Working languages: French to German Spanish to German German to Spanish | sumueller art of translation: translation of arts. NA Local time: 21:42 CEST (GMT+2)
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More Less | | Wire transfer | Sample translations submitted: 3 Spanish to German: Cristina Peri Rossi: El amor es una droga dura (excerpt) General field: Art/Literary | Source text - Spanish p. 181-185
copy available upon request | Translation - German Javier nahm die Fotografien von der Wand und verstaute sie in einer Mappe. Eine einzige ließ er hängen, groß in der Mitte, gegenüber dem Spiegel. Auf diese Weise konnte er Nora zwei-mal sehen. Er nahm Platz auf einem Sessel, wie wohl auch Lacan vor Der Ursprung der Welt. „Im Gedächtnis, das beim Be-trachten der Gegenwart erwacht, liegt auch eine Welt an Relik-ten verborgen“, murmelte die Stimme. Er spürte Erregung wie ein Reisender in Italien angesichts dessen, was die Stimme da sagte. Eine Welt liegt verborgen. Welche Welt lag in Noras Ge-sicht? Welche Relikte würde er finden, wenn sein Blick dort nach Schätzen grub? Eine Aufgabe, faszinierend wie die Ar-chäologie. Zuerst war die große schwarze Katze aufgetaucht, die Katze, die sein Großvater tötete. Der Blick war sein For-schungsbesteck, doch im Gegensatz zum Skalpell, das zertrennt und zerstört, glich das Gedächtnis einer Schaufel, die Schritt für Schritt die Erde beiseite schaffte, bis die Relikte freigelegt wa-ren. „Wo habe ich dieses Gesicht früher schon einmal gesehen?“, fragte er sich. Es war keine Erinnerung; die Erinnerungen sind immer der Staub, der die Dinge bedeckt; es ging um etwas viel Tieferes, viel Archaischeres. Noras Augen waren scheu; nur selten sahen sie einem ins Gesicht, doch dann war ein intensives Leuchten in ihnen. „Das Meer“, dachte Javier. Noras Augen beschworen das Meer. Doch welches Meer? Es gab unzählige Meere: Eismeere, Mondmeere, stürmische Meere, stille Meere, es gab das Meer und die See, und wie man es zuordnete (ob das oder die), war das Meer anders. Das Meer Albertis zum Beispiel war sanft und fürsorglich, mütterlich und nicht furchterregend. Es war ein Meer, an das man von jeder Reise zurückkehren konnte, weil es einen freudig erwartet, wie einen verlorenen Sohn. Doch es gab auch die düstere, nächtliche See, schwer, undurchdringlich (die See eines Caspar David Friedrich oder eines William Turner), und die war tief. Gefährlich. Abgründig. In ihr ereigneten sich die schrecklichsten Schiffbrüche. Eine See, die nicht aufnahm, sondern verschlang; die nicht beschützte, sondern ausstieß; die nicht einlullte, sondern aufrührte; man wurde nicht getragen, sondern versank. Nora schien das Meer und die See in ihren Augen zu tragen, ungestüm oder sanft, je nach dem. Einen wahnwitzigen Moment lang sah Javier sich selbst als ein kleines Beiboot im linken Auge von Nora. In ihrem anderen allerdings entdeckte er Ahab, der mit Harpunen den Wal jagte. Er war Ahab, Nora der Wal. Die Harpune sein Phal-lus. „Wenn wir zu sehen verstehen“, sagte die Stimme, „so steht alles in einem Gesicht, wie eine alte Schrift, die wir entziffern müssen.“ Deshalb saß er nun hier, vor Noras stehendem Bild, und versuchte – wie ein Archäologe – die Relikte zu finden. In der Mitte von Noras Kinn zeichnete sich ein winziges Grübchen ab, kaum zu sehen. Er streckte die Hand aus und berührte es. Kaum eine Vertiefung, und gerade deshalb so hypnotisierend. Schließlich gelang es ihm, das übrige Gesicht Noras auszublen-den und sich auf diese winzige Furche zu konzentrieren. Das erzeugte eine seltsame Ruhe, so als hätte er endlich etwas ge-funden, um seinen Blick festzumachen. „Ich bin darin einge-taucht, doch es ist keine gefährliches Sinken, im Gegenteil: ich werde gewiegt.