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Stundenlohn 10 - 12 € ?!
Thread poster: Jessi2712

Jessi2712  Identity Verified
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Aug 7, 2008

Hallo zusammen,

nachdem mir gestern etwas passiert ist, worüber ich mich erstmal eine Nacht "abreagieren" musste, habe ich jetzt doch das Bedürfnis, es hier zu posten.

Ein sehr guter Kunde von mir, mit dem ich schon seit 4 Jahren arbeite, hat mich gebeten, für sein Büro die Urlaubsvertretung zu übernehmen. Habe das jetzt im Juni schon für 2 Tage gemacht, hat auch ganz gut funktioniert, und "eigentlich" wollte ich es jetzt im September auch nochmals für 6 Tage übernehmen. Naiverweise habe ich angenommen, dass wir das ganze nach dem gleichen Tarif abrechnen, den ich sonst stundenweise auch bekomme (daraus lerne ich garantiert, über so etwas in Zukunft im voraus zu verhandeln!!). Nun kam gestern der dicke Hammer, der Kunde wollte mit mir die letzte Vertretung abrechnen und bat mir großzügigerweise einen Stundenlohn von 12,50 an. Alle bisherigen Urlaubsvertretungen hätten nur 10 - 12,50 verlangt und er hoffe, das sei für mich so in Ordnung. Ich habe ihm dann freundlich geantwortet, dass es für die 2 Tages Vertretung ok sei (es war schließlich mein Fehler, nicht vorher über den Stundenlohn zu verhandeln und ich könnte mir dafür selbst in den Allerwertesten beißen), wir allerdings nochmal über die Urlaubsvertretung für September sprechen müssten, weil mir 12,50 pro Stunde einfach zu wenig sind - nebenbei bemerkt, ich habe bei der letzten Kurzvertretung gemerkt, dass man nebenher eigentlich kaum zum Übersetzen kommt, weil so viel los ist, also wäre auch nix mit "Zusatzeinnahmen" durch Übersetzungen. Auf seine Frage, was ich mir denn pro Stunde so vorstellte, habe ich 20 € (und als maximale unterste Schmerzgrenze 18 €) angegeben. Kurz darauf kam die Antwort, das sei viel zu teuer, schließlich wäre es eine reine Sachbearbeitungstätigkeit und (wie schon gesagt) alle anderen Vertretungen wären mit dem Lohn vollauf zufrieden gewesen. Er will sich jetzt heute melden, ob sie sich für eine andere Lösung entscheiden oder nicht.

Kurz gesagt, ich fühle mich ziemlich ausgenutzt und verschaukelt und werde die Urlaubsvertretung zu diesem Stundensatz auf keinen Fall übernehmen. Leider leider habe ich den Fehler gemacht, mich viel zu sehr auf diesen Kunden zu verlassen, weil er eben auch sehr viele Aufträge schickt. Im Hinterstübchen habe ich jetzt irgendwie Schiss, dass er mich deswegen jetzt quasi "absägt" und mir keine Aufträge mehr gibt, weil er jetzt wegen der Vertretung sauer ist. Vielleicht sollte ich die Zeit, in der ich sonst die Urlaubsvertretung gemacht hätte, wirklich fürs Marketing nutzen...

So, jetzt habe ich mich etwas abreagiert, mich würde einfach mal interessieren, ob ihr schon mal ein ähnlich "großzügiges" Angebot hattet bzw. ob ihr für den Stundensatz die Vertretung gemacht hättet.

Liebe Grüße, Jessi


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Ralf Lemster  Identity Verified
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Selbst "abhängen" Aug 7, 2008

Hallo Jessica,
das ist schlichtweg eine Unverschämtheit.

Ich habe gerade eine Rechnung unseres Elektrikers bezahlt - die Obermonteurstunde kostet 40 Euro netto.

Gruß Ralf


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Ulrike Kraemer
Germany
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Kaum zu glauben ... Aug 7, 2008

Meine Putzfee verdient 10 € pro Stunde ... das sage ich, ohne ihre Arbeit damit "disqualifizieren" zu wollen, aber es ist ein Witz, wenn man dir nur 10 € bezahlen will.

