Member since Oct '05 Working languages: German to French English to French Italian to French French to German French to English |  Eloïse Notet Quadrilingue au français irréprochable Languedoc-Roussillon, France Local time: 16:52 CET (GMT+1)
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More Less | | PRO-level points: 550, Questions answered: 285, Questions asked: 523 | Sample translations submitted: 1 | German to French: Richtig fühlen - Kurzgeschichte | Source text - German "Heute wäre ein guter Tag", sagst du am Telefon.
"Heute? Es ist doch bereits 22 Uhr."
"Ja trotzdem, ich würde dich gerne sehen. Heute fühlt es sich
richtig an."
"Es sind 325 Kilometer bis zu dir, das geht sich heute nicht mehr
aus."
"Die frühen Morgenstunden gelten auch noch als heute. Ich warte auf
dich."
Ich warte auf dich. Er weiß, dass ich mich in der bitterkalten Nacht
ins Auto setzen und losfahren werde. Mein erster Impuls ist, ihm ein
einziges Mal das Gegenteil zu beweisen. Nicht immer so berechenbar
zu sein. Ein wenig mysteriös, ein wenig unnahbar. Ich bin ein
offenes Buch. Ein verdammtes offenes Buch.
Ich setze mich in meine geliebte Rasende Ribisel. 20 Minuten, um
mich zu duschen und einzuparfümieren, hübsche Unterwäsche, enge
Jeans und einen dicken Pullover anzuziehen, mich dezent zu
schminken, ein paar CDs einzupacken und eine Wasserflasche. Ein paar
Dosen Red Bull. Die Frau, die mir beim kurzen Check des
Erscheinungsbildes im Rückspiegel entgegenstarrt, sagt: Warum tust
du dir das an? Gerade läuft ein guter Film auf ATV. Was kann er dir
bieten, was dir der Film nicht bieten kann? Ich ignoriere die Frau,
manövriere mich aus der Parklücke heraus.
Cindy Lauper singt ihre Interpretation von "I drove all night", ich
finde das total passend. Wieder und wieder drücke ich beim CD-Player
auf die "Zurück"-Taste, dröhne mich voll mit dem Lied, singe
lauthals mit, treffe keinen Ton. Fühle mich gut, fühle mich
erwachsen, fühle mich frei und habe dabei keine Ahnung, wie unfrei
ich in Wirklichkeit bin.
Bei Kilometer 112 werde ich müde, fahre von der Autobahn ab. Meine
Augen brennen. Trinke Espresso in einer Raststätte, in der mich
übermüdete Trucker neugierig betrachten. Ich gehe aufs Klo, spritze
mir Wasser ins Gesicht und vergesse dabei, dass ich geschminkt bin.
Dezent. Geschminkt war. Nun sehe ich aus wie ein Clown, die
Wimperntusche klebt auf meinen Wangenknochen, das Rouge tummelt sich
am Kinn. Wütend wische ich mir mit einem Papiertaschentuch quer
übers Gesicht, mache alles nur noch schlimmer. Eine Frau steht neben
mir. Sie hat eine längst aus der Mode gekommene Frisur und wirkt
trotz der fortgeschrittenen Stunde sehr fröhlich, lächelt mich im
Spiegel an. Sie erinnert mich an meine Mutter. "Morgen soll es
schneien", sagt sie. Ich kann noch nicken, bevor mir plötzlich sehr,
sehr schwer ums Herz wird, ich lehne mich an den Waschbeckenrand.
Während ich im Baustellen-Abschnitt meine Rasende Ribisel zwischen
Betonwand und Leitschiene durchschlängele, überlege ich, wann du
mich zum letzten Mal angerufen hast. Wann ich dich zum letzten Mal
aufgefordert habe, zu mir zu kommen. Und du dieser Aufforderung auch
nachgekommen bist. Ob ich jemals eine Nachricht von dir auf meiner
Mailbox hatte. Oder in meinem E-Mail-Eingang. Ich kann mich nicht
erinnern. Meine Glaubwürdigkeit habe ich wohl schon in Woche 1
verspielt, sinniere ich vor mich hin. Als ich sagte, ich rufe dich
sicher nicht an, ich rufe keinen Mann an. Da hat es angefangen. Sein
selbstgefälliges Lächeln am nächsten Tag konnte man durch den Hörer
spüren. Ich habe es nicht ausgehalten, seine Stimme nicht zu hören.
Er schon. Und ich hab damals keine Sekunde darüber nachgedacht, dass
mir das wohl alles sehr viel wichtiger ist als ihm.
