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Weg mit dem Lebenslauf (CV)!!!
Thread poster: Aniello Scognamiglio

Aniello Scognamiglio  Identity Verified
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Aug 14, 2008

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

tagtäglich ereilen mich "Bewerbungen" (manche sind nur noch beschämend) mit "angehängten" oder "eingeklebten" Lebensläufen. CVs interessieren mich nicht die Bohne! Ich will niemanden einstellen!

Wann findet in der Übersetzerbranche endlich eine Bewusstseinsänderung statt? Was muss noch geschehen, damit endlich ein Umdenken erfolgt? Viele jammern oder weinen wegen lächerlicher Wortpreise, schreien nach höheren Honoraren, ProZ möge Grenzen setzen usw. und wünschen sich mehr Respekt, und, und, und...

Von meinem Zahnarzt, meinem Rechtsanwalt, meinem Architekten..., die Liste ist lang... würde ich bestenfalls ein müdes Lächeln ernten, wenn ich sie nach einem CV fragen würde.

Hört endlich auf, Lebensläufe in der Weltgeschichte zu verschicken! Verkauft eure Leistungen! Wer die Universität oder eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, der mag mit einem CV noch richtig liegen, aber Berufserfahrene sollten sich mal Gedanken machen, wie sie bei potenziellen Kunden "rüberkommen".

Ich plädiere einfach für professionelleres Auftreten! Dies führt zwangsläufig zu mehr Anerkennung und befriedigenden Honoraren. Man kann es gar nicht oft genug sagen: Wenn das Image der Übersetzer besser werden soll, dann können und müssen die Übersetzer selbst etwas dafür tun, und niemand anders.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
Aniello

PS: Bitte Lebenslauf nicht mit Unternehmensprofil verwechseln!


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Herbert Fipke  Identity Verified
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Gut gebrüllt, Löwe! Aug 14, 2008

...und wahr gesprochen...
Im Gespräch mit vielen jungen KollegInnen - besonders mit gerade frisch examinierten - stelle ich auch immer wieder eine starke "Angestelltenmentalität" fest.

Leider wird in unserer universitären (und anderen) Ausbildung den Studierenden nicht klar gemacht, dass diese Ausbildung unweigerlich (zu über 80 Prozent) in die Selbständigkeit führt. Und von den meist angestellten Eltern hören sie eben: "Wenn du dich bewirbst (schon das ist der falsche Ausdruck), brauchst du einen Lebenslauf".

Wir "alten Hasen" sollten also vielleicht etwas Nachsicht üben. Ich selbst ergreife bei jedem PowWow immer gern die Gelegenheit, "unserem" Nachwuchs näherzubringen, was Selbständigkeit bedeutet. Meistens sind die jungen KollegInnen dankbar dafür, wenn ihnen jemand offen sagt, welche Einstellung sie sich aneignen sollten, und warum eine Selbständigkeit so ganz anders ist, als ein Angestelltendasein. Schließlich haben wir alle mal klein angefangen.

Dennoch hast du natürlich recht. Zum Teil seit Jahren freiberuflich arbeitende KollegInnen haben eben den Schuss immer noch nicht gehört... Da kann man nix machen...
Frohes Schaffen!
Herbert


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tectranslate ITS GmbH
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So weit so gut... Aug 14, 2008

...aber können wir mal bitte aufhören, Übersetzer ständig mit Zahnärzten, Architekten und Rechtsanwälten zu vergleichen? Die haben nämlich im Gegensatz zu den Übersetzern geschützte Berufsbezeichnungen.

Jeder Hinz und Kunz darf sich Fachübersetzer nennen, beim Facharzt ist das schon ganz anders.

Davon abgesehen ist das mit den CVs so 'ne Sache - wer outsourct (so wie ich), will halt wissen, welchen Hintergrund der Übersetzer hat, welche Qualifikationen und welche Erfahrungen. Wenn er mir das ohne CV vermitteln kann, wunderbar.