“ Als er klein war, hatte es die Schatzkammer gegeben. So nannte Javier ein düsteres entlegenes Zimmer, das man über eine Galerie im Innenhof betrat und das fast immer verschlossen war. Nur einige – sehr wenige – Male kam seine Großmutter dorthin und schloss ihm auf, damit er darin seine Schätze entdeckte. Meist waren das verregnete Nachmittage, an denen die Großmutter ihm die lästige Pflicht erließ, in die Schule zu gehen, damit er sich nicht erkältete. Der Raum war nicht groß, doch ihm schien er groß wie das Universum. Es fiel ihm schwer zu glauben, dass die Erde eine Kugel war: ihm schien die Welt gemacht nach dem Ebenbild dieser Abstellkammer. So, wie die alte Truhe voller Hüte mit Federn und Tüll, Seidenkleider, Pappschwerter, bunter Kugeln, alter Verkleidungen und Glassteinketten die Arche Noah für ihn war. Er sehnte die regne-rischen Nachmittage herbei, um sich in dem Raum einzuschlie-ßen wie ein einsamer Entdecker und all die verbliebenen Schätze zu heben. Da verstand er, dass die intensivste Betrachtung – und der größte Genuss – stets eine einsame Sache waren. Eine besondere Anziehung empfand er bei den Glasflaschen in allen Formen und Farben, die er nach und nach in den Nischen fand. Es gab Flaschen in intensivem Lapislazuli-Blau; andere waren grün, wieder andere rot oder gelb; die, die ihm am besten gefiel, hatte die Form einer Gitarre, und die hässlichste war die Nach-bildung eines Toreros. Das winzige Grübchen in Noras Kinn war so vertraut und erregend zugleich wie damals die Schatzkammer: er durfte nur ein paar Mal hinein, und er konnte nicht für immer bleiben.
Noras Hals war lang und zart, ohne eine einzige Falte. Ohne dass ihm klar war warum, dachte er an eine Pyramide. Er hatte über die psychosomatischen Symptome gelesen, die manche Besucher angesichts der Pyramiden befielen, doch diese kannte er selbst nur von Bildern. Manche Besucher waren verzückt, wie in Trance. Wahrscheinlich versuchten sie, ihr Gefühl für Zeit und Raum wiederzufinden, weil die Spitze der Pyramide bis ins Un-endliche zu reichen drohte, an einen Ort ohne feste Grenzen, und wo es keine Grenzen gibt, verlieren sich Männer und Frau-en, sie kentern, zerstreuen sich und gehen auseinander. Die Basis seiner Pyramide waren die Schulterknochen, zu denen Javier sich jetzt flüchtete, weil die Linie entlang des Halses (bis zu Noras Kieferknochen) Schwindel in ihm erregte. So, als blickte er entlang der Pyramide bis zu jenem höchsten Punkt, der in die Unendlichkeit ragt.
Er versprach sich selbst, diese archäologische Entdeckungsreise, die er beim Betrachten des stehenden Bildes von Nora (vor dem Spiegel) begonnen hatte, ein anderes Mal fortzusetzen. Es war keine Reise in Noras Inneres, sondern in seine eigenen Reminis-zenzen. Seltsam, dass wir in der Liebe nie so sehr den anderen suchen wie uns selbst, sagte seine Stimme. So, wie Swann gleichzeitig fasziniert ist von Odette und Vermeers Ansicht von Delft. Marcel Proust hatte das Stendhal-Syndrom selbst erlebt, als er 1921 das Jeu de Paume besuchte, um dort die flämischen Maler zu sehen, und insbesondere Vermeer, den er am liebsten hatte. An diesem Tag im Museum – so erzählt George Painter, sein Biograf – musste Proust gestützt und geführt werden, um die von ihm so bewunderte Ansicht von Delft betrachten zu kön-nen. Es war das zweite Mal in seinem Leben, dass er mit dem Bild konfrontiert war. Kon-frontieren: einer Sache gegenüber-stehen. Gab es Ansichten, die man nicht ertragen konnte, weil sie einem alten Traumbild entsprachen, das man im Kopf trug? Proust schwankte, als er das Haus verließ und das Museum auf-suchte, und als er die ersten Stufen hinaufstieg, wurde ihm schwindlig. So wie sich ihm, Javier, der Magen umdrehte beim Anblick von Noras Schönheit. Beide Erscheinungen waren der Auftakt einer Vision, einer Betrachtung, die man zunächst kör-perlich wahrnimmt. So wie Kinder, die den Blick auf eine Sache heften, um sie zu behalten. Sich konfrontieren: Widerstand leis-ten. War es nötig sich vorzubereiten, um gewissen Visionen zu widerstehen, weil man, wenn man einer Ansicht von Delft oder einer Nora gegenübertrat, Gefahr lief zusammenzubrechen? Gab es hinter gewissen Objekten, Landschaften oder Körpern ein Idealbild, das, wenn es spürbar, wahrnehmbar wurde, das Be-wusstsein aufrührte, die Persönlichkeit verwirrte? Ein Über-schäumen, wie ein Fluss, der über die Ufer trat, das Land über-flutete und alles mit sich riss, Häuser und Hausrat, Bäume, Tiere und Autos, Masten und Kabel, Möbel und Relikte?
