Erfahrung im Voranschlag für Interview-Niederschrift?
Thread poster: Heike Behl, Ph.D.

Heike Behl, Ph.D.  Identity Verified
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Mar 26, 2009

Hat jemand von Euch vielleicht Erfahrung bei Voranschlägen für die Niederschrift eines sehr informellen Interviews? Der Interviewte ist ein älterer Künstler, der nicht immer sehr deutlich spricht. Interviewer und Interviewter reden oftmals gleichzeitig, beenden die Sätze des anderen, längere Pausen, Fragmente... Die Audioaufzeichnungen sind etwa 105 Minuten lang.

Dann soll das Ganze auch noch übersetzt werden, wofür natürlich die Anzahl der Wörter hilfreich wäre. Aber auf Grund des oben genannten verbalen Durcheinanders sehe ich keine Möglichkeit, ohne großen Zeitaufwand eine annähernd brauchbare Schätzung abzugeben.

Hat sich vielleicht schon mal jemand mit einem derartigen Projekt herumgeschlagen und kann Vergleichszahlen anbieten? Oder eine Idee, wie man dem Kunden einen einigermaßen realistischen Voranschlag liefern kann?

Andere Vorschläge, was man in dieser Situation tun könnte?

Bin für jeden Tipp dankbar!
Heike


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DENIZ AYDINLI
Local time: 22:50
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Preisvorschlag für Interview-Niederschrift Mar 26, 2009

Hallo Frau Ph. Dr. Behl,

Eine Niederschrift ist fast immer mit sehr viel Geduld und Mühe verbunden
und erfordert eine sehr hohe Konzentration. Bei solchen Arbeiten gehe ich
immer von folgender Formel
aus:
[Zeit (Minuten der Aufnahme) / 60] x (mein persönlicher Stundenlohn) x 9
und
für die Übersetzung (wenn der Kunde darauf besteht, dass man den Preis
schon vor der Niederschrift schon angibt:

[Zeit (Minuten der Aufnahme)] * 90] x (mein persönlicher Wortpreis)

Diese Formeln habe ich rein aus meinen persönlichen Erfahrungen heraus entwickelt.
Sie sollten in die Vereinbarung auf jeden Fall immer eine Klausel einbringen,
welche besagt, dass eventuell auftretender Mehraufwand ausgeglichen werden muss.


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Sonja Schuberth-Kreutzer  Identity Verified
Local time: 21:50
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Transkript ist Riesenaufwand Mar 26, 2009

Hallo Heike,

vor Jahren habe ich einmal ein dt. Interview zu Papier gebacht. Der Interviewte konnte keinen Satz ohne Satzbrüche, eigene Verbesserungen, Ähs usw. zuende bringen.
Dies hat u.a. den Nachteil, dass man sich das Gesagte sehr schlecht merken kann. Deshalb muss man ständig zurückspulen - ich habe das damals mit einem Handdiktiergerät machen müssen, weil ich kein passendes Gerät mit Fußschalter leihen konnte.

Insgesamt habe ich für die Niederschrift mindestens das Dreifache der Gesprächsdauer benötigt.

Ich würde als erstes mal klären, ob eine Zusammenfassung des Gesagten genügt, dann können dir die ständigen Unterbrechungen relativ egal sein. Wenn das Interview aber zu Dokumentationszwecken wörtlich notiert werden muss, wirst dich das Notieren viel Zeit kosten.

Viele Grüße
Sonja


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Blandina Broesicke  Identity Verified
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Hochrechnen Mar 26, 2009

Wenn das Interview vorliegt, würde ich 1-2 repräsentative Minuten, also mit den genannten Problemen, zur Probe transkribieren, die Zeit stoppen und das Ganze dann hochrechnen = Stundensatz.
Das Gleiche könntest Du dann mit dem erarbeiteten Skript dieser Probe tun: übersetzen, Zeit stoppen, hochrechnen. Auch hier wäre ein Stundensatz möglich.
Bei der Berechnung des Stundensatzes am besten noch einen Puffer einbauen, da die Geschwindigkeit, die du bei 1 Minute hast, sicher nicht konsequent durchgehalten werden kann.

In den englischen Foren auf Proz. findest Du zum Thema Transkription noch weitere Diskussionen!

Viel Glück,
Blandina


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Tarja Braun  Identity Verified
Germany
Local time: 21:50
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German to Finnish
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6 x Interviewdauer Mar 26, 2009

Hallo Heike,

ich habe diese Woche eine finnische Transkription gemacht. Ich habe dafür meinen normalen Stundensatz berechnet. Die Agentur sagte im Vorfeld, dass man normalerweise für die Transkription sechsmal so lange braucht, wie das Gesprochene dauert. Und siehe da, es kam so hin. Bei mir hatte es etwas länger gedauert, weil ich nach Absprache mit dem Kunden das Umgangssprachliche geschliffen habe, damit derjenige, der den Text ins Englische übersetzt, es etwas leichter hat.

Wenn du ein Angebot machen musst, kann ich nach dieser Erfahrung sagen: dein Stundensatz x Interviewdauer x 6.

Gruß, Tarja


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Heike Behl, Ph.D.  Identity Verified
United States
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TOPIC STARTER
Danke Mar 26, 2009

Danke für die bisherigen Antworten.

Die Hochrechnungsmethode habe ich früher schon bei anderen Transkriptionen angewendet, die aber entweder Vorträge oder Videokommentare waren. Dh. dort konnte man mit relativ wenig Zeitaufwand eine relativ verlässliche Zahl ermitteln.

Bei meinem recht chaotischen Text wird das allein schon recht viel Zeit in Anspruch nehmen. Ich würde bestimmt ein Stunde oder mehr brauchen, und das Resultat wäre sehr viel ungenauer.

Ich habe Bedenken, dass ich recht viel Zeit investieren muss, um einen Voranschlag machen zu können, der dem Kunden dann zu teuer wird und dann nichts aus dem Projekt wird. Ich weiß eh noch nicht, ob ich Zeit dafür habe und ich somit einem Kollegen die ganze Vorarbeit kostenlos abnehme...

6 x die Länge des Interviews scheint etwas lang, aber die Sache mit der Konzentrationsschwierigkeit habe ich bei dem Durcheinander an Stimmen und Fragmenten schon gemerkt. Vielleicht ist wirklich eine sinngemäß zusammenfassende Niederschrift eine bessere Methode. Ich habe auch Software, mit der ich die Aufnahme verlangsamen kann, das hilft auch schon etwas, verzerrt aber wiederum den Zeitfaktor.

Ich werde in jedem Fall nachfragen, welche Kostenvorstellungen der Kunde hat, ob das überhaupt mit der Realität vereinbar ist, und mehr Infos zum Verwendungszweck etc. einholen.


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