Social Style"- Modell unterschieden sie vier soziale Stile : liebenswürdig (amiable)analytisch (analytical), treibend (driver) und ausdrucksstark (expressive). Jeder Person wird dabei ein ganz bestimmter Stil zugeordnet.
Zitat aus einer wissenschaftlichen Arbeit:
“Unter extremem Stress reagierten Individuen jedoch mit einer Veränderung ihres Stils. Sie flüchteten sich dann in so genannte backup styles, bei denen mehrere Ebenen unterschieden werden. Die erste Ebeneäußere sich darin, dass der dominante Stil eine extremere Ausprägung erfahre, die meist kontraproduktives Verhalten mit sich bringe. Eine Person mit treibendem Stil würde etwa autokratisches Verhalten an den Tag legen. Eine normalerweise expressive Person würde unter Stress leicht dazu neigen, ihre Mitmenschen anzugreifen. Wachse der Stress noch weiter, sei es gutmöglich, dass weitere Verhaltensweisen benachbarter Stile ausprobiert werden. Um Kommunikationskonflikte zu lösen, empfehlen Bolton und Bolton die Technik des style
flexing[…] http://opus.ub.uni-hohenheim.de/volltexte/2006/129/pdf/Waldh...
siehe auch:
Backup and secondary backup styles
In the presence of extreme stress, each person adopts a "backup style" - it's a natural defense mechanism to reduce stress. Unfortunately, folks "in backup" often make poor decisions and create stress in other people. Also, if stress continues to build, people in backup modes might shift into "secondary backup styles," which normally are complete reversals of their typical behaviors.
Analyticals become forceful and autocratic.
Drivers become tyrants. And in secondary backup mode, they avoid people and goals.
Expressives become very passive and uninterested in helping others.
Amiables attack
-------------------------------------------------- Note added at 1 hr (2008-07-06 18:22:41 GMT) --------------------------------------------------
"inappropriate behaviour" ist mMn ein Hinweis darauf, dass dein Text Bezug auf dieses besondere Modell und die entspr.Terminologie nimmt. Ursprünglich wertneutrales/positives Verhalten wird im Backup-Modus 'reversed' >negativ, d.h. inappropriate
@Gela54: Vielleicht geht dies aus dem erweiterten Kontext hervor, aber m.E. nicht aus dem ersten Satz. Die Grenze zwischen unbewusst und bewusst ist fliessend, und aus einer unbewussten Reaktion kann sehr wohl eine teilweise bewusste Handlung entstehen.
@Gela54: Betreffend Deiner Einschätzung ("Es geht ja nicht darum, WIE man dem Stress entgeht, sondern WAS Stress in uns bewirkt"): Sehe ich im vorliegenden Kontext genau umgekehrt!
@Johanna: Ja, tolle Diskussion :-)! Zu Deinem Beispiel: Borderline(-Syndrom) ist ein seit Jahrzehnten etablierter und in der Psychiatrie verwendeter Begriff, was bei back-up (zu diversen Stressreaktionen/-verhaltensweisen) nicht behauptet werden kann...
...Warum sollten wir, wenn wir alle wissen, was gemeint ist (ich steh unter Stress und renne wie auf Schienen, anstatt mein Verhalten zu wählen), aber feststellen, dass es keinen deutschen Begriff gibt, nicht den englischen nehmen? Er wird doch erklärt.
explizit die Bolton&Bolton-Theorie. Aber selbst dann würde ich einen allgemein verständlichen Begriff verwenden und die "Bolton-Bezeichnung" allenfalls in Klammern dahinter setzen.
@ translinguas: Ich verstehe deinen Einwand, sprachlich schönn ist die Englisch-deutsche Konstruktion sicher nicht! Nur haben sich eben gerade in der Psychologie bestimmte englische Fachbegriffe fst eingebürgert. Man spricht z.B. ohne mit der Wimper zu zucken von “Borderline-Strukturen”; mit Umschreibungen wie “Fluchttendenz” würde eher ich vorsichtig sein, denn das könnte u.U. auch im Sinne von escapism missverstanden oder mit dem flight-or-fight response verwechselt werden. Tolle Diskussion!
@Annika: Bolton & Bolton hin oder her ;-) - letztlich zählt doch die Bedeutung/Verständlichkeit, und da scheint "resignative Tendenz/Fluchttendenz" weitaus gebräuchlicher (insbes. in akademischen Kreisen). Ausser natürlich, der source text behandelt
@translinguas - wenn man z.B. noch in Klammern dahinter "siehe Bolton & Bolton" oder sowas hinzufügt. Es ist ja nun mal ein von Bolton & Bolton entwickelter Begriff, also wahrscheinlich mit keinem anderen Konzept 100%ig deckungsgleich.
... Negativ-Strategien sozusagen als übergeordnete Kategorien für alle möglichen Arten von Stressverarbeitung genannt, u.a. eben Flucht, Resignation etc.
@Johanna: ja, 'sogenanntes "Backup"-Verhalten' klingt auch nicht schlecht, genau genommen sogar bisher am besten, finde ich. - @translinguas: Habe das aus einem von dir verlinkten Artikel, da werden Positiv-Strategien und... (Fortsetzung folgt)
Bin mir nicht sicher, ob mit "back-up behaviour" ein bestimmtes Verhalten gemeint ist, oder ob das der Oberbegriff für stressvermehrende Verhaltensweisen sein soll. Dann wäre evtl. "Negativ-Strategien" passend. Scheint ein gängiger Begriff zu sein.