Lieben Gruß,
LB


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Aniello Scognamiglio  Identity Verified
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Angebot und Nachfrage Aug 7, 2008

Hallo Jessica,

ich kann deinen Frust gut nachvollziehen, zumal du für diesen Kunden auch übersetzerisch tätig bist. Kurze Frage: Bist du mit dem Übersetzerhonorar zufrieden, das der Kunde bereit ist zu zahlen? Wenn es sich bei der Sachbearbeitertätigkeit um Aufgaben (Anforderungsprofil?) in Deutschland (Osten? Westen?) handelt, sind selbst 20 Euro lächerlich. Wo leben wir denn? Ich kann nur dazu raten, einen Betrag anzusetzen, der es dir ermöglicht, noch in den Spiegel zu schauen. Auch wenn letzten Endes "Angebot und Nachfrage" bestimmend sind, so gibt es doch Grenzen. Die hat dein Auftraggeber wohl überschritten. Andererseits: Hattest du noch nie ein Übersetzungsprojekt, das aufgrund der Umstände soviel Aufwand erforderte, dass umgerechnet "nur" ein Stundenlohn von 10 Euro heraussprang?

Das "Problem" ist meiner Meinung nach vielmehr ein grundsätzliches: Viele Übersetzer verkaufen sich seit eh und je (ich beobachte den Markt seit über 20 Jahren und muss feststellen, dass in keiner Branche die Honorare so stark gesunken sind, wie in der Übersetzungsbranche) weit unter Wert bzw. schlecht oder gar nicht. So hat sich im Laufe der Jahre ein Image herauskristallisiert, mit dem niemand zufrieden sein kann, am allerwenigsten die Übersetzer selbst. Nur sie können etwas daran ändern. Beispiel: Man sehe sich nur die vielen "schönen Bildchen" in ProZ an. Nein, ich werde jetzt nicht vom Thema abweichen, aber auch in unserer Branche gilt das "Gesetz der Anziehung"!

Summa Summarum: Steh zu deinem Wert, erhöhe deine Preise, und investiere mehr Zeit in die Neukundengewinnung. Argumente (die keine sind) wie "Die anderen Sachbearbeiter sind voll damit zufrieden" sind weder professionell noch überzeugend. Wenn ein potenzieller Kunde argumentiert, die anderen Übersetzer würden auch 8 Cent "bekommen", dann weiß ich sofort, was ich zu tun habe. Du jetzt auch, oder?

Alles Gute!
Keep a stiff upper lip!

Aniello
www.italengger.com [Bearbeitet am 2008-08-07 08:23]

[Bearbeitet am 2008-08-07 08:24]


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RWSTranslation
Germany
Local time: 20:51
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Wird sich das ändern? Aug 7, 2008

Hallo,

die Ruf der Branche (und damit auch die da erzielbaren Einkommen) hängen nicht unwesentlich von der Bedeutung von Übersetzungen für die Auftraggeber ab.

So lange es offensichtlich so ist, dass ein Auftraggeber keinen wirtschaftlichen Vorteil aus guten Übersetzungen ziehen kann, wird er auch nicht bereit sein mehr Geld in die Hand zu nehmen. Das zieht sich dann natürlich durch die ganze Branche.

Ein erster Schritt wäre es, wenn wir viel häufiger auch in Geschäften vor dem Kauf einen Produktes die Qualität der Dokumentation prüfen würden. Fragt doch einfach jedes Mal den Verkäufer, ob ihr nicht auch einen Blick in die Dokumentatioin werfen könnt und reklamiert magelhafte Dokumentation bei den Händlern. Die Händler werden dann den Druck irgendwann vielleicht weitergeben und ....

Viele Grüße

Hans


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Jessi2712  Identity Verified
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Local time: 20:51
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TOPIC STARTER
Danke Aug 7, 2008

Danke euch, es tut schon gut zu wissen, dass ich mit meiner Meinung nicht allein dastehe. Dummerweise lasse ich mich von Kommentaren wie "alle anderen waren mit der Bezahlung zufrieden" sehr leicht verunsichern und habe einen Moment lang wirklich gezweifelt, ob ich nicht doch hätte zusagen sollen. Andererseits frage ich mich schon, wie man von dem Geld in Deutschland leben sollte.

Das Übersetzungshonorar des Kunden ist (wie nicht anders zu erwarten) auch nicht sonderlich üppig. Ich habe schon lange vor, endlich etwas zu ändern, weil ich mich viel zu sehr von diesem Kunden abhängig gemacht habe (im Endeffekt war meistens so viel zu tun, dass ich die Neukundenakquise sträflich vernachlässig habe), aber die Geschichte wird jetzt der richtige Anlass, schleunigst was daran zu ändern.

