Diplomarbeitsthema mit Praxisbezug
Thread poster: Eva Bartilucci

Eva Bartilucci  Identity Verified
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Sep 7, 2008

Hallo liebe Übersetzer

mein Studium (B-Sprache: Französisch, C-Sprache: Italienisch) geht dem Ende zu und nun bin ich auf der Suche nach Ideen für ein Diplomarbeitsthema mit Praxisbezug.
An meiner Uni wählen die meisten Studenten ein Thema, das literarisch ist und wenig mit dem Übersetzerjob zu tun hat. Ich würde sehr gerne ein Thema mit Praxisbezug wählen, das mir in meinem späteren Job als Übersetzerin auch hilfreich sein könnte, habe aber leider überhaupt keine Ideen, was das für ein Thema sein könnte.
Deshalb meine Frage: Hat hier Jemand in der Diplomarbeit ein Thema mit Praxisbezug bearbeitet? Oder hat Jemand seine Diplomarbeit in einem Unternehmen/ Übersetzungsagentur (das wäre mir am liebsten) geschrieben? Hat Jemand Vorschläge für nützliche und interessante Themen?

Ich freue mich über Anregungen

Eva


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Andrej  Identity Verified
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Meine Diplomarbeit Sep 7, 2008

hiess "Uebersetzungsstrategie fuer technische Anleitungstexte (Sprachpaar Deutsch-Russisch, auf Basis von Texten aus dem Autobaugebiet)". Das war recht interessant und praxisnah. Ich habe viele Anleitungen von Mercedes, VW, Audi usw. gesammelt, jeweils Deutsch und Russisch, die Autohersteller waren sehr nett und haben mir die Anleitungen auf meine Anfrage geschickt (ich war damals in Deutschland). Ich habe natuerlich jede Menge Buecher gelesen, Texte analysiert, Fehler da gefunden und verschiedene Arbeitsweisen und Ansaetze bei der Uebersetzung bewertet, ich habe also sehr viel erfahren. Und das hilft mir auch in meinem Berufsleben bis jetzt. Vielleich koenntest Du auch so was Aehnliches waehlen und in diese Richtung arbeiten.

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RWSTranslation
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Übersetzungsbüros Sep 8, 2008

Hallo,

ich würde vorschlagen bei den größeren Übersetzungsbüros oder ggf. auch bei Dokumentationsbüros nach der Möglichkeit einer externen Diplomarbeit anzufragen. Evtl. ist es auch sinnvoll mit den Firmen auf der tekom Jahrestagung im November in Wiesbaden zu sprechen.

Viel Erfolg
Hans


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Eva Bartilucci  Identity Verified
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Danke Sep 8, 2008

Hallo!
@Andrej: Vielen Dank für deine Antwort. Ich denke sowas in die Richtung ware auch für mich interessant. Habe mir spontan überlegt, dass ein Thema wie "Übersetzungsstrategie für medizinische Beipackzettel (Sprachpaar Deutsch-Französisch, Deutsch-Italienisch)” interessant für mich sein könnte (habe Ergänzungsfach Medizin gewählt).
Allerdings glaube ich, dass es schwierig wird, theoretisches Material zum Thema zu finden (habe mal in Online-Katalogen von Bibliotheken recherchiert). Wie war denn bei deiner Diplomarbeit das Verhältnis zu Theorie/ Beispielen? Hast du leicht theoretisches Material zum Thema gefunden?

@Hans: Danke auch für deine Antwort. Ich habe schon bei mehreren Firmen / Übersetzungsagenturen angefragt, aber ich denke sie haben keine Themen, sondern wollen von mir ein Thema wissen.

Freue mich über weitere Anregungen/ Ideen!!:)

Danke,

Eva


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Andrej  Identity Verified
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... Sep 8, 2008

evina2 wrote:

Allerdings glaube ich, dass es schwierig wird, theoretisches Material zum Thema zu finden (habe mal in Online-Katalogen von Bibliotheken recherchiert).


Doch, was aus der Theorie kann man zur Problematik auch finden, es gibt doch Hans Vermeer, Katharina Reiß und andere nicht unwichtige Personen, die sich damit befassten/befassen. Heute abend schick ich Dir einige Literaturhinweise zum Thema.


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Eva Bartilucci  Identity Verified
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... Sep 8, 2008

Das wäre super, danke

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Richard Schneider  Identity Verified
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Erst die Dozenten fragen Sep 9, 2008

An meiner Uni wählen die meisten Studenten ein Thema, das literarisch ist und wenig mit dem Übersetzerjob zu tun hat.


Ja, das ist der übliche Weg, mit möglichst wenig Aufwand die Diplomarbeit hinter sich zu bringen. Allerdings werden solche Diplomarbeiten außer von dir dann nur noch von dem Prüfer gelesen. Anschließend kannst du alles in die Altpapiertonne werfen, weil sich niemand in der Branche dafür interessiert.

Praxisbezogene Diplomarbeiten terminologischer oder sonstiger Art werden hingegen gelegentlich sogar veröffentlicht.

Themen für terminologische Diplomarbeiten gibt es ohne Ende. Dafür ist allerdings ein terminologisches Grundwissen erforderlich, das die meisten Übersetzer nicht besitzen. In Germersheim ist deshalb vorab die Belegung eines Terminologiekurses mit Einarbeitung in das Terminologieprogramm Pflicht.

Der Empfehlung, direkt an Unternehmen oder Übersetzungsbüros heranzutreten, kann ich mich aber nicht anschließen. Damit würdest du das Pferd von hinten aufzäumen.

Es reicht nämlich nicht, dass _du_ eine praxisbezogene Diplomarbeit schreiben möchtest. Dein Prof. muss da mitspielen. Und es gibt welche, die nehmen keine praxisbezogenen Diplomarbeiten an.