...stell's jetzt doch mal eine Antwort ein, ohne zu wissen, ob's noch was Treffenderes gibt. "Fluchttendenz/resignative Tendenz" scheint jedenfalls in diesem Zusammenhang als Begriff ziemlich gebräuchlich.
wie wär's mit Fluchttendenz? "Fluchttendenz ist als resignative Tendenz, der Belastungssituation zu entkommen, zu beschreiben. (...) " http://www.1-klinik-am-osterbach.de/stress/
vielleicht ist "back up" hier tatsächlich im Sinne von "in Deckung gehen/sich rückwärts bewegen" zu verstehen und damit stellvertretend für die erwähnte (Flucht-)Reaktion
@ translinguas: Ja, so verstehe ich das auch, zumindest was die unbewusste Reaktion angeht (das vs. kommt noch lange nicht ;-)) Fight&Flight halt ... (aber das ist auch so wenig Deutsch)
...Eine Möglichkeit wäre tatsächlich "Aus der Reaktion statt der Aktion heraus reagieren Sie eher auf Ihren Stress als auf die konkrete Situation: Das Verhalten aus der Reaktion heraus ist meistens kein angemessenes", falls sich kein 100%-Match findet.
Da bin ich auch gespannt. Dahinter steckt "reagieren statt agieren" - also auf unfreiwilligen Schienen laufen, die einen zwar einerseits durch den Stress steuern, einen aber andererseits die meiste Handlungsfreiheit nehmen.
-------------------------------------------------- Note added at 1 heure (2008-07-06 17:29:17 GMT) --------------------------------------------------
vgl. auch meine "notes to asker"
Tal Anja Cohen Local time: 03:38 Works in field Native speaker of: German PRO pts in category: 8
Notes to answerer
Asker:
Asker: Da muss ich dir leider sagen, dass deine Einschätzung falsch ist. Und wenn du dir den ersten Satz mal anschaust, dann ist das schon ein deutlicher Hinweis darauf, dass es um die "vorhersehbare, unbewusste Verhaltensänderung" geht. Deine Vorschläge zielen auf die bewussten Verhaltensänderungen ab und passen deshalb "hier" nicht (aber an anderer Stelle durchaus).
Explanation: Das ist ein Begriff der von Bolton und Bolton entwickelt wurde und scheinbar in der einschlägigen dt. Literatur so beibehalten wird. In ihrem "Social Style"- Modell unterschieden sie vier soziale Stile : liebenswürdig (amiable)analytisch (analytical), treibend (driver) und ausdrucksstark (expressive). Jeder Person wird dabei ein ganz bestimmter Stil zugeordnet.
Zitat aus einer wissenschaftlichen Arbeit:
“Unter extremem Stress reagierten Individuen jedoch mit einer Veränderung ihres Stils. Sie flüchteten sich dann in so genannte backup styles, bei denen mehrere Ebenen unterschieden werden. Die erste Ebeneäußere sich darin, dass der dominante Stil eine extremere Ausprägung erfahre, die meist kontraproduktives Verhalten mit sich bringe. Eine Person mit treibendem Stil würde etwa autokratisches Verhalten an den Tag legen. Eine normalerweise expressive Person würde unter Stress leicht dazu neigen, ihre Mitmenschen anzugreifen. Wachse der Stress noch weiter, sei es gutmöglich, dass weitere Verhaltensweisen benachbarter Stile ausprobiert werden. Um Kommunikationskonflikte zu lösen, empfehlen Bolton und Bolton die Technik des style
flexing[…] http://opus.ub.uni-hohenheim.de/volltexte/2006/129/pdf/Waldh...
siehe auch:
Backup and secondary backup styles
In the presence of extreme stress, each person adopts a "backup style" - it's a natural defense mechanism to reduce stress. Unfortunately, folks "in backup" often make poor decisions and create stress in other people. Also, if stress continues to build, people in backup modes might shift into "secondary backup styles," which normally are complete reversals of their typical behaviors.
Analyticals become forceful and autocratic.
Drivers become tyrants. And in secondary backup mode, they avoid people and goals.
Expressives become very passive and uninterested in helping others.
Amiables attack
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"inappropriate behaviour" ist mMn ein Hinweis darauf, dass dein Text Bezug auf dieses besondere Modell und die entspr.Terminologie nimmt. Ursprünglich wertneutrales/positives Verhalten wird im Backup-Modus 'reversed' >negativ, d.h. inappropriate
Johanna Timm, PhD Canada Local time: 18:38 Specializes in field Native speaker of: German PRO pts in category: 48
Grading comment
Vielen Dank für die Hilfe!
Notes to answerer
Asker: Danke, Johanna, das ist perfekt!
Asker: Ihr Lieben, ich kann leider oben keine weiteren Hinweise hinzufügen, deswegen mache ich das jetzt hier bei Johanna.
Ich habe mich für die Übersetzung "so genannter Negativmodus (backup style)" entschieden und überlege noch, ob ich für "backup behaviour" die Negativ-Strategie von Annika nehme, obwohl ja von einer Strategie gar keine Rede sein kann.
Die Antwort von Ingrid bringt mich auf die Idee, von "vom üblichen Verhaltensmuster abweichendem Verhalten" zu reden.
@ translingua: Deine Vorschläge sind okay, aber sie beziehen sich nicht auf den jetzigen Sachverhalt. Es geht ja nicht darum, WIE man dem Stress entgeht, sondern WAS Stress in uns bewirkt. Es geht zunächst mal nur um die Zustandsbeschreibung.
Und zum Abschluss: Ich danke euch allen für die großartige Hilfe - ihr glaubt gar nicht, wie sehr ihr mich in meinem Text unterstützt habt (eben auch schon für den weiteren Verlauf).