Er dachte, dass er, nachdem er so lange und so intensiv das Foto von Nora betrachtet hatte, vielleicht besser darauf vorbereitet war, sie zu treffen. So als wäre er besänftigt, gezähmt, an etwas gewöhnt.
| Spanish to German: Genforschung General field: Medical | Source text - Spanish available upon request (paper copy only) | Translation - German Genforschung:
Fünf „aggressive Gene“ lassen auf einen negativen Krankheitsverlauf bei Lungenkrebs schließen
Taiwanesische Forscher haben den genetischen Code von Lungentumoren mit schlechter Prognose gefunden. Ein Test, der die fünf „aggressiven“ Gene identifiziert, kann helfen, die Behandlung auf persönliche Bedürfnisse zuzuschneiden
Lungenkrebs ist eine Krankheit, dessen zukünftiger Verlauf schwer zu prognostizieren ist. Denn selbst wenn die Diagnose in einem frühen Stadium erfolgt, gelingt bei einigen Patienten die Heilung, während andere einen Rückfall erleiden. Im Rahmen einer Studie, die in der letzten Ausgabe des „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, stießen Forscher auf eine Möglichkeit, die weitere Entwicklung dieser Tumore einzuschätzen. Über fünf bestimmte, „aggressive“ Gene lässt sich bestimmen, bei welchen Patienten Rezidivrisiko besteht.
Durch diese Entdeckung könnte es möglich werden, dass Patienten mit einer risikoreichen Krebserkrankung zusätzlich zu einem operativen Eingriff weitere Therapien erhalten (wie etwa „Chemo“), während jenen, deren Krankheitsprofil auf ein geringes Risiko hindeutet, die Behandlung erspart bleiben würde.
Im Fall von Lungentumoren sind Rückfälle häufig. Die gängigen Methoden zur genaueren Bestimmung (etwa Einteilung in Krankheitsstadien) geben jedoch keinen Aufschluss über die Wahrscheinlichkeit. Es genügt heute nicht mehr zu wissen, in welchem Krankheitsstadium sich der Patient befindet, sondern es ist notwendig, „aggressivere“ Tumore von denen mit besserer Prognose unterscheiden zu können. Der Schlüssel dazu steckt in den Genen, die in den Krebszellen aktiv werden.
Die so genannte Molekulardiagnostik – d.h. die Möglichkeit einer Prognose mit Hilfe der DNA-Abschnitte, die im Tumorgewebe eines Patienten aktiv sind – wird derzeit bereits bei bestimmten Krebsarten (unter anderem bei Brustkrebs) intensiv erforscht.
Um den genetischen Code für Lungenkrebs herauszufinden, analysierten die taiwanesischen Forscher Proben von Tumorgewebe, die zwischen 1999 und 2003 bei insgesamt 125 Patienten entnommen wurden. Sie alle litten an nicht kleinzelligem Lungenkrebs, der häufigsten Form dieser Krebsart. Insgesamt fand man 672 Gene, die mit der Krankheit in Verbindung standen, 16 davon haben Einfluss auf die Überlebenschancen. Vier von ihnen deuten auf einen positiven Krankheitsverlauf hin, die zwölf übrigen auf einen negativen.
