Grundsätzliche Fragen zum Dolmetschen
Thread poster: OctopusP

OctopusP
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May 21, 2010

Hallo allerseits,

ich habe mich auf eine Stelle als Übersetzerin beworben, für die lt. Stellenausschreibung Dolmetschen erwünscht, aber keine Voraussetzung ist. Den schriftlichen Teil des Einstellungstests habe ich bestanden, nun soll am Dienstag der mündliche Teil folgen.

Nun wurde mir gesagt, dieser bestünde hauptsächlich aus Dolmetschen. Darin habe ich aber keine Erfahrung. Ich hab das nur einmal vor einigen Jahren ersatzweise für eine erkrankte Kollegin gemacht. Das weiß der potentielle Arbeitgeber auch.
Bisher weiß ich noch nicht mal, ob ich beide Richtungen dolmetschen muss oder nur eine, oder um welches Thema es gehen wird. Aber das werde ich noch erfragen.
An Euch hätte ich nun zwei generelle Fragen, die Euch Profis sicherlich sehr dumm vorkommen, mir als Übersetzer aber nicht klar sind (nicht umsonst ist Dolmetschen ja ein eigener Studienzweig):

1. Gebe ich die Worte des Redners in der 1. Person Singular wieder (sofern er diese benutzt), oder benutze ich sozusagen die indirekte Rede?

2. Gibt es irgendwelche Tipps, wie man sich am besten Notizen machen kann? Ich kann kein Steno und natürlich auch keine Notizentechnik.

Schon mal im Voraus vielen Dank dass Ihr Euch die Zeit nehmt, solch "banalen" Kram zu beantworten, Ihr helft mir sehr, meine Nerven ein wenig zu beruhigen!

OctopusP


 

kriddl  Identity Verified
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Moralische Unterstützung May 21, 2010

Hallo Octopus,

hab zwar auch kein Dolmetschen studiert, aber letztes Jahr eine Fortbildung zum Thema gemacht. Da wurde uns gesagt, dass man immer in der 1. Person Singular sprechen soll (das habe ich neulich dann auch zum ersten Mal angewandt und mich auf Italienisch als "io come austriaco" vorgestellt... war schon eine etwas merkwürdige Erfahrung!icon_smile.gif.

Zum Thema Notizentechnik gibt es, meinem Eindruck nach, x verschiedene Möglichkeiten, alle möglichen Kürzel und man braucht wohl vor allem viel Übung, um einen eigenen Stil zu entwickeln. Trotzdem würde ich mir deswegen nicht den Kopf zerbrechen, am besten übst du ein paarmal mit Freunden, Radiobeiträgen oder so und versuchst, dir einfach mal die wichtigsten Punkte zu notieren. Ist im Grunde auch nichts anderes als Vorlesungsmitschriften o.ä. - Hauptsache, das Wesentliche kommt rüber!

Wichtig ist m.E. auch, dass du dich mit dem oder der Sprecher/-in gut verständigst, dass er/sie in geeigneten Abständen Pausen macht - richtig schwierig wird es nämlich erst, wenn die Textpassagen zu lang werden!

Toi toi toi!
Barbara


 

Sebastian Witte  Identity Verified
Germany
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Member (2004)
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Was mich eigentlich mal interessieren würde May 21, 2010

Sind Einstellungstests in Bewerbungsverfahren für Übersetzerstellen üblich?

Davon höre ich zum ersten Mal, und Assessment Center kenne ich eigentlich mehr aus Bereichen, wo ein sehr hoher Verdienst in Aussicht ist - und nicht vom Übersetzen (...).

Gruß

Sebastian
www.textpartner.biz


 

Constanze Deus-Konrad
Germany
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Denke schon. May 21, 2010

Sebastian Witte wrote:

Sind Einstellungstests in Bewerbungsverfahren für Übersetzerstellen üblich?



Auf jeden Fall nicht unüblich. Ich habe, als ich mich vor einigen Jahren noch um Übersetzerpositionen in Festanstellung beworben habe, ziemlich häufig einen Übersetzungstest absolvieren müssen und halte dies auch für sinnvoll, da kein Diplom und keine Ermächtigung der Welt eine Garantie für wirklich hohe Qualität ist (wie ich als Lektorin oft feststellen musste).


 

eva maria bettin
Local time: 20:06
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na ja- die alten Zeiten sind also doch nicht so abgeschrieben. May 22, 2010

Nicht dass ich Dir Asker spontan einen Tipp geben koennte, wie Du die Pruefung ueberstehst. Diese Tests sind sehr wohl ueblich- und auch nuetzlich, wie Constanze sagt.

Immer in der 1° Person- so wie er spricht- er kann ja auch mal von "uns" sprechen- und was machst Du dann? Dann wird eben "io" - "noi" - non il Signore dice- e gli altri- sonst kommst Du schon rein wegen der Geschwindigkeit ins Schleudern. Ich habe mir immer- vom ersten Tag an erlaubt, den Sprecher mit einer kleinen Handgeste zu unterbrechen, wen der Satz wirklich zu lang wurde. Niemand hat sich jemals darueber eraergert. Ich habe allerdings immer nur konsekutiv und nie in der Kabine- synchron - uebersetzt, sass also praktisch mit am Tisch. (die "Synchronen" in meiner Branche sah ich immer als Faulpelze - die kannten den Text ja schon, der dann bei den Konferenzen velesen wurde)

Steno hatten sie uns noch beigebracht- war Pflicht. Und dann die Kuerzel fuer die "Konsekutiven"... in einem Tag geht das natuerlich nicht.
Lass Dich bloss nicht einschuechtern! Wenn du von der Geschwindigkeit nicht mithalten kannst: Time out!!! Kurze Nachfrage. Das zeigt schon mal, dass du nicht nur "rum-parlierst"sonder mitdenkst.
Alles Gute- Eva


 

OctopusP
Local time: 20:06
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TOPIC STARTER
Danke an alle! May 23, 2010

Vielen Dank, Eure Antworten haben mir geholfen meine Nerven ein wenig zu beruhigen. Außerdem hab ich bei meiner Nachfrage von dem potentiellen Arbeitgeber auch erfahren, dass dieser Dolmetschteil nicht entscheidend für die Frage ist, ob ich die Stelle kriege (eben weil's keine Voraussetzung ist), sondern nur dazu dient herauszufinden, ob sie mich auch dafür einsetzen könnten.

@Sebastian: Aus meinen bisherigen Erfahrungen kann ich sagen, ich musste schon mal kleinere Textteile übersetzen, allerdings nie mehr als einen Absatz. Die Stelle, um die es hier geht, ist eine für technische Übersetzer beim Bundessprachenamt, und die wollten's schon gern ein bisschen genauer wissen. Da gab's zwei ca. einseitige, recht schwierige Texte. Für Englisch-Deutsch hatte man 75 Minuten Zeit, für Deutsch-Englisch 90.

Ich denke, der Unterschied hängt vielleicht damit zusammen, dass bei einem mittelständischen Industrieunternehmen, das vielleicht - wenn denn überhaupt - nur einen Übersetzer einstellen kann, eh niemand Sprachprofi genug ist, um die Feinheiten einer Übersetzung richtig beurteilen zu können. Da verlässt man sich dann eher auf die Zeugnisse u.ä. Aber dort sitzen ja alles Sprachler. Daher dann der ausführlichere Test.


 


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