Diese Gedanken schlagen sich, wie immer, auf den Magen. Klassischer
Hypochonder der ich bin, laufe ich in regelmäßigen Abständen zum
Internisten, damit er mir ein Magengeschwür attestiert und mir sagt:
"Zur vollständigen Genesung müssen Sie die Quelle des Übels
ausschalten. Sie wissen, was zu tun ist, nicht?"
Aber nein, der Internist sieht mich jedes Mal mitleidig an, überlegt
möglicherweise, ob er mich an einen Kollegen der
psychologisch-psychiatrischen Zunft weiterverweisen soll. Er
entscheidet sich dagegen. Er ist genauso feig wie ich.
Diesmal ist es nicht das klassische Magengeschwür. Es ist die Wut,
die ich spüre wie ein Tier mit 1.000 Beinen. Es ist eine Wut auf
mich, auf ihn, wieder auf mich, weil ich nicht stark genug bin, die
Konsequenz aus dieser Wut zu ziehen; Wut auf Gott und die Welt, Wut
auf den verdammten Tag, an dem ich ihn kennen gelernt habe; Wut auf
diese Verklärung, aus der ich mich trotz allem nicht herausretten
kann, obwohl er es mir leicht macht, so leicht. Diese Wut ist ein
Tier, und es muss ein ganz schön hässliches sein. Das Tier will
heraus, will sich aufbäumen, will sein liederliches Maul aufsperren,
jemandem seinen grässlichen Atem ins Gesicht speien. Will wachsen,
will sich auf die Wanderschaft begeben, will was erleben. Ich huste,
würge, schlucke, trinke einen Schluck Wasser. Zwei Schluck Wasser,
die halbe Flasche. Es hilft nichts. Der Brechreiz lässt mich das
Lenkrad bei Tempo 130 fest umklammern, mir wird schwarz vor Augen.
Und dann sitzt es neben mir. Auf dem Beifahrersitz. "Puh, war das
eine schwere Geburt", wischt sich das Ungeheuer den Schweiß von der
Stirn. Ich starre das Ungeheuer entgeistert an. Mein Bauch, mein
Herz, mein Kopf fühlen sich leer an. "Pass auf!", schreit das
Ungeheuer und reißt das Lenkrad nach rechts. "Hast du den
Führerschein in der Lotterie gewonnen?"
"Das war knapp. Tut mir leid", murmele ich. "Schon gut, ich bin es
gewohnt, mies behandelt zu werden." Das Ungeheuer lächelt ein
säuerliches schiefes Lächeln. Ich bemühe mich, meine Konzentration
auf die Straße zu lenken. Immerhin herrschen widrigste Bedingungen,
sowohl auf der Straße als auch in meinem Kopf. Es regnet, es ist
dunkel, ich bin weit gefahren, meine Augen brennen. Meine Neugierde
auch. Denn meine Wut sitzt neben mir. Ich stelle mir in
abgewandelter Form diese albernen Baby-Sticker vor: Wut fährt mit.
"Darf ich dich anfassen?", frage ich unvermittelt.
"Wenn's sein muss", erwidert das Ungeheuer gelangweilt, während es
sich durch meine CDs wühlt und dabei verächtliche Grimassen zieht.
Zuerst gierig, dann, nach der ersten Berührung zögerlich, taste ich
das Ungeheuer ab, so gut es beim Autofahren eben geht. Es hat die
Größe eines Volksschulkindes. Für einen Menschen klein, für eine Wut
groß. Ziemlich groß. Es fühlt sich glatt an. Warm. Irgendwie
angenehm. Es hat weiche Haut, gut gepflegt, mit viel
Feuchtigkeitscreme versorgt. Wie meine Haut, fällt mir ein. Mir
schaudert. Es hat zwei Beine und zwei Arme. Das Monster hat eine
gewisse Ähnlichkeit mit mir, muss ich mir trotz anfänglichem
geistigen Widerstand eingestehen. Und doch ist es ein Ungeheuer. Es
hat ein hässliches Gesicht. Es ist viel zu stark geschminkt. Mir
fällt ein, dass ich mich sehr oft sehr stark schminken wollte,
gerade weil er auf den extremen Natur-Look steht: Am besten gar
keine Schminke, keine gezupfte Augenbraue, alle Haare, wo Gott sie
haben wollte. Natürlich habe ich dann doch immer den Mittelweg
gewählt. Der Mund des Monsters ist verzogen, mit Falten versetzt,
wirkt so, als ob er bereits viele negative Gefühle schlucken musste.
Schlupflider mit Augen, die zuviel gesehen haben. Tiefe Sorgenfalten
auf der Stirn. Dabei ist das Monster ungefähr so alt wie ich,
schätze ich.
