Übersetzung eines Buches - Frage zu Exposé und Verlagssuche
Thread poster: ChristinaM
ChristinaM
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Jan 13, 2010

Hallo liebe Proz-Mitglieder,

obwohl ich schon seit längerem regelmäßig hier im Forum stöbere, bin ich doch recht neu hier. Zuerst möchte ich ein großes Lob an alle aussprechen, die dieses Forum zu dem gemacht haben, was es ist - eine der informativsten Seiten im Web!

Nun zu meinem Anliegen: Seit einer Weile habe ich den Wunsch ein bestimmtes Buch aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Hierfür habe ich das Forum auch schon einige Male durchsucht und bin auf viele hilfreiche Tipps gestoßen. Ich habe den Autor kontaktiert und mich erkundigt, ob die Rechte bereits von einem deutschen Verlag gekauft wurden bzw. bereits ein Übersetzer beauftragt wurde. Er meinte nein...was mich natürlich sehr freut. ^^

Nun geht es also darum ein Exposé zu schreiben und dieses an deutsche Verlage zu schicken, um sie davon zu überzeugen, das Buch auf Deutsch herauszugeben. Leider bin ich so ziemlich planlos wie ein Exposé aussehen muss und wollte mich bei euch erkundigen, ob zufällig jemand ein Beispiel-Exposé für mich hätte? Es sollte ja im Grunde eine kurze Zusammenfassung des Inhalts und Informationen über den Autor enthalten. Nun ist es ja so, dass das Buch bereits auf Englisch erschienen ist und es somit eine "offizielle Synopsis" für das Buch gibt. Dürfte man diese auf Deutsch übersetzen und an die Verlage schicken (evtl. bisschen ergänzt und abgeändert), oder verstößt man damit gegen irgendwelche Rechte? Ich bin wirklich so ziemlich das unkreativste Wesen, das existiert und ich wüsste nicht, wie ich den Inhalt interessant formulieren könnte, um die Neugier der Verlage zu wecken. -_-

Die zweite Frage bezieht sich auf die Probeübersetzung, die zusammen mit dem Exposé an die Verlage geschickt werden soll. Kann diese Probeübersetzung aus verschiedenen Teilen des Buches bestehen? Das Buch ist wie eine Art Tagebuch aufgebaut, sodass ich mir überlegt hatte die tragischten und humorvollsten Einträge auszusuchen und zu übersetzen. Wie lang sollte die Probeübersetzung mindestens sein (habe nur von max. 10 Seiten gelesen, aber nicht wieviel mindestens).

Kann eigentlich die "Gefahr" bestehen, dass ein Verlag Interesse an dem Buch hat, dieses dann aber einem anderen Übersetzer in Auftrag gibt?? Dass ich mir mit der Übersetzung dieses Buches kein goldenes Näschen verdienen könnte, ist mir sehr wohl bewusst. Dennoch ist es für mich eine Herzensangelegenheit und ich würde das Buch gerne selbst übersetzen.


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Klaus Urban  Identity Verified
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Verlagssuche als Übersetzer Jan 13, 2010

