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Honorarkürzung wegen Wiederholungen (Gericht)
Thread poster: Selina B
Selina B
Local time: 05:09
Aug 24, 2009

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

wiederholt befinde ich mich in einem Dilemma. Ich übersetze öfters Scheidungsanträge fürs Gericht. Fast immer sind dabe Schriftstücke, die immer gleich sind, nur die Parteibezeichnung wird geändert. Wie behandelt Sie solche Teste bei Honorarausstellung? Berücksichtigen Sie die Wiederholungen (obwohl es sich um verschiedene Auftrage handelt, zwischen denne manchmal Monate liegen), oder berechnen Sie jedesmal den vollen satz (1,25) für den gesamten Auftrag?


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Astrid Elke Witte  Identity Verified
Germany
Local time: 05:09
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Es ist unterschiedlich Aug 25, 2009

Wenn es sich um dieselbe Mandantin handelt, verrechne ich keine Teile, die ich schon früher übersetzt habe, es sei denn es jedes Mal um einen Mindestauftrag handelt.

Sollte es sich um verschiedene Mandantinnen handeln, verrechne ich natürlich den vollen Satz.


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Derek Gill Franßen  Identity Verified
Germany
Local time: 05:09
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What the court does... Aug 25, 2009

The court receives many petitions that are similar (if not exactly the same), albeit with different parties. The court charges the same fees every time.

There is a certain amount of overhead that you incur just by accepting the work and then doing it. Plus, looking through the document and determining that it is exactly the same as a document you translated, in some cases months ago, also equals a certain amount of work (you never know, there may actually be some small, but significant change in some random part of the petition).

Unless you have negotiated something else with the contractor providing the work, I would tend to think that charging the full amount is fine. If the contractor thinks it is not getting a good deal, then they will usually let you know and initiate negotiations.

I think that most courts will view the work as a "set price" that is incurred every time the court needs a translation. (The court will just tack whatever costs are incurred onto the costs of the whole lawsuit, i.e., the parties or the taxpayers will end up bearing the costs in most cases, so the court could usually not care less.)

P.S. Sorry that I wrote that in English... I wasn't paying attention (if you need a translation into German, please feel free to ask).


[Edited at 2009-08-25 10:48 GMT]


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Selina B
Local time: 05:09
TOPIC STARTER
Auftraggeber ist immer dieselbe Behörde. Aug 26, 2009

Vielen Dank liebe Kollegen,
leider ist mein Englisch ziemlich schwach
Es geht nich um private Aufträge von Mandanten sondern um gerichtliche Aufträge - vom selben Gericht! Ich bekomme in regelmäßigen Abständen alle 2-3 Monate gerichtliche Verfügunen, Scheidungsurteile etc. zum übersetzen. Insbesondere bei Scheidungssagen gibt es 2-3 Schriftstücke, die vom Inhalt gleich sind oder nur minimal geändert werden (persönliche Daten, Anschriften, Fristen). Beim Gericht nachzufragen möchte ich nicht.


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Ursula Dias  Identity Verified
Portugal
Local time: 04:09
Member (2008)
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Soweit ich weiß, Aug 26, 2009

"vermittelt" das Gericht diese Übersetzungen lediglich für den jeweiligen Antragsteller (in Scheidungssachen). Das bedeutet, dass im Endeffekt der einzelne Antragsteller indirekt durch das Gericht unter dem Posten "Auslagen des Gerichts" mit den Kosten Deiner Übersetzung belastet wird.

Mit anderen Worten: der Kunde ist jedesmal ein anderer (es sei denn, er lässt sich mehrfach scheiden und die Dokumente werden immer wieder von Dir übersetzt

Dem Gericht tust Du jedenfalls keinen "Gefallen", wenn Du in manchen Fällen "Sonderpreise" machst; ich könnte mir sogar vorstellen, dass so etwas eher Verwirrung stiftet.

Ich habe selbst 11 Jahre im OLG-Bezirk Köln als Übersetzerin gearbeitet und alles voll berechnet - ohne irgendeine Beanstandung (allerdings kam das bei mir nicht so häufig vor, dass ich ein Dokument fast unverändert nochmal übersetzen sollte).

Übrigens: Das Gericht verlangt auch jedesmal die gleichen Gerichtsgebühren von den Prozessbeteiligten, auch wenn es sich immer um eine Scheidung mit den selben Dokumenten dreht, bei denen lediglich die Namen ausgetauscht werden müssen.


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Ursula Dias  Identity Verified
Portugal
Local time: 04:09
Member (2008)
French to German
+ ...
Ein Blick ins Gesetz Aug 27, 2009

kann auch sehr hilfreich sein: http://bundesrecht.juris.de/jveg/index.html

Ich kann auf Anhieb nichts finden, was darauf hinweisen könnte, dass es bei Wiederholungen/Matches weniger oder gar kein Honorar gibt!