Ich weiß nicht so recht, wie ich mich verhalten soll. Neben mir
sitzt ein Ungeheuer, als sei es das Natürlichste der Welt.
Mittlerweile hat es den Sicherheitsgurt angelegt. Ich räuspere mich.
Aus den Augenwinkeln sehe ich, dass das Ungeheuer daraufhin seine
Aufmerksamkeit von den CDs ab- und mir zuwendet.
"Ja, Schätzchen?"
Schätzchen. So hat mich schon lange keiner mehr genannt.
"Äh, wie heißt du?"
Es führt seinen linken Zeigefinger an die Schläfe. Mir fällt auf,
dass die Fingernägel lackiert sind. Rot. Ich starre auf meine
eigenen Nägel, als ob ich nicht wüsste, in welcher Farbe sie
lackiert sind.
"Was meinst du, wie heiße ich? Ich bin Teil von dir also heiße ich
wie du."
Im Stillen weigere ich mich, das Ungeheuer mit mir gleichzusetzen
und taufe es insgeheim "Rabia", dem spanischen Wort für Wut.
"Aha", sage ich.
"Nun ja", fährt Rabia fort, "das ist immer so, das kenne ich schon.
Keiner will mich. Und dabei bin ich nur der Geist, den ihr selber
ruft. Komische Menschen. Ein echt undankbarer Job."
Ich beschließe nach kurzer Überlegung, mir den Edith
Klinger-Kommentar zu sparen. Gleichzeitig spüre ich dieses Gefühl,
mich zum Führen der Konversation verpflichtet zu fühlen. Ich hasse
Small Talk und sehe eigentlich gar nicht ein, warum ich dieses
ungebetene Monster chauffiere und es noch dazu unterhalten muss. Der
Gedanke, dass es vielleicht gar nichts von mir erwartet, kommt mir
nicht. Der Gedanke, dass jemand nichts von mir erwarten könnte, ist
mir noch nie gekommen.
Ich versuche, meine Gedanken neu zu ordnen, während mich mein
Hintermann mit der Lichthupe traktiert. Mir war nicht aufgefallen,
dass ich auf der Überholspur mit denkbar geringem Tempo
dahinbummele. Im Gleichschritt mit meinen Gedanken.
"Red Bull gefällig?" Ich halte das Lenkrad mit der Linken und greife
mit der Rechten auf meinen Proviant, den ich auf dem Rücksitz
gelagert habe.
"Gerne. Ist das das Zeug mit den Flügeln?"
Ich nicke.
"Kann ich immer gebrauchen. Danke dir."
"Gern geschehen."
Das Ungeheuer kippt seine Dose in einem Zug hinunter: "Bäh,
Zuckerschock." Dann grinst es zufrieden. Rülpst. "Pardon." Ich freue
mich tatsächlich, dem Ungeheuer etwas Gutes getan zu haben.
Auch auf der rechten Spur der nächtlichen Autobahn kommt keine
Ordnung in meine Gedanken. Geistige Listen helfen immer. Also gehe
ich es an. Ich bin auf dem Weg zu ihm. Es ist spät. Er sagt, es
fühlt sich richtig an. Ich überlege nicht, ob es sich für mich
richtig anfühlt, ich fahre einfach los, fahre, bis ich dort bin. Ich
bin vollkommen willenlos. Dann fühlen wir uns eine Zeit lang
gemeinsam richtig. Sobald es sich für ihn nicht mehr richtig
anfühlt, ermuntert er mich höflich, wieder zu fahren. Ich schwöre,
nie wieder zu kommen. Ich halte mich nie dran. Ich glaube mir nicht
einmal mehr selbst.
Und jetzt sitzt Rabia neben mir.
"Kein Wunder, dass du so wütend bist", bemerkt Rabia.
"Du...kannst...Gedanken lesen?"
Rabia verdreht die Augen: "Du hast das noch immer nicht verstanden,
Schätzchen, nichts für ungut. Noch mal langsam zum Mitschreiben: Ich
kann nicht Gedanken lesen, ich BIN deine Gedanken. Alles klar?"
Ich strenge mich an. Zuerst war sie in mir drin, jetzt sitzt sie
neben mir. Scharf nachdenken, sage ich mir. Logische Konsequenz? Sie
loswerden.
"Moment!", wirft Rabia ein. "Bevor du mich jetzt beinhart bei dieser
Geschwindigkeit - sie äugt auf den Tacho - aus dem Auto wirfst,
überleg dir doch, wie wichtig ich dir bin. Wenn es dir ohne mich
besser geht, OK. Das ist Teil des Jobs. Ich bin sehr
kundenorientiert. Obwohl ich natürlich einen anderen Abgang
präferieren würde."