Schließlich erkannte man, dass aus fünf dieser Gene (es handelt sich um DUSP6, MMD, ATAT1, ERBB3 und LCK) ein Profil für hohes Rezidivrisiko erstellt werden konnte. Sie bildeten die molekulare Struktur der gefährlichsten Tumore. Man verglich die 59 Patienten, die über dieses Profil verfügten, mit den 42 Erkrankten, die eine risikoarme „Gen-Signatur“ besaßen, und es bestätigte sich, dass die erste Gruppe vor schlechteren Prognosen stand. Sie hatten durchschnittlich noch 20 Monate zu leben, während der Durchschnitt der anderen Gruppe 40 Monate betrug; sie würden voraussichtlich 13 Monate lang krebsfrei sein, die andere Gruppe im Durchschnitt 29 Monate. Die Patienten wurden durchschnittlich 20 Monate lang beobachtet.
Zur Absicherung dieser Erkenntnisse wurden Proben von weiteren 60 Patienten des National Taiwan University Hospital in Taipei und von 85 Patienten aus der westlichen Welt untersucht, um festzustellen, ob die Ergebnisse auf alle ethnischen Gruppen anwendbar sind. Der „Risiko-Gencode“ prognostizierte in beiden Fällen weniger Überlebenschancen und eine höhere Rückfallswahrscheinlichkeit.
Den Forschern ist vor allem an der Anwendung der Ergebnisse gelegen. „Die Identifikation dieser fünf Gene ermöglicht die Entwicklung gezielter Therapien gegen den Lungenkrebs“, notierten sie. Vor allem aber wird die Analyse der jeweiligen molekularen Struktur es erlauben, die Behandlung individuell an die Patienten anzupassen.
„Diese Arbeit zeigt, dass die erste Erforschungsphase des Genoms von Lungenkrebs schon sehr weit fortgeschritten ist. Damit ist der Weg geebnet für die zweite Phase, nämlich die Durchführung von Tests zur Anwendung der adjuvanten (zusätzlich zum operativen Eingriff angewandten) Chemotherapie bei Patienten, die einen Lungentumor im frühen Stadium, aber dem genetischen Code zufolge ein hohes Rückfallsrisiko haben (bei Patienten, deren Erkrankung noch nicht weit fortgeschritten aus, deren genetischer Code jedoch auf ein hohes Rezidivrisiko schließen lässt)“, heißt es im Leitartikel des „New England Journal of Medicine“. Bei Brustkrebs zeigt die Anwendung dieser Strategie bereits gute Ergebnisse.
| French to German: L'esclavage moderne et domestique (excerpt) General field: Social Sciences | Source text - French available upon request | Translation - German MODERNE UND HÄUSLICHE SKLAVEREI
Der Begriff der modernen Sklaverei hat mittlerweile Eingang in die Alltagssprache gefunden. Doch können wir wirklich erahnen, was sie im Leben der Frauen bedeutet, die verschleppt und unterdrückt werden, um von Reicheren ausgenützt zu werden? Als unmenschliche und entwürdigende Art der Gewalt geht ihre zerstörende Kraft bis an die Persönlichkeit der Opfer. Eine besonders häufige Form ist die häusliche Sklaverei.
Die Sklaverei ist noch keineswegs Geschichte. Sie bleibt bis heute Teil der wirtschaftlichen und sozialen Realität. Tatsache ist, dass sie abgeschafft wurde und dass in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 festgelegt ist, dass „niemand in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden“ darf und dass „Sklaverei und Sklavenhandel in all ihren Formen verboten“ sind. Dennoch besteht herkömmliche Sklaverei, wie sie früher betrieben wurde, in modernen wirtschaftlichen Verhältnissen weiter.
Jedes Jahr werden Tausende Mädchen und Frauen „angeworben“, verschleppt und versklavt. Im Weltbevölkerungsbericht 2000 des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) wird geschätzt, dass jedes Jahr „vier Millionen Frauen und Mädchen in die Ehe, Prostitution oder Sklaverei verkauft werden.“ UNICEF schätzt, dass jährlich 1,2 Millionen Kinder Opfer von Menschenhandel werden.