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Derek Gill Franßen  Identity Verified
Germany
Local time: 05:09
German to English
+ ...
Danke für die Übersetzung! Aug 27, 2009

Ursula Dias wrote:

"vermittelt" das Gericht diese Übersetzungen lediglich für den jeweiligen Antragsteller (in Scheidungssachen). Das bedeutet, dass im Endeffekt der einzelne Antragsteller indirekt durch das Gericht unter dem Posten "Auslagen des Gerichts" mit den Kosten Deiner Übersetzung belastet wird.

Mit anderen Worten: der Kunde ist jedesmal ein anderer (es sei denn, er lässt sich mehrfach scheiden und die Dokumente werden immer wieder von Dir übersetzt

Dem Gericht tust Du jedenfalls keinen "Gefallen", wenn Du in manchen Fällen "Sonderpreise" machst; ich könnte mir sogar vorstellen, dass so etwas eher Verwirrung stiftet.

Ich habe selbst 11 Jahre im OLG-Bezirk Köln als Übersetzerin gearbeitet und alles voll berechnet - ohne irgendeine Beanstandung (allerdings kam das bei mir nicht so häufig vor, dass ich ein Dokument fast unverändert nochmal übersetzen sollte).

Übrigens: Das Gericht verlangt auch jedesmal die gleichen Gerichtsgebühren von den Prozessbeteiligten, auch wenn es sich immer um eine Scheidung mit den selben Dokumenten dreht, bei denen lediglich die Namen ausgetauscht werden müssen.




Das ist auf Deutsch ungefähr das, was ich auf Englisch geschrieben habe. Danke Ursula!


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KSL Berlin  Identity Verified
Portugal
Local time: 04:09
Member (2003)
German to English
+ ...
JVEG sieht keine Rabatte vor! Aug 27, 2009

Immer alles voll berechnen!

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Unikate
Local time: 05:09
English to German
+ ...
1,25 = voller Satz?? Sep 14, 2009

Hallo, Selina,

wie schon gesagt wurde, sieht das JVEG keinerlei "Mengenrabatte"vor - das wäre ja auch schlimm, denn 1,25 ist wirklich schon niedrig genug!! Für diejenigen, die zu Zeiten des Vorgängergesetzes ZSEG noch nicht tätig waren: damals gab es als Mindestsatz DM 3,00 bzw. EUR 1,53 pro Zeile!!!

Christiane


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Und wenn die gleichen Schriftstücke zum selben Auftrag gehören? May 25, 2012

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

und wie würden Sie vorgehen bei einem Auftrag (vom Gericht), bei dem dieselben Dokumente für zwei verschiedene Personen (Beklagte) gefertigt wurden?

Die zwei Dokumentensets wurden mir zusammen geschickt, gehören zum selben Rechtsstreit und unterscheiden sich nur durch Namen- und Adressangaben (der Beklagten, an die sei adressiert sind). Ansonsten ist der Text identisch. Ein paar Blätter sind gar ganz identisch (da sie keine Adressaten enthalten).

Wäre es angemessen, für die erste Ausfertigung den vollen Preis zu berechnen und für die zweite 50% vom vollen Preis? So wurde es z.B. im folgenden Fall empfohlen, wo ein Kollege eine "schon vorhandene Übersetzung mit dem Ursprungstext abgleichen" und eventuelle Abweichungen markieren sollte:

http://www.proz.com/forum/german/67352-honorar_beim_textabgleich.html

(Schließlich habe ich ja auch einen Abgleich zwischen den beiden (deutschen) Texten machen müssen.)

Was meinen Sie?


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Schtroumpf
Local time: 05:09
German to French
+ ...
Voller Satz ist in Frankreich normal May 30, 2012

Hallo,

hier in Frankreich ist die Gesetzeslage nicht unbedingt dieselbe, aber angesichts der Preise ist die Situation doch in etwa vergleichbar (unsere Preise sind noch etwas niedriger als in Deutschland).

Wiederholungen egal welcher Art werden hier nicht anders abgerechnet als beim erstmaligen Übersetzen. Hierzu sehe ich mehrere Argumente:
Erstens ist der niedrige Preis erst dann vertretbar, wenn man berücksichtigt, dass im Gesamtaufwand gelegentlich auch leichtere Passagen enthalten sind.
Zweitens wäre es ein nicht vertretbarer Aufwand für die überlasteten Gerichte, zu prüfen, wie viele Wiederholungen vorkommen bzw. wie viel vom Text ein Übersetzer schon irgendwann vorher mal übersetzt hat (zu Recht haben die Kollegen das Thema angesprochen, dass dazwischen mehrere Monate oder Jahre verfließen können).
Drittens ist die Erstellung beeidigter Übersetzungen eben nicht nur an der Wortzahl messbar. Wir bescheinigen ja auch bei jedem Blatt und jedem Absatz, dass die Übersetzung damit übereinstimmt - selbst wenn der Vollstreckbarkeitsstempel zum tausendsten Mal übersetzt wird.
Viertens wäre es nicht gerecht, dass der zweite Kunde, der sich scheiden lässt, weniger bezahlt als der erste, der uns in unserer Laufbahn begegnet ist (sonst wäre der erste der Pechvogel!!).