Hallo Miracles,
habe selbst, zusammen mit meiner Frau, 10 Bücher ins Deutsche übersetzt. Nur beim ersten bin ich so rangegangen, selbst als Übersetzer einen Verlag zu suchen, das war vor gut 20 Jahren.
Als wir, nach vielen Misserfolgen, endlich einen Verlag gefunden hatten, der uns ernsthaft zuhörte, konnte sich unser Gesprächspartner - immerhin der Chef des Verlags selbst - kaum vor Lachen halten: Normalerweise, so klärte er uns auf, sucht der Verlag den Übersetzer, nicht umgekehrt. Wir haben den Auftrag, nach langwierigen weiteren Verhandlungen - und der Lieferung von Probearbeiten -, trotzdem bekommen, und, als wir diese Aufgabe zu seiner großen Zufriedenheit bewältigt hatten, bekamen wir von ihm gleich 5 (!) weitere Aufträge auf einen Schlag.
Nur einmal noch gelang es uns, bei der Buchmesse, als Übersetzer einen Verlag zu finden, im persönlichen Gespräch und mit der inzwischen stattlichen Liste an Referenz-Übersetzungen. Bei den übrigen wurden wir dann, wie das üblich zu sein scheint, von den Verlagen - aufgrund unseres damit erreichten Renommés - angesprochen.
Zielfernrohr, nicht Schrotflinte, kann ich nur empfehlen. Das Buch sollte genau in das Verlagsprogramm des angesprochenen Verlags passen, und nicht in Konkurrenz zu einem von dem Verlag gerade herausgegebenen anderen Werk stehen. Ob es dazu eines Exposés oder einer Probeübersetzung braucht, bezweifle ich. Eher: Wie kommst Du überhaupt dazu, ein Buch übersetzen zu wollen und warum gerade dieses? Andere erfolgreiche Übersetzungen erscheinen mir als Beweis für Deine Fähigkeiten mehr zu versprechen als Probeübersetzungen aus dem von Dir ins Auge gefassten Buch. Kannst Du so etwas vorweisen? Wenn nicht - nur Mut!, wir konnten es damals auch nicht und waren trotzdem erfolgreich, auch ohne Exposé und ohne Probeübersetzung.
Viel Erfolg!
Klaus


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Dr. Nicole Holzenthal de Cimadevilla  Identity Verified
Spain
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Nicht zu lang Jan 15, 2010

Hallo Christina,
ich habe im Bereich der Philosophie die verrückte Idee gehabt, einen spanischen Philosophen auf Deutsch zu übersetzen und dann auch noch veröffentlichen zu wollen. Und genau das habe ich getan: eine Kurzbiographie des Autoren aufgesetzt, eine kurze Synopsis des entsprechenden Buches (geh ruhig vom Werbetext aus, damit du nicht stundenlang vor dem weißen Blatt sitzt, aber motiviere den bloß übersetzten Text doch noch etwas deinen Vorstellungen nach, der wird dann bestimmt noch ansprechender!), dann hab ich noch eine Liste der sonstigen (auch evtl. bereits auf Deutsch) herausgebrachten Schriften des Autors beigelegt, und mit einem netten Anschreiben hab ich das dann allen Verlagen geschickt, die Philosophie herausbringen. Und es hat tatsächlich geklappt! Neben Deutschland kannst du ja auch in der Schweiz und in Österreich angesiedelte Verlage hinzunehmen. Probeübersetzung musste ich selbst damals keine anfertigen (hätte ich selbstverständlich gern getan, sobald sie eine von mir verlangt hätten). Ohne dass das also bei mir der Fall gewesen wäre: Wenn du meinst, damit dein Angebot motivieren zu können, kannste ja eins zwei interessante Stellen übersetzt dazu legen (die du ja schon herausgesucht hast, klingt gut mit den "tragischten und humorvollsten Einträgen"), aber nicht so sehr als Beweis dafür, dass du übersetzen kannst (das wird ja vorausgesetzt - ich würde es jedenfalls nicht als Probeübersetzung verpacken), sondern als Beleg dafür, dass das Buch super ist!! Jedenfalls finde ich, du solltest denen nicht zu viel Lektüre schicken, sondern deine Bereitschaft erklären, ihnen auf Wunsch noch mehr zu liefern. So rein nach Gefühl fände ich eine Seite Synopsis und eine Seite Textstellenübersetzung schon völlig ausreichend!
Übrigens: Unter Umständen unterstützen die verschiedenen Länder (Herkunftland des Autoren) eine Übersetzung; da musst du dich mal informieren, das könnte dem Verlag die Sache noch etwas schmackhafter machen - bei mir wurde damals der Antrag vom spanischen Kulturministeriums genehmigt! Aber ein literarisches Werk hat ja einen ganz anderen Absatzmarkt als ein philosophisches, und lass das auf jeden Fall erst mal als Ass im Ärmel stecken (wie man im Spanischen sagen dürfte). Nun dir viel Glück, Erfolg und viel Spass dabei! Nicole


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