Liebe Grüße, Jessi


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Annette Heinrich  Identity Verified
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Wer waren die "anderen Vertretungen"? Studenten? Aug 7, 2008

Hallo Jessica,

hast du deinen Auftraggeber mal gefragt, wer die anderen Vertretungen waren, die mit 10-12,50 Euro zufrieden waren? Handelte es sich vielleicht um Studenten, die das als Aushilfsjob gemacht haben (wenn es um reine Sachbearbeitung geht, bei der man z.B. kein CAT-Tool kennen muss, wäre das ja denkbar)? Dann könntest du deinen Auftraggeber einfach darauf hinweisen, dass du mit den Löhnen von Studenten nicht mithalten kannst, weil du ganz andere Kosten und Abzüge hast. Wenn du Übersetzungsleistungen erbringst, wird das ja auch berücksichtigt. So könntest du diesen kleinen "Streit" um die Urlaubsvertretung klären und die weitere Zusammenarbeit nicht belasten - sofern du diese möchtest. Denn es ist schon ein bisschen seltsam, dass dieser Kunde nicht von sich aus erkannt hat, dass 10-12 Euro pro Stunde für einen Freiberufler untragbar sind.

Viel Erfolg weiterhin!

Annette


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Wolfgang Ehle
Germany
Local time: 20:51
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Preise hoch halten Aug 7, 2008

Jessica Joerdel wrote:
.....

Kurz gesagt, ich fühle mich ziemlich ausgenutzt und verschaukelt und werde die Urlaubsvertretung zu diesem Stundensatz auf keinen Fall übernehmen. Leider leider habe ich den Fehler gemacht, mich viel zu sehr auf diesen Kunden zu verlassen, weil er eben auch sehr viele Aufträge schickt. Im Hinterstübchen habe ich jetzt irgendwie Schiss, dass er mich deswegen jetzt quasi "absägt" und mir keine Aufträge mehr gibt, weil er jetzt wegen der Vertretung sauer ist. Vielleicht sollte ich die Zeit, in der ich sonst die Urlaubsvertretung gemacht hätte, wirklich fürs Marketing nutzen...

So, jetzt habe ich mich etwas abreagiert, mich würde einfach mal interessieren, ob ihr schon mal ein ähnlich "großzügiges" Angebot hattet bzw. ob ihr für den Stundensatz die Vertretung gemacht hättet.

Liebe Grüße, Jessi


Hallo Jessi
Ich bin erst wenige Monate bei ProZ - und begeistert. Was mir allerdings auffällt, sind Angebote für 3-5 Cent pro Wort, die ich schlicht für ein Frechheit halte. Aber es gibt wohl genug Kollegen/-innen, die dafür arbeiten (müssen). Ich fasse unter 20 Cent keinen Job an - deshalb sind's heute auch nur wenige. Aber 20 Jahre lang konnte man von den Übersetzerhonoraren gut leben (wenn's nicht nur Jobs von Buchverlagen waren).
Wir haben uns in die Ecke treiben lassen. Oft genug können schon die Auftraggeber kein vernünftiges Deutsch, setzen die Sekretärin an die Übersetzung und merken natürlich hinterher nicht, wie mau das Ergbnis ist.
Mich hat der Streik der Drehbuchautoren in Hollywood sehr beeindruckt. Wenn wir das hinbekämen...

Und was deinen 12 Euro Job anbelangt: Wie steht's denn mit der Ertragslage des Kunden? Was verdient der Geschäftsführer, wie hoch sind die Dividenden? Also: Immer freundlich - aber hart bleiben.

Wolfgang


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Astrid Elke Witte  Identity Verified
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Mein Vorschlag wäre EUR 50,00 pro Stunde Aug 7, 2008

Hallo Jessica,

ich habe gemerkt, daß, wenn ich selbst als Agentur handele (was nicht täglich passiert), verliere ich eine Riesenmenge Übersetzungszeit. Im Prinzip, in Deutschland muß man mindestens EUR 50,00 pro Stunde verdienen, um das eigene (ganz normale) Gehalt sowie allen Kosten und Steuern zu decken. Egal was für einen Beruf man ausübt, ist es nicht praktisch, für weniger zu arbeiten. Ich ärgere mich schon, weil ich so oft die Dienstleistungen von Computermännern brauche, und diese verlangen immer EUR 70,00 pro Stunde. Und wenn die Rechnungen - in der Regel mit der Tagespost - ankommen, ist immer ein "Zahlungsziel" von gestern, vorgestern, oder sogar vor 7 oder 8 Tagen angegeben! So sieht die Realität aus.