Viele Grüße
Benjamin


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Sylvia Magotsch
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Bitte den Ball flach halten Aug 14, 2008

Gerade gestern passiert: Eine Agentur, für die ich schon eine ganze Reihe von Übersetzungen gemacht habe, bittet mich, ihr einen Lebenslauf zuzusenden, "zur Vervollständigung ihrer Datenbank". Was sagt mir das? Keine Ahnung.
Ansonsten stimme ich tectranslate zu, wir brauchen unseren Lebenslauf manchmal ganz einfach, um nachzuweisen, dass wir eine entsprechende Ausbildung haben. Wenn manche das nicht interessiert - OK, E-Mails mit Anhängen lassen sich leicht löschen, wo ist also das Problem?


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xxxBrandis
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@Benjamin.. Aug 14, 2008

Hi! Sehr gut gesagt. Übersetzer sind vielleicht mit den Feinwerkmechanikern oder Sonderfertiger zu vergleichen, denn eigenständig entwerfen sie auch nicht wie die Architekten. BR Brandis

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Erik Hansson  Identity Verified
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Lebensläufe lesen? Extra Personal einstellen. Aug 14, 2008

Hallo in die Runde,

wir bekommen täglich zwischen 5 und 10 Bewerbungen (per E-Mail) von freiberuflichen Übersetzern, und fast immer werden da ein Lebenslauf, Bestallungsurkunde, eingescannte Zeugnisse und Kopien der Arbeitszeugnisse der letzten 5 Arbeitgeber gleich mitgeschickt. Ein schlne Stapel zum Lesen, aber wer um Gottes Willen soll denn alles das lesen? Und sinnvoll archivieren?

Dafür haben wir schon seit Jahren eine mehrsprachige Standardantwort parat, die wir den Bewerbern immer als Antwort zurücksenden, mit der Bitte, derjenige/diejenige möchte bitte unsere Website besuchen, wo das Bewerbungsformular ausgefüllt und abgeschickt werden könnte. Um der Lage Herr zu werden, akzeptieren wir einfach keine anderen Bewerbungen.

Erik

[Redigerad 2008-08-14 13:53]


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Andrea Brumma
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Direktkunden vs. Übersetzungsagenturen Aug 14, 2008

Ich denke, man muss hier den Unterschied machen, ob Dienste einem Direktkunden oder einer Übersetzungsagentur angeboten werden. Ich denke (hoffe!), dass niemand auf die Idee käme, sich bei einem Direktkunden mit seinem Lebenslauf zu bewerben. Dafür hat der professionelle Übersetzer sein Profil, seine Visitenkarte, seine Website ... Übersetzungsagenturen fordern jedoch zuhauf Lebensläufe an. In diesem Fall geht das „unprofessionelle“(?) Verhalten also von den Agenturen aus. Und solange ein Lebenslauf angefordert wird, werde ich ihn schicken. Ein adaptierter (!!), gut formulierter Lebenslauf kann sehr viel über eine Person und deren Arbeitsweise (!!) aussagen und einen guten Überblick geben. Ich habe selbst lange genug Übersetzer anhand ihres Lebenslaufes in Kombination mit ihrem Anschreiben ausgewählt. Mein Lebenslauf enthält eine „Profilseite“ (ausschließlich Sprachkombinationen, Spezialgebiete, Kontaktdaten und Zahlungsinformationen) und meinen „klassischen“, aber adaptierten Lebenslauf, in dem man beispielsweise sehen kann, dass ich jahrelange Auslandserfahrung sowie Erfahrung als Projektmanagerin habe, was für viele Kunden sehr interessant ist. Wer nicht weiterlesen möchte, liest einfach nur die Profilseite, die meiner Meinung nach völlig ausreicht (das gleiche gilt für das Ausdrucken). Ich denke, dass viele Übersetzer ihren Lebenslauf unaufgefordert an Agenturen schicken, weil sie tagtäglich sehen, dass dies so verlangt wird. Es ist also eine Frage der Konventionen, nicht der Professionalität der Übersetzer. Wie die gleiche Person an einen Direktkunden herantritt, kannst du nicht wissen, weil man dich doch, nehme ich an, entweder als Kollege oder als Agentur anschreibt. Wenn man sich als Freiberufler bei einer Agentur bewirbt, tritt man auch nicht als „Unternehmen“ auf, da man a) keins ist (da gibt es nun mal Unterschiede) und b) nicht als Konkurrenz gelten möchte. Mich persönlich stören nicht die Lebensläufe an sich, sondern deren Qualität. Wie gesagt, man kann einen Lebenslauf auch wunderbar anpassen.