Meine ganz private Monster AG? Ich fass das nicht. Red Bull
beflügelt nicht, verursacht nur Herzrasen. Immerhin, dieses Organ
funktioniert noch. Ansonsten kann ich nicht mehr, fühle mich wie
ausgesaugt.
Ich halte beim nächstbesten Autobahnparkplatz, es ist wie im
Gruselfilm, niemals stehen bleiben. Seelenruhig parke ich an der
dunkelsten Stelle, steige aus und lasse mir den kalten Regen ins
Gesicht platschen und den eisigen Wind um die Ohren wehen. Ich fühle
mich besser, ziehe meinen klatschnassen Pullover aus und wickle mich
in die Kuscheldecke, die auf dem Rücksitz liegt. Sie riecht noch ein
wenig nach ihm, oder zumindest bilde ich mir das ein.
"Das ist doch Wahnsinn, diese ewige Nostalgie", sagt Rabia, als ich
wieder einsteige. "Das war mal, es war sehr schön, es hat uns sehr
gefreut, aber es ist eben nicht mehr. Na und? Things usually change
for the better. Oder, wie deine Mutter in ihrer entwaffnend-naiven
Art sagt: Wer weiß, wozu es gut war."
"Wow. Jetzt hast du mehr gesagt als in der ganzen letzten Stunde
zusammen." Mein Frust über meinen Entertainer-Part kommt hoch.
"Ich weiß, ich sollte mich zurückhalten, aber das musste jetzt
einfach sein", gibt sich Rabia glaubwürdig zerknirscht. "Also, wohin
geht die Reise?", fragt sie, als ich die Rasende Ribisel wieder
starte.
"Keine Ahnung." Ich fühle mich wie im Niemandsland. Nicht bei mir,
nicht bei ihm, wie in einem paranormalen Bewusstseinszustand.
Vielleicht bin auf dem Weg zu mir selbst und habe es noch gar nicht
bemerkt.
"Denkste, es ist noch ein langer Weg." Seufz. Zum Glück schläft die
Besserwisserin ein.
Ich habe noch 120 Kilometer vor mir. 120 Kilometer lang überlege
ich, was mir Rabia bedeutet, wie wichtig sie mir ist. Wie sich mein
Bauch, meine Seele, mein Herz, mein Leben ohne diese treibende Kraft
anfühlen. Sie fühlen sich antriebslos an. Wenn Rabia weg ist,
erübrigt sich jeder Grund, zu ihm zu fahren. Erübrigt sich jeder
Grund, angetrieben durch diese ewige Wut immer wieder
zurückzukehren, mich selbst zu belügen, mir zu sagen, dass ich mich
letztendlich nur rächen will, dass ich ihn mit der gleichen
Verachtung strafen werde, dass ich nach erledigter Tat für immer
umdrehen werde. Nach 74,3 Kilometern kapiere ich, dass Rabia nicht
einfach so gehen wird. Dass sie wiederkommen wird, sobald sie weiß,
dass ich uns beide übers Ohr gehauen habe. Dass sie mich quälen
wird, bis ich stark genug bin. Wenn ich es schaffe, sie gehen zu
lassen, meine Antriebskraft gehen zu lassen, bin ich frei. Ein
hervorragender Deal, denkt die Kapitalistin in mir. Aus alter
Gewohnheit fahre ich weiter. Mit dem Unterschied, dass ich diesmal
weiß, was zu tun ist. Dass es diesmal mein Wille ist. Oder geworden
ist.
Ich habe genug Zeit zum Überlegen. Bruce Springsteen singt "Hungry
heart" und spricht mir aus der Seele. Ich krame in der
Symbolik-Kiste. Mir fällt seine Vorliebe für Fußball ein. Der Rest
ist leicht, sehr leicht.
Fast bin ich bei ihm. Halte Ausschau nach einer Nachttrafik. Kaufe
bei der schläfrigen Verkäuferin ein rotes Stück Papier und ein rotes
Kuvert, das sie unter einem Berg verstaubter Glückwunschkarten
hervorzieht. Ich zerreiße das Papier in vier Teile, lasse drei davon
bei der verwirrten Trafikantin zurück, stecke das letzte Stück ins
rote Kuvert. Es passt genau. Ist sozusagen genau richtig. Ich
schlecke das Kuvert ab, es schmeckt scheußlich, aber das muss wohl
so sein. Vielsagende Blicke von der wiedererwachten Rabia, als ich
ins Auto steige.