Also, ich persönlich würde keine solche Vertretung für weniger als EUR 50,00 / Stunde, und ganz zeitnah bezahlt, übernehmen.

Beste Grüße,

Astrid


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erika rubinstein  Identity Verified
Local time: 20:51
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Man soll auch realistisch bleiben. Aug 7, 2008

[Also, ich persönlich würde keine solche Vertretung für weniger als EUR 50,00]Astrid Elke Johnson wrote:

Wir reden hier uber einen Sachbearbeiterjob, nicht über einen Übersetzerjob. Ich gehe jetzt davon aus, dass Übersetzungen auch nicht ein Teil des Jobs sind. Diese Arbeit verlangt keinen Hochschulabschluss und keine besonderen Kenntnisse. Ich habe als Studentin bei WDR als Hilfskraft gearbeitet. Da verdiente ich 14 DM Brutto die Stunde (also ca. 7 €). Und ich denke nicht, dass dort die Löhne sich grossartig geändert haben.

Die andere Frage, ob man als Übersetzer mit einem Hochschulabschluss so einen Job annehmen soll. Ich würde es jetzt nicht tun. Andererseits schreibe ich freiberuflich für Zeitungen und komme dabei im besten Fall auf einen stolzen Stundenlohn von 5 EUR.


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Anne Zielisch MCIL
Local time: 19:51
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Ruf der Branche verbessern Aug 7, 2008

"Ein erster Schritt wäre es, wenn wir viel häufiger auch in Geschäften vor dem Kauf einen Produktes die Qualität der Dokumentation prüfen würden. Fragt doch einfach jedes Mal den Verkäufer, ob ihr nicht auch einen Blick in die Dokumentatioin werfen könnt und reklamiert magelhafte Dokumentation bei den Händlern. Die Händler werden dann den Druck irgendwann vielleicht weitergeben und ...."

Gute Idee! Einer von vielen Schritten, das Berufsbild von Uebersetzern in der Bevoelkerung aufzuwerten. Die hoehere Bezahlung erfolgt dann fast automatisch.

(Wenn ich auf eine schlecht uebersetzte Website stosse, schreibe ich manchmal eine kurze Nachricht an den Kundendienst. Obs was bringt? Vielleicht wenns mehr Leute tun...)


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Astrid Elke Witte  Identity Verified
Germany
Local time: 20:51
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Realistisch? Aug 7, 2008

Hallo Erika,

es gibt in dieser Gegend Handwerker, die kaum den eigenen Namen schreiben können, und diese Handwerker verlangen - und erhalten - auch EUR 70,00 pro Stunde. Also, es geht um Lebenskosten, nicht um Qualifikationen. Man kann von ein paar Euro pro Stunde die Miete, die Nebenkosten, Lebensmittelkosten, usw., unter anderen, nicht decken.

Grüße,

Astrid


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erika rubinstein  Identity Verified
Local time: 20:51
Member (2011)
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Keine Frage Aug 7, 2008

Astrid Elke Johnson wrote:[es gibt in dieser Gegend Handwerker, die kaum den eigenen Namen schreiben können, und diese Handwerker verlangen - und erhalten - auch EUR 70,00 pro Stunde. Also, es geht um Lebenskosten, nicht um Qualifikationen. Man kann von ein paar Euro pro Stunde die Miete, die Nebenkosten, Lebensmittelkosten, usw., unter anderen, nicht decken.]


Natürlich gibt es das. Und ich empfinde das auch jedes Mal als Unverschämheit. Würde ich auch ausser Notfall nicht zahlen. Es gibt auch unter Handwerken viele, die es billiger machen.

Nur das bringt nichts, Jessica zu empfehlen, 50 EUR die Stunde zu verlangen. Das zahlt ihr keiner, auch 30 EUR nicht. Solange der Unternehmer jemanden für 10-12 EUR findet, mit dem er auch halbwegs zufrieden ist, wird er NIE mehr zahlen.