Viele Grüße
Andrea


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Herbert Fipke  Identity Verified
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Unternehmensprofil Aug 14, 2008

tectranslate wrote:
Davon abgesehen ist das mit den CVs so 'ne Sache - wer outsourct (so wie ich), will halt wissen, welchen Hintergrund der Übersetzer hat, welche Qualifikationen und welche Erfahrungen. Wenn er mir das ohne CV vermitteln kann, wunderbar.


Ein CV enthält klassischerweise auch Dinge wie Geburtstag und Ort, Familienstand und Schulausbildung. Dies alles hat wohl wenig Einfluss auf die Fähigkeiten des "Bewerbers". Daher gibt es ein Unternehmensprofil, aus dem hervorgeht, mit wem derjenige schon gearbeitet hat und welche Berufserfahrung und Referenzen er/sie vorweisen kann. Das sollte wohl reichen...


...aber können wir mal bitte aufhören, Übersetzer ständig mit Zahnärzten, Architekten und Rechtsanwälten zu vergleichen? Die haben nämlich im Gegensatz zu den Übersetzern geschützte Berufsbezeichnungen.


Na und? Sind diese Damen und Herren nur deswegen besser oder höher qualifiziert als wir, weil irgendwelche staatlichen, sich für kompetent haltenden Stellen, irgendwann in deren Leben mal eine Bestandsaufnahme des Wissens gemacht haben? Die Ausbildung in diesen Berufen mag uns höherwertiger vorkommen, weil die Zertifikate schwerer zu erhalten sind. Aber sagt ein Zertifikat irgendwas über die individuellen Fähigkeiten aus, die ich jetzt gerade brauche? Diesem Gedankengang kann ich nicht folgen. Nicht jeder, der irgendein Papier vorweisen kann, ist deswegen automatisch qualifiziert, die gerade anstehende Aufgabe zu erfüllen, oder? Es gibt schließlich auch unter der sogenannten Creme der Gesellschaft Alkoholiker oder auf andere Weise unfähige Dilettanten.

Da arbeite ich doch lieber ein paar Mal auf Probe mit jemanden zusammen oder aufgrund von Kollegenempfehlungen...
Gruß
Herbert


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tectranslate ITS GmbH
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Ärzte und Übersetzer Aug 14, 2008

Herbert Fipke wrote:

Daher gibt es ein Unternehmensprofil, aus dem hervorgeht, mit wem derjenige schon gearbeitet hat und welche Berufserfahrung und Referenzen er/sie vorweisen kann. Das sollte wohl reichen...

Da sind wir uns doch direkt einig. Geburtsort und -tag etc. pp. interessieren mich im Allgemeinen nicht die Bohne.


...aber können wir mal bitte aufhören, Übersetzer ständig mit Zahnärzten, Architekten und Rechtsanwälten zu vergleichen? Die haben nämlich im Gegensatz zu den Übersetzern geschützte Berufsbezeichnungen.

Na und? Sind diese Damen und Herren nur deswegen besser oder höher qualifiziert als wir...

Wer ist "wir"? Aniello, Andrea, Brandis, Erik und Du? Merkst Du was?

Die Ausbildung in diesen Berufen mag uns höherwertiger vorkommen, weil die Zertifikate schwerer zu erhalten sind.

Schwerer als gar kein Befähigungsnachweis? Aber sicher.

Aber sagt ein Zertifikat irgendwas über die individuellen Fähigkeiten aus, die ich jetzt gerade brauche?

Allerdings. Ich würde doch mal hoffen, dass ein Doktor der Zahnmedizin weiß, wie man eine Zahnfüllung macht.

Da arbeite ich doch lieber ein paar Mal auf Probe mit jemanden zusammen oder aufgrund von Kollegenempfehlungen...

Das schließt sich doch nicht aus. Für solche Empfehlungen bin ich auch offen.

Schöne Grüße
Benjamin

P.S.: Suffköppe und Inkompetenzler gibt's überall - da brauchen wir nicht drüber diskutieren, finde ich.