"Du weißt, was jetzt kommt?" Rabia nickt und grinst ihr schiefes
Grinsen.
"Diesmal schaffst du es." Sie hält den rechten Daumen mit dem rot
lackierten Fingernagel hoch.
Bevor ich die rote Karte in seinen Briefkasten werfe, schreibe ich
noch hinten meine Initialen drauf. Überlege kurz, ob er es für eine
Liebeserklärung halten könnte. Nein, so naiv ist er nicht. Eine
Sekunde zögere ich noch, als das Kuvert schon zur Hälfte im
Briefschlitz steckt. Der Hund beginnt zu bellen, meine Finger lösen
sich.
Als ich wieder einsteige, ist der Beifahrersitz leer. Die ebenfalls
leeren Red Bull-Dosen liegen zerquetscht auf der Fußmatte. Die
Kuscheldecke hat sich in Luft aufgelöst. Ich sehe nicht in den
Rückspiegel, bevor ich das Auto wende und losfahre. Denke kurz an
meine Mutter und daran, dass ich sie wieder mal anrufen sollte. Es
fühlt sich richtig an. | Translation - French Le sentiment juste
« Aujourd’hui serait un bon jour », me lances-tu au téléphone.
« Aujourd’hui ? Mais il est déjà 22 heures. »
« Oui, mais j’ai quand même envie de te voir. Je sens que c’est le jour qui convient. »
« J’ai 325 kilomètres à parcourir, ça n’est donc plus possible aujourd’hui. »
« Les premières heures du matin comptent toujours pour aujourd’hui. Je t’attends. »
Je t’attends. Il sait pertinemment que je vais sauter dans ma voiture dans cette nuit glaciale pour partir le retrouver. Mon premier réflexe est de lui prouver le contraire une fois seulement. Ne pas être toujours aussi prévisible. Être un peu mystérieuse, un peu inaccessible. Je suis un livre ouvert. Un satané livre ouvert.
Je prends place dans mon petit bolide que j’affectionne tant. 20 minutes pour me doucher et me parfumer, pour enfiler des dessous affriolants, un jean moulant et un gros pull, me maquiller correctement, emporter quelques CD et une bouteille d’eau. Quelques canettes de Red Bull. La femme occupée à m’observer pendant que je jette un dernier coup d'oeil à mon maquillage dans le rétroviseur semble me dire : pourquoi t’infliges-tu tout cela ? La chaîne ATV retransmet un bon film à la télévision. Que peut-il t’apporter de plus que le film ne peut t’apporter ? J’ignore cette femme, et je manœuvre pour quitter ma place de parking.
Cindy Lauper interprète sa version de « I drove all night », je trouve que cette chanson tombe à pic. J’appuie encore et encore sur la touche « Retour » du lecteur CD, je m’imprègne complètement de la chanson, chante à tue-tête, ne trouve pas le ton juste. Je me sens bien, je me sens adulte, je me sens libre et je ne me rends alors absolument pas compte à quel point je ne suis pas libre en réalité.
Après 112 kilomètres, je sens la fatigue m’envahir et je quitte l’autoroute. Les yeux me brûlent. Je bois un espresso dans une station service, dans laquelle des camionneurs épuisés m’observent avec curiosité. Je passe aux toilettes, me passe de l’eau sur le visage et j’oublie que je suis maquillée. Délicatement. Fini le maquillage. Je ressemble à présent à un clown, mon mascara colle sur mes pommettes, le rouge s’accumule sur mon menton. Furieuse, je m’essuie le visage à l’aide d’un mouchoir en papier, et ne fait qu’accentuer les dégâts. Une femme se tient à côté de moi. Je remarque sa coiffure démodée. Elle semble joyeuse, malgré l’heure avancée, me sourit dans le miroir. Elle me fait penser à ma mère. "De la neige est annoncée pour demain", me dit-elle. A peine ai-je le temps de hocher la tête que je sens soudainement mon cœur se serrer violemment, je m’appuie sur le bord du lavabo.
Tout en faufilant mon petit bolide dans la section en travaux entre mur de béton et glissière, je réfléchis à quand tu m’as téléphoné pour la dernière fois. À quand remonte la dernière fois où je t’ai invité à me rejoindre et tu as accepté mon invitation. Je tente de me rappeler si j’ai déjà eu un message vocal de ta part sur mon répondeur. Ou dans ma boîte mail. Je n’arrive pas à m’en souvenir. J’ai perdu ma crédibilité dès la semaine 1, médité-je. Lorsque j’ai dit que je ne t’appellerai pas. Je n’appelle pas les hommes. C’est là que tout a commencé. Son sourire arrogant le jour suivant était perceptible directement à travers le combiné du téléphone. Je n’ai pas résisté à l’envie d’entendre sa voix. Lui si. Ceci marque une relation. Et à l’époque, je n’ai pas réfléchi une seule seconde sur le fait que tout ceci avait beaucoup plus d’importance à mes yeux qu’aux siens.