Die Begriffe moderne Sklaverei und Menschenhandel sind inzwischen Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs geworden, obwohl es immer Probleme bereitet hat, Sklaverei zu definieren. Die Gesetze der einzelnen Staaten stützen sich im Grunde auf zwei Definitionen. Die erste ist jene der Konvention gegen Sklaverei vom 25. September 1926, in der es heißt:„die Rechtsstellung oder Lage einer Person, an der einzelne oder alle mit dem Eigentumsrecht verbundenen Befugnisse ausgeübt werden.“ (Art.1, Zi. 1). Die zweite Definition ist jene aus dem Zusatzprotokoll der Konvention der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität, das zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen -und Kinderhandels dient. Dort wird Sklaverei wie folgt beschrieben: „Anwerbung, Beförderung, Verbringung, Beherbergung oder Aufnahme von Personen durch die Androhung oder Anwendung von Gewalt oder anderen Formen der Nötigung, durch Entführung, Betrug, Täuschung, Missbrauch von Macht oder Ausnutzung besonderer Hilflosigkeit oder durch Gewährung oder Entgegennahme von Zahlungen oder Vorteilen zur Erlangung des Einverständnisses einer Person, die Gewalt über eine andere Person hat, zum Zweck der Ausbeutung. Ausbeutung umfasst mindestens die Ausnutzung der Prostitution anderer oder andere Formen sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit oder Zwangsdienstbarkeit, Sklaverei oder sklavereiähnliche Praktiken, Leibeigenschaft oder die Entnahme von Organen.“ (Art. 3) Mit anderen Worten: Menschenhandel ist ein vielfältiger, beständiger Prozess, der eine Folge von Teilschritten umfasst und eine besonders gewalttätige Form von Verschleppung mit dem Ziel ist, eine Person zur Sklaverei zu zwingen.
Diese Verbrechen sind Formen unmenschlicher und erniedrigender Gewalt, welche das soziale Leben der betroffenen Person zerstören und den allmählichen Verlust ihrer Identität und Persönlichkeit nach sich ziehen. Ihr Recht auf Leben, auf Gedankenfreiheit, Meinungsfreiheit und Bewegungsfreiheit, ja das Menschsein an sich, werden ihr verwehrt. Die Opfer werden heute zwar nicht mehr in Ketten gelegt, aber sie werden wehrlos gemacht durch die Abnahme der Pässe, durch Gewalt und Repressalien, die ihrer Familie angedroht werden, und durch Demütigung.
Sexuelle Ausbeutung und Ausbeutung durch Arbeit oder Organhandel
Die Ausbeutung durch Sklaverei manifestiert sich auf verschiedenste Art und Weise, wie etwa sexuelle Ausbeutung (Prostitution, Pornografie, sogenannte Sex-Shows, Online-Sexdienste ...), aber auch die Ausbeutung durch Arbeit (in Haushalt, Landwirtschaft, Bekleidungsindustrie, Gastronomie, Straßenverkauf oder durch Betteln ...) oder Organhandel.
In Frankreich wurde im Jahr 1994 eine kleine Gruppe um die Journalistin Dominique Torres gegründet, die moderne Formen der Sklaverei anprangerte, ein Phänomen, das bis dahin völlig unbeachtet geblieben war. Damit warf das „Komitee gegen moderne Sklaverei“ (Comité Contre L’esclavage Moderne, CCEM), das seit mehr als zehn Jahren gegen sklavereiartige Zustände, und insbesondere gegen Ausbeutung im Haushalt kämpft, ein verstörendes Thema auf. Die tatsächliche Situation, wie sie heute berechnet und in Zahlen erfasst ist, ist umso verstörender. Sie ist in den Köpfen der Menschen, seit im Februar 1996 ganz Frankreich in den 20- Uhr- Fernsehnachrichten die Befreiung einer jungen Frau aus Eritrea mitverfolgen konnte, die bei einer libanesischen Diplomatin als Sklavin gehalten worden war.
Was versteht man unter häuslicher Sklaverei?