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RWSTranslation
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Lebenslauf in Datenbank Aug 14, 2008

Sylvia Magotsch wrote:

Gerade gestern passiert: Eine Agentur, für die ich schon eine ganze Reihe von Übersetzungen gemacht habe, bittet mich, ihr einen Lebenslauf zuzusenden, "zur Vervollständigung ihrer Datenbank". Was sagt mir das? Keine Ahnung.
Ansonsten stimme ich tectranslate zu, wir brauchen unseren Lebenslauf manchmal ganz einfach, um nachzuweisen, dass wir eine entsprechende Ausbildung haben. Wenn manche das nicht interessiert - OK, E-Mails mit Anhängen lassen sich leicht löschen, wo ist also das Problem?


Hallo,

das mit dem Lebenslauf in der Datenbank könnte einfach damit zu tun haben, dass bei Ausschreibungen sehr oft Lebensläufe der eingesetzten Übersetzer (teilweise auch anonymisiert) mit eingereicht werden müssen.

Wir haben daher von unseren Übersetzern nach Möglichkeit auch die Lebensläufe hier verfügbar. Allerdings halte ich es für selbstverständlich, dass man bei den freien Mitarbeitern zum einen anfragt, wenn der Lebenslauf denn auch tatsächlich verwendet werden soll, dieser Übersetzer im Erfolgsfall dann auch die entsprechenden Übersetzungen bekommt (bzw. in der Gruppe der eingesetzten Übersetzer wiederzufinden ist) und natürlich, dass der Übersetzer zuvor informiert wird, wofür man denn nun den Lebenslauf in der Datenbank speichern will.

Im Übrigen wäre es auch ganz interessant mal bei den entsprechenden Firmen nachzufragen, was die denn so über einen speichern. Soweit ich das weiss, gibts da auch (in D) ein entsprechendes Auskunftsrecht.

Viele Grüße

Hans


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Leena vom Hofe  Identity Verified
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viel schlimmer finde ich... Aug 14, 2008

Viel schlimmer finde ich Bewerbungen in schlechtem Deutsch oder gar auf Englisch für einen FR > DE Job, den ich gepostet habe...

Das finde ich viel schlimmer.

Viele Grüße

Leena


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RWSTranslation
Germany
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Preise Aug 14, 2008

Aniello Scognamiglio wrote:

...

Ich plädiere einfach für professionelleres Auftreten! Dies führt zwangsläufig zu mehr Anerkennung und befriedigenden Honoraren. Man kann es gar nicht oft genug sagen: Wenn das Image der Übersetzer besser werden soll, dann können und müssen die Übersetzer selbst etwas dafür tun, und niemand anders.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
Aniello

PS: Bitte Lebenslauf nicht mit Unternehmensprofil verwechseln!


Hallo,
vielleicht führt ein professionelleres Auftreten tatsächlich zu höheren Preise. Ich bezweifle dies allerdings, denn die Preise werden derzeit vor allen von der Nachfrageseite bestimmt. Sol lange es für die Nachfrager von Übersetzungen keinen wirtschaftlichen Vorteil bringt, die Qualität der Dokumentation und der Übersetzungen zu erhöhen, wird wohl kaum einer tiefer in die Tasche greifen wollen.

CVs sind demnach nmM vor allem ein Instrument um Übersetzer zu finden, die aufgrund Ihres Lebenslaufes ein Minimum an Qualifikation aufweisen können ohne dass Sie einen formalen höherwertigen Qualifikationsnachweis haben, der evtl. einen höheren Preis rechtfertigen würde.

(Anders natürlich, wenn es um die Besetzung fester Stellen geht.)

Viele Grüße

Hans


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Herbert Fipke  Identity Verified
Germany
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Ergebnisunterschiede... Aug 14, 2008

tectranslate wrote:
Allerdings. Ich würde doch mal hoffen, dass ein Doktor der Zahnmedizin weiß, wie man eine Zahnfüllung macht.


Das weiß er sicher - theroretisch. Dennoch erlebt man gerade beim Zahnarzt immer wieder Überraschungen. Leider weiß man erst hinterher, ob er tatsächlich gut Spritzen setzen kann, ohne dass man an die Decke geht, oder ob die Arbeit, die er gemacht hat, auch von Dauer ist.