Ces pensées se bousculent à en jouer des tours à mon estomac, comme toujours. Hypocondriaque classique que je suis, je me rends à intervalles réguliers chez un spécialiste afin qu’il me diagnostique un ulcère à l’estomac et me dise : « Afin de guérir complètement, vous devez éradiquer la source du mal. Vous savez ce que vous devez faire, n’est ce pas ? »
Mais non, le spécialiste me regarde à chaque fois avec compassion, et réfléchit à me recommander à un confrère spécialisé en psychologie-psychiatrie. Il décide que non. Il est aussi lâche que moi.
Cette fois, mon ulcère à l’estomac est différent. C’est la colère que je ressens comme un animal doté de 1.000 pattes. Colère contre moi, contre lui, de nouveau contre moi, car je ne suis pas assez forte pour tirer les conséquences de cette colère ; colère contre dieu et l’univers, colère contre ce jour maudit où je l’ai rencontré ; colère contre cette transfiguration de laquelle je n’arrive point à m’extirper malgré tout cela, bien qu’il me rende la tâche facile, si facile. Cette colère est un animal, qui doit être vraiment très laid. Cet animal cherche à se libérer, à se cabrer, il veut ouvrir sa gueule négligente, et cracher son haleine horrible au visage de quelqu’un. Il veut grandir, veut partir faire un tour, veut faire des découvertes. Je tousse, je m’étrangle, je déglutis, je vois une gorgée d’eau. Deux gorgées d’eau, la moitié de la bouteille. Cela ne m’aide pas. La nausée me pousse à ceinturer le volant à une vitesse de 130 kilomètres/heure, le vertige s'empare de moi.
Et il est ensuite assis à côté de moi. Sur le siège du passager. « Ouah, quelle naissance difficile », dit le monstre en essuyant la sueur de son front. Je dévisage le monstre, hébétée. Mon ventre, mon coeur, ma tête sont comme vides. « Attention ! », crie le monstre en redressant le volant vers la droite. « Tu as gagné le permis de conduire à la loterie? »
« C’était juste. Je suis désolée », marmonné-je. « Pas grave, je suis habitué à être maltraité." Le monstre grimace un sourire pincé. Je m’efforce de focaliser mon attention sur la route. Quoi qu'il en soit, les conditions sur la route tout comme à l’intérieur de ma tête sont des plus défavorables. Il pleut, il fait nuit, j’ai parcouru une grande distance, les yeux me brûlent. Ma curiosité également. Car ma colère est assise à côté de moi. Je m’imagine ce stupide autocollant sous une autre forme: colère à bord.
« Puis-je te toucher ? », lui demandé-je soudain.
« Si tel est ton désir », me rétorque le monstre l’air ennuyé, tandis qu'il farfouille dans mes CD en grimaçant avec mépris. Tout d’abord empressée, puis, après le premier effleurement hésitante, je palpe le monstre, autant que cela soit possible en conduisant. Il a la taille d’un enfant à l’école primaire. Petit pour un homme, mais grand pour une colère. Plutôt grand. Il est lisse au toucher. Chaud. Agréable, d’une certaine manière. Il a la peau douce, il est soigné, et enduit de crème hydratante. Tout comme ma peau, remarqué-je. Je frémis. Il a deux jambes et deux bras. Force est de reconnaître, malgré ma résistance intellectuelle initiale, que le monstre a une certaine ressemblance avec moi. Et pourtant, c’est un monstre. Son visage est laid. Il est beaucoup trop maquillé. Il me vient à l’esprit que je me maquille très souvent à outrance, justement parce qu’il affectionne le style naturel extrême : Idéalement pas de maquillage du tout, pas de sourcils tirés et les cheveux là où dieu le veut. Bien entendu, j’ai ensuite toujours opté pour une solution intermédiaire. La bouche du monstre est tordue, ridée, et donne l’impression qu’il a déjà du avaler de nombreux sentiments négatifs. Des paupières tombants et des yeux qui ont trop vu. Des rides d’expression sur le front. Je pense que le monstre a environ mon âge.
Je ne sais pas vraiment comment je dois me comporter. Un monstre est assis à côté de moi, comme si c’était la chose la plus naturelle du monde. Il a depuis bouclé sa ceinture de sécurité. Je me racle la gorge. Du coin de l’œil, j’observe que le monstre détourne alors son attention des CD pour la porter sur moi.