Bei terminologischen Diplomarbeiten muss in der Regel ein zweiter Prüfer, der sich auf dem jeweiligen Fachgebiet auskennt, hinzugezogen werden. Das muss alles vorab besprochen und vereinbart werden.

Also erst die Dozenten fragen - in deinem Fall auch die Leiter der Fachübersetzungsübungen Medizin. Die haben auch Kontakte zu interessierten Unternehmen und können dir evtl. ein Praktikum vermitteln.

Über eines solltest du dir aber klar sein: Du wirst sehr viel mehr Zeit und Mühe in eine solche Diplomarbeit stecken müssen als die Kommilitonen, die es sich einfach machen und eine literarische Übersetzungskritik verfassen.

Von der Universität wird dieser zusätzliche Aufwand nicht honoriert. Es könnte aber sein, dass sich daraus interessante Kontakte in die Praxis ergeben. Außerdem macht sich ein praxisbezogenes Thema natürlich gut im Lebenslauf.

Anregungen zu praxisrelevanten Themen findest du unter anderem auf den Seiten von Prof. Peter A. Schmitt in Leipzig:
http://www.uni-leipzig.de/~ialt/merkbl/mrk-desider.htm
http://www.uni-leipzig.de/~xlatio/pas/


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Eva Bartilucci  Identity Verified
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... Sep 9, 2008

@Richard: Vielen Dank für den interessanten Link Kannst du zufällig irgendwelche Bücher, die eine Einführung in die Terminologiearbeit bieten, empfehlen?
Ich studiere in Germersheim und habe eben die Info bekommen, dass eine solche Veranstaltung zu Terminologiearbeit im Falle einer terminologischen Diplomarbeit nicht Voraussetzung ist...


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Richard Schneider  Identity Verified
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Arntz/Picht: Einführung in die Terminologiearbeit Sep 10, 2008

Das Standardwerk ist:

Reiner Arntz, Heribert Picht (2. Auflage 1991): Einführung in die Terminologiearbeit. Georg Olms Verlag: Hildesheim, Zürich, New York. ISBN 3-487-07235-1.

Das ist der Band, den ich im Regal stehen habe. Wahrscheinlich gibt es inzwischen eine neuere Auflage.

Dass ein Einführungskurs keine Pflicht mehr ist, ist bedauerlich. Früher wurde der von Prof. Schmitt durchgeführt, danach von Herrn Srinivasan (der ist aber wahrscheinlich auch nicht mehr in Germersheim). Falls ein solcher Kurs noch angeboten wird, solltest du ihn belegen - auch wenn das keine Pflicht mehr ist. Um vernünftige Glossare erstellen zu können, sollte man zumindest den Unterschied zwischen Begriff und Benennung kennen.

Grüße
Richard


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Barbara Wiegel  Identity Verified
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Einige Anregungen aus meiner alten Uni Sep 10, 2008

Hallo Eva,

hier sind einige Anregungen aus meiner alten Alma mater - der Universität Leipzig. Einfach mal auf der Startseite des Instituts für Angewandte Linguistik und Translatologie (www.ialt.de) als Suchbegriff "Diplomarbeit" eingeben und dann bekommt man untenstehende Links und noch einige Jahre mehr.

http://www.uni-leipzig.de/~ialt/JOOMLA/index.php?option=com_content&task=view&id=139&Itemid=143
http://www.uni-leipzig.de/~ialt/JOOMLA/index.php?option=com_content&task=view&id=104&Itemid=124
http://www.uni-leipzig.de/~ialt/JOOMLA/index.php?option=com_content&task=view&id=103&Itemid=123
http://www.uni-leipzig.de/~ialt/JOOMLA/index.php?option=com_content&task=view&id=102&Itemid=122

Bei der Aufzählung aus dem Jahre 1994 ist auch meine Diplomarbeit noch dabei (Barbara Keil hieß ich damals noch). Ich finde auch interessant, wie man bei einem Vergleich der Themen aus den frühen 90ern und der jetzt angebotenen sehen kann, wie der technische Fortschritt in unserem Metier immer größere Bedeutung erlangt hat.

Beste Grüße,
Barbara


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xxxhazmatgerman
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Industriesicht Sep 10, 2008

Aus Sicht eines Anwenders kann ich den Äußerungen von Schneider zur Marktsituation und sprachlichen Kompetenz nur zustimmen. Speziell "Literaturkritik" ist vorweggenommenes Altpapier. Übersetzungskompetenz für die Industrie kann nur aber an Fachübersetzungen geschult werden. Eine mögliche Quelle dafür wären z. B. die verschiedenen offiziellen Sprachfassungen der EU-Veröffentlichungen (nicht unbedingt die im Amtsblatt) sowie das Bundesgesetzblatt Teil II, in dem gelegentlich auch verbindliche d/frz. Paralleltexte stehen. Dies nur als Anregung.

Ein weiterer Aspekt ist die Terminologiearbeit, und zwar sowohl ihre theoretische Seite (auch da kann ich mich den Verweisen auf Leipzig von Wiegel/Schneider nur anschließen) als auch die praktische Seite (Datenformate und -struktur, Erfassungsroutine, QS, Vermarktbarkeit, Zeitaufwand, Quellenkritik). Übrigens ist auch die "Rechtschreibreform" nicht ohne Auswirkungen auf die Terminologiearbeit geblieben.

Schließlich gibt es in D auch einige Wörterbuchverlage, die je nach Qualität evtl. auch angesprochen werden könnten. Es ist zu vermuten, das sie Interesse an oder gar Erfahrung mit Terminologiearbeit unter Marktbedingungen haben.

Falls Sie dazu mehr wissen wollen, können Sie gerne melden.
Viel Erfolg.


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