Nicht anders ist es in unserem Beruf: Ob mit oder ohne Qualifikation wissen wir auch erst hinterher, ob die Arbeit des Kollegen/der Kollegin was taugt...

Wo ist da der wesentliche Unterschied im Ergebnis??? Die förmliche Qualifikation (die ich im Übrigen auch habe), macht den Unterschied jedenfalls nicht aus. Sie kann allenfalls als Anhaltspunkt dienen.

[Bearbeitet am 2008-08-14 14:33]


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Astrid Elke Witte  Identity Verified
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Die Zahnärzte und Rechtsanwälte bewerben sich doch mit einem CV! Aug 14, 2008

Aniello Scognamiglio wrote:

Von meinem Zahnarzt, meinem Rechtsanwalt, meinem Architekten..., die Liste ist lang... würde ich bestenfalls ein müdes Lächeln ernten, wenn ich sie nach einem CV fragen würde.



Die Ärzte, Zahnärzte und Rechtsanwälte in dieser Gegend haben alle eine eigene Webseite, mit dem Lebenslauf dort eingeklebt!

Ich wünsche Dir einen schönen Feiertag morgen, Aniello!

Astrid


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Heike Behl, Ph.D.  Identity Verified
United States
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CV a la USA Aug 14, 2008

Herbert Fipke wrote:

Ein CV enthält klassischerweise auch Dinge wie Geburtstag und Ort, Familienstand und Schulausbildung. Dies alles hat wohl wenig Einfluss auf die Fähigkeiten des "Bewerbers". Daher gibt es ein Unternehmensprofil, aus dem hervorgeht, mit wem derjenige schon gearbeitet hat und welche Berufserfahrung und Referenzen er/sie vorweisen kann. Das sollte wohl reichen...



Die traditionellen deutschen "Lebensläufe" sind ohnehin entsetzlich altmodisch und für die moderne Arbeitswelt einfach ungeeignet.
Wenn ich so einen Lebenslauf für eine Bewerbung in den USA übersetzen soll, bin ich jedesmal wieder entsetzt, wie irrelevant das Ganze ist. Man muss sich durch anderthalb Seiten Blablabla durchquälen, bis man endlich auf die - aufgrund des bis dahin knapp gewordenen Platzes - recht kurz gefassten wesentlichen Informationen stößt. Als Erstes schick ich dem Bewerber ein paar Links mit Infos zu amerikanischen CVs, denn mit einer reinen Übersetzung tut man dem Bewerber keinen Gefallen.
Wenn's da schon mit der Grundschulausbildung und den Berufen der Eltern anfängt, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Das mag zwar früher einmal relevant gewesen sein, als die Mehrzahl der Leute eher ortsansässig war und die Information "Ach, das ist ja der Sohn von Herrn XYS aus der Bank" noch die Einstellungschancen verbessern konnte, aber heute?

CVs in den USA sind eher eine Visitenkarte der Fähigkeiten und besonderen Talente, die jemand für eine bestimmte Aufgabe mitbringt. Was der Zielsetzung nicht förderlich ist, wird weggelassen. Projekte oder Umstände, bei denen man sein ganzes Können unter Beweis stellen konnte, werden aufgeführt, und zwar nicht als nichtssagender Listenpunkt (Projekt XYZ für Kunden ABC), sondern mit konkreten Beispielen (besondere Herausforderung, kreative Lösung, gewinnbringende Ergebnisse für den Kunden).

Das ist eigentlich kein so großer Unterschied zum Unternehmensprofil, außer dass es sich auf eine Einzelperson bezieht.

Was völlig fehlt, sind: Foto, Info zu Alter, Geburtsort, Ehestand, Religion, Beruf der Eltern, Kindergarten, Grundschulte, weiterführenden Schulen.

Auch die Reihenfolge ist umgekehrt. Das Interessante, dh. der Grund, warum man für den Job die ideale Person ist, besondere Fähigkeiten und Informationen jüngeren Datums, kommt gleich zuerst. Kann das kein Interesse erwecken, braucht der Rest gar nicht gelesen werden.

Wenn ich von potenziellen Kunden aus Deutschland um einen Lebenslauf gebeten werden, schicke ich immer einen "amerikanischen" CV zurück, und bisher hat sich auch niemand darüber beschwert.



[Edited at 2008-08-14 16:19]


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