« Oui, trésor ? »
Trésor. Personne ne m’a appelé comme ça depuis très longtemps.
« Eh, comment tu t’appelles ? »
Il porte son index gauche à sa tempe. Je remarque que son ongle est verni. Rouge. Je fixe alors mes propres ongles, comme si je ne savais pas de quelle couleur ils sont vernis.
« Comment, comment je m’appelle ? Je suis une partie de toi, je m’appelle donc comme toi. »
En silence, je me refuse à me comparer au monstre et le baptise en secret « Rabia », la traduction espagnole du mot colère.
« Ah », répondé-je.
« Ma foi », poursuit Rabia, "c’est toujours la même chose, je suis habituée. Tout le monde me rejette. Et pourtant je suis simplement l’esprit appelé par vous-mêmes. Les gens sont étranges. Quel métier ingrat..."
Après brève réflexion, je décide de me dispenser de tout commentaire. J’ai en même temps l’étrange sensation de me sentir obligée de poursuivre la conversation. J’exècre les conversations pour ne rien dire et je ne vois d’ailleurs pas du tout pourquoi je sers de chauffeur à ce monstre indésirable avec lequel je dois, qui plus est, m’entretenir. Il ne me vient pas une seconde à l’esprit que ce dernier n’attend peut-être absolument rien de moi. Il ne m’est d’ailleurs encore jamais venu à l’esprit que quelqu’un puisse ne rien attendre de moi.
Je tente de rassembler mes esprits tandis que la voiture qui me suit me talonne en me faisant des appels de phares. Je n’avais pas remarqué que je roule à très faible allure sur la voie de gauche. En cadence avec mes pensées.
"Un Red Bull ?" Je tiens le volant de la main gauche et saisit de la droite mes provisions que j’ai placées sur le siège arrière.
"Volontiers. Red Bull, c’est le truc „qui donne des ailes“, c’est ça ?"
Je hoche la tête.
"Ça peut toujours être utile. Je te remercie."
"Il n’y a pas de quoi."
Le monstre ingurgite sa canette en une gorgée: "Pouah, une bonne gorgée de sucre." Il grimace un sourire de contentement. Éructe. "Pardon." Je suis réellement satisfaite d’avoir fait plaisir au monstre.
Je ne réussis pas plus à mettre de l’ordre dans mes esprits en roulant sur la voie de droite de l’autoroute encerclée par la nuit. Les listes mentales sont toujours d’une grande utilité. Je m’y consacre donc. Je vais le rejoindre. Il est tard. Il dit qu’il n’a pas de doutes. Il ne me vient pas à l’idée que moi, je puisse en avoir. Je roule machinalement, je roule jusqu’à arriver chez lui. Je n’ai pas la moindre volonté. Pendant un temps, nous nous sentons bien tous les deux. Puis dès qu’il commence à avoir des doutes, il m’encourage poliment à repartir. Je jure alors de ne plus jamais revenir. Et je ne tiens jamais ma parole. Même moi je ne crois plus en moi-même.
Et Rabia est maintenant assise à mes côtés.
"Pas étonnant que tu sois autant en colère", me fait remarquer Rabia.
"Tu peux... lire dans les pensées ?"
Rabia roule des yeux : "Tu n’as toujours pas compris, trésor, sans rancune. Je te répète encore une fois lentement pour que tu saisisses : je ne peux pas lire dans les pensées, je SUIS tes pensées. Tu comprends ?"
Je tente de me concentrer. Elle était tout d’abord en moi; maintenant, elle est assise à côté de moi. Réfléchis bien, me suggérai-je. Conséquence logique ? S’en débarrasser.
"Attends !", observe Rabia. "Avant de me jeter sans aucun scrupule de la voiture à cette allure (elle jette un oeil au compteur), réfléchis à l’importance que j’ai pour toi. Si tu te sens mieux sans moi, pas de problème. Cela fait partie du métier. Je prends les besoins de mes clients très au sérieux. Bien que j’affectionne évidemment une autre issue."
Mon « Monstre SA » personnel ? J’ai du mal à y croire. Le Red Bull ne donne pas d’ailes, il provoque simplement une accélération du cœur. En tout cas, cet organe fonctionne toujours. A part cela je suis épuisée, je me sens comme saignée à blanc.