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Sonja Allen  Identity Verified
United Kingdom
Local time: 19:51
Member (2005)
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Mit Erika Aug 7, 2008

Ich denke zwar, dass 12 Euro die Stunde nicht gerade viel sind, und ich verstehe Deinen Ärger, aber die waren für die Art von Job, den ich eher als einen Aushilfsjob sehe, wahrscheinlich auch nicht ungewöhnlich. Ich kenne natürlich nicht die Lohnentwicklung in Deutschland in den letzten 10 Jahren, aber als ich als Studentin als Urlaubsvertretung in Deutschland im Büro gejobbt habe, waren damals 12 - 15 DM schon recht gut! Vor allem auch kleinere Unternehmen zahlten auch viel weniger als größere und ich vermute, in Deinem Fall handelt es sich eher um ein kleineres Unternehmen. Hier in England bekommt man momentan für einen "temporary job", also einer befristeten Stelle im Verwaltungsbereich (Buchhaltung, Sachbearbeitung...) und außerhalb Londons bestenfalls 8 Pfund, was umgerechnet deinem Eurobetrag in etwa entsprechen dürfte.
Ich glaube in Deinem Fall handelt es sich mehr um ein Mißverständnis beiderseits darüber, wie der Job anzusehen ist und dass ihr beide einfach von falschen Voraussetzungen ausgegangen seid. War zwar natürlich unrealistisch von der Firma zu denken, du würdest als qualifizierte Übersetzerin einen "Aushilfsjob" machen (zeigt auch wahrscheinlich wieder, dass Übersetzer nicht in die gleiche Liga wie IT-Fachleute etc. eingestuft werden), aber ich denke nicht, dass irgendwelche Ausbeutungsabsichten dahinter waren. Am besten das ganze unter "Erfahrung" abhaken und nicht darüber ärgern, auch wenn es schwerfällt.



[Edited at 2008-08-07 16:02]


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Claudia Digel  Identity Verified
Germany
Local time: 20:51
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Worum genau geht es bei dem Job? Aug 7, 2008

Hallo Jessica,

die entscheidende Frage ist aus meiner Sicht: Worum genau geht es bei dem Job, als was will dich dein Kunde beschäftigen?

Möchte er dich explizit als Übersetzerin beschäftigen, ist sein Angebot eine absolute Frechheit (und meiner bescheindenen Meinung nach ist auch die von dir festgelegte absolute Schmerzgrenze deutlich zu niedrig angesetzt).

Wenn ich dich allerdings richtig verstanden habe, geht es ihm um eine Urlaubsvertretung für sein Büro, also um einen Job, den ggf. auch ein Student mit entsprechenden Vorkenntnissen übernehmen könnte und für den du völlig überqualifiziert bist. So wie ich dich verstanden habe, sucht er einfach nur eine Aushilfskraft, für die eine Bezahlung von 12,50 Euro die Stunde vermutlich angemessen wäre. Warum er damit trotzdem ausgerechnet dich beauftragen möchte, ist mir nicht ganz klar (denkt er, er tut dir damit einen Gefallen, ist er zu faul, jemand anderen zu suchen?).

Aus meiner Sicht hast du hier nur zwei Möglichkeiten:
- Du lehnst den Job ab, weil du schlicht und ergreifend überqualifiziert bist. Falls der Kunde dich aus irgendwelchen Gründen trotzdem unbedingt dafür haben will, weist du ihn darauf hin, dass dafür dein regulärer Übersetzer-Stundensatz fällig wird, weil du schließlich Übersetzerin bist und in der Zeit keine anderen Aufträge annehmen kannst.

oder

-Du bist auf den Job angewiesen und nimmst ihn als das an, was er ist: ein Aushilfsjob zu einer entsprechenden Bezahlung. Wenn du das tust, musst du auch mit den 12,50 Euro zufrieden sein, schließlich ist es eben kein Übersetzerjob. Wenn ein Computerspezialist aufgrund mangelnder Auslastung beispielsweise nebenbei einen Putzjob annimmt, muss er sich ja auch an der branchenüblichen Bezahlung orientieren und kann für das Putzen nicht den Stundensatz verlangen, den er als Computerspezialist bekäme.

Für mich klingt das insgesamt ein wenig, als ob es zwischen dir und deinem Kunden ein Missverständnis bezüglich der Art dieses Jobs gegeben hätte.

Viele Grüße
Claudia


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