Also, solange die Übersetzung vom Gericht beauftragt wird und die entsprechenden Preise gesetzlich vorgeschrieben sind, sehe ich keinen Grund, davon abzuweichen.


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Frage umformuliert Jun 1, 2012

Hallo Schtroumpf,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich stimme Ihnen auch zu und würde für zwei gleiche Texte jedesmal den vollen Preis berechnen, wenn es sich um zwei verschiedene Kunden handeln würde.
In diesem Fall geht es jedoch um einen und denselben Rechtsstreit, bezahlen wird am Ende der Verlierer des Prozesses - also ein und derselbe Kunde.

Bei meinem Auftrag sind z.B. zwei Kopien des selben Urteils dabei, die sich ÜBERHAUPT NICHT voneinander unterscheiden (die sollen an zwei Beklagte des selben Rechtsstreits geschickt werden).
Aussederm sind da zwei gerichtliche Anschreiben dabei, welche sich bloß durch die Namen und die Adressen der jeweiligen Empfänger, sowie durch die Anrede voneinander unterscheiden ("Sehr geehrter Herr X" vs. "Sehr geehrter Herr Y").

Es ist also nicht so trivial, wie der Fall mit dem selben Text bei zwei verschiedenen Aufträgen.

Daher möchte ich versuchen, die Frage nun etwas anders zu formulieren:
Wenn ein Kunde Ihnen EIN Dokument schicken würde und Sie bitten würde ihm zwei Kopien der beglaubigten Übersetzung hiervon zu liefern, würden Sie dann zweimal den vollen Preis berechnen? Oder würde die zweite Kopie weniger kosten? Wieviel weniger?

Vielen Dank schon einmal im Voraus. Ich bin für jede Hilfe dankbar.


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Rolf Keller
Germany
Local time: 05:09
English to German
Für reines Kopieren kann man nur Peanuts verlangen Jun 3, 2012

LiLu1 wrote:
Wenn ein Kunde Ihnen EIN Dokument schicken würde und Sie bitten würde ihm zwei Kopien der beglaubigten Übersetzung hiervon zu liefern, würden Sie dann zweimal den vollen Preis berechnen? Oder würde die zweite Kopie weniger kosten?


Die zweite Kopie dürfte natürlich nur die Handling-/Beglaubigungsgebühr kosten.


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Handlinggebühr Jun 4, 2012

Vielen Dank, Herr Keller! Das bringt mich schon weiter

Die zweite Kopie dürfte natürlich nur die Handling-/Beglaubigungsgebühr kosten.


Da der Auftrag von einem Gericht kommt, kann keine Beglaubigungsgebühr in Rechnung gestellt werden. Somit bleibt nur noch die Handlinggebühr.

Wie hoch kann solch eine Handlinggebühr sein? Die Hälfte (50%) vom Standard-Übersetzungspreis wäre da vermutlich zu viel?


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Schtroumpf
Local time: 05:09
German to French
+ ...
@ Lilu Jun 4, 2012

LiLu1 wrote:

...
Bei meinem Auftrag sind z.B. zwei Kopien des selben Urteils dabei, die sich ÜBERHAUPT NICHT voneinander unterscheiden (die sollen an zwei Beklagte des selben Rechtsstreits geschickt werden).
Aussederm sind da zwei gerichtliche Anschreiben dabei, welche sich bloß durch die Namen und die Adressen der jeweiligen Empfänger, sowie durch die Anrede voneinander unterscheiden ("Sehr geehrter Herr X" vs. "Sehr geehrter Herr Y").

aher möchte ich versuchen, die Frage nun etwas anders zu formulieren:
Wenn ein Kunde Ihnen EIN Dokument schicken würde und Sie bitten würde ihm zwei Kopien der beglaubigten Übersetzung hiervon zu liefern, würden Sie dann zweimal den vollen Preis berechnen? Oder würde die zweite Kopie weniger kosten? Wieviel weniger?
[/quote]

Hallo Lilu,

wenn ein und dasselbe DOKUMENT zweimal vorkommt, kann man wohl eher von zwei Ausfertigungen oder Kopien sprechen. In diesem Fall verrechne ich als Übersetzer eben auch zwei Ausfertigungen von meiner Übersetzung.

Wenn aber auch nur die Anrede, Anschrift o.ä. geändert wurde, handelt es sich zweifelsfrei um zwei Dokumente, und die würde ich auch jeweils so abrechnen. Wer garantiert mir denn dafür, dass sich außer der Anrede oder Anschrift nichts geändert hat? Nur mein eigenes Falkenauge, dessen Arbeit ich mir genauso honorieren lasse wie die Arbeit meiner 10 Finger auf der Tastatur.

Ich hab mich gerade neulich durch einen Aktenstapel gewühlt, bei dem in fünf Schreiben dreimal fast alles gleich war, zweimal kleine Änderungen vorkamen, aber nicht dieselben, und ich schwöre, dass es fast schwieriger war, darin nicht den Überblick zu verlieren, als ein 25-Seiten-Urteil "herunterzuübersetzen"!


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