Je m’arrête à la première aire d’autoroute venue, on se croirait dans un film d’épouvante, où il ne faut jamais s’arrêter. Je me gare tranquillement à l’endroit le plus sombre, descends de voiture et hausse la tête pour sentir la pluie froide tomber sur mon visage et le vent souffler à mes oreilles. Je me sens mieux, retire mon pull-over complètement trempé et m’enroule dans la couverture douillette recouvrant le siège arrière. Son odeur est encore un peu présente sur celle-ci ou, tout du moins, je m’en persuade.
"Cette nostalgie éternelle est vraiment déconcertante", dit Rabia, lorsque je regagne la voiture. "On était ensemble, c’était bien, on était heureux, mais c’est terminé. Et alors ? Les choses évoluent toujours vers le mieux. Ou bien, comme dit ta mère sur un ton naïf et désarmant : « Qui sait pourquoi c’était bien. »
« Ouah. Tu viens à présent d’en dire davantage qu'au cours de toute la dernière heure passée ensemble." Ma frustration envers mon moi chargé de me distraire refait surface.
« Je sais, je devrais me retenir, mais cela devait tout simplement sortir à ce moment », déclare Rabia sur un ton crédible et bourrelé de remords. « Bon, où allons-nous ? », me demande-t-il, lorsque je redémarre mon petit bolide.
« Aucune idée. »Je me sens comme dans un no man’s land. Pas avec moi-même, pas avec lui, comme dans un état de conscience paranormal. Peut-être suis-je en route vers moi-même et je ne l’ai encore même pas remarqué.
« Penses-tu, il reste un long chemin à parcourir. » Soupir. Par chance, notre monsieur ‘je sais tout’ s’est endormi.
J’ai encore 120 kilomètres à parcourir. Pendant 120 kilomètres, je réfléchis à ce que Rabia signifie pour moi, et à son importance. Comment se sentent mon ventre, mon âme, mon coeur, ma vie sans cette force vive. Ils sont sans entrain. Lorsque Rabia n’est pas là, toutes les raisons sont bonnes pour la rejoindre. Toutes les raisons sont bonnes pour y retourner à chaque fois, poussée par cette colère éternelle, pour me mentir à moi-même, me dire que je veux, en définitive, simplement me venger, que je le punirai en le méprisant tout comme il le fait, et qu’une fois la tâche effectuée, je m’en retournerai pour toujours. Après 74,3 kilomètres, je comprends enfin que Rabia ne partira pas si simplement. Qu’elle reviendra dès qu’elle sait que je me paye notre tête à toutes les deux. Qu’elle me tourmentera jusqu’à ce que je sois assez forte. Si j’arrive à la laisser partir, à laisser partir ma force vive, je serai libre. Un deal excellent, pense la capitaliste qui sommeille en moi. Par vieille habitude, je poursuis ma route. A la différence que cette fois je sais ce que je dois faire. Que cette fois c’est ma volonté. Ou que ça l’est devenu.
J’ai suffisamment de temps pour réfléchir. Bruce Springsteen chante « Hungry heart » et je ne saurais mieux exprimer mon état d’âme. Je fouille dans la boîte symbolique. Je note son penchant pour le football. Le reste est léger, très léger.
Je suis quasiment arrivée. Je regarde pour trouver un kiosque de nuit. J’achète à la vendeuse ensommeillée une feuille de papier rouge ainsi qu’une enveloppe rouge, qu’elle tire d’en dessous d’une pile poussiéreuse de cartes de vœux. Je déchire le papier en quatre, en laisse trois à la vendeuse interloquée, et enfile le morceau de papier dans l’enveloppe. Il rentre parfaitement. C’est pour ainsi dire exactement ce qu’il faut. Je lèche l’enveloppe, elle a un goût exécrable, mais quand il faut, il faut. Rabia, à présent réveillée, me jette des regards allusifs, lorsque je monte dans la voiture.
« Tu connais la suite ? » Rabia hôche la tête et rit en coin.
« Cette fois, tu vas y arriver » Elle lève son pouce droit dont l’ongle est verni de rouge.
Avant d'insérer l'enveloppe rouge dans sa boîte à lettres, je rajoute mes initiales au verso. Je me demande rapidement s'il pourrait la confondre avec une déclaration d'amour. Non, il n’est pas si naïf. J’hésite une seconde encore, une fois l’enveloppe à moitié insérée dans la fente de la boîte. Le chien commence à aboyer, mes doigts se relâchent.
Lorsque je remonte en voiture, le siège du passager est vide. Les canettes de Red Bull également vides gisent écrasées sur le tapis. La couverture s’est volatilisée. Je ne regarde pas dans le rétroviseur avant de manœuvrer et de partir. Je pense rapidement à ma mère et je me dis qu’il serait peut-être temps de la rappeler. C’est le bon moment.
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