Häusliche Sklaverei ist eine Form der unsichtbaren Ausbeutung, die einerseits auf die Armut in den Herkunftsländern der Opfer, andererseits auf den wachsenden Bedarf an Haushaltshilfen in der westlichen Welt zurückzuführen ist, da dort immer mehr Frauen einen Beruf ausüben. Hausarbeit wird oft als eine Tätigkeit betrachtet, die ausländischen Frauen überlassen ist. Ihre Verfügbarkeit und die geringen Forderungen, die sie stellen, haben den Markt kippen lassen. So hat sich eine starke Konkurrenz auf der Angebotsseite entwickelt, und die Nachfrageseite hat ihre Forderungen in die Höhe geschraubt (Flexibilität, extrem lange Arbeitstage, anstrengende Aufgaben, niedrige Entlohnung ...). Die schwächsten unter den Migrantinnen sind meist nicht in der Lage, ihre Arbeitsbedingungen auszuhandeln und ihre Rechte zu verteidigen.
In diesem Zusammenhang wurde in Frankreich der Ausdruck „häusliche Sklaverei“ („esclavage domestique“) durch das CCEM geprägt, um die Lebensbedingungen jener Menschen zu definieren, die durch physische oder psychische Zwänge wehrlos gemacht werden und die ohne richtige Entlohnung dazu genötigt werden, bestimmte Arbeiten zu verrichten (Aufgaben im Haushalt, Kinderbetreuung...) – all das unter Bedingungen, in denen sie ihrer Freiheit beraubt und Gewalt ausgesetzt sind.
Die jungen Frauen arbeiten meist in privaten Haushalten und leben häufig mit der Familie ihres Ausbeuters unter einem Dach. Daher stehen sie der Familie rund um die Uhr zur Verfügung. Ihre Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt und an den Bedarf des Hausherren gebunden. Manchen Frauen sind jahrelang von der Außenwelt abgeschnitten: Sie werden regelrecht festgehalten. Die Mehrheit der Opfer erleidet physische Gewalt, aber es ist die psychische Gewalt, die den Frauen am meisten zusetzt. Sie werden abhängig gemacht, gedemütigt und gezielt erniedrigt. Sie haben weder das Recht zu sprechen, noch Kontakt mit ihrer Familie aufzunehmen, von jeglichem Recht auf Privatleben oder Privatsphäre ganz zu schweigen. Größtenteils haben die Opfer keinen Zugang zu Körper- bzw. Gesundheitspflege und viele können sich nicht einmal satt essen.
| More Less | | Years of translation experience: 1. Registered at ProZ.com: Oct 2009. | | N/A | | N/A | | N/A | | Adobe Acrobat, Microsoft Excel, Microsoft Word, Open Office, Passolo, Powerpoint, SDL TRADOS | | CV available upon request | | sumueller endorses ProZ.com's Professional Guidelines (v1.0). | | About me Susanne Müller
* 1984
Austria
Resume
- editor and proof-reader (Facultas, Vienna University Press)
- language teacher (German as a foreign language; coaching and private lessons in German and French)
- translation diploma (University of Vienna)
- ERASMUS scholarship for one semester in Barcelona, Spain
- theatre and media studies diploma (University of Vienna). I was a tutor and helped in organizing symposia.
- creative writing workshops for children and adolescents
Specialization
arts, literature and media; medicine and health care; pedagogics and psychology
creative writing and editing
desktop publishing
Languages
German (Native, Austrian), Spanish, French, English
Education
2009 basic training for language teachers
2002–2009 University of Vienna
M.A., translation and interpretation (German-French-Spanish)
diploma, theatre and media studies
specialization in multimedia and literary translation
basic training for interpreting
specialization German as a foreign language
Stays abroad
ERASMUS scholarship at Universitat Autònoma de Barcelona
Catalan basic course
Prizes
2009 AALST scholarship for young literary translators
2010 AALST recognition award for young literary translators
Professional experience
Since 2005 creative writing workshops for children and adolescents
Since 2008 proof-reader and editor at facultas.wuv
Since 2009 office assistant in an au-pair and job travel agency
Other
Private tutor
German teacher
Ecologist
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| Keywords: spanish, german, french, literature, tourism, medicine, editing, Spanisch, Deutsch, Französisch, Literatur, Kultur, Tourismus, Medizin
Profile last updated Aug